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Koordinatorin eingestellt: AWO will klimaneutral werden

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Kiel – Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich die Staatengemeinschaften darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen. Längst ist belegt, dass der menschengemachte Klimawandel nicht nur für unsere Umwelt katastrophale Folgen hat, sondern auch großes menschliches Leid verursacht.

Klimaschutz ist daher auch eine Frage der Humanität und erfordert aus Sicht der AWO Schleswig-Holstein Engagement auf allen Ebenen.

Die AWO will daher ihrer Verantwortung gerecht werden und auch in ihren Einrichtungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sorgen und klimaneutral werden.

Im Rahmen des bundesweiten AWO-Projekts „Klimafreundlich pflegen – überall!“ hat daher im April die neue Klimaschutz-Koordinatorin Eva Flandermeier (Foto) ihre Arbeit bei der AWO Schleswig-Holstein begonnen und kümmert sich schon jetzt um konkrete Maßnahmen. 

Das Projekt wird durch die ‚Nationale Klimaschutzinitiative‘ des Bundesumweltministeriums gefördert. Hierbei stehen die Personalressourcen, Kampagnenarbeit, Kommunikationsmaterialien, Veranstaltungen sowie die Entwicklung von Schulungsangeboten im Fokus der Förderung. Am Projekt beteiligen sich bundesweit 90 stationäre Pflegeeinrichtungen. Neben den Kieler Servicehäusern, engagieren sich im Norden die Standorte Flensburg, Neumünster, Lauenburg, Husby, Mildstedt, Bremen und zwei Einrichtungen aus Nordwestmecklenburg.

Klimaschutz aktiv umsetzen und Verantwortung wahrnehmen

Der Vorstandsvorsitzende der AWO Schleswig-Holstein Michael Selck sagt dazu: „Der Klimawandel zeigt uns, dass soziale und ökologische Fragen eng miteinander verwoben sind. Aus dem Wertebekenntnis der AWO Schleswig-Holstein leitet sich eine entsprechende Verantwortung ab, den Klimaschutz in unseren Einrichtungen ernst zu nehmen und aktiv umzusetzen. Wir freuen uns, dass unsere neue Klimaschutz-Koordinatorin sich darum kümmert, die Einrichtungen auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu begleiten und den Klimaschutz bei der AWO fest verankert.“

Das gesamte Projekt ist auf drei Jahre angelegt und in Folge des vom Bundesverband der AWO initiierten Vorgängerprojekts „Klimafreundlich pflegen“ entstanden. An diesem Projekt haben bereits im Jahr 2018 Einrichtungen der AWO Pflege Schleswig-Holstein teilgenommen und ihren aktuellen CO²-Ausstoß in gemeinsamen Workshops berechnet. Ziel ist es in einem zweiten Schritt den CO²-Ausstoß in den Pflegeeinrichtungen von zurzeit rund 7,5 Tonnen auf eine Tonne pro Bewohner*in zu senken. Große Stellschrauben, um den CO²-Ausstoß zu verringern, können einerseits die Energieversorgung, die Verpflegung, die Verringerung des Mülls oder Veränderungen bei der Mobilität.

„Mein Ziel ist es, für die Kolleg*innen vor Ort Ansprechpartnerin zu sein und ihnen dort Potenziale zur CO²-Einsparung aufzuzeigen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht klar waren. Gemeinsam wollen wir es schaffen klimaneutral zu werden. Zunächst betrifft das die AWO Pflegeeinrichtungen, in Zukunft sollen aber alle Häuser der AWO berücksichtigt werden. Die Klimakrise ist schon heute spürbar und betrifft die Bewohner*innen als vulnerable Gruppe, aber auch die Pflegekräfte, die körperlich anstrengende Arbeit verrichten, besonders stark“, sagt die Klimaschutz-Koordinatorin der AWO Schleswig-Holstein, Eva Flandermeier.

Das Projekt will den Klimaschutz regional verankern. Hierfür werden bundesweit fünf Stellen für Klimaschutz-Koordinator*innen gefördert. Neben den konkreten Maßnahmen bieten sie in den Einrichtungen Workshops und Schulungen an, schlagen Investitionen vor und gehen auch in das Gespräch mit den Bewohner*innen und ihren Angehörigen. „Wir freuen uns, dass eine der fünf Klimaschutz-Koordinator*innen bei uns in Kiel sitzt. Denn fest steht: Wenn wir der Klimakrise noch etwas entgegensetzen wollen, dürfen wir keine Zeit mehr verlieren“, betont Selck.

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Ratgeber

Legales Cannabis: Das sind die Vor- und Nachteile

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Über eine mögliche Legalisierung von Cannabis wird in Deutschland hitzig diskutiert. Sowohl Befürworter als auch Gegner führen gewichtige Argumente ins Feld.

Foto: Shutterstock.com

Deutschland ist längst nicht das erste Land, das sich mit dieser Problematik auseinandersetzt. Fast ein Jahrhundert war das Rauschmittel weltweit geächtet. In den letzten Jahren haben aber immer mehr Länder einen Kurswechsel vollzogen.

Mehr als fünfzig Nationen erlauben das Kiffen zu medizinischen Zwecken. Und in großen Teilen der USA und Kanadas gibt es viele Dispensaries, wo es möglich ist, Grassorten wie Strawberry Kush oder Sweet Tooth ohne Rezept zu kaufen. Viele weitere Länder haben zumindest den Besitz kleiner Mengen an Cannabis entkriminalisiert.

Die Bilanz fällt in den meisten Fällen positiv aus. Eine Reihe von Erfahrungen spricht dafür, dass die Legalisierung sinnvoll war. Es gibt aber auch Schattenseiten.

Vorteile einer Legalisierung

Die Legalisierung von Cannabis führt zu einem deutlichen Rückgang von Drogenkriminalität. Der Handel auf dem Schwarzmarkt wird dadurch eingedämmt, Konsumenten geraten nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt und die Behörden werden erheblich entlastet.

Gras von der Straße ist häufig mit Streckmitteln verunreinigt. Sie sind oft deutlich schädlicher für die Gesundheit als das Kiffen selbst. Die Legalisierung ermöglicht es, Standards für die Qualität von Cannabis festzulegen und die Gesundheit der Konsumenten zu schützen.

Die Legalisierung von Cannabis führt auch zu erheblichen Steuereinnahmen. Mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr könnte der Schritt allein zum deutschen Staatshaushalt beitragen. Außerdem könnte die Branche bis zu 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Cannabis kann zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt werden. Allerdings unterliegt es immer noch dem Stigma der Illegalität. Cannabispatienten haben häufig Probleme mit der Polizei. Und viele Ärzte haben Angst davor, Beihilfe zum Drogenkonsum zu leisten, wenn sie Cannabis verschreiben. Diese Probleme würden bei der Freigabe des Stoffs wegfallen.

Nachteile einer Legalisierung

In den USA und Kanada hat die Legalisierung von Cannabis dazu geführt, dass die Zahl der Autofahrten unter Drogeneinfluss gestiegen ist. Ob das auch zu mehr Unfällen geführt hat, ist noch unklar. In jedem Fall muss die Polizei aber einen größeren Aufwand für Verkehrskontrollen betreiben.

Die Freigabe von Hanf als Genussmittel kann auch ein falsches Signal an die Konsumenten senden. Denn genauso wie Alkohol oder Tabak ist auch Cannabis nicht frei von Risiken. Das sollte jedem bewusst sein, der sich dafür entschließt, zu kiffen.

In den letzten Jahren hat es große Fortschritte im Kampf gegen exzessiven Alkoholkonsum und Nikotinsucht gegeben. Die Legalisierung von Cannabis riskiert, die gesundheitlichen Erfolge dieser Kampagnen zunichte zu machen. Langfristige Studien zu den Folgen des Konsums gibt es bislang kaum.

Die Legalisierung führt dazu, dass immer mehr Stars und Prominente sich offen zum Cannabiskonsum bekennen. Gerade in den USA haben schon viele Musiker auf Instagram mit einem Joint posiert. Aufgrund ihrer Vorbildfunktion gegenüber jungen Menschen ist diese Entwicklung bedenklich.

Die Entscheidung über eine Legalisierung von Cannabis ist also nicht einfach. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Debatte noch über längere Zeit hinzieht. Wenn Deutschland dem weltweiten Trend folgt, wird es aber früher oder später auch hierzulande möglich sein, ganz legal zum Joint zu greifen.

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Gesundheit

Krebs-Vorsorge: Männer in Stormarn lassen sich zu selten untersuchen

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Bad Oldesloe – Die Männer im Kreis Stormarn sind beharrliche Vorsorgemuffel. Das bestätigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest deutlich. Danach war im vergangenen Jahr nicht einmal jeder sechste Mann über 45 Jahren (16,5 Prozent) bei der Krebs-Früherkennung.

Foto: AOK/hfr.

In 2019 waren es 19,4 Prozent. „Männer nutzen immer weniger die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Corona-Pandemie hat besonders im ersten Halbjahr des letzten Jahres einen Teil dazu beigetragen und zu einem weiteren Rückgang geführt, da die Menschen unter den Pandemiebedingungen Arztbesuche vermeiden wollten”, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Durch die Krebsvorsorge ist es aber möglich, bereits Frühstadien von Krebs zu erkennen.

„Die Chance der frühen Diagnostik sollte unbedingt genutzt werden“, so Wunsch. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters Schleswig-Holstein wurden im nördlichsten Bundesland im Jahr 2018 insgesamt 18.576 Krebs-Neuerkrankungen und 8.897 Todesfälle erfasst.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, auf Warnzeichen des Körpers zu achten und Risiken nicht zu ignorieren.

Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, sagt Wunsch.

Untersuchung für Männer: Prostata und Darmspiegelung

Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen.

Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Männer können ab 50 Jahren zweimal eine Darmspiegelung auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenkasse vornehmen lassen. Die zweite Darmspiegelung wird frühestens 10 Jahre nach der ersten angeboten, sofern bei der ersten Darmspiegelung keine Auffälligkeiten gefunden wurden. Wahlweise kann jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen werden, ab 55 Jahren alle zwei Jahre.

Krebs-Früherkennung für Frauen

Seit Anfang 2020 gibt es ein neues organisiertes Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

„Dadurch haben sich die Inhalte der Untersuchungen und das Intervall der Anspruchsberechtigung teilweise verändert“, so Ackermann. Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren nach wie vor einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals.

Ab dem 35. Lebensjahr wird der Abstrich alle drei Jahre durchgeführt, zusätzlich erfolgt ein Test auf humane Papillomviren (HPV).

Ab dem 31. Lebensjahr ist ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie im Rahmen des Mammographie-Screenings durchgeführt werden.

Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten, ab 55 Jahren alle zwei Jahre. Alternativ ist ab dem Alter von 55 Jahren zweimal eine Darmspiegelung möglich. Die zweite Darmspiegelung wird frühestens 10 Jahre nach der ersten angeboten, sofern bei der ersten Darmspiegelung keine Auffälligkeiten gefunden wurden.

Bei besonderen Risiken oder Beschwerden können nach wie vor unabhängig davon bei Männern und Frauen Darmspieglungen durchgeführt werden. Zur regelmäßigen Darmkrebsvorsorge werden gesetzlich Versicherte von ihrer Krankenkasse schriftlich eingeladen.

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Umwelt und Klima

Zu wenig, zu spät: “Fridays For Future” kritisiert Stormarner Klimapolitik

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Immer neue Gewerbegebiete und Millionen Euro für Straßen statt für neue Radwege: Hunderte Klima-Aktivisten haben vor und im Stormarner Kreistag am Freitag eine radikalere Klimapolitik gefordert.

Klima-Demonstranten am Oldesloer Bahnhof. Foto: Fischer

“Der Kreis Stormarn leistet einen zu geringen Beitrag für den Klimaschutz!”

Dieser Ansicht ist Nils Bollenbach, Mitbegründer von “Fridays for Future” in Stormarn, der in diesem Jahr für die Grünen im Wahlkreis Stormarn-Mitte kandidiert.

“Wir haben verstanden”, hieß es vor zwei Jahren seitens der Kreispolitik, als die Klimaproteste von “Fridays for Future” immer größer wurden.

Nils Bollenbach: “Ich frage mich wirklich, was die Damen und Herren verstanden haben. Seitdem ist zu wenig passiert.” Deswegen müsse sich jetzt auch die Klimabewegung verändern:

“Wir müssen eventuell radikaler werden.”

Damit meint Bollenbach auch den “Sprung auf eine höhere Ebene”. In die Politik. Deswegen will der Bargteheider in den Bundestag, um aktiv etwas verändern zu können.

Die Klimabewegung ist der Meinung, dass der Kreis Stormarn trotz der Klimaschutzkonzept zu wenig leistet:

“In den letzten zwei Jahren hat der Kreis keinen einzigen neuen Radweg gebaut, stattdessen Millionen Euro in den Bau und die Sanierung von Straßen gesteckt”, kritisiert Fred Grosser (Die Linke).

Seit “Wir haben verstanden” hat sich Stormarn außerdem beim E-Ladesäulen-Ranking um 47 Plätze verschlechtert.

Im bundesweiten Vergleich der Landkreise ist Stormarn mit 93 Ladestationen auf Platz 237.

Landrat Henning Görtz (CDU) kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Wir haben schon viel erreicht.“ Der CO2-Verbrauch von Verwaltungsgebäuden sei um 55 Prozent reduziert worden.

ÖPNV und Radwege sollen attraktiver gemacht werden, Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge weiter ausgebaut werden und „für das IOKI-Modellprojekt etwa haben wir als Kreis Stormarn drei Millionen Euro in drei Jahren in die Hand genommen.“

Auch Gerold Rahmann (Die Grünen), Vorsitzender des Kreisumweltausschusses, gab im Kreistag nach der FFF-Kritik eine Erklärung ab. „Wir haben verstanden. Es ist unser Auftrag, das möglichste zu tun, wir müssen uns kümmern. Aber natürlich wollen einige es schneller als andere und das ist manchmal unbefriedigend.“ Er persönlich glaubt aber nicht daran, dass das 1,5-Grad-Ziel noch eingehalten werden kann.

Die Auswirkungen werden auch in Stormarn zu spüren sein.

Rahmann: „Schon jetzt haben wir hier Grundwasserprobleme. Ich bin überzeugt, dass der Kreis seinen Beitrag leisten wird, um die Krise zu bewältigen. Aber wir müssen schneller werden.“

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