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“Ich habe Besseres zu tun” Corona-Experte Prof. Drosten führt Methoden der “Bild” mit einem Tweet vor

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Screenshot: Twitter/C_drosten

Berlin – Wegen Ihrer Methoden steht die Bildzeitung häufig in der Kritik. Bekannt ist sie dafür, dass sie eine Art Kampagne führt, wenn sie sich auf eine bestimmte Meinung eingeschossen hat. Die Art und Weise des Journalismus – und ob man überhaupt von “Journalismus” sprechen kann in manchen Fällen – ist stark umstritten.

Seit Wochen arbeitet sich die Redaktion an Prof. Christian Drosten von der Berliner Charite ab, der sich als Coronaexperte einen sehr guten Ruf erarbeitet hat und auf dessen Einschätzungen die Bundesregierung viel Wert legt. Spürbar favorisiert die Bild aber andere die Einschätzungen anderer Virologen. Durschaubar gefeiert und hofiert werden dort die, die Lockerungen versprechen oder fordern.

Punkt für Punkt hat das Blatt mit den großen Buchstaben sich Woche für Woche in Stellung gebracht. Dass die umstrittene und immer wieder präsentierte “Heinsberg”-Studie PR-mäßig von der “Storymachine” des Ex Bild-Chefredakteurs begleitet wurde, erscheint da nicht als Zufall.

Nun also hat die Bild kurzfristig Prof. Drosten angeschrieben und mit angeblichen “Kritikern” an einer unfertigen Studien aus seinem Haus konfrontiert auf die er kurzfristig antworten sollte. Dabei präsentierte der Mitarbeiter Zitate, aus dem Zusammenhang gerissen und ohne große weitere fachliche Einordnung.

Doch da hat die Bild die Rechnung ohne Drosten gemacht, der veröffentlichte die fragwürdige, unprofessionell wirkende Anfrage einfach und betonte, er habe “besseres zu tun”.

Nun haben sich bereits mehrere Professoren, die angeblich “Kritik” Drostens sein sollen, laut der “Bild” davon distanziert. Kurzum: es ist ein Lehrbeispiel, wie die Redaktion offensichtlich arbeitet.

Der vom Bild-Mitarbeiter zitierte Prof. Liebl dazu:

“Ich wusste nichts von der Anfrage der BILD und distanziere mich von dieser Art Menschen unter Druck zu setzen auf’s schärfste. Wir können uns mehr glücklich schätzen @c_drosten und sein Team im Wissenschaftsstandort Deutschland zu haben. They saved lifes!”

Der vom Bild-Mitarbeiter zitierte Prof. Rothe dazu:

“Niemand von #Bild hat mit mir gesprochen, und ich distanziere mich ausdrücklich von dieser Art der Berichterstattung.”

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Seehofer: Rechtsextreme größte Bedrohung für Sicherheit in Deutschland

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Berlin – Innenminister Horst Seehofer sieht den Rechtsextremismus in Deutschland als größte Bedrohung für die Sicherheit.

Horst Seehofer Archivfoto: Photocosmos1/Shutterstock.com

Laut dem jetzt vorgestellten Verfassungsschutzbericht ist die Zahl der Rechtsextremisten innerhalb eines Jahres um ein Drittel gestiegen.

Der Bericht warnt auch vor der steigenden Bedrohung durch die sogenannte “Neue Rechte”, explizit unter anderem vor der “Identitären Bewegung”, der Jungen Alternative (JA) und dem ebenfalls als rechtsextrem eingestuften “Flügel”.

Auch das “Compact”-Magazin und das “Institut für Staatspolitik” wurden in diesem Zusammenhang von Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang namentlich genannt.

Deren und weitere Vertreter der “Neuen Rechten” seien “Superspreader von Hass, Radikalisierung und Gewalt”, wie Haldenwang sagte:

“Sie konstruieren Sündenböcke. Sie inszenieren sich als politische Akteure, die ‘aufräumen’ wollen. Dabei verseuchen sie das gesellschaftliche Miteinander.”

Derzeit rechnet der Verfassungsschutz 32.080 Personen zum “rechtsextremistischen Personenpotenzial”. Im Vergleich zum Vorjahr (24.100) eine Steigerung von knapp 8000 Personen.

Das liegt auch daran, dass der völkische AfD-“Flügel” mit seinen rund 7000 Mitgliedern als Rechtsextremisten geführt werden.

13.000 der Rechtsextremisten werden als gewaltbereit eingestuft.

Bundesinnenminister Horst Seehofer: “Noch nie hat eine Bundesregierung diese Bedrohungslage so eindeutig und klar identifiziert.”

So seien Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus derzeit “die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland.”

In der Presskonferenz wies Seehofer auch darauf hin, dass über 90 Prozent antisemitischer Taten von Rechtsextremisten begangen werden.

Doch nicht nur Rechtsextremismus steht im Fokus der Behörden.

Die Zahl des Personenkreises, die der Verfassungsschutz als Linksextremisten führt, hat sich innerhalb eines Jahres um 1.500 Personen von 32.000 auf 33.500 vergrößert.

Laut Haldenwang sei im Jahr 2019 ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht worden. Weiter verurteilte er die steigende Gewaltbereitsschaft in der Szene, nannte “den linksextremistischen Hotspot Leipzig”, wo es an Silvester zu Ausschreitungen gekommen war.

Unverändert hoch ist die Gefahr durch islamistische Anschläge.

Hier hat der Verfassungsschutz vor allem Rückkehrer aus Irak und Syrien im Fokus. “Al-Kaida ist nicht tot und steht im Zugzwang mit Anschlägen von sich reden zu machen”, sagte Haldenwang.

Aktiver werden will der Verfassungsschutz im Internet wie etwa in sozialen Netzwerken. Denn vor allem dort ist die Gefahr groß, dass sich Menschen radikalisieren.

Haldenwang: “Kein Extremist darf sich mehr sicher fühlen. Im Internet werden wir die Zahl virtueller Agenten deutlich ausbauen.”

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Maskenpflicht bleibt: Gesundheitsminister geben Druck der Lobbyisten und Populisten nicht nach

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Symbolfoto: Anirat1705/pixabay

Berlin – Seit vergangener Woche rumorte es kräftig. Verschwörungstheoretiker sehen in Masken ja schon länger ein Zeichen für Bevormundung oder “Angstmache” und es ist erstaunlich, wie viele Menschen sich über die Mund- und Nasenschutz-Pflicht im Einzelhandel wunderbar aufregen können. Doch nun erhielten diese Gruppen auch Beistand aus Teilen der Politik und aus der Einzelhandelslobby.

Lobbyverbände des Handels sowie manche Wirtschafstminister forderten die Aufhebung der Maskenpflicht. Der Grund: Die Infektionszahlen seien gesunken, gleichzeitig hemme der Mund- und Nasenschutz offenbar die Kauflust.

Gesundheitsexperten und Virologen warnten sofort, dass dieser Schritt zu früh komme. Die Bundesregierung positionierte sich ebenfalls eindeutig für einen Erhalt der Mund- Nasenschutzpflich beim Einkauf. Die Gesundheitsminister haben in einer gemeinsamen Schalte nun dem Druck aus Lobbyverbänden und Wirtschaft entsprechend nicht nachgegeben. Es dürfe auch auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass die Infektionsgefahr vorbei sei.

Denn tatsächlich ist die Corona-Pandemie auch nicht vorbei. Der Mund- und Nasenschutz ist laut Experten ein wichtiger Beitrag, um Lockerungen aufrecht zu erhalten und erneute , erhöhte Infektionszahlen zu vermeiden.

Tatsächlich ist es auch ein wenig seltsam, wie sehr sich manche Mitmenschen über diesen doch sehr kleinen, persönlichen Beitrag zur Eindämmung der Virusausbreitung aufregen können. Das Tragen des Mund- und Nasenschutz ist auch ein Zeichen der Rücksicht auf die Mitbürger.

In Sachen Shoppingerlebnis stellt sich auch die Frage, was es denn für die Konsumgesellschaft eigentlich bedeutet, dass die Geschäfte Probleme bekommen, wenn nur noch zielgerichtet die Produkte gekauft werden, die man gerade benötigt.

Eine komplette Beendung der Maskenpflicht hatte die AfD gefordert. Die FDP möchte ein “Ausstiegszenario”.

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LKA: Durchsuchungen wegen Cybercrime-Plattform auch in Schleswig-Holstein

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Betrug im Netz: Onlinekriminalität und Identitätendiebstahl Symbolfoto: JTbookcovers/Shutterstock

Kiel – Bei einem bundesweiten Action Day, der durch die Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Landeskriminalamt Brandenburg koordiniert worden ist, haben am 23. Juni Durchsuchungen gegen Nutzer der illegalen Handelsplattform “crimenetwork.co” stattgefunden – auch in Schleswig-Holstein.

Das deutschsprachige Underground-Economy-Forum diente nach Polizeiangaben schwerpunktmäßig als Marktplatz für den An- und Verkauf von Betäubungsmitteln, aber auch als Ausgangspunkt für den Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen.

Bundesweit waren mehr als 1400 Polizeikräfte im Einsatz und haben im Rahmen von 328 Ermittlungsverfahren 232 Durchsuchungsbeschlüsse und elf Haftbefehle vollstreckt.

In Schleswig-Holstein wurden die Wohnungen von insgesamt 13 Beschuldigten durchsucht. Durch 61 eingesetzte Beamtinnen und Beamte konnten im Zuge der Maßnahmen insgesamt über sieben Terabyte an Daten, 21 Smartphones und Tablets, elf Notebooks bzw. Rechner und weitere Hardware als Beweismittel beschlagnahmt werden.

Darüber hinaus wurden etwa zwei Kilo Marihuana, zwei Cannabis-Plantagen, geringe Mengen weiterer Betäubungsmittel, Dopingmittel und verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie vier Hieb- und Stichwaffen aufgefunden und sichergestellt”, so LKA-Sprecherin Carola Jeschke.

Bereits am 28. Mai 2019 wurde laut LKA der damals 26-jährige deutsche Administrator des Forums bei der Einreise nach Deutschland durch Beamte des BKA festgenommen und später inhaftiert.

Zeitgleich beschlagnahmte das LKA Brandenburg das Forum. Beides blieb in der Szene aber weitgehend unbemerkt.

Ziel der Ermittlungen war es nun, nicht nur den Administrator der Plattform zur Verantwortung zu ziehen, sondern auch die einzelnen, sich in einem anonymen, rechtsfreien Raum wähnenden Nutzer des Forums zu identifizieren.

Da in einem solchen Forum in der Regel keine Klarnamen vorliegen, bestand die große Herausforderung darin, die digitale Identität der Cyberkriminellen aus der vermeintlichen Anonymität an die reale Oberfläche zu ziehen und mit einer tatsächlich existierenden Person zu verbinden.

Dies gelang in akribischer Kleinarbeit. Das Ergebnis zeigt, dass auch in Schleswig-Holstein die richtigen Adressaten identifiziert werden konnten. Die bundesweiten Maßnahmen führten bereits unmittelbar nach Beginn zu einer großen Verunsicherung der Underground-Economy-Szene und zu entsprechenden Reaktionen der Administratoren und User.

Im Zentrum der äußerst aufwändigen Ermittlungen stand eine seit August 2019 tätige Ermittlungsgruppe des polizeilichen Cybercrime-Nordverbundes (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) unter Federführung des LKA Brandenburg.

Im Rahmen dieses innovativen Modells arbeiteten die Spezialisten aus den Bereichen Cybercrime und Rauschgiftkriminalität Hand in Hand. Die eigentlichen Ermittlungen erfolgten dezentral auf den eigenen Dienststellen. Trotzdem waren die Mitglieder der Ermittlungsgruppe digital miteinander vernetzt, denn nur so konnte der erforderliche Wissensaustausch in einem großen Team auch über weite Entfernungen gelingen.

Eine solche Art der Ermittlungsführung ist in dieser Form bundesweit bislang einmalig und herausragend.

Es steht fest, dass auch weitere Foren im Underground-Economy-Bereich in den polizeilichen Fokus geraten werden. Dies gilt nicht nur für die Betreiber dieser Plattformen, sondern auch Verkäufer und Käufer illegaler Waren können sich in der vermeintlichen Anonymität des Netzes nicht sicher fühlen!

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