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Umwelt und Klima

Zu wenig, zu spät: “Fridays For Future” kritisiert Stormarner Klimapolitik

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Immer neue Gewerbegebiete und Millionen Euro für Straßen statt für neue Radwege: Hunderte Klima-Aktivisten haben vor und im Stormarner Kreistag am Freitag eine radikalere Klimapolitik gefordert.

Klima-Demonstranten am Oldesloer Bahnhof. Foto: Fischer

“Der Kreis Stormarn leistet einen zu geringen Beitrag für den Klimaschutz!”

Dieser Ansicht ist Nils Bollenbach, Mitbegründer von “Fridays for Future” in Stormarn, der in diesem Jahr für die Grünen im Wahlkreis Stormarn-Mitte kandidiert.

“Wir haben verstanden”, hieß es vor zwei Jahren seitens der Kreispolitik, als die Klimaproteste von “Fridays for Future” immer größer wurden.

Nils Bollenbach: “Ich frage mich wirklich, was die Damen und Herren verstanden haben. Seitdem ist zu wenig passiert.” Deswegen müsse sich jetzt auch die Klimabewegung verändern:

“Wir müssen eventuell radikaler werden.”

Damit meint Bollenbach auch den “Sprung auf eine höhere Ebene”. In die Politik. Deswegen will der Bargteheider in den Bundestag, um aktiv etwas verändern zu können.

Die Klimabewegung ist der Meinung, dass der Kreis Stormarn trotz der Klimaschutzkonzept zu wenig leistet:

“In den letzten zwei Jahren hat der Kreis keinen einzigen neuen Radweg gebaut, stattdessen Millionen Euro in den Bau und die Sanierung von Straßen gesteckt”, kritisiert Fred Grosser (Die Linke).

Seit “Wir haben verstanden” hat sich Stormarn außerdem beim E-Ladesäulen-Ranking um 47 Plätze verschlechtert.

Im bundesweiten Vergleich der Landkreise ist Stormarn mit 93 Ladestationen auf Platz 237.

Landrat Henning Görtz (CDU) kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Wir haben schon viel erreicht.“ Der CO2-Verbrauch von Verwaltungsgebäuden sei um 55 Prozent reduziert worden.

ÖPNV und Radwege sollen attraktiver gemacht werden, Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge weiter ausgebaut werden und „für das IOKI-Modellprojekt etwa haben wir als Kreis Stormarn drei Millionen Euro in drei Jahren in die Hand genommen.“

Auch Gerold Rahmann (Die Grünen), Vorsitzender des Kreisumweltausschusses, gab im Kreistag nach der FFF-Kritik eine Erklärung ab. „Wir haben verstanden. Es ist unser Auftrag, das möglichste zu tun, wir müssen uns kümmern. Aber natürlich wollen einige es schneller als andere und das ist manchmal unbefriedigend.“ Er persönlich glaubt aber nicht daran, dass das 1,5-Grad-Ziel noch eingehalten werden kann.

Die Auswirkungen werden auch in Stormarn zu spüren sein.

Rahmann: „Schon jetzt haben wir hier Grundwasserprobleme. Ich bin überzeugt, dass der Kreis seinen Beitrag leisten wird, um die Krise zu bewältigen. Aber wir müssen schneller werden.“

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Umwelt und Klima

Endlich handeln! Heute ist Klimastreik – auch in Bargteheide und Bad Oldesloe

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Bad Oldesloe/Bargteheide – Seit 2018 wird in Stormarn für den Klimaschutz demonstriert. Nun soll am Freitag, 24. September, wieder eine große Demonstration stattfinden.

Foto: hfr

Die Demo beginnt um 15 Uhr vor dem Kreistagsgebäude in Bad Oldesloe. Bereits um 13:30 Uhr startet vom Bargteheider Utspann-Parkplatz aus eine Fahrraddemo nach Bad Oldesloe.

Der Druck der Fridays for Future-Bewegung führte dazu, dass der Kreis Stormarn sich 2019 auf das von den Aktivisten geforderte 1,5-Grad Ziel verständigt hat.

Jetzt muss der Kreis seinen nötigen Beitrag leisten, um die Erderhitzung auf 1,5-Grad zu beschränken.

Die Demonstranten kritisieren, dass für dieses Ziel noch lange nicht genug getan wird. Und das, nachdem auch das Bundesverfassungsgericht die Politik zum Handeln verpflichtet hat.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl sagt Josephine Strehmel, Sprecherin der FFF-Bewegung:

„Wir haben keine Zeit mehr, zu diskutieren. Die Politik kennt seit Jahren die Herausforderungen des Klimaschutzes. Das demonstrieren hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind. Wenn dennoch nichts passiert, muss halt eine neue Politik her!“

Diesen Schritt versuchen aktuell Jakob Blasel, der in Rendsburg-Eckernförde für die Grünen kandidiert und mit Listenplatz 8 eine realistische Chance hat, in den nächsten Bundestag einzuziehen, und Nils Bollenbach, Direktkandidat für den Wahlkreis Segeberg – Stormarn-Mitte.

Bollenbach hat die FFF-Bewegung Stormarn 2018 gegründet und ist bis heute aktiv.

„Alle reden inzwischen über den Klimaschutz, aber keiner macht etwas. Unser Druckmittel war das Schulschwänzen, aber schon damals standen die Klassenzimmer nie wirklich leer. Diese Bundestagswahl ist so entscheidend. Fridays for Future braucht nach der Bundestagswahl eine Neuausrichtung, sollte es wieder zu einer Regierung kommen, die an völlig verspäteten Zielen festhält. Demonstrieren reicht dann nicht mehr aus. Entweder wird unsere Bewegung radikaler, um die Politik endlich zu mehr Klimaschutz zu bewegen, oder wir machen die nötige Politik selber, indem wir eine starke Kraft im Bundestag werden.“

Josephine Strehmel lacht und ergänzt dazu: „Eigentlich machen wir schon die ganze Zeit die Arbeit der Politiker. Sie hätten die Klimakrise längst ernstnehmen und bekämpfen sollen. Jahrelang ist nichts passiert. Da ist es kein Wunder, dass wir jetzt selbst aktiv werden.“

„Wie dringend es ist, jetzt zu handeln, sehen wir an den verheerenden Überschwemmungen im Ahrtal“, erklärt Bollenbach und führt weiter aus:

„In Kürze werden wir Kipppunkte erreichen und dann haben wir gar keine Chance mehr. Das hat der gerade veröffentlichte IPCC Bericht sehr deutlich gemacht. Die jetzt zu wählende Bundesregierung wird die letzte sein, die eine realistische Chance hat, etwas gegen die Klimakrise zu tun.“

Vom Meckern zum Mitbestimmen, das ist das neue Motto der Stormarner FFF-Bewegung.

Die Aktivisten begrüßen deshalb die Initiative „German Zero“, die gerade in Bargteheide einen Bürger*innenentscheid zum Klimaschutz anstrebt. Josephine Strehmel sagt dazu:

„Genau darum geht es. Man muss ja gar nicht in einer Partei aktiv werden. In unserer Demokratie haben wir als Bürger*innen genug Macht. Mit unserer Stimme bei der Wahl am Sonntag, aber auch, indem wir uns kontinuierlich in die Politik einmischen. Die Sitzungen der politischen Gremien sind ja alle öffentlich.“

Für den Kreis Stormarn geht es den Aktivisten vor allem um mehr Tempo beim Erreichen der Klimaneutralität und darum, die gemachten Versprechen zu halten. „Das 2019 beschlossene Ziel, im Kreis Stormarn die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, ist längst überholt!“, sagt Josephine Strehmel.

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Umwelt und Klima

Der Klimawandel ist real, gefährlich und menschengmacht

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Wir erhitzen die Erde. Wir zerstören Lebensraum. Auch unseren eigenen. Die nächsten drei bis vier Jahre – daran lässt der jüngste Bericht des Weltklimarats keinen Zweifel – entscheiden darüber, ob die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden kann. Eigentlich ist schon das zu viel.

Fridays for Future-Demo. Foto: Stormarnlive.de

Doch 1,5 Grad lassen sich wohl nicht mehr erreichen. Mittlerweile geht es um Schadensbegrenzung.

Nicht um die Frage, ob wir den Klimawandel noch verhindern können. Sondern darum, wie schlimm er für die Menschheit wird.

Am 24. September organisiert Fridays vor Future deswegen bundesweit einen Klimastreik.

Geplant sind 360 Aktionen. Auch in Hamburg, Lübeck, Bargteheide und Bad Oldesloe.

Es ist ein Hilfeschrei und Weckruf einer Generation, die berechtigte Angst vor der Zukunft hat. Angst vor den Folgen des Klimawandels, der maßgeblich von Menschen verursacht wurde, die die schlimmen Folgen ihres Handels nicht mehr erleben werden.

Der Druck der Fridays for Future-Bewegung führte dazu, dass der Kreis Stormarn sich 2019 auf das von den Aktivisten geforderte 1,5-Grad Ziel verständigt hat. Jetzt muss der Kreis seinen nötigen Beitrag leisten, um die Erderhitzung auf 1,5-Grad zu beschränken. Die Demonstranten kritisieren, dass für dieses Ziel noch lange nicht genug getan wird. Und das, nachdem auch das Bundesverfassungsgericht die Politik zum Handeln verpflichtet hat.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl sagt Josephine Strehmel, Sprecherin der FFF-Bewegung:

„Wir haben keine Zeit mehr, zu diskutieren. Die Politik kennt seit Jahren die Herausforderungen des Klimaschutzes. Das demonstrieren hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind. Wenn dennoch nichts passiert, muss halt eine neue Politik her!“

Diesen Schritt versuchen aktuell Jakob Blasel, der in Rendsburg-Eckernförde für die Grünen kandidiert und mit Listenplatz 8 eine realistische Chance hat, in den nächsten Bundestag einzuziehen, und Nils Bollenbach, Direktkandidat für den Wahlkreis Segeberg – Stormarn-Mitte.

Bollenbach hat die FFF-Bewegung Stormarn 2018 gegründet und ist bis heute aktiv:

„Alle reden inzwischen über den Klimaschutz, aber keiner macht etwas. Diese Bundestagswahl ist so entscheidend. Fridays for Future braucht nach der Bundestagswahl eine Neuausrichtung, sollte es wieder zu einer Regierung kommen, die an völlig verspäteten Zielen festhält.“

Demonstrieren, so Bollenbach, reicht in dem Fall nicht mehr aus:

„Entweder wird unsere Bewegung radikaler, um die Politik endlich zu mehr Klimaschutz zu bewegen, oder wir machen die nötige Politik selber, indem wir eine starke Kraft im Bundestag werden.“

Denn spätestens seit dem Weltklimabericht gibt es keine Ausreden mehr. 234 Klimaforscher*innen aus 66 Ländern haben Studien gesichtet und bewertet, die seit dem letzten Bericht 2013 erschienen sind.

Das Ergebnis ist eindeutig: Der Klimawandel ist menschengemacht. Und er ist gefährlich.

Der Bericht lässt keinen Zweifel daran, dass der enorme CO2-Ausstoß das Klima verändert und es dadurch immer häufiger zu Extremwetter kommt.

Zu Hitzeperioden wie jüngst in der Türkei oder Griechenland. Oder zu Überschwemmungen wie in Deutschland. Und, dass es immer schlimmer werden wird, wenn die Weltgemeinschaft nicht anfängt zu handeln.

Die Lage ist derart ernst, dass eine Gruppe namens “Scientist Rebellion” den dritten Teil des Weltklimaberichts schon jetzt veröffentlicht hat, obwohl dieser erst in einem halben Jahr vorgelegt werden sollte. Aus Angst davor, dass der Bericht verwässert werden könnte.

Diese Sorge dürfte nicht unbegründet sein. Denn der Inhalt ist alarmierend. Er attestiert das Scheitern des Pariser Klimaabkommens, mit dem die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden sollte. Dieser Wert dürfte Berechnungen zufolge schon 2030 erreicht sein. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, erwärmt sich die Erde auch danach weiter.

Selbst für eine Beschränkung auf zwei Grad Erderwärmung bleibt wenig Zeit. Bis 2025 müsste der globale CO2-Ausstoß dafür seinen Höhepunkt erreichen.

Warum eine Begrenzung der Erwärmung wichtig ist:

1,5 oder zwei Grad mehr bedeutet nicht, dass es lokal einfach ein bisschen wärmer wird!

Durch die globale Erwärmung wird irgendwann ein Kipppunkt erreicht. Etwa dadurch, dass Permafrostböden auftauen und dadurch enorme Mengen an weiterem CO2 freigesetzt werden. Dann wird sich das Weltklima nachhaltig verändern, ganze Regionen und Länder könnten unbewohnbar werden.

Wenn die Pole schmelzen und sich die Meere weiter aufwärmen, kommen wichtige Strömungen zum Erliegen. Etwa der Golfstrom, der etwa dafür sorgt, dass in Nord- und Mitteleuropa vor allem im Winter derzeit noch relativ gemäßigte Temperaturen herrschen.

Wodurch wird in Deutschland am meisten CO2 erzeugt:

Den größten Anteil an der CO2-Produktion hat in Deutschland der Energiesektor (42%). Auf dem zweiten Platz liegt der Transport (25%), der drittgrößte Erzeuger ist die Industrie (19%).

Statistik: Verteilung der energiebedingten CO2-Emissionen weltweit nach Sektor im Jahr 2018 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Deswegen fordert Fridays for Future unter anderem einen Kohleausstieg bis spätestens 2030.

Außerdem, dass ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr neu zugelassen werden dürfen. Eine klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft mit fairen Preisen für Erzeuger*innen sowie eine artgerechte und flächengebundene Tierhaltung und eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft.

Demo-Termine am 24.9. in der Umgebung: Lübeck, Am Theater (Beckergrube), 15 Uhr. Hamburg, Willy-Brand-Straße, 12 Uhr. Bad Oldesloe, 15 Uhr, Kreistag/Am Bahnhof. Bargteheide (Fahrraddemo), Utspann-Parkplatz, 13.30 Uhr. Alle Termine und Orte auf www.klima-streik.org.

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