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Gesundheit

SH verzichtet auf Corona-Lockerungen und kündigt Bußgelder gegen Maskenverweigerer an

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Kiel – Aus Sorge vor einer zweiten Welle verzichtet das Land Schleswig-Holstein auf weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen.

Datenstand: 04.08.2020 19:34:13. Quelle: RKI/schleswig-holstein.de

Das hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gemeinsam mit Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) in Kiel mitgeteilt.

Bislang bestand noch die Hoffnung, dass es zum 10. August eine neue Verfügung in Kraft tritt. Doch steigende Infektionszahlen sprechen dagegen.

“Es ist jetzt nicht die Zeit, weiter zu Lockern”, sagte Ministerpräsident Günther am Mittwoch in Kiel. “Wir haben jetzt eine Situation, wo wir genau hinschauen müssen.”

Sorge bereiten der Landesregierung vor allem der Schulstart und die Urlaubsrückkehrer, die für einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen sorgen könnten.

Wegen der angespannten Lage will Schleswig-Holstein jetzt stärker gegen Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen vorgehen.

Wer im ÖPNV keine Mund-und-Nasenbedeckung trägt, muss künftig mit Bußgeldern rechnen.

Nordrhein-Westfalen hatte bereits angekündigt, entsprechende Verstöße künftig mit 150 Euro Strafe zu ahnden. Wie hoch das Bußgeld in Schleswig-Holstein sein wird, ließen Günther und Garg noch offen.

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Gesundheit

Barmer-Krankenkasse: Influenza-Impfung wegen Corona wichtiger denn je

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Aufgrund der Corona-Pandemie empfiehlt die Barmer Krankenkasse allem voran Risikogruppen und Schwangeren, sich zeitnah gegen die Grippe impfen zu lassen.

Impfung (Symbolbild). Foto: Shutterstock.com

„In diesem Jahr ist die Grippeschutzimpfung besonders wichtig. Sie schützt zwar nicht vor einer Coronainfektion, kann aber dazu beitragen, dass die Grippewelle gemäßigter verläuft und sich mit der Corona-Pandemie nicht zu stark überschneidet“, sagt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein. Mit der Impfung könne man das Risiko für eine Doppelinfektion mit Grippe und Covid-19 verringern.

Insbesondere ältere Menschen und chronisch Kranke mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten sich daher immunisieren lassen, so Hillebrandt.

Aber auch für alle anderen, die etwa als medizinisches Personal und Pflegekräfte, Beschäftigte im Einzelhandel oder in öffentlichen Verkehrsmitteln häufig anderen Menschen begegneten, sei die Impfung sinnvoll. Dies gelte umso mehr, wenn man Kontakt mit Personen aus einer Risikogruppe habe. Die Kosten der Impfung übernehme die Krankenkasse.

Vollständiger Impfschutz nach zwei Wochen aufgebaut

Die Grippesaison beginne in der Regel Anfang Oktober und ende Mitte Mai. Nach der Impfung dauere es bis zu 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut sei.

„Um rechtzeitig gegen die Grippe geschützt zu sein, kann man sich schon jetzt, spätestens aber im Oktober oder November impfen lassen“, so Hillebrandt. Vor allem für Risikogruppen könnten Influenzaviren lebensbedrohlich sein. In der Grippesaison 2019/2020 hätten sich über 4.200 Menschen in Schleswig-Holstein mit dem Grippevirus infiziert, bundesweit waren es knapp 200.000.

Digitaler Impfplaner der Barmer erinnert an Grippeschutzimpfung

Eine Grippeschutzimpfung müsse man jedes Jahr neu vornehmen, da der Impfstoff jährlich angepasst werde. „Wer keine Impfung verpassen will, kann den digitalen Impfplaner als Teil der BARMER-App als Erinnerungsstütze nutzen. Er weist beispielsweise Menschen ab 60 Jahre jedes Jahr auf die Grippeschutzimpfung hin“, sagt Hillebrandt. Den Helfer können BARMER-Versicherte als App auf ihr Smartphone herunterladen.

Infos unter www.barmer.de/a002640.

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Gesundheit

Barmer: Erste Hilfe auch in Zeiten von Corona Pflicht

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Bei einem Notfall Erste Hilfe zu leisten, ist auch während der Corona-Pandemie Pflicht. Darauf weist die Barmer-Krankenkasse anlässlich der Woche der Wiederbelebung vom 14. bis zum 21. September 2020 hin.

Bild von JamesRein auf Pixabay

Im Fall einer unterlassenen Hilfeleistung drohen eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Damit sich Ersthelfer in Zeiten von Corona aber nicht selbst in Gefahr bringen, sind die Empfehlungen zur Wiederbelebung angepasst worden. „Nach wie vor gilt der Merksatz: Prüfen. Rufen. Drücken. Dafür muss zuerst der Zustand des Patienten geklärt werden. Um sich selbst nicht zu gefährden, sollte ein Ersthelfer eine Person mit Verdacht auf Herz-Kreislaufstillstand nur noch laut ansprechen, anstatt sich dicht über diese zu beugen. Um die Atmung zu überprüfen, muss ein Helfer nicht länger sein Ohr an Mund und Nase des Patienten halten. Vielmehr soll er im Stehen prüfen, ob sich der Brustkorb des Patienten atemsynchron bewegt. Außerdem sollte über den Notruf 112 professionelle Hilfe angefordert werden“, erklärt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der BARMER in Schleswig-Holstein.

Risikopatienten müssen abwägen
Jeder muss im Rahmen der Zumutbarkeit und ohne erhebliche eigene Gefährdung Erste Hilfe leisten. Menschen, die zu einer Corona-Risikogruppe zählen und Zeuge eines Notfalls werden, müssen deshalb abwägen, ob Hilfeleistungen an Fremden möglich sind. Falls nicht, müssen sie umgehend Hilfe organisieren und den Notruf 112 wählen.

Herzdruckmassage statt Mund-zu-Mund-Beatmung
Bei einem Herzstillstand sollte ein Ersthelfer auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichten und umgehend mit einer Herzdruckmassage beginnen. Diese muss bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgesetzt werden. Die empfohlene Druckfrequenz liegt zwischen 100 und 120 Mal pro Minute. „Das Tragen von Einweg-Handschuhen und eines Mund-Nasen-Schutzes sowie das Auflegen eines leichten Tuchs über Mund und Nase des Patienten können dabei das Ansteckungsrisiko reduzieren“, so Hillebrandt. Nachdem die Rettungskräfte übernommen haben, sollte Ersthelfer ihre Kontaktdaten mitteilen. Das sei wichtig, falls bei dem Patienten nachträglich eine infektiöse Erkrankung festgestellt werde.

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Gesundheit

Nach Querdenken-Demo gefeuert: Pflegeheim-Mitarbeiterin verteidigt sich gegen Vorwürfe

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Itzstedt – Nachdem ein Pflegeheim in Itzstedt eine Mitarbeiterin nach der Teilnahme an der Querdenken-Demo in Berlin entlassen hat, meldet sich jetzt die Betroffene zu Wort und verteidigt sich: Ihre Ärztin habe einen Corona-Test nicht für sinnvoll erachtet.

Die Kündigung (Mit Erlaubnis veröffentlicht)

Das ist passiert: Anfang der Woche hat ein Pflegeheim aus Itzstedt eine Mitarbeiterin fristlos entlassen mit der Begründung, sie habe nach der Teilnahme an der Querdenken-Demo in Berlin und anschließenden Krankheitssymptomen einen Corona-Test verweigert. Das Vorgehen sorgte in sozialen Medien für eine hitzige Diskussion über das Verhalten der Frau und die Rechtmäßigkeit der Kündigung.

Gegenüber Stormarnlive.de schildert die betroffene Mitarbeiterin ihre Sicht der Dinge.

Demnach sei zunächst ihr Kind krank gewesen, ihre eigenen Krankheitssymptome hätten also nichts mit der Demonstration zu tun.

Gegenüber Stormarnlive bestätigt Petra N. (Name von der Redaktion geändert), dass sie bei der Demonstration war. Ihren Sohn nahm sie mit nach Berlin, allerdings nicht mit zu den Protesten:

„Samstag Nacht, nach der Demo, kamen wir bei unserem Freund an, dessen Frau auf unseren Sohn aufgepasst hatte, da ich ihn nicht mit zur Demo nehmen wollte.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte er gehustet. Sie selbst zeigte da noch keine Erkältungssymptome.

„Zeitnah sind wir nach Hause gefahren und dann habe ich meine Chefin kontaktiert, um Bescheid zu geben, dass ich eventuell die ganze Woche ausfallen werde, da ich ihn so nicht in die Kita schicken kann und mein Mann arbeitet“, erklärt Petra N. Sie habe dann noch angekündigt, sich nach einer Einschätzung des Arztes wieder zu melden.

„Dann kam der besagte Montag und mir ging es selbst nicht besonders, also rief ich meine Ärztin an und schilderte es ihr“, sagt sie. Diese habe ihr geraten, erst mal 48 Stunden zu Hause zu bleiben, „mit der Tendenz auf länger, wenn es nicht besser wird. Und ein Corona-Test sei nicht sinnvoll, da die Inkubationszeit noch nicht gegeben wäre.

Sie informierte also ihren Arbeitgeber, dass sie krankgeschrieben sei: “Doch ich sollte einen PCR-Test machen, weil ich in Berlin zur Demo war. Das Telefongespräch wurde beendet mit der Verweigerung des Tests.”

Ihren Angaben zufolge holte ihr Mann die Arbeitsunfährigkeitsbescheinigung beim Arzt und gab sie im Heim ab. Dort, so sagt die Frau, sollte er einen Brief mitnehmen und den Empfang gegenzeichnen. „Das war die Kündigung.”

Petra N. sagt, sie hätte sich selbst freiwillig in zweiwöchige Quarantäne begeben. Doch sie habe keine Chance gehabt, ihrem Arbeitgeber diesen Vorschlag zu unterbreiten.

Den jetzt viel geäußerten Vorwurf, sie würde mit dem Besuch bei der Demonstration und der Verweigerung des Corona-Tests die Heimbewohner in Gefahr bringen, findet sie nicht gerechtfertigt:

„Ich kenne keinen Mitarbeiter der getestet wurde. Zudem durfte von einer Mitarbeiterin sogar die Tochter, die nicht dort angestellt ist, mitfrühstücken, und sie solle doch die blöde Maske abnehmen. Wenn ich also lese, ich bringe die Bewohner in Gefahr, werde ich wütend.“ Sie habe sich rechtzeitig krank gemeldet, damit das Heim für Ersatz sorgen kann.

„Ich glaube diese Kündigung ist etwas persönliches, weil ich nicht erzählt habe, was ich das besagte Wochenende vor habe. Also wenn getestet werden soll, dann alle und nicht nur ich weil ich nicht erzähle was ich privat vorhabe. Das ist irrelevant.“

Laut dem Arbeitgeber, dem “Haus Itzstedt”, war die als Hauswirtschafterin angestellte Frau noch in der Probezeit.

Sie arbeitete seit vier Monaten dort, wie das Hamburger Abendblatt berichtet: “Sie war völlig unauffällig, nett, die Kollegen mochten sie, alles war perfekt, sie hat ihre Arbeit gut gemacht“, zitiert die Zeitung die stellvertretende Leiterin, Christiane Warneke. Über ihre Weigerung, einen Corona-Test zu machen, sei sie zunächst verwundert gewesen.

Warneke habe dann eins und eins zusammengezählt: “Wenn man dagegen ist, macht man ja auch keinen Corona-Test. Aber dann kann man auch nicht in einem Altenheim arbeiten.“

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