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Der Kreis

Covid-19 in Stormarn: Jetzt 15 Verstorbene. Weitere Pflegeinrichtung meldet Infektionen

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Arzt bei der Büroarbeit Symbolfoto: Blue Planet Studio/shutterstock

Stormarn – Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Stormarn – 22 in Stormarn wohnende mit Covid 19 infizierte Personen befinden sich aktuell in stationärer Behandlung, 196 in häuslicher Quarantäne.

Unter den Neuinfektionen sind zwei bestätigte Infektionen in einer weiteren Pflegeeinrichtung im Süden des Kreises Stormarn enthalten.

127 Personen konnten zwischenzeitlich als genesen aus der Quarantäne entlassen werden.

Die Zahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle beträgt seit Ausbruch der Pandemie im Kreis insgesamt nun 360

“Leider müssen wir auch mitteilen, dass eine weitere infizierte Person verstorben ist. Es handelt sich um eine Frau der Altersgruppe über 90. 15 infizierte Personen sind somit bisher verstorben”.

In ganz Schleswig-Holstein sind bisher 72 Infizierte Verstorben. 119 Patienten befinden sich aktuell in Kliniken.

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Bad Oldesloe

Corona-Leugner schmieren wirre Impf-Thesen an Oldesloer Jugendherberge

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Bad Oldesloe – “Zwangsgeimpft mit dem Gift des Teufels”: In der Nacht zu Sonnabend ist die Oldesloer Jugendherberge mit wirren Impfkritik-Parolen beschmiert worden. Die Polizei ermittelt.

Foto: Stormarnlive.de

Nachdem der Kreis Stormarn bekanntgegeben hatte, dass eines von drei Impfzentren in der Jugendherberge in Bad Oldesloe eingerichtet wird, ist es in der Nacht zu Sonnabend zu Sachbeschädigungen gekommen.

“Es gab sieben oder acht Parolen am Gebäude”, sagte Thilo Scheuber, Fachbereichsleiter Bauen, Umwelt und Verkehr bei der Kreisverwaltung. Diese stammen offenbar alle von einem Verfasser. “Die Handschrift ist dieselbe”, so Scheuber.

Die Sachbeschädigung fiel am Sonnabendvormittag auf, als Vertreter des Kreises und des Technischen Hilfswerks das Gebäude begutachteten.

Seit Freitag ist das THW damit beschäftigt, die Jugendherberge herzurichten.

Das Impfzentrum soll Mitte Dezember einsatzbereit sein. Das Bundeskriminalamt (BKA) hält es für möglich, dass es im Umfeld von Impfzentren in den nächsten Wochen zu Störungen kommen könnte.

Das scheint sich hier zu bestätigen. Andreas Rehberg, zuständig für Sicherheit und Gefahrenabwehr beim Kreis Stormarn: “Wir werden auch einen Sicherheitsdienst einsetzen. Dieser Vorfall bestätigt uns darin, dass das nötig ist.”

Hinweise auf den Verfasser der Parolen an die Oldesloer Polizeidienststelle (04531/5010)

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Polizei und Feuerwehr

Versuchte Sprengung eines Geldautomaten in Lütjensee: Polizei fasst mutmaßlichen Täter

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Lütjensee – Nach der versuchten Sprengung eines Geldautomaten der Sparkasse Holstein in Lütjensee in der Nacht zu Freitag, 27. November 2020, mit anschließender Flucht der Täter und einer intensiven Großfahndung der Polizei ist einer der Tatverdächtigen in Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) durch Einsatzkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern vorläufig festgenommen worden.

Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Der 48-jährige Beschuldigte war im Rahmen der polizeilichen Fahndung aufgefallen, als er sich zu Fuß und mit stark verschmutzter Oberbekleidung durch den Ort bewegte. Zuvor hatte er sich bei Zeugen nach dem nächsten Bahnhof erkundigt.

Der Zustand der Kleidung konnte mit dem ausgebrannten Fluchtfahrzeug in Verbindung gebracht werden.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Tatverdächtigen den gestohlenen, hochmotorisierten Audi selbst in Brand gesetzt haben, bevor sie zu Fuß weiter flüchteten.

Nach dem oder den unbekannten Mittätern wird weiterhin intensiv gefahndet. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung durchkämmen Einsatzkräfte der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern derzeit ein Waldgebiet bei Ludwigslust.

Dabei unterstützt auch ein Hubschrauber der Bundespolizei. Auskünfte zu Fahndungsmaßnahmen erteilt die Pressestelle der Polizeiinspektion Ludwigslust unter der Telefonnummer 03874/411-305.

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Bad Oldesloe

Protest oder Hetze?

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In einer Stellungnahme zeigt Die Linke in Stormarn Verständnis für rationale Maßnahmen-Kritik – verurteilt aber die sogenannten “Querdenker”-Proteste. Denn die Szene tritt im Netz und auf der Straße immer aggressiver auf

Protestaktion in der Oldesloer Innenstadt

Es ist mehr als verständlich, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und auch ihre Begründung kritisch betrachtet werden. Bei so weitreichenden Eingriffen ins wirtschaftliche und private Leben muss sowohl ihre Ausgewogenheit als auch ihre Wirksamkeit klar begründet sein, damit sie Akzeptanz finden.

Kritik an den Maßnahmen kann und sollte geäußert und diskutiert werden.

Dass etwa derzeit der Eindruck entsteht, dass die Maßnahmen genau da ihre Grenzen haben, wo das Interesse großer Wirtschaftszweige beginnt, trägt ebenso wie die oft mangelnde Einbeziehung der Parlamente sicher nicht zur Glaubwürdigkeit von Regierungshandeln bei.

Es gab und gibt Proteste – etwa von Kulturschaffenden bei „Alarmstufe Rot“ oder von völlig überlasteten PflegerInnen –, die eine völlig legitime Kritik formulieren. Solange diese unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfinden, sind solche Proteste nicht zu kritisieren, oft sogar sehr notwendig.

Doch leider gibt es derzeit nicht nur solche rationale Kritik. Eine im Netz und auf der Straße immer aggressiver auftretende Szene von GegnerInnen der Maßnahmen hat sich in den letzten Monaten formiert.

Hier dominieren Verschwörungsmythen, Impfgegnerschaft und bewusste und unbewusste Halb- und Unwahrheiten über die Pandemie.

Diese sich gerne aus „alternativen Medien“, wie z. B. Rubikon oder dem Verschwörungsportal KenFM, informierende Szene bezieht sich auf eine kleine Gruppe von MedizinerInnen und WissenschaftlerInnen, die – entgegen dem wissenschaftlichen Konsens ihrer Fachwissenschaften – ihnen die passenden Argumente liefern und die Pandemie kleinreden oder gar ihre Gefährlichkeit ganz leugnen. Sie hat in den letzten Monaten deutlichen Zulauf bekommen.

Unverkennbar ist auch, dass eine Abgrenzung der Szene nach ganz rechts außen nicht stattfindet, wenn eben antisemitisch-verschwörungsmythische Portale als „Informationsquellen“ sorglos zitiert werden, wenn mit Schildern wie „Impfen macht frei“ oder dem Missbrauch von Judensternen für die eigene Opferinszenierung der Holocaust relativiert wird und die Opfer der Nazis verhöhnt werden. Auch sind auf vielen dieser Demonstrationen bekannte Rechtsextreme mitgelaufen und aufgetreten, deutlich sichtbar mit den Symbolen ihrer Parteien und Bewegungen. Identitäre, AfD und NPD haben zu vielen der Veranstaltungen mobilisiert. In dieser Form des irrationalen Protestes, der hinter allem eine bewusste Verschwörung dunkler Mächte wittert, von Plänen „der Bilderberger“ oder „der Rothschilds“ raunt und der völlig widersinnigen Annahme Raum gibt, es könne eine globale Verschwörung geben, die die Wirtschaft und Gesellschaft aller großen Industrienationen bewusst lahmlegt, finden rechte Gruppen und Parteien, die ja selbst nichts außer irrationaler Angst und Hass anzubieten haben, ganz natürlich ihren Platz. Es ist keine Instrumentalisierung, die wir hier sehen, sondern Bewegungen, die da zusammenkommen, die ideologisch nah beieinander sind.

Auch in Stormarn gibt es Kundgebungen und Aktionen, die aus diesem Umfeld stammen. Auch hier werden in Reden „die Bilderberger“ als Strippenzieher insinuiert.

Auch hier werden Schilder getragen, die die Opfer des Faschismus verhöhnen. Die Fraktionen Die Linke im Kreistag Stormarn und in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe haben sich bereits klar von diesen Aktivitäten distanziert und alle Mitglieder und SympatisantInnen der Linken dazu aufgerufen, sich hier nicht zu beteiligen. Für linke, fortschrittliche Menschen kann dies kein Umfeld sein, in dem berechtigte Kritik an den bestehenden und geplanten Maßnahmen formuliert werden kann. Die Linke steht für eine Kritik, die die Probleme unserer Welt als Folgen unseres kapitalistisch geprägten sozial-ökonomischen Systems und nicht als Ergebnis einer düsteren und böswilligen Verschwörung sieht. Wir rufen weiterhin dazu auf, diesen Veranstaltungen fern zu bleiben und Widerspruch gegen die aktuelle Politik in anderen Zusammenhängen vorzubringen.

Bei dem Text handelt es sich um eine Stellungnahme der Fraktion Die Linke im Stormarner Kreistag und der Fraktion Die Linke in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe. Um zu verhindern, dass einzelne Mitglieder der Fraktionen zu Zielscheiben für die Szene werden, wurde die Redaktion gebeten, auf die Nennung von Namen der Verfasser zu verzichten. Das respektieren wir.

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