Folge uns!

Gesundheit

AWO fordert: Familien mehr in den Fokus nehmen

Veröffentlicht

am

Lockdown-Langzeitfolge: Erschöpfung. Familien, Kinder und Jugendliche zählen zu den Hauptleidtragenden der Corona-Pandemie. Nicht, weil sie gesundheitlich am stärksten bedroht waren, sondern weil ihnen durch Home-Schooling, Home-Office, Kurzarbeit und Perspektivlosigkeit über Monate eine stetige Stressbelastung zugemutet wurde.

Foto: Shutterstock.com (Symbolbild)

Jetzt sinken die Inzidenzen deutschlandweit deutlich und ein Zurück in die Normalität rückt für viele immer näher. „Was viele Menschen mit Freude herbeisehnen, können einige aufgrund ihrer allgemeinen Erschöpfung gar nicht genießen. Familien waren in dieser Krise stark belastet aufgrund von Existenzängsten, Überbelastung und der gleichzeitigen Angst vor einer Erkrankung innerhalb der Familie. Das ist auch an den Kindern und Jugendlichen nicht spurlos vorbeigegangen. Wir brauchen Konzepte, die ihnen eine Auseinandersetzung und Verarbeitung mit dem Erlebten ermöglichen und ihnen wieder Hoffnung und Perspektive für die Zukunft geben. Wir müssen anerkennen, dass einige ihre Erfahrungen in der Corona-Pandemie noch verarbeiten müssen und hierfür einen Raum schaffen“, sagt der Vorsitzende des Präsidiums der AWO Schleswig-Holstein, Wolfgang Baasch.

Rettungsschirm muss verlängert werden

Ein Unterstützungsangebot für die gesamte Familie ist eine Mutter/ Vater-Kind-Kur. Die Auswirkungen der Krise sind auch für die Mutter-Vater-Kind-Kur-Kliniken unmittelbar spürbar.

Rund 35 Prozent weniger Kurteilnehmer*innen kamen 2020 für eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme in eine der bundesweit mehr als 70 vom Müttergenesungswerk anerkannten Kliniken.

2020 brachen die Belegungszahlungen in ganz Deutschland auf 57 Prozent ein. „Wir müssen dringend die richtigen Lehren aus dieser Krise ziehen und Familien wieder gestärkt in den Alltag zurücklassen. Um das langfristig zu ermöglichen, brauchen wir eine weitere Verlängerung des Rettungsschirms, damit die finanzielle Absicherung der Kur-Kliniken auch unter Corona-Auflagen und der damit einhergehenden geringeren Auslastung gewährleistet werden kann. Die Mutter/Vater-Kind-Kur-Kliniken müssen als wichtiges Versorgungsangebot erhalten bleiben. Besonders die benachteiligten Familiensysteme von alleinerziehenden Müttern und Vätern erhalten im Rahmen der Kur die Möglichkeit sich und ihre Gesundheit wieder zu stärken und die Stresserfahrungen aus der Pandemie gemeinsam zu verarbeiten“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AWO, Michael Selck.

Nachfrage nach Kur-Angeboten hoch

Besonders an Nord- und Ostsee ist die Nachfrage nach einer Kur hoch. Durch Corona ist diese weiter angestiegen. Vermehrt fragen Frauen mit Long-Covid-Symptomen oder Pflegekräfte nach einem Platz.

„Homeschooling, Homeoffice – alles ist zu einem Home-Everything geworden. Besonders Frauen haben eine deutliche Mehrfachbelastung und bedürfen medizinisch attestiert der Entlastung. Immer wieder rufen sie verzweifelt in den Mutter/Vater-Kind-Kliniken an und fragen nach Terminen. Viele haben im Jahr 2020 auf eine Kur verzichtet aus Sorge vor einer Ansteckung. Hier hat sich viel aufgestaut. Besonders Mütter sind oft am Limit, wenn sie in einer Kur-Klinik ankommen“, bestätigt die Leiterin der AWO Mutter/Vater-Kind-Kliniken, Gabriele Bossmann.

Aktuell liegt die Belegung bundesweit bei 70 bis 90 Prozent.

Mit rückläufigen Inzidenzen versuchen die Kliniken, auch das Therapieangebot schrittweise wieder auszubauen.

Die Hygieneregeln gelten weiter. 82 Prozent der Patientinnen leiden an Erschöpfungszuständen bis zum Burn-out, ergaben Erhebungen des Müttergenesungswerks. „In der allgemeinen Öffnungseuphorie dürfen Familien mit ihrer anhaltenden Belastung nicht alleine gelassen werden. Für die Gesundheit der Familien zu sorgen, kommt der gesamten Gesellschaft langfristig zugute“, betont abschließend der Geschäftsführer der AWO Schleswig-Holstein gGmbH Dirk Behrens.

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Wirtschaft

Kein Verdienst während Quarantäne: SH streicht Entschädigung für Ungeimpfte ab Oktober

Veröffentlicht

am

Ungeimpfte bekommen während einer Quarantäne keine Entschädigung für Verdienstausfall. Diese Regelung soll in Schleswig-Holstein bereits ab dem 1. Oktober gelten – einen Monat früher als in anderen Bundesländern.

Foto: Tumisu/Pixabay

Bisher werden Arbeitnehmer im Falle einer Quarantäne entschädigt. Wer wegen einer Coronaerkrankung zu Hause bleiben muss, bekommt trotzdem eine Lohnfortzahlung.

Das wird sich jetzt ändern, zumindest für Ungeimpfte.

Die Landesregierung hat am Mittwoch beschlossen, bereits ab dem 1. Oktober keine Entschädigungen mehr an ungeimpfte Arbeitnehmer zu zahlen.

Ausgenommen sind nur Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Ungeimpfte, die krank sind, sollen weiter Geld erhalten. Alle anderen müssen das finanzielle Risiko dann selbst tragen.

Das Land setzt damit einen Bundesbeschluss um, einen Ermessensspielraum gibt es nicht.

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP): “Der Bundesgesundheitsminister hat unmissverständlich klargemacht, dass die Länder keinen Ermessensspielraum haben, dass es geltendes Recht ist, das umzusetzen.” 

Hintergrund der Entscheidung ist, dass am 26. September alle Impfzentren schließen. Jeder, der sich impfen lassen möchte, hat bis dahin die Möglichkeit gehabt und somit ein Impfangebot bekommen.

Weiterlesen

Gesundheit

Welt-Alzheimer-Tag: Ein gesunder Lebensstil kann Demenz vorbeugen

Veröffentlicht

am

In Schleswig-Holstein leiden laut Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. über 62.000 Menschen an einer demenziellen Erkrankung, Tendenz steigend.

Grafik: Gerd Altmann/Pixabay

Denn weit verbreitete Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck können aktuellen Studien zufolge die Entstehung einer Demenz oder Alzheimererkrankung begünstigen. „Neben genetischen Veranlagungen stehen Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 in Zusammenhang mit einem ungesunden Lebensstil. Beide Erkrankungen sollten als Risikofaktor für demenzielle Erkrankungen ernst genommen und möglichst früh behandelt werden“, sagt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der BARMER in Schleswig-Holstein anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages am 21. September.

Mehr als jede vierte Person in Schleswig-Holstein hat Bluthochdruck

Im Jahr 2019 diagnostizierten Schleswig-Holsteins Ärztinnen und Ärzte bei über 27 Prozent der Bevölkerung einen Bluthochdruck und bei knapp sieben Prozent Diabetes mellitus Typ 2.

Nach aktueller Studienlage gehen 30 Prozent aller demenziellen Erkrankungen auf Bluthochdruck im mittleren Lebensalter zurück. Wer an Diabetes leidet hat ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko, an einer Demenz zu erkranken. „Neben Diabetes und Bluthochdruck gilt auch Rauchen als großer Risikofaktor für eine demenzielle Erkrankung“, sagt Hillebrandt. So hätten starke Raucher eine 80 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken als Menschen, die niemals geraucht haben. Ursache sei die gefäßschädigende Wirkung des Rauchens.

Auf ausgewogene Ernährung und viel Bewegung setzen

Lässt sich eine Demenz also durch den Verzicht auf Tabak und einen gesunden Lebensstil vorbeugen? Studien legen dies nahe.

„Insbesondere der Effekt einer mediterranen Ernährung mit einem hohen Anteil an Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreideprodukten, Fisch und ungesättigten Fettsäuren bei gleichzeitig niedrigem Anteil an Fleisch und Milchprodukten, wirkt sich laut Studien positiv auf kognitive Fähigkeiten aus“, sagt Hillebrandt. Außerdem reduziere regelmäßig körperliche Aktivität das Demenzrisiko um 28 Prozent und das Alzheimerrisiko um 45 Prozent.

Weiterlesen

Gesundheit

Stormarner können sich nächste Woche ohne Termin gegen Corona impfen lassen

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Alle drei Impfzentren im Kreisgebiet werden in der nächsten Woche offene Impfaktionen von Montag bis Sonntag jeweils von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17.30 Uhr durchführen.

Impfzentrum in Reinbek. Foto: Iris Lewe/DRK

Der Besuch der offenen Impfaktionen ist ohne vorherige Terminvereinbarung möglich.

Für die Impfungen kommen die Impfstoffe der Firmen Johnson & Johnson, BioNTech oder Moderna zum Einsatz.

Benötigt wird ein Personalausweis und, wenn vorhanden, der gelbe Impfausweis, sowie die vorausgefüllten Unterlagen zur Impfdokumentation mit in das Impfzentrum ihrer Wahl.

Weiterlesen
Werbung

Unterstütze unsere Arbeit

Stormarlive.de lesen ist kostenlos. Aber ihr könnt uns freiwillig über Paypal unterstützen.

 

Werbung