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Ehrenamtliche Strandwächter: DLRG rettete 2019 insgesamt 950 Leben

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DLRG Symbolfoto: obs/DLRG – Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft/Arno Schwamberger

Berlin – Die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben im vergangenen Jahr 950 Menschen oft in letzter Minute vor dem Tod bewahrt.

Bei 42 Einsätzen mussten sie sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um ein anderes zu erhalten.

Die Einsatzbilanz weist insgesamt 48.789 Hilfeleistungen für Segler, Surfer und Motorbootfahrer aus, die an Küsten und Binnengewässern in Not gerieten. Diese Zahlen gab DLRG-Präsident Achim Haag gestern, 11. Juni, in Berlin bekannt.

“Dies zeigt mir, dass unsere Retter kein Menschenleben verloren geben. Sie kämpfen bei starker Strömung, Sturm und anderen Gefahren um jedes Leben”, würdigte der Präsident die Leistungen der Einsatzkräfte an den Gewässern.

Die Bilanz der weltgrößten Wasserrettungsorganisation zeigt aber auch deutlich, dass trotz des nicht so durchgängig schönen Sommers die Arbeit der DLRG sehr bedeutend ist.

“Der Monat Juli hat die Rettungseinsätze besonders an der Küste in die Höhe schnellen lassen. Leichtsinn, Selbstüberschätzung oder Unkenntnis über die Gewässer waren die häufigsten Ursachen”, sagte Haag.

Rund 47.000 Retter habe die DLRG im vergangenen Jahr eingesetzt. Sie bewachten 1.228 Freigewässer und 1.348 Schwimmbäder und haben auf ehrenamtlicher Basis etwa drei Millionen Wachstunden geleistet, um die Wasserfreizeit von Millionen Menschen sicher zu machen.

Sorgen bereiten den Lebensrettern die rückläufigen Schwimmprüfungen. Die Ausbilder am Beckenrand haben im vergangenen Jahr 92.913 Prüfungen abgenommen, das seien knapp 2.000 weniger als im Jahr 2018. Insgesamt wurden zudem 48.243 Seepferdchen ausgehändigt.

Der DLRG-Chef machte darauf aufmerksam, dass mit dem Seepferdchen nur der erste Schritt, nämlich die Wassergewöhnung, getan wurde.

Die DLRG als Deutschlands Nummer eins in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung stellte hier den deutlichen Zusammenhang zu den anhaltenden Bäderschließungen her.

Haag bezeichnete es als bemerkenswert, dass trotz des Bädersterbens 86.723 Rettungsschwimmprüfungen – davon 8.293 Juniorretter – erfolgreich abgelegt wurden. Nachwuchssorgen in Bezug auf den Wasserrettungsdienst müsse sich die DLRG da noch nicht machen, so der Präsident in seinen Ausführungen.

“Sorgen bereitet mir der Rückgang in der Zahl der Abnahmen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze”, bilanziert Achim Haag die Ausbildungsleistung. Denn dies lege nahe, dass die Schwimmfertigkeit in Deutschland, und damit die Fähigkeit sicher schwimmen zu können, abnehme.

Dafür machte der DLRG-Präsident die sich weiter verschlechternden Rahmenbedingungen für die Ausbildung verantwortlich. “Diese Entwicklung ist alarmierend. Die Folgen werden wir alle zu spüren bekommen. Annähernd 25 Prozent aller Grundschulen können keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil ihnen kein Bad zur Verfügung steht.”

Schwimmbäder seien Kulturstätten wie auch Lehrraum gleichermaßen. Von daher sei es auch nicht verwunderlich, dass die Menschen in den Kommunen immer lauter gegen die Bäderschließungen protestierten. Haag: “Unsere Petition zur Rettung der Bäder wurde gehört und im Petitions- wie auch Sportausschuss des Deutschen Bundestages erörtert.”

Die Mitglieder der DLRG haben im vergangenen Jahr knapp 10,2 Millionen Stunden ehrenamtlich geleistet. “Das ist ein großer gesellschaftlicher Beitrag, den wir da leisten”, berichtet der Chef der Wasserretter nicht ohne Stolz. Über 1,6 Millionen Mitglieder und Förderer unterstützen die Ziele und humanitären Aufgaben der Wasserrettungsorganisation.

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Seehofer: Rechtsextreme größte Bedrohung für Sicherheit in Deutschland

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Berlin – Innenminister Horst Seehofer sieht den Rechtsextremismus in Deutschland als größte Bedrohung für die Sicherheit.

Horst Seehofer Archivfoto: Photocosmos1/Shutterstock.com

Laut dem jetzt vorgestellten Verfassungsschutzbericht ist die Zahl der Rechtsextremisten innerhalb eines Jahres um ein Drittel gestiegen.

Der Bericht warnt auch vor der steigenden Bedrohung durch die sogenannte “Neue Rechte”, explizit unter anderem vor der “Identitären Bewegung”, der Jungen Alternative (JA) und dem ebenfalls als rechtsextrem eingestuften “Flügel”.

Auch das “Compact”-Magazin und das “Institut für Staatspolitik” wurden in diesem Zusammenhang von Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang namentlich genannt.

Deren und weitere Vertreter der “Neuen Rechten” seien “Superspreader von Hass, Radikalisierung und Gewalt”, wie Haldenwang sagte:

“Sie konstruieren Sündenböcke. Sie inszenieren sich als politische Akteure, die ‘aufräumen’ wollen. Dabei verseuchen sie das gesellschaftliche Miteinander.”

Derzeit rechnet der Verfassungsschutz 32.080 Personen zum “rechtsextremistischen Personenpotenzial”. Im Vergleich zum Vorjahr (24.100) eine Steigerung von knapp 8000 Personen.

Das liegt auch daran, dass der völkische AfD-“Flügel” mit seinen rund 7000 Mitgliedern als Rechtsextremisten geführt werden.

13.000 der Rechtsextremisten werden als gewaltbereit eingestuft.

Bundesinnenminister Horst Seehofer: “Noch nie hat eine Bundesregierung diese Bedrohungslage so eindeutig und klar identifiziert.”

So seien Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus derzeit “die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland.”

In der Presskonferenz wies Seehofer auch darauf hin, dass über 90 Prozent antisemitischer Taten von Rechtsextremisten begangen werden.

Doch nicht nur Rechtsextremismus steht im Fokus der Behörden.

Die Zahl des Personenkreises, die der Verfassungsschutz als Linksextremisten führt, hat sich innerhalb eines Jahres um 1.500 Personen von 32.000 auf 33.500 vergrößert.

Laut Haldenwang sei im Jahr 2019 ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht worden. Weiter verurteilte er die steigende Gewaltbereitsschaft in der Szene, nannte “den linksextremistischen Hotspot Leipzig”, wo es an Silvester zu Ausschreitungen gekommen war.

Unverändert hoch ist die Gefahr durch islamistische Anschläge.

Hier hat der Verfassungsschutz vor allem Rückkehrer aus Irak und Syrien im Fokus. “Al-Kaida ist nicht tot und steht im Zugzwang mit Anschlägen von sich reden zu machen”, sagte Haldenwang.

Aktiver werden will der Verfassungsschutz im Internet wie etwa in sozialen Netzwerken. Denn vor allem dort ist die Gefahr groß, dass sich Menschen radikalisieren.

Haldenwang: “Kein Extremist darf sich mehr sicher fühlen. Im Internet werden wir die Zahl virtueller Agenten deutlich ausbauen.”

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Maskenpflicht bleibt: Gesundheitsminister geben Druck der Lobbyisten und Populisten nicht nach

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Symbolfoto: Anirat1705/pixabay

Berlin – Seit vergangener Woche rumorte es kräftig. Verschwörungstheoretiker sehen in Masken ja schon länger ein Zeichen für Bevormundung oder “Angstmache” und es ist erstaunlich, wie viele Menschen sich über die Mund- und Nasenschutz-Pflicht im Einzelhandel wunderbar aufregen können. Doch nun erhielten diese Gruppen auch Beistand aus Teilen der Politik und aus der Einzelhandelslobby.

Lobbyverbände des Handels sowie manche Wirtschafstminister forderten die Aufhebung der Maskenpflicht. Der Grund: Die Infektionszahlen seien gesunken, gleichzeitig hemme der Mund- und Nasenschutz offenbar die Kauflust.

Gesundheitsexperten und Virologen warnten sofort, dass dieser Schritt zu früh komme. Die Bundesregierung positionierte sich ebenfalls eindeutig für einen Erhalt der Mund- Nasenschutzpflich beim Einkauf. Die Gesundheitsminister haben in einer gemeinsamen Schalte nun dem Druck aus Lobbyverbänden und Wirtschaft entsprechend nicht nachgegeben. Es dürfe auch auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass die Infektionsgefahr vorbei sei.

Denn tatsächlich ist die Corona-Pandemie auch nicht vorbei. Der Mund- und Nasenschutz ist laut Experten ein wichtiger Beitrag, um Lockerungen aufrecht zu erhalten und erneute , erhöhte Infektionszahlen zu vermeiden.

Tatsächlich ist es auch ein wenig seltsam, wie sehr sich manche Mitmenschen über diesen doch sehr kleinen, persönlichen Beitrag zur Eindämmung der Virusausbreitung aufregen können. Das Tragen des Mund- und Nasenschutz ist auch ein Zeichen der Rücksicht auf die Mitbürger.

In Sachen Shoppingerlebnis stellt sich auch die Frage, was es denn für die Konsumgesellschaft eigentlich bedeutet, dass die Geschäfte Probleme bekommen, wenn nur noch zielgerichtet die Produkte gekauft werden, die man gerade benötigt.

Eine komplette Beendung der Maskenpflicht hatte die AfD gefordert. Die FDP möchte ein “Ausstiegszenario”.

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LKA: Durchsuchungen wegen Cybercrime-Plattform auch in Schleswig-Holstein

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Betrug im Netz: Onlinekriminalität und Identitätendiebstahl Symbolfoto: JTbookcovers/Shutterstock

Kiel – Bei einem bundesweiten Action Day, der durch die Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Landeskriminalamt Brandenburg koordiniert worden ist, haben am 23. Juni Durchsuchungen gegen Nutzer der illegalen Handelsplattform “crimenetwork.co” stattgefunden – auch in Schleswig-Holstein.

Das deutschsprachige Underground-Economy-Forum diente nach Polizeiangaben schwerpunktmäßig als Marktplatz für den An- und Verkauf von Betäubungsmitteln, aber auch als Ausgangspunkt für den Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen.

Bundesweit waren mehr als 1400 Polizeikräfte im Einsatz und haben im Rahmen von 328 Ermittlungsverfahren 232 Durchsuchungsbeschlüsse und elf Haftbefehle vollstreckt.

In Schleswig-Holstein wurden die Wohnungen von insgesamt 13 Beschuldigten durchsucht. Durch 61 eingesetzte Beamtinnen und Beamte konnten im Zuge der Maßnahmen insgesamt über sieben Terabyte an Daten, 21 Smartphones und Tablets, elf Notebooks bzw. Rechner und weitere Hardware als Beweismittel beschlagnahmt werden.

Darüber hinaus wurden etwa zwei Kilo Marihuana, zwei Cannabis-Plantagen, geringe Mengen weiterer Betäubungsmittel, Dopingmittel und verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie vier Hieb- und Stichwaffen aufgefunden und sichergestellt”, so LKA-Sprecherin Carola Jeschke.

Bereits am 28. Mai 2019 wurde laut LKA der damals 26-jährige deutsche Administrator des Forums bei der Einreise nach Deutschland durch Beamte des BKA festgenommen und später inhaftiert.

Zeitgleich beschlagnahmte das LKA Brandenburg das Forum. Beides blieb in der Szene aber weitgehend unbemerkt.

Ziel der Ermittlungen war es nun, nicht nur den Administrator der Plattform zur Verantwortung zu ziehen, sondern auch die einzelnen, sich in einem anonymen, rechtsfreien Raum wähnenden Nutzer des Forums zu identifizieren.

Da in einem solchen Forum in der Regel keine Klarnamen vorliegen, bestand die große Herausforderung darin, die digitale Identität der Cyberkriminellen aus der vermeintlichen Anonymität an die reale Oberfläche zu ziehen und mit einer tatsächlich existierenden Person zu verbinden.

Dies gelang in akribischer Kleinarbeit. Das Ergebnis zeigt, dass auch in Schleswig-Holstein die richtigen Adressaten identifiziert werden konnten. Die bundesweiten Maßnahmen führten bereits unmittelbar nach Beginn zu einer großen Verunsicherung der Underground-Economy-Szene und zu entsprechenden Reaktionen der Administratoren und User.

Im Zentrum der äußerst aufwändigen Ermittlungen stand eine seit August 2019 tätige Ermittlungsgruppe des polizeilichen Cybercrime-Nordverbundes (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) unter Federführung des LKA Brandenburg.

Im Rahmen dieses innovativen Modells arbeiteten die Spezialisten aus den Bereichen Cybercrime und Rauschgiftkriminalität Hand in Hand. Die eigentlichen Ermittlungen erfolgten dezentral auf den eigenen Dienststellen. Trotzdem waren die Mitglieder der Ermittlungsgruppe digital miteinander vernetzt, denn nur so konnte der erforderliche Wissensaustausch in einem großen Team auch über weite Entfernungen gelingen.

Eine solche Art der Ermittlungsführung ist in dieser Form bundesweit bislang einmalig und herausragend.

Es steht fest, dass auch weitere Foren im Underground-Economy-Bereich in den polizeilichen Fokus geraten werden. Dies gilt nicht nur für die Betreiber dieser Plattformen, sondern auch Verkäufer und Käufer illegaler Waren können sich in der vermeintlichen Anonymität des Netzes nicht sicher fühlen!

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