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Politik und Gesellschaft

Corona-Blockwarte, Youtube-Experten und Assis mit Handschuhen

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Symbolfoto: Teodor Lazarev/shutterstock

Bad Oldesloe – Eines vorweg. Ja, es ist immer gut kritisch zu sein. Ja, es ist gut Dinge zu hinterfragen und ja, es ist mehr als okay, wenn man eine eigene Meinung hat. Aber und nun kommt das aber: eine eigene Meinung zu haben befreit einen in einer Gesellschaft mit vielen unterschiedlichen Indivduen nicht davon, sein Gehirn, seine Vernunft und vor allem Empathie und Rücksicht zu üben.

In diesen Tagen seit dem Beginn der ersten “Lockerungen” mehren sich die Stimmen, dass es doch alles nicht so schlimm sei. Es hat sich eine Routine eingeschlichen, ein gefährlicher Eindruck von Normalität in den Stormarner Kleinstadtinnenstädte. Kaufleute berichten von Stammkunden die entsetzt sind, dass sie sich an strenge Regeln halten sollen oder in einer Schlange warten. Es sind Ausnahmen, aber es gibt sie. Man möchte fragen: “Was stimmt mit euch nicht?”. Ein Gefühl, das auch aufkommt, wenn man lustige Treffen dreier Generationen in der Fußgängerzone beobachtet und seufzend mit zwei Meter Abstand an die Hauswand gedrückt vorbeischleicht.

Gleichzeitig zeigt sich an vielen Orten, dass die Geduld vieler Mitmenschen am Ende ist. Sie hatten eine Art Rücksichtsnahme “Akku” und der ist nun zum Teil halt offenbar leer. Doch darauf kann keine Rücksicht genommen werden.

Ihre gesellschaftlich problematische “Müdigkeit” zeigt sich auf verschiedene Arten und Weisen. Zum Einen ist es natürlich ziemlich lächerlich, wenn Menschen, die sich zwei , drei Youtube-Videos von esoterischen Alternativmedizin-Gurus angeschaut haben, glauben, sie könnten damit Virologen widerlegen.

Wenn das so einfach wäre, wären bestimmt mehr Menschen Mediziner geworden. Doch der Großteil ist es eben nicht und sollte sich bei der Einschätzung medizinischer Sachverhalte einfach zurückhalten. Ein “Ich denke aber, dass das Virus dieses und jenes macht”, ändert nichts an der Realität. Und es befreit nicht von Rücksichtnahme. Da kann man sich noch hundert Mal zum Löffel machen und das Grundgesetz gemeinsam mit Rechtspopulisten in der Querfront von Eso-Spinnern, ehrlich Besorgten und Neurechten spazieren tragen.

Glaubt jemand wirklich, das Querlesen dreier Verschwörungstheorien und das anschauen zweier Youtube-Videos ersetzt jahrelanges Studium, eine Doktorarbeit und Erfahrung im medizinischen Sektor? Es kommt einem leider so vor. Nun wäre es ja noch ertragbar, wenn diese Menschen dann halt ihren Kram einfach nur rausposaunen würden – anstrengend, aber hinnehmbar.

Aber damit ist ja leider bei zu vielen Zeitgenossen nicht Schluss. Sie denken (wenn man das so nennen kann ) offenbar, dass sie sich wegen ihrer eigenen Superkenntnisse nicht an Regeln halten müssen, denn sie haben das ja alles widerlegt dank der fragwürdigen Gurus.

Wie weit weg von Gut und Böse man sein kann, sieht man , wenn man sich die vollkommen verrückten Talkshows der nach rechts gestürzten Ex-Nachrichtensprecherin Eva Hermann oder des verwirrten nach rechts außen abgedrifteten Schnulzenbarden Xavier Naidoo anschaut. Tatsächlich wurden Videos dieser Kategorie auch an uns geschickt, als “Beweise”, dass das alles ganz anders ist.

Klar, weil Naidoo ja auch offenbar Ahnung von allen Dingen hat, wenn er nicht gerade in einem Wahn etwas von Kindern faselt, die von Hillary Clinton in unterirdischen Gefängnissen gefangengehalten werden. Klar, so einem “Experten” kann man ja nur vertrauen.

Gleichzeitig haben offenbar zu viele Mitmenschen immer noch nicht verstanden, dass die “Lockerungen” nicht bedeuten, dass nun alles gut sei. Besonders absurd sind die Exemplare der menschlichen Spezies, die mit Mundschutz einem auf die Pelle rücken, als bestehe keine Gefahr mehr, wenn sie sich den im Heimwerkerkeller gebastelten Schutz aufgesetzt haben. Ein Irrtum.

Andere ziehen sich Latexhandschuhe zum Einkaufen ein und werfen ihre gesammelten Bakterien und Viren dann einfach vor der Supermarkttür auf den Boden. Geht eigentlich noch mehr Egoismus und Ignoranz? Assis mit Handschuhen halt.

Weggeworfener Latexhandschuh FOto: SL

Fast jede Diskussion – sei es nun das Rufen nach “normalen Kitas”, was leider aktuell komplett unrealistisch und weltfremd bleibt oder die Hoffnung auf Events mit ein paar hundert Besuchern im Mai oder das Bestreben sofort alle Gastronomien zu öffnen – all diese menschlich ja durchaus nachvollziehbaren Wünschen bleiben geprägt von Befindlichkeiten und Egoismen, die oft leider ausklammern, welche Konsequenzen das für Mitmenschen hat.

So bleibt bei vielen leider sehr populistisch, emotional aufgeplustert geführten Diskussionen rund um Kita-Öffnungen die Rolle der ErzieherInnen zunächst erstaunlich lange unbeleuchtet und unkommentiert. Doch eine Öffnung könnte nur stattfinden wenn die ErzieherInnen, die danach wieder in den Alltag gehen, in Ganzkörperschutz und mit Maske auf arbeiten. Ob das dann die Kinder nicht in Angst und Schrecken versetzt ? Die Rolle der Kinder als Überträger ist nicht erforscht. Wie geht man damit um, ohne Ergebnisse aus Langzeitstudien? Gehen dann alle Familien der betreuten Kinder in Quarantäne, wenn in der Kita ein Corona-Fall auftaucht? Es bleibt alles kompliziert und eben nicht auf wütende Parolen reduzierbar, auch wenn man die Not mancher Familien durchaus verstehen kann.

Ebenso bleibt der Ruf nach “Herdenimmunität” erstaunlich. Kein Mensch weiß bisher zu 100 Prozent, ob es Immunität nach einer Genesung überhaupt gibt. Es braucht auch hier Langzeitstudien und nicht die Wunschvorstellung.

Und dann sind auf der anderen Seite noch die Corona-Blockwarte, die jetzt auch aufleben und die genau abzuschätzen wissen, welcher Besuch beim Nachbarn zur Familie gehört und welcher wohl nicht oder die hinterfragen, ob der Besuch einzelner Einkäufer im Supermarkt wirklich unbedingt notwendig war. Sie erweitern die bestehenden Regeln auch gerne um wichtige Regeln aus ihrer eigenen Erlebnis- oder Wunschwelt. Da lacht der Gartenzwerg hinter der akkurat geschnittenen Hecke.

All das sind Beispiele, dass der große “Zusammenhalt” und “Zusammen durch die Krise” immer häufiger nur in der Hochglanzwerbung der Supermärkte existiert, die mit der albernen, kitschig Ernennung ihrer Mitarbeiter zu “Helden” darüber hinwegtäuschen wollen, dass sie ihr Personal seit vielen Jahren unterbezahlen. Nebelkerzen garniert mit einer Bonuszahlung, die an den grundsätzlichen Arbeitsbedingungen für viele Menschen in der Branche nachhaltig nichts ändern.

Dass die Hilfe und Rücksicht untereinander langsam (und das kommt schon ziemlich schnell) bröckelt, sieht man in diversen Online-Hilfsgruppen in den Sozialen Medien, die immer häufiger zu Diskussionsplattformen verkommen oder virtuellen Orten an denen sich die oben genannten Charaktere treffen. Ob wir aus der Krise etwas für ein bessers Zusammebleben lernen? Es sieht nicht so aus. Aber beweist uns gerne das Gegenteil. Es ist noch nicht zu spät.

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Sozialer Flügel der CDU will Spechtmeyer-Högel für Bundestagswahl aufstellen

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Bad Oldesloe – Die Stormarner CDU beschäftigt sich intern gerade mit den Kandidatenaufstellungen für die Wahlkreise zur Bundestagswahl 2021. Die Kreistagsabgeordnete Bettina Spechtmeyer-Högel hat die Unterstützung des Stormarner CDU-Kreisvorstand erhalten.

Kandidatin Bettina Spechtmeyer-Högel und der CDA-Kreisvorsitzende Jürgen Lamp. Foto: CDA

Die formelle Kandidatenaufstellung für den Bundestagswahlkreis Herzogtum Lauenburg – Stormarn-Süd ist für den 22. August 2020 geplant. Stimmberechtigt sind die Lauenburger und Stormarner CDU-Mitglieder, die dem Wahlkreis angehören.

Dazu der Kreisvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) Jürgen Lamp:

„Die Stormarner-CDA unterstützt die Kandidatin, Bettina Spechtmeyer-Högel, die die Nachfolge für den Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann antreten soll. Wahlen werden heute nicht nur Kompetenz im finanz- oder wirtschaftspolitischen Bereich, sondern im Wesentlichen mit sozialem Fachwissen gewonnen. Die Wähler erwarten hier eine Ausgewogenheit. Bettina Spechtmeyer-Högel hat jahrelang als Gemeindevertreterin und als Abgeordnete im Stormarner Kreistag kommunalpolitische Erfahrungen sammeln können. Sie ist mit den Sorgen und Nöten der Bevölkerung gut vertraut. Auch in ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin der Stormarner CDUKreistagsfraktion hat sie mit allen politischen Fachbereichen zu tun und auch dadurch enorm viel Kompetenz erworben. Als Sprecherin im Jugend- & und Hilfeausschuss des Stormarner Kreistages hat sie ein glückliches Händchen im Umgang mit Menschen bewiesen. Sie kann gut zuhören und verfügt über eine große soziale Erfahrung im KitaBereich. Diese Erfahrungen sind wichtige Voraussetzungen, um die Akzeptanz der Wähler zu bekommen, für die CDU den Wahlkreis zu gewinnen und wesentliche Voraussetzungen für die schwierige Arbeit im Deutschen Bundestag.

Bettina Spechtmeyer-Högel soll für uns in den Deutschen Bundestag und wird wegen ihrer guten Voraussetzungen für dieses wichtige politische Spitzenamt von dem sozialen Flügel des Stormarner CDU, der CDA, unterstützt!“

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Kilian tauscht sich mit Orts- und Fraktionsvorsitzenden aus Stormarn aus

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Glinde – In dieser Woche traf sich der Landtagsabgeordnete Lukas Kilian (CDU) erneut mit den Orts- und Fraktionsvorsitzenden aus Glinde, Reinbek, Barsbüttel, Oststeinbek und Wentorf.

Foto: CDU

„Unsere Treffen sind sehr wichtig, um die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Vorsitzenden und mir weiter zu stärken. Wir tauschen Ideen aus, arbeiten eng zusammen und lernen gegenseitig von bereits umgesetzten Projekten. Durch unseren Austausch sind wir alle auf dem gleichen Wissensstand und können gemeinsam noch effektiver für unseren Wahlkreis arbeiten“, so Kilian.

Wichtiges Thema des Zusammentreffens war unter anderem die aktuelle Corona-Lage.

Aber auch die bevorstehende Bundestagswahl, aktuelle Projekte im Wahlkreis sowie die Forderung eines 10-Minutentaktes der S 21:

„Gerade für den Süden Stormarns und des Herzogtum Lauenburgs ist die S 21 für die Anbindung nach Hamburg von zentraler Bedeutung. Außerdem möchten wir das Ziel der CDU, das Zusammenspiel von Ökonomie und Ökologie zu optimieren, vorantreiben“, betonte Kilian.

„Mit einem stabilen und kundenfreundlichen Angebot des öffentlichen Personenverkehrs können wir dies schaffen.“

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Stormarn: Erneut zwei Neuinfektionen – jetzt 8 aktive Covid19-Fälle im Kreis

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Landrat des Kreises Stormarn Symbolfoto: SL

Bad Oldesloe – Erneut hat die Kreisverwaltung zwei neue Covid19-Infektionen in Stormarn bestätigt. (Stand: 28.07., 13:00 Uhr)

Insgesamt gibt es damit acht aktive Covid19-Fälle in Stormarn. Eine infizierte Person befindet sich in stationärer Behandlung, 7 in häuslicher Quarantäne.

397 Personen konnten zwischenzeitlich als genesen aus der Quarantäne entlassen werden.

34 infizierte Stormarner sind leider seit Beginn der Pandemie verstorben.

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