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Schleswig-Holstein

Scharfe Kritik an Kitaplänen in Schleswig-Holstein: Schutz der Mitarbeiter ignoriert – “Zu früh, zu schnell, zu viel”

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Kindertagesstätte Symbolfoto: Dimitri Ma/shutterstock

Kiel/Stormarn – Auf scharfe Kritik stößt bei der Bildungsgewerkschaft GEW der heute vorgestellte Plan der Landesregierung zur Öffnung der Kitas in Schleswig-Holstein. „Zu früh, zu schnell, zu große Gruppen und auf Kosten der Gesundheit der Erzieherinnen“, fasste die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 6. Mai 2020 in Kiel ihre Kritik zusammen.

Sie sprach sich für eine langsame und vorsichtige Öffnung aus. „Fünf Kinder pro Gruppe sind grundsätzlich genug. Mit jedem Kind steigt das Ansteckungsrisiko für die Beschäftigten. Schließlich können kleine Kinder keine Abstände einhalten. Sie brauchen Nähe und Zuwendung. Sie sind oft impulsiv und müssen auch einmal getröstet werden. Da lässt sich körperliche Nähe gar nicht vermeiden. Deshalb ist eine Gruppengröße von zehn Kinder viel zu groß.“

In Richtung Politik richtete die GEW-Landesvorsitzende klare Worte: „In der politischen Diskussion kommt die Gesundheit der Erzieherinnen viel zu kurz. Die einen denken an die Kinder, die anderen an die Eltern in Homeoffice, wieder andere an die Wirtschaft: Bloß an die Gesundheit der Erzieherinnen scheint niemand zu denken.“

Die GEW-Landesvorsitzende forderte die Landesregierung auf, den Einsatz von Angehörigen aus Risikogruppen sowie von Beschäftigten im Alter von über 60 Jahren im Gruppendienst zu untersagen. Auch Beschäftigte, die mit einer Person aus der Risikogruppe in einem Haushalt leben, sollten vom Gruppendienst freigestellt werden. Träger sollten den Kitas neben Handschuhen und Desinfektionsmittel auch ausreichend Schutzmasken zur Verfügung stellen. 

Astrid Henke unterstrich,  wie wichtig es sei, Kindern die Erziehung, Bildung und Betreuung in den Kindertagesstätten wieder zu ermöglichen.

Aber trotz bildungspolitischer und sozialer Notwendigkeiten müsse bei einer weiteren Öffnung der Kitas die Gesundheit oberste Priorität besitzen.

Auch Eltern zeigten sich in ersten Kommentaren durchaus kritisch, denn es ist noch nicht hinlänglich und ausreichend erforscht, welche Rolle Kinder bei der Übertragung des Covid19- Virus spielen. Manche kündigten auch an daher ihre Kinder nicht wieder in Kitas zu lassen, wenn dieses erlaubt, aber noch keine Medikamente, keine fundierten Studien oder ein Impfstoff vorhanden seien.

Konsequent müsste es bedeuten, dass Kinder keinen Kontakt untereinander haben dürften, das Personal Ganzkörperschutzanzüge trage und weiterhin keinen Kontakt zu Großeltern oder auch Eltern aus der Risikogruppe habe, wenn es in einen erweiteren Kita-Betrieb gehe.

Offen ist die Frage auf welchen Gutachten oder medizinischen Studien das Ministerium seine Pläne basieren lässt.

ErzieherInnen berichteten bereits aktuell im kleinen Notbetreuungsbetrieb davon, dass selbst mit wenigen Kindern die Regeln nicht einghalten werden können, manche Maßnahmen kleinen Kindern absolut nicht zu vermitteln seien und an Distanz und Wahrungen von Abständen zu häufig komplett nicht möglich sei. Andere Stimmen wurden laut, dass die Räumlichkeiten es teilweise gar nicht hergeben, Vorgaben vom Schreibtisch der Behörden in der Realität umzusetzen.

Gleichzeitig klingen Kommentare mancher Eltern unter entsprechenden Berichten so, dass sie zum Teil bereit sind Erkrankungen von ErzieherInnen in Kauf zu nehmen.

Fraglich ist auch die Haftung. Wer haftet wenn es zu einer Covid-19 Ansteckung in einer Kita kommt? Der Träger? Die Familie mit dem infizierten Kind ? Das Gesundheitsamt? Das Ministerium, das eventuell nicht ausreichende Pläne entwickelte?

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Bad Oldesloe

THW-Ortsverbände im Norden bekommen acht neue Einsatzfahrzeuge

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Bad Oldesloe – Durch das Fahrzeugbeschaffungsprogramm des Deutschen Bundestages, das die SPD-Fraktion auf den Weg gebracht hat, erhalten nun auch die THW-Ortsverbände in Wahlstedt, Kaltenkirchen, Bad Segeberg, Norderstedt und Bad Oldesloe neue Einsatzfahrzeuge, meldet der SPD-Bundestagsabgeordnete Bengt Bergt.

Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks (Symbolbild). Foto: Stormarnlive.de

„Ich freue mich sehr, dass die Helferinnen und Helfer des THW in unserer Region jetzt moderne technische Verstärkung erhalten. Insgesamt bekommen die Ortvereine drei Mehrzweckgerätewagen und fünf Mannschaftstransportwagen. Damit kann das THW seine umfangreichen und wichtigen Aufgaben künftig noch besser wahrnehmen“, so Bengt Bergt.

Besonders in Erinnerung ist der Einsatz des THW bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer: Über 14.000 THW-Einsatzkräfte aus allen Ortsverbänden Deutschlands haben mit angepackt, um in den betroffenen Gebieten bundesweit, besonders aber im Süden und Westen zu helfen. „Die Helferinnern und Helfer des THW haben Flutopfer gerettet, Trümmer und Schäden beseitigt, zerstörte Infrastruktur wie Straßen, Strom und Wasser wiederhergestellt und insgesamt über zwei Millionen Einsatzstunden geleistet. Diese Flutkatastrophe ist der größte Einsatz in der THW-Geschichte“, so Bergt weiter, der schon selbst 2002 und 2013 in Sachsen-Anhalt von den großen Elbfluten betroffen war und unmittelbar miterlebte, wie wichtig die Hilfe der Einsatzkräfte vor Ort ist.

„In diesem Jahr werden insgesamt rund 1000 neue Fahrzeuge an die THW-Ortsverbände ausgeliefert – so viele wie nie zuvor!“, freut sich Bengt Bergt.

„Bis Mitte Dezember 2021 wurden deutschlandweit 918 Fahrzeuge im Wert von insgesamt etwa 84 Millionen Euro an die Ortsverbände übergeben, darunter auch die acht Fahrzeuge in unserem Wahlkreis. Eine wichtige Unterstützung, dass das THW in Ausnahmesituationen handlungsfähig ist.“

„Den Einsatz und das Engagement des THW können wir gar nicht genug würdigen. Deshalb haben wir uns in der SPD vehement dafür eingesetzt, dass die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer möglichst gute Rahmenbedingungen und die dafür notwendige finanzielle Ausstattung zur Verfügung gestellt bekommen. Wir haben in diesem Jahr ganz besonders gesehen, wie wichtig das ist“, so Bergt.

Mit seinen über 80.000 ehrenamtlich Engagierten leistet das THW einen entscheidenden Beitrag zum Zivil- und Katastrophenschutz in unserem Land. Sei es bei der Bewältigung von Überschwemmungen und Hochwasserereignissen, von Waldbränden oder bei Bergungs- oder Rettungseinsätzen. Auch in der Corona-Pandemie wurde der schnelle Aufbau von Impfzentren vielerorts durch das THW organisiert.

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Schleswig-Holstein

Kieler Zollfahnder entdecken geheimes Dopinglabor

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Foto: Zollfahndungsamt Hamburg/hfr

Kiel – Das Zollfahndungsamt Hamburg, Dienstsitz Kiel -, führt im Auftrag der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Halle (Saale) Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Antidopinggesetz im Zusammenhang mit der unerlaubten Herstellung von und dem gewerbsmäßigem Handel Treiben mit Dopingmitteln zu Dopingzwecken im Sport.

Ende 2019 konnte in einem Paket, welches an einen Empfänger in Itzehoe adressiert war, circa ein Kilogramm reiner Testosteronwirkstoff am Flughafen Frankfurt sichergestellt werden. Als Empfänger dieser Postsendung wurde ein 43 jähriger im Raum Itzehoe identifiziert.

“Durch die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe weiter geführten Ermittlungen konnten unter anderem zwei weitere Pakete mit insgesamt 5 Kilogramm Wirkstoffen zur Herstellung von Dopingmitteln und zwei Pakete mit 500 Ampullen festgestellt werden”, sagt Zollsprecher Frank Nielsen .

Hierbei bediente sich der Beschuldigte der oben genannte Beschuldigte zweier weiterer Personen, an die diese Pakete adressiert waren.

Nach umfangreichen taktischen Massnahmen der Kieler Ermittler des Zollfahndungsamtes Hamburg wurde festgestellt, dass der eigentliche Empfänger der Dopingmittel bzw. der Dopingmittelwirkstoffe, ein 31jähriger Mann aus Halle (Saale) ist, der die Dopingmittel vermutlich in China bestellt hatte”, berichtet Nielsen.

In einer groß angelegten Durchsuchungsaktion konnten laut Zoll nun in vier Objekten in Halle (Saale) und in einem weiteren Objekt in Schleswig-Holstein mit Durchsuchungsbeschlüssen, welche durch die zuständigen Amtsgerichte auf Antrag der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Halle (Saale) erlassen worden waren, ein komplettes Untergrundlabor zur Herstellung von Dopingmitteln aufgefunden und folgende Beweismittel sichergestellt werden:

– mehr als 10 Kilogramm verschiedene Arznei-/Dopingmittelwirkstoffe – mehr als 2,5 kIlogramm fertig produzierte Tabletten mit vermutlich unterschiedlichen Wirkstoffen – circa 700 Glasvials à 10 ml mit vermutlich unterschiedlichen Wirkstoffen – circa 25 Kilogramm Trägersubstanz zur Herstellung von Tabletten – 1 professionelle Maschine zur Herstellung von Tabletten – 10.000 plus Klebeetiketten und Faltkartons für Ampullen sowei Plastikgriptütchen und Klebeetiketten für Tabletten – diverse Bördelzangen – mehrere Einschweißgeräte – literweise Trägeröle sowie Benzoesäurebenzylester etc. – Bördelkappen, Verschlussstopfen etc. – mehrere Digitalwaagen – umfangreiche elektronische Datenträger

Weiter konnte festgestellt werden, dass 31jährige vermutlich der Betreiber des Labels “King Pharm” ist und von den weiteren Beschuldigten unterstützt wurde. Die Ermittlungen in diesem gesamten Komplex dauern an.

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Schleswig-Holstein

Norderstedt: Baby von AKN mitgeschliffen – Kind nicht in Lebensgefahr

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Rettungswagen im Einsatz Symbolfoto: SL

Norderstedt – Am Donnerstag (01.10.) gegen 17:35 Uhr hat sich nach Polizeiangaben in Norderstedt auf dem Bahnsteig der AKN-Haltestelle “Friedrichsgabe” ein Unfall mit einem schwer verletzten Kleinkind ereignet.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei verließ die 34jährige Mutter aus Norderstedt rückwärtsgehend den hinteren Zugabteil der AKN-Bahn und zog einen dreirädrigen Kinderwagen hinterher, in welchem sich ein 19 Monate alter Junge in der Sitzschale angeschnallt befand.

Noch bevor beide den Zug komplett verlassen hatten, schlossen sich die Türen und der Zug setzte sich in Richtung Hamburg in Bewegung. Das vordere Rad des Kinderwagens wurde von der Abteiltür eingeklemmt und ließ sich auch nicht mehr lösen.

“Der Kinderwagen wurde über den Bahnsteig und etwa zwanzig Meter mitgeschleift, ehe ein Bahnreisender die Notbremse betätigte. Durch den Nothalt öffneten sich die Türen des Zuges automatisch, was den Sturz des Kindes kopfüber mitsamt des Kinderwagens in das Gleisbett zur Folge hatte”, sagt Polizeisprecher Kai Hädicke-Schories .

Der Junge wurde durch den Aufprall und das Mitschleifen schwer aber nicht lebensbedrohlich verletzt und nach den Rettungsmaßnahmen und Versorgung durch ein Notarztteam in ein Krankenhaus eingeliefert.

“Die Feuerwehr Friedrichsgabe leistete Hilfestellung beim Ausstieg der weiteren etwa 40 Fahrgäste der AKN-Bahn und bei der Rückführung auf den etwa 20 Meter entfernten Bahnsteig”, so Hädicke-Schories .

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kiel wurde zur Rekonstruktion des Hergangs ein Sachverständiger zur Unfallstelle entsandt. Während der Unfallaufnahme wurde die Strecke in beide Richtungen eingleisig bedient, es kam zu Verspätungen im Betriebsablauf. Um 20:05 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben.

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