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Schleswig-Holstein

GEW widerspricht der Landesregierung:Öffnung von Kitas und Grundschulen in verkündeter Form nicht möglich

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Spielende Kinder Symbolfoto: Goran Oquicevic /shutterstock

Kiel – Einige Eltern klatschen Applaus, weil die Kinder wieder in die Schule und in die Kita können. Das ist nachvollziehbar nach einigen Wochen Shutdown. Aber viele haben sich dabei auch von oft nicht mit Studien unterlegten Meinungen aufputschen lassen, die behaupten, dass Kinder gerade einen irreparblen Schaden erleiden – eine leicht hysterische Sorge, die sich bei 6 Wochen Sommerferien offenbar noch nie einer gemacht hat.

Natürlich ist es wichtig, dass Kinder beschult werden und das zumindest die Kitas wieder Angebote für die Eltern bereithalten, die Arbeiten gehen müssen, allerdings kann diese Herausforderung nicht durch Aktionismus und mangelnde Kommunikation der offenbar mittlerweile überforderten Landesregierung auf den Rücken des pädagogischen Fachpersonals gelöst werden.

Auch aus einigen Stormarner Grundschulen und Kitas ist immer lauter werdende Kritik zu hören, dass die Versprechen der Landesregierung nicht einfach so umgesetzt werden können. Eltern werde falsche Hoffnung gemacht. Die offenbar überforderten Minister hätten nichtmal Rücksprache mit den Betroffenen gehalten.

Der Gewerkschaft für Erziehung hat zumindest genug von den wöchtlich neuen Schreibtischideen der Bildungsministerin Karin Prien, die sich nicht an der Praxis zu orientieren scheint. Denn die Sorge um die Gesundheit der ErzieherInnen und LehrerInnen scheint überhört zu werden. Jetzt ist ein offener Brief an den Ministerpräsidenten verfasst worden.

„An den
Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein
Herrn Daniel Günther

Zur Kenntnis:
Sozialminister Dr. Heiner Garg
Bildungsministerin Karin Prien

Offener Brief zur weiteren Öffnung der Kitas und Schulen in Schleswig-Holstein

Sehr geehrter Herr Günther,

bisher zeichnete sich die Linie des Landes Schleswig-Holstein in der Corona-Krise weitestgehend durch Vernunft, Ruhe und Augenmaß aus. Umso mehr bedauern wir es, dass Ihre Landesregierung diesen Kurs nunmehr anscheinend verlassen hat, obwohl es gerade die mit diesem Kurs verbundenen Maßnahmen waren, die dazu geführt haben, dass es in Schleswig-Holstein im Augenblick kaum noch Ansteckungen gibt.

Obwohl der Bund noch am Montag die Länder vor zu weit gehenden Lockerungen gewarnt hat, haben Sie Mittwoch (27.05.2020) eine schnellere Ausweitung der Öffnung des Kitabetriebs und des Schulunterrichts angekündigt. In den Grundschulen soll ab dem 8. Juni sogar wieder weitestgehend normaler Unterricht stattfinden.

Wir halten diese Maßnahmen für verfrüht und sehen dadurch die Gesundheit des pädagogischen Personals und der Lehrkräfte gefährdet.

Gewiss, wir können uns über die niedrigen Ansteckungszahlen freuen, aber für eine Entwarnung besteht kein Anlass. Der Kursschwenk ist aus unserer Sicht umso unverständlicher, weil das Land generell am Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern in der Öffentlichkeit festhält. Einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern schreibt auch der bundesweit gültige betriebliche Infektionsschutzstandard als notwendige Maßnahme zum Schutz der Beschäftigten vor dem Coronavirus bei der Arbeit vor.

An allen Arbeitsplätzen und in der Öffentlichkeit sollen Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner weiterhin Abstand halten, 25 Kinder mit Lehrerin oder Lehrer in zumeist schlecht belüfteten Grundschulklassen aber nicht. Diese Logik erschließt sich uns und unseren besorgten Kolleginnen und Kollegen in keiner Weise.

Denn nach wie vor fehlen gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass von Kindern weniger bzw. keine Ansteckungsgefahr ausgeht, wie auch der Bundesgesundheitsminister Spahn nochmal verdeutlicht hat.

Feste Gruppen gibt es in Firmen, Büros, in Ministerien und im Kabinett – wird dort ebenfalls das Abstandsgebot aufgegeben? Das Festhalten an kleinen Lerngruppen ist zurzeit  unabdingbar, um die Gesundheitsgefährdung in einem vertretbaren Rahmen zu halten. 

In den Kindertagesstätten stellt sich die Lage noch dramatischer dar, weil es dem pädagogischen Personal wegen des Alters der Kinder schier unmöglich ist, Abstand zu halten. Die pädagogische Arbeit in der Kita erfordert geradezu Nähe.

Die einzige Möglichkeit, das gesundheitliche Risiko der Beschäftigten einigermaßen gering zu halten, liegt in kleinen Gruppen. Insofern ist die vorgezogene Vergrößerung der Gruppen auf nunmehr 15 Kinder ein ungeeigneter Schritt.

Die Arbeitsschutzvorschriften schreiben Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten vor, wenn der Abstand zu anderen Personen nicht gehalten werden kann. Dies gilt auch für die Beschäftigten in Schulen und Kitas. Wir kritisieren, dass bei den Hygienevorschriften und im Arbeitsschutz bei der Arbeit mit kleinen Kindern oder großen Kindern mit zweierlei Maß gemessen werden soll.

Wir möchten an dieser Stelle auch nicht verhehlen, dass es uns zutiefst irritiert, dass Gesundheit und Interessen der Beschäftigten in Kindertagesstätten und Schulen die Landesregierung scheinbar nur am Rande interessieren.

In dieses Bild passt, dass in keiner Weise mit der GEW der Austausch über diese komplexen Entscheidungen gesucht wurde.

Wir erwarten Dialog und Austausch und nicht Verkündung mit anschließender Fragerunde, wenige Stunden vor der Verlautbarung in der Presse. An Hinweisen von den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft besteht offensichtlich kaum Interesse.

Die Verunsicherung der Lehrkräfte, Erzieherinnen und auch Eltern werden ignoriert, wenn in dieser Art der „Dialog“ geführt wird. Die Schul- und Kita-Öffentlichkeit wurden von den Nachrichten am Mittwoch überrumpelt.

Wir möchten Sie deutlich darauf hinweisen, dass

  • die Lehrkräfte und Erzieherinnen unter den gegebenen Bedingungen die Umsetzung der Hygieneanforderungen und des Infektionsschutz nicht gewährleisten können.
  • die Lerngruppen an mehrzügigen Grundschulen nicht auseinandergehalten und das Toben in Pausen über volle Unterrichtstage nicht abgewendet werden kann.
  • die Belastungen gerade für die Schulleitungen und Kita-Leitungen in unverantwortlichem Maße gestiegen sind. Wöchentlich zu überarbeitende Pläne überfordern und werden als Geringschätzung wahrgenommen.

Wir fordern

  • die Einhaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für alle Beschäftigten im Bildungsbe-reich sowie
  • den besonderen Schutz der Risikogruppen. Keinesfalls dürfen sie unter Androhung eines Dienstunfähigkeitsverfahrens in den Unterricht gedrängt werden.
  • die Anwendung der Abstandsregeln oder Arbeit in kleineren Gruppen, solange es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt zur Übertragung des Virus durch Kinder und Jugendliche.

Mit freundlichen Grüßen
 
Astrid Henke
GEW-Landesvorsitzende“

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Schleswig-Holstein

Kieler Zollfahnder entdecken geheimes Dopinglabor

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Foto: Zollfahndungsamt Hamburg/hfr

Kiel – Das Zollfahndungsamt Hamburg, Dienstsitz Kiel -, führt im Auftrag der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Halle (Saale) Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Antidopinggesetz im Zusammenhang mit der unerlaubten Herstellung von und dem gewerbsmäßigem Handel Treiben mit Dopingmitteln zu Dopingzwecken im Sport.

Ende 2019 konnte in einem Paket, welches an einen Empfänger in Itzehoe adressiert war, circa ein Kilogramm reiner Testosteronwirkstoff am Flughafen Frankfurt sichergestellt werden. Als Empfänger dieser Postsendung wurde ein 43 jähriger im Raum Itzehoe identifiziert.

“Durch die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe weiter geführten Ermittlungen konnten unter anderem zwei weitere Pakete mit insgesamt 5 Kilogramm Wirkstoffen zur Herstellung von Dopingmitteln und zwei Pakete mit 500 Ampullen festgestellt werden”, sagt Zollsprecher Frank Nielsen .

Hierbei bediente sich der Beschuldigte der oben genannte Beschuldigte zweier weiterer Personen, an die diese Pakete adressiert waren.

Nach umfangreichen taktischen Massnahmen der Kieler Ermittler des Zollfahndungsamtes Hamburg wurde festgestellt, dass der eigentliche Empfänger der Dopingmittel bzw. der Dopingmittelwirkstoffe, ein 31jähriger Mann aus Halle (Saale) ist, der die Dopingmittel vermutlich in China bestellt hatte”, berichtet Nielsen.

In einer groß angelegten Durchsuchungsaktion konnten laut Zoll nun in vier Objekten in Halle (Saale) und in einem weiteren Objekt in Schleswig-Holstein mit Durchsuchungsbeschlüssen, welche durch die zuständigen Amtsgerichte auf Antrag der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Halle (Saale) erlassen worden waren, ein komplettes Untergrundlabor zur Herstellung von Dopingmitteln aufgefunden und folgende Beweismittel sichergestellt werden:

– mehr als 10 Kilogramm verschiedene Arznei-/Dopingmittelwirkstoffe – mehr als 2,5 kIlogramm fertig produzierte Tabletten mit vermutlich unterschiedlichen Wirkstoffen – circa 700 Glasvials à 10 ml mit vermutlich unterschiedlichen Wirkstoffen – circa 25 Kilogramm Trägersubstanz zur Herstellung von Tabletten – 1 professionelle Maschine zur Herstellung von Tabletten – 10.000 plus Klebeetiketten und Faltkartons für Ampullen sowei Plastikgriptütchen und Klebeetiketten für Tabletten – diverse Bördelzangen – mehrere Einschweißgeräte – literweise Trägeröle sowie Benzoesäurebenzylester etc. – Bördelkappen, Verschlussstopfen etc. – mehrere Digitalwaagen – umfangreiche elektronische Datenträger

Weiter konnte festgestellt werden, dass 31jährige vermutlich der Betreiber des Labels “King Pharm” ist und von den weiteren Beschuldigten unterstützt wurde. Die Ermittlungen in diesem gesamten Komplex dauern an.

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Schleswig-Holstein

Norderstedt: Baby von AKN mitgeschliffen – Kind nicht in Lebensgefahr

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Rettungswagen im Einsatz Symbolfoto: SL

Norderstedt – Am Donnerstag (01.10.) gegen 17:35 Uhr hat sich nach Polizeiangaben in Norderstedt auf dem Bahnsteig der AKN-Haltestelle “Friedrichsgabe” ein Unfall mit einem schwer verletzten Kleinkind ereignet.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei verließ die 34jährige Mutter aus Norderstedt rückwärtsgehend den hinteren Zugabteil der AKN-Bahn und zog einen dreirädrigen Kinderwagen hinterher, in welchem sich ein 19 Monate alter Junge in der Sitzschale angeschnallt befand.

Noch bevor beide den Zug komplett verlassen hatten, schlossen sich die Türen und der Zug setzte sich in Richtung Hamburg in Bewegung. Das vordere Rad des Kinderwagens wurde von der Abteiltür eingeklemmt und ließ sich auch nicht mehr lösen.

“Der Kinderwagen wurde über den Bahnsteig und etwa zwanzig Meter mitgeschleift, ehe ein Bahnreisender die Notbremse betätigte. Durch den Nothalt öffneten sich die Türen des Zuges automatisch, was den Sturz des Kindes kopfüber mitsamt des Kinderwagens in das Gleisbett zur Folge hatte”, sagt Polizeisprecher Kai Hädicke-Schories .

Der Junge wurde durch den Aufprall und das Mitschleifen schwer aber nicht lebensbedrohlich verletzt und nach den Rettungsmaßnahmen und Versorgung durch ein Notarztteam in ein Krankenhaus eingeliefert.

“Die Feuerwehr Friedrichsgabe leistete Hilfestellung beim Ausstieg der weiteren etwa 40 Fahrgäste der AKN-Bahn und bei der Rückführung auf den etwa 20 Meter entfernten Bahnsteig”, so Hädicke-Schories .

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kiel wurde zur Rekonstruktion des Hergangs ein Sachverständiger zur Unfallstelle entsandt. Während der Unfallaufnahme wurde die Strecke in beide Richtungen eingleisig bedient, es kam zu Verspätungen im Betriebsablauf. Um 20:05 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

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Schleswig-Holstein

Exhibitionist in Neustadt: Tourist (69) soll sich entblößt haben – Zeugen gesucht

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Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Neustadt (in Holstein) – In Neustadt kam es auf dem Fußweg neben dem Sportplatz am Gogenkrog mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer exhibitionistischen Handlung.

Der Tatverdächtige wurde von einem Zeugen mit heruntergelassener Hose beobachtet. Eine zum Zeitpunkt der Tat vorbeigehende Frau konnte von den Polizeibeamten nachträglich leider nicht mehr angetroffen werden

Die Kriminalpolizei Neustadt ermittelt in diesem Fall wegen des Verdachts einer exhibitionistischen Handlung und wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Dem Tatverdächtigen, der sich als Tourist in Neustadt aufhielt, konnte die Tat bisher nicht nachgewiesen werden.

Die Frau, in deren Richtung der 69-jährige sein Geschlechtsteil entblößt hatte, konnte von den Beamten der Polizei in Neustadt sofort nach Mitteilung des Zeugen nicht mehr angetroffen werden und wird nun ihrerseits als Zeugin gesucht.

Wer Beobachtungen zu diesem Tatgeschehen gemacht hat, selbst Opfer geworden ist oder sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Neustadt (Neustadt.KPST@polizei.landsh.de) in Verbindung zu setzen oder sich unter 04561 – 61541 zu melden.

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