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Kita und Erziehung

Geschlossene Kitas und Schulen: Auch in Glinde müssen Eltern nichts zahlen

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Glinde – Nach Ahrensburg hat jetzt auch die Stadt Glinde angekündigt, auf die Elternbeiträge bei der Kinderbetreuung zu verzichten.

Kindertagesstätte Symbolfoto: Dimitri Ma/shutterstock

“Die Elternbeiträge für alle Betreuungsformen, die in unserer Stadt vorgehalten werden, sollen zunächst für den Monat April erlassen werden”, sagt Bürgermeister Reinhard Zug.

Der Beschluss, der in Abstimmung der politischen Fraktionen vorbereitet wurde, umfasst die Streichung der Beiträge für die Betreuung in den Kindertagesstätten und Horten in städtischer und freier Trägerschaft, die Betreuung durch die Tagespflegemütter und -väter sowie die betreute Grundschulzeit an der Grundschule Tannenweg und die nachmittägliche Betreuung der offenen Ganztagsschulen an der Grundschule Wiesenfeld sowie der Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule.

Damit geht die Stadt weitestgehend über die bisher angekündigten Vorhaben des Landes hinaus.

Insbesondere stehen hierbei die Familien im Vordergrund, die aufgrund der drastischen Veränderungen und Auswirkungen ihren Lebensalltag vollkommen neu regeln und oftmals finanzielle Einbußen auf unbestimmte Zeit hinnehmen müssen.

Aber es soll mit diesem Erlass der Gebühren auch eine Anerkennung für die Eltern zum Ausdruck kommen, die trotz der Risiken in sehr systemrelevanten Berufen tagtäglich für uns alle an vorderster Front arbeiten müssen und wirken.

„Da die Stadtvertretung nicht vor dem April-Termin dieses Vorgehen beschließen kann“, so Bürgermeister Rainhard Zug, „bitte ich die Eltern nun darum, Überweisungen für den Monat April auszusetzen bzw. die Daueraufträge für diesen Monat zu stornieren“. Die Stadtverwaltung wird ihrerseits keine Abbuchung vornehmen.

Ziel ist es den Verwaltungsaufwand so gering wird möglich zu halten. Da die Stadt die Restkostenfinanzierung auch für die freien Träger sicherstellt, regt Bürgermeister Zug das gleiche Verfahren auch dort an.

Falls es landesseitig zu einer Verlängerung der Schließzeiten über den 19. April 2020 hinaus kommen sollte, wird ebenso eine weitere Gebührenbefreiung der Eltern veranlasst.

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Kita und Erziehung

Barmer: Psychosoziale Gesundheit bei Kita-Kindern stärken

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Bindungen aufzubauen ist für Kleinkinder elementar. Denn sie gelten als Basis für eine gesunde psychische Entwicklung. Die BARMER fördert daher das Programm Papilio-U3, an dem ab sofort Kitaträger und Kitas aus ganz Deutschland teilnehmen können.

Spielende Kinder Symbolfoto: Fam Veld / Shutterstock

Es bietet Fortbildungen für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen bei Kitaträgern und für Fachkräfte in Kitas zu den Themen sozial-emotionale Kompetenzen, Temperament, Bindung und Feinfühligkeit bei Kleinkindern.

Dieses Wissen können die Kita-Fachkräfte dann im Berufsalltag praktisch anwenden.

„Papilio-U3 ist sehr vielversprechend. Erste Befunde aus der Evaluation deuten darauf hin, dass es die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder steigern und deren Bindungen stärken kann. Daher wollen wir Kitaträger und -Fachkräfte ermuntern, an den Fortbildungen von Papilio-U3 teilzunehmen“, sagt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der BARMER in Schleswig-Holstein.

Papilio zeigt vielversprechende Effekte

Papilio-U3 wurde von dem gemeinnützigen Unternehmen Papilio und der BARMER gemeinsam mit Wissenschaftsteams der Freien Universität Berlin sowie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in den Jahren 2017 bis 2020 als Modellprojekt entwickelt und evaluiert.

Das gemeinsame Ziel war es, so früh wie möglich die psychosoziale Gesundheit der Kinder in der Kita zu fördern. Die Auswertung der Evaluation ergab Hinweise, dass besonders Kinder mit einem hohen Bedarf an Zuwendung vom Programm profitieren.

„Papilio-U3 hilft nicht nur den Kleinkindern, sondern auch den Kita-Fachkräften, deren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt wird. Dies wiederum kann sie vor Stress schützen und dadurch den Kindern zugutekommen“, sagt Hillebrandt.

Papilio-U3 beinhalte eine mehrstufige Fortbildung von 7,5 Tagen, die sich über ein Jahr verteile. Die Inhalte würden über Selbsterfahrung, Austausch, Video und Feedback vermittelt.

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Kita und Erziehung

“Sanfte” Kita-Öffnung: Gedanken einer Krippen-Erzieherin

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In einem öffentlichen Brief an unsere Redaktion schreibt eine Erzieherin ihre Sorgen über die geplante und bald anstehende Öffnung der Kitas nach dem Lockdown. Wir veröffentlichen ihn hier in voller Länge:

Kindertagesstätte Symbolfoto: Dimitri Ma/shutterstock

Am 22. Februar kommen in meine Gruppe wieder alle zehn Kinder zusammen, die sich seit Wochen nicht gesehen haben. Die Kinder, die nicht in der Notbetreuung waren, kommen ohne jegliche Möglichkeit, in Ruhe anzukommen und sich neu einzugewöhnen.

Mir graust es schon davor, am Montag von 8:00 bis 8:30 Uhr die Kinder in Empfang zu nehmen. Sie werden es nicht leicht haben, sie werden weinen, wütend sein, schreien. Ich muss mit meiner Kollegin die Kinder auffangen, sie trösten, sie in den Arm nehmen. Trotz des Hygienekonzepts mit seiner Maskenpflicht und seiner Abstandsregel.

Ich werde es machen, da das meine Arbeit ist und die Kinder mir am Herzen liegen. Wohl ist mir dabei nicht. Wer garantiert mir, dass die Familien sich an die Maßnahmen gehalten haben?

Ich bin verunsichert. Innerlich zerrissen zwischen der Angst, mich anzustecken oder den Virus mit nach Hause zu bringen und meiner Aufgabe, meiner Leidenschaft, den Kindern Nähe und Geborgenheit zu schenken.

Würde es mir mit regelmäßigen Tests oder mit einer Impfung besser gehen? Ich weiß es nicht. Möchte ich mich überhaupt zum jetzigen Zeitpunkt impfen lassen? Ich weiß es nicht.

Ich mache mir Gedanken um die Kinder. Was hat die Zeit zu Hause mit ihnen gemacht? Haben die Eltern einen routinierten Tagesablauf beibehalten? Haben die Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigt oder sie sich selbst überlassen? Machen sie noch Mittagsschlaf? Kennen sie noch unsere Regeln und unseren Tagesablauf? Werden wir sie überfordern? Wie werden sie reagieren, wenn sie uns nach so langer Zeit wieder mit Masken sehen?

Ich mache mir viele Gedanken über mich und die Rahmenbedingungen unter denen ich arbeiten soll.

Meine Kinder sind zwischen 12 und 36 Monaten, sie haben ihre Schwierigkeiten sich an die Hust- und Niesetikette zu halten. Müssen sie das in dem Alter schon richtig umsetzen können, wie die Großen? Sie sind mit anderen Dingen beschäftigt, nämlich ganzheitlich zu lernen. Sie probieren sich und ihren Körper aus, dazu gehört auch so einiges in den Mund zu nehmen. Unter normalen Bedingungen ist das schon schwierig, aber mit Corona im Hinterkopf mache ich mir gleich doppelt Sorgen.

Ich greife also zum Allheilmittel, dem Desinfektionsmittel, um alles zu reinigen. Meine Luft wird dünner, ich bekomme noch schwerer Luft unter meiner Maske, sie riecht nach Desinfektionsmittel. Mir wird warm, ich fühle mich schlecht. Sobald ich die Tür zum Lüften öffne, kommen die Kinder zu mir, ihnen ist kalt. Was soll ich tun? Lasse ich die Kinder frieren oder schließe ich das Fenster und bekomme Kopfschmerzen?

Fragen über Fragen, die mich seit Wochen, nein Monaten, beschäftigen.

Und da ist sie, die Lösung der Politik. So scheint es jedenfalls. Ich habe mir die Hoffnung gemacht, dass die Politiker an mich und meine Kolleginnen genauso denken wie an die Eltern und ihre Kinder.

Die sanfte Öffnung der Kindertagesstätten, die ja eh die ganze Zeit über offen waren, klang für mich so vielversprechend. Dabei blieb es aber leider auch.

Oder werden Montag noch Vorkehrungen zu meinem Schutz getroffen?

Ich hätte gerne ein Belüftungsgerät, welches dem oben genannte Problem vorbeugt. Ebenso schön wäre es, dass die Kinder vor dem Wiedereintritt in die Tagesstätte einmal getestet werden würden, um mir ein sicheres Gefühl, sowie auch eine Wertschätzung meiner Arbeit zu geben. Schließlich können wir es diesen jungen Kindern nicht zumuten, täglich mindestens sechs Stunden eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen oder ist das ihre Vorstellung für den zukünftigen Alltag?

Ich würde mir wünschen, dass nicht alle Kinder auf einmal wieder kommen, sondern dass sie stufenweise in die Gruppe finden können. Das würde mir helfen, mir Zeit für die Kinder zu nehmen und jedem Einzelnen gerecht zu werden.

Das ist für mich eine Wertschätzung der Kinder sowie der gesamten Pädagogik.

Nein? Nicht?

Steht denn bei Ihnen, Herr Günther, Herr Dr. Garg und Frau Prien die Quantität vor der Qualität?

Eine Besorgte Krippenerzieherin

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Bad Oldesloe

Kinderschutzbund: Loeding übergibt an Wohlers

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Foto: U. Vöcking/DKSB/hfr

Bargteheide/Bad Oldesloe – Ablösung an der Spitze des Stormarner Kinderschutzbund. Seit dem Jahr 1994 war Ingo Loeding Geschäftsführer des Kinderschutzbundes im Kreis Stormarn.

Nun geht er in den Ruhestand und übergibt die Leitung an Stephanie Wohlers, die ab sofort als Geschäftsführerin tätig ist.

Loeding hat den Kinderschutzbund, wie er heute aufgestellt ist, entscheidend gestaltet und geprägt. In den 37 Jahren, die er im Kinderschutzbund tätig war, entwickelte sich die Kinderschutzorganisation von einem kleinen lokal tätigen Verein hin zu einem mittelständischen Sozialunternehmen mit über 80 Angeboten für Eltern und Kinder im gesamten Kreis Stormarn, heißt es von Seiten des Kinderschutzbund Stormarn.

Seine Karriere als Schifffahrtskaufmann gab der geborene Sieker für die Arbeit mit Kindern und für Kinder auf. Nach einer Ausbildung zum Erzieher studierte er berufsbegleitend das Fach Sozialpädagogik und arbeitete parallel dazu bereits im Kinderhaus Bargteheide.

Mit dem Aufbau des Kinderhauses wurde er dessen Leiter und im Jahr 1994 dann Geschäftsführer des Kinderschutzbundes im Kreis Stormarn.

„Mit fällt es schwer zu gehen, denn meine Meinung ist, dass dies die beste Arbeitsstelle im ganzen Kreis Stormarn ist. Lange Jahre habe ich ja in den Gruppen mit den Kindern zusammengearbeitet und gesehen, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren. Wenn ich dann heute Erwachsene treffe, die in ihrer Kindheit im Kinderhaus waren, und nun sehe, was aus ihnen geworden ist, dann denke ich: ‚Die Arbeit hat sich gelohnt. Wir konnten die Kinder trotz widriger Umstände stark machen für ihr Leben. Das war und ist genau unser Ziel.“

Birgitt Zabel, erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Stormarn, bedankt sich bei Ingo Loeding: „Du hast deinen Freiraum genutzt, um etwas ganz Besonderes für Kinder und Eltern in Stormarn zu schaffen. Und du hast viele Menschen auf dem Weg mitgenommen: unsere Spenderinnen und Spender, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Ehrenamtlichen. Eine große Zahl an Menschen sind uns bereits seit vielen Jahren treu und haben die positive Haltung den Familien gegenüber von dir übernommen. Dies und die gute Qualität der Arbeit im Kinderschutzbund sind eine solide Basis für die weitere Entwicklung des Kinderschutzbundes in der Zukunft. Das ist dein Lebenswerk.“

Mittlerweile gibt es drei Kinderhäuser Blauer Elefant im Kreis Stormarn, an die Kinder und Eltern sich bei Problemen wenden können.Loeding hat die Qualitätsentwicklung der Kinderhäuser und die damit verbundene Umbenennung in „Kinderhäuser Blauer Elefant“ entscheidend vorangetrieben.

Das Kinderhaus in Bargteheide gilt für bundesweit mehr als 50 Kinderhäuser des Kinderschutzbundes immer noch als Referenzkinderhaus.

Ein Thema, dem Loeding sich mit besonderem Engagement widmet, ist der Kampf gegen Kinderarmut im Kreis Stormarn. Er hat bereits die dritte Auflage des Armutsatlas für den Kreis Stormarn aufgelegt, der das Ausmaß der Kinderarmut in den einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises aufzeigen soll.

In zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden weist er seit Jahren immer wieder auf diesen Missstand hin. „Die Armut von Familien ist ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um Gewalt gegen Kinder geht. Es ist strukturelle Gewalt, die Familien aushalten müssen und die sich noch zu oft gegen Kinder richtet.“

Loeding wird dem Kinderschutz weiterhin erhalten bleiben, denn er engagiert sich auch zukünftig im Bundesausschuss Kinderarmut des Kinderschutzbundes, bleibt aktiv als Armutsexperte des Kinderschutzbundes Stormarn und wird weiterhin im Jugendhilfeausschuss des Kreises vertreten sein.

Seine Nachfolgerin Stephanie Wohlers hat langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, die besondere körperliche und seelische Voraussetzungen mitbringen sowie fachliche Kompetenz in der Führung von sozialen Organisationen. Zuletzt leitete sie den Bereich Frühförderung des Deutschen Roten Kreuzes in Hamburg-Harburg. Sie ist 44 Jahre alt und lebt in Bad Oldesloe.

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