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“Infodemie”: Ärzte warnen weltweit vor gefährlichen “Fake News” in sozialen Medien

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Arzt bei der Arbeit Symbolfoto: Bannafarsai_Stock

Berlin – In einem offenen Brief haben sich weltweit zahlreiche Ärzte, Krankenschwestern und Medizinforscher vor den Folgen von medizinischen “Falschbehauptungen” in den sozialen Netzwerken gewarnt. Diese seien eine reale, gesundheitliche Gefahr. Nicht nur Donald Trump kommt nämlich auf wahnwitzige Behandlungsideen, sondern auch andere Menschen, die ganz bewusst die Angst und Verunsicherung ausnutzen wollen.

Hier der offene Brief im Wortlaut:

Als Ärztinnen und Ärzte, Krankenpfleger/innen und Gesundheitsexpert/innen aus der ganzen Welt müssen wir jetzt Alarm schlagen. Es ist unsere Aufgabe, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen. Wir haben es in diesem Moment allerdings nicht nur mit der COVID-19-Pandemie zu tun, sondern auch mit einer weltweiten “Infodemie”, bei der durch Fehlinformationen, die sich in den sozialen Medien viral verbreiten, auf der ganzen Welt Menschenleben gefährdet werden.

Berichte, in denen behauptet wird, dass Kokain ein Heilmittel sei oder dass COVID-19 von China oder den USA als biologische Waffe entwickelt wurde, haben sich schneller verbreitet als das Virus selbst. Technologieunternehmen versuchen zu reagieren, indem sie bestimmte Inhalte, wenn sie gemeldet werden, löschen und es der Weltgesundheitsorganisation gleichzeitig erlauben, kostenlose Anzeigen zu schalten.

Diese Anstrengungen sind aber bei weitem nicht genug.

Die Flutwelle an falschen und irreführenden Inhalten über das Coronavirus ist kein isolierter Ausbruch von Desinformation, sondern Teil eines globalen Problems. Auf Facebook haben wir Behauptungen beobachtet, dass Chlordioxid Menschen hilft, die an Autismus und Krebs leiden, dass Millionen von Amerikanern durch die Polio-Spritze ein „Krebsvirus“ verabreicht wurde oder dass ADHS von den großen Pharmakonzernen erfunden wurde usw.

Diese Lügen sind von Bedeutung, weil sie falsche Heilmittel anpreisen oder die Menschen von Impfungen und wirkungsvollen Behandlungen abbringen wollen. Und sie haben eine große Reichweite — ein Beitrag auf Facebook, laut dem Ingwer 10.000-mal effektiver bei der Krebsbekämpfung sein soll als eine Chemotherapie, wurde fast 30.000-mal geliked, geteilt und kommentiert.

Deswegen rufen wir heute die Technologieunternehmen dazu auf, sofort und systematisch aktiv zu werden, um die Flut an medizinischen Fehlinformationen sowie die dadurch ausgelöste Gesundheitskrise zu stoppen. 

Durch unsere Arbeit in Krankenhäusern, Kliniken und Gesundheitsämtern auf der ganzen Welt kennen wir uns nur zu gut mit den tatsächlichen Auswirkungen dieser Infodemie aus. Wir sind diejenigen, die Kleinkinder mit Masern stationär behandeln – eine vollkommen vermeidbare Krankheit, die in Ländern wie den USA bereits als ausgerottet galt, jetzt aber vor allem dank Impfgegner-Propaganda wieder auflebt.

Als Angehörige der Gesundheitsberufe müssen wir uns nicht nur um die Folgen kümmern, sondern werden oft auch noch dafür verantwortlich gemacht. Fehlinformationen verschlechtern so die Moral eines ohnehin schon unter großem Druck stehenden Berufsstandes, während die finanziellen Kosten der Behandlung ohnehin übermäßig beanspruchte Budgets noch mehr belasten.

Die Diagnose sieht finster aus, was kann also getan werden?

Die sozialen Medien müssen mit zwei offensichtlichen und dringenden Schritten vorangehen.

Zunächst einmal müssen sie Richtigstellungen zu den Gesundheits-Fehlinformationen veröffentlichen. Das bedeutet, dass jede einzelne Person, die auf ihren Plattformen mit Gesundheits-Fehlinformationen in Berührung gekommen ist, gewarnt und benachrichtigt wird, und dass eine gut konzipierte und unabhängig überprüfte Korrektur angezeigt wird — etwas, das nachweislich dabei helfen kann, dass Benutzer nicht an gefährliche Lügen glauben. Während Plattformen wie Facebook bereits dazu übergegangen sind, auf Fakten geprüfte Fehlinformationen zu kennzeichnen, geht dieses Verfahren nicht weit genug, da Millionen von Menschen einen Beitrag sehen können, bevor er auf Fakten geprüft und gekennzeichnet wurde. Deshalb fordern wir Facebook dringend auf, ALLE Nutzer, die solchen Inhalten zum Opfer gefallen sind, zu warnen. Das bedeutet, einen Schritt weiterzugehen als die bloße Kennzeichnung, nämlich indem den Nutzern rückwirkend Richtigstellungen mitgeteilt werden.

Zweitens müssen die Plattformen ihre Algorithmen entgiften, die bestimmen, was den Benutzern angezeigt wird. Das bedeutet, dass gefährliche Lügen sowie diejenigen Seiten und Gruppen, die sie verbreiten, in den Benutzer-Feeds herab- und nicht heraufgestuft werden. Schädliche Fehlinformationen sowie Seiten und Kanäle, die “Wiederholungstätern” gehören, die diese Informationen verbreiten, sollten ebenfalls aus den inhaltsempfehlenden Algorithmen herausgenommen werden. Die Algorithmen konzentrieren sich derzeit mehr darauf, die Benutzer online zu halten, als ihre Gesundheit zu schützen. Und das führt zu einer Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Wohlbefindens.

Technologieunternehmen, die sowohl die Verbreitung von Ideen erleichtern, als auch davon profitiert haben, befinden sich in einer unvergleichlichen Machtposition und sind dafür verantwortlich, der tödlichen Verbreitung von Fehlinformationen entgegenzuwirken, um zu verhindern, dass soziale Medien unsere Gesellschaft kränker machen. Um Leben zu retten und das Vertrauen in die wissenschaftlich fundierte Gesundheitsversorgung wiederherzustellen, müssen die Tech-Giganten aufhören, die Lügen, Verdrehungen und Fantasien, die uns alle bedrohen, weiter anzufachen.

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Infektionszahlen zu hoch: Regierung beschließt harten Lockdown ab Mittwoch!

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Trotz wochenlangen Einschränkungen sind die Ansteckungszahlen weiterhin hoch. Deswegen hat die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern am Sonntag einen harten Lockdown angekündigt.

Angela Merkel Foto: 360b/shutterstock.com

Ab Mittwoch muss der Einzelhandel weitestgehend schließen – und das eine Woche vor Weihnachten.

“Wir sind zum handeln gezwungen und wie handeln jetzt auch”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag. Das bedeutet: Harte Einschränkungen bis zum 10. Januar.

Die wohl größte Einschrönkung: Die Schließung des Einzelhandels.

Ausgenommen sind nur Lebensmittelgeschäfte und Wochenmärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen.

Auch Dienstleister mit Kundenkontakt wie Friseure müssen schließen.

Kontaktbeschränkungen – maximal fünf Personen aus zwei Haushalten – sollen über Weihnachten gelockert werden. Vom24. bis 26. Dezember ist es erlaubt, sich mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen aus dem engen Familienkreis zu treffen. Kinder bis 14 Jahre sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Ebenfalls erlaubt sind Gottesdienste – allerdings nur, wenn Abstände eingehalten werden.

Auch an Silvester wird es neue Einschränkungen geben. Bundesweit soll ein Versammlungsverbot gelten. Der Verkauf von Feuerwerk wird verboten.

Schüler und Kita-Kinder sollen ab Mittwoch nach Möglichkeit zu Hause betreut werden. Schulen sollen entweder grundsätzlich schließen oder die Präsenzpflicht aussetzen und Heimunterricht erlauben.

Im Kita-Bereich soll es wie im Frühjahr eine Notbetreuung geben. Eltern sollen die Möglichkeit bekommen, im genannten Zeitraum bezahlten Extra-Urlaub zu nehmen, sollte eine Betreuung nicht anders gewährleistet werden können.

Im Rahmen der Entscheidung hat Bundesfinanziminister Olaf Scholz “sehr umfassende Überbrückungshilfen” angekündigt. Maximal 500.000 Euro im Monat können von Unternehmen beantragt werden, die von der Schließung betroffen sind. Das Finanzministerium rechnet dafür mit Kosten in Höhe von elf Milliarden Euro.

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Corona-Beratungen der Länder: Lockdown-Light bis Januar?

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Die Länder wollen die bestehenden Corona-Regeln verlängern und teilweise verschärfen. Die Einschränkungen könnten bis zum 17. Januar andauern. De Bundesländer wollen am Montag über eine entsprechende Vorlage beraten und am Mittwoch beschließen.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Demnach soll die Gastronomie auch im Dezember geschlossen und die Kontaktbeschränkungen bestehen bleiben.

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz in einzelnen Bundesländern vorher unter 35 fallen, könnten Restaurants dort auch vorher wieder öffnen.

Wie unter anderem welt.de unter Berufung auf dpa-Informationen berichtet, sind die Vorschläge bislang aber nur unter SPD-geführten Bundesländern abgestimmt.

Bei den Beratungen könnte es also noch zu Änderungen kommen.

Im Laufe des Montags sollen die Vorschläge mit allen Bundesländern abgestimmt, das Ergebnis am Mittwoch in einer Beratung mit dem Bund beschlossen werden.

Aktuell sieht die Vorlage auch strengere Kontaktbeschränkungen vor. So sind Treffen nur unter zwei Haushalten erlaubt sein, maximal mit fünf Personen. Kinder bis 14 Jahren sind davon ausgenommen.

An den Weihnachtsagen sollen die Regeln gelockert werden. Dann wären auch Zusammenkünfte mit mehr als zwei Haushalten erlaubt. Jedoch soll es auch hier eine Obergrenze bei der Anzahl der Personen geben.

Verschärft werden soll auch die Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Gebäuden. Hier soll laut Vorschlag eine generelle Pflicht zum Tragen von Mund-und-Nasenbedeckungen gelten. Selbiges gilt auch für öffentliche, stark frequentierte Plätze unter freiem Himmel.

Zur Diskussion steht auch ein Verbot des Silvesterfeuerwerks. Das soll Gruppenbildungen vorbeugen und Polizei und Feuerwehr entlasten.

Auch auf Schulen könnten neue Regelungen zukommen. In Regionen mit einem Inzidenzwert von über 50 sollen ab der siebten Klasse und an Berufsschulen auch im Unterricht eine generelle Maskenpflicht gelten.

Schulen ohne Infektionsgeschehen könnten ausgenommen werden. Bei einem Corona-Fall soll die gesamte Klasse inklusive Lehrkräften für fünf Tage in Quarantäne geschickt werden.

Ziel ist es, das Infektionsgeschehen auf unter 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen zu bekommen.

Die Verschärfungen sollen – wenn sie am Mittwoch gemeinsam mit der Bundesregierung beschlossen werden – ab 1. Dezember bis zum 17. Januar gelten, sollte das Infektionsgeschehen nicht deutlich zurückgehen.

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Merkel zu Corona-Einschränkungen: “Freiheit heißt auch Verantwortung übernehmen”

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Berlin – In einer Regierungserklärung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag die gestern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gerechtfertigt. Diese seien ein Einschnitt in die Freiheit, doch „Freiheit heißt gerade jetzt, Verantwortung zu übernehmen.“

Angela Merkel Archivfoto:360b/shutterstock

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf einschneidende Einschränkungen geeinigt, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Unter anderem dürfen sich am Montag (2.11.) nur noch Menschen aus zwei Haushalten und maximal zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen. Bars und Restaurant müssen den restlichen Monat schließen, Veranstaltungen sind untersagt. Außerdem sind touristische Übernachtungen verboten, Kitas und Schulen belieben allerdings geöffnet. Auch der Einzelhandel ist nicht betroffen.

„Ich verstehe die Frustration, Hygienekonzepte sind erarbeitet worden und viele haben vielleicht das Gefühl, dass das alles umsonst gewesen ist. Viele Maßnahmen waren und sind eine ungeheure Belastung“ , sagte Angela Merkel. Aber auf eine Verschärfung der Maßnahmen könne nicht verzichtet werden.

Seit Wochen steigen die Infektionszahlen bundesweit. Die Bundesregierung will mit dem Grundrechtseinschränkungen ein andauerndes exponentielles Wachstum und damit einen drohenden Kollaps des Gesundheitssystems verhindern.

In ihrer Erklärung ging Angela Merkel auch auf die Verbreitung von „Fake News“ ein, die von sogenannten “alternativen Medien” und auf Querdenker-Demos verbreitet werden:

„Lüge, Desinformation, Verschwörung und Hass schädigen nicht nur die politische Debatte sondern auch den Kampf gegen das Virus. Dass Unterschiede zwischen wahr und unwahr, richtig und falsch vermischen, dürfen wir nicht zulassen.“

AfD spricht von Corona-Diktatur und Kriegspropaganda

Alexander Gauland, Fraktionschef der AfD, sieht das freilich anders. In seiner Antwort direkt nach der Rede der Kanzlerin bezeichnete dieser die Informationspolitik der Regierung als „eine Art Kriegspropaganda“:

„Angst ist ein schlechter Ratgeber. Das tägliche Infektionszahlenbombardement soll aber den Menschen offenbar Angst machen, weil die meisten im Alltag nichts von Covid-19 sehen.“ Anschließend behauptete Gauland, Deutschland werde derzeit von „einer Art Kriegskabinett“ regiert.

Bund und Länder entscheiden derzeit allein über die Verhängung von Maßnahmen, um schnell und flexibel handeln zu können. Auch das Gesundheitsministerium verfügt seit März über Sonderbefugnisse.

Auch die FDP-Fraktionschef Christian Lindner kritisierte das aktuelle Vorgehen der Regierung, verzichtete aber auf Kriegsrhetorik:

„Der deutsche Bundestag tritt heute zusammen, nachdem gestern empfindliche Einschränkungen der Freiheit beschlossen worden sind.“

Diese Entscheidungen hätten Auswirkungen auf Millionen Menschen, Wirtschaft und das soziale Miteinander. Und sie seien getroffen worden ohne Öffentlichkeit und nur von Regierungsspitzen.

Lindner: „Solche Entscheidungsprozesse gefährden nicht nur die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen. Die enthalten auch erhebliche rechtliche Risiken und drohen unsere parlamentarische Demokratie zu deformieren.“

Die Sozialdemokraten verteidigten das hingegen das aktuelle Vorgehen der Regierung und auch die getroffenen Maßnahmen.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich: „Die Zeit in der wir eine maximale Flexibilität der Exekutive benötigt, ist noch nicht vorbei.“ Seine Fraktion unterstütze daher die Beschlüsse. Mützenich: „Die Maßnahmen sind erforderlich und verhältnismäßig.“ Gleichwohl müsse der Staat diese immer wieder neu überprüfen und gegebenenfalls neu justieren.

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