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Schleswig-Holstein

Nach Konferenz: Abschlussprüfungen wie geplant ab 21. April auch in Schleswig-Holstein

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Unterrichtssituation Symbolfoto: Panitanaphoto/shutterstock

Kiel – Die Schulabschlussprüfungen in Schleswig-Holstein sollen nun doch wie geplant stattfinden. Das Land verzichtet auf einen Alleingang, nachdem Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gestern zunächst vorgeprescht war und sich für eine Absage der Abschlussprüfungen einsetzte. Doch die Kultusministerkonferenz der Bildungsminister aller Bundesländer sah es anders.

„Nach meinem gestrigen Vorstoß, dem Kabinett heute vorzuschlagen, die Abitur und Abschlussprüfungen notfalls ausfallen zu lassen und die Note auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen zu ermitteln, fand heute eine Telefonkonferenz der Kultusminister statt”, erklärt Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

“Dabei konnten wir uns nach der Unklarheit der vergangenen Wochen endlich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen und folgende Beschlüsse fassen:

  • Die Kultusministerkonferenz bestärkt ihren Beschluss vom 12. März 2020, wonach die Länder die erreichten Abschlüsse des Schuljahres 2019/20 auf der Basis gemeinsamer Regelungen gegenseitig anerkennen werden.
  • Sie betont, dass alle Schülerinnen und Schüler keine Nachteile aus der jetzigen Ausnahmesituation haben werden und dass sie noch in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben können.
  • Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten beziehungsweise zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist. Schülerinnen und Schüler müssen eine ausreichende Zeit zur Vorbereitung erhalten. Die Prüfungen können auch in geschlossenen Schulen stattfinden, sofern es keine entgegenstehenden Landesregelungen gibt.
  • Die Länder können ausnahmsweise auf zentrale Elemente aus dem Abituraufgabenpool verzichten und diese durch dezentrale Elemente ersetzen
  • Zum heutigen Zeitpunkt stellen die Länder fest, dass eine Absage von Prüfungen nicht notwendig ist. Die Länder stimmen sich eng in der Kulturministerkonferenzr über das weitere Vorgehen ab.

Nachdem ihr heute Gesundheitsminister Heiner Garg mitgeteilt hat, dass es nach jetzigem Stand doch vertretbar sein dürfte, unter Einhaltung besonderer Regeln zum Infektionsschutz, Prüfungen in den Schulen stattfinden zu lassen, hat das Kabinett über den Beschluss der Kulturministerkonferenz beraten.

“Wir haben beschlossen, das Abitur regulär stattfinden zu lassen. Für uns heißt das, dass die Abiturprüfungen wie geplant ab dem 21. April in Schleswig-Holstein stattfinden. Für die Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein und in ganz Deutschland konnten wir durch diesen Beschluss der KMK heute endlich die Klarheit schaffen, die sie brauchen um sich gut auf ihre Prüfungen vorzubereiten”, so Prien.

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Schleswig-Holstein

GEW widerspricht der Landesregierung:Öffnung von Kitas und Grundschulen in verkündeter Form nicht möglich

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Spielende Kinder Symbolfoto: Goran Oquicevic /shutterstock

Kiel – Einige Eltern klatschen Applaus, weil die Kinder wieder in die Schule und in die Kita können. Das ist nachvollziehbar nach einigen Wochen Shutdown. Aber viele haben sich dabei auch von oft nicht mit Studien unterlegten Meinungen aufputschen lassen, die behaupten, dass Kinder gerade einen irreparblen Schaden erleiden – eine leicht hysterische Sorge, die sich bei 6 Wochen Sommerferien offenbar noch nie einer gemacht hat.

Natürlich ist es wichtig, dass Kinder beschult werden und das zumindest die Kitas wieder Angebote für die Eltern bereithalten, die Arbeiten gehen müssen, allerdings kann diese Herausforderung nicht durch Aktionismus und mangelnde Kommunikation der offenbar mittlerweile überforderten Landesregierung auf den Rücken des pädagogischen Fachpersonals gelöst werden.

Auch aus einigen Stormarner Grundschulen und Kitas ist immer lauter werdende Kritik zu hören, dass die Versprechen der Landesregierung nicht einfach so umgesetzt werden können. Eltern werde falsche Hoffnung gemacht. Die offenbar überforderten Minister hätten nichtmal Rücksprache mit den Betroffenen gehalten.

Der Gewerkschaft für Erziehung hat zumindest genug von den wöchtlich neuen Schreibtischideen der Bildungsministerin Karin Prien, die sich nicht an der Praxis zu orientieren scheint. Denn die Sorge um die Gesundheit der ErzieherInnen und LehrerInnen scheint überhört zu werden. Jetzt ist ein offener Brief an den Ministerpräsidenten verfasst worden.

„An den
Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein
Herrn Daniel Günther

Zur Kenntnis:
Sozialminister Dr. Heiner Garg
Bildungsministerin Karin Prien

Offener Brief zur weiteren Öffnung der Kitas und Schulen in Schleswig-Holstein

Sehr geehrter Herr Günther,

bisher zeichnete sich die Linie des Landes Schleswig-Holstein in der Corona-Krise weitestgehend durch Vernunft, Ruhe und Augenmaß aus. Umso mehr bedauern wir es, dass Ihre Landesregierung diesen Kurs nunmehr anscheinend verlassen hat, obwohl es gerade die mit diesem Kurs verbundenen Maßnahmen waren, die dazu geführt haben, dass es in Schleswig-Holstein im Augenblick kaum noch Ansteckungen gibt.

Obwohl der Bund noch am Montag die Länder vor zu weit gehenden Lockerungen gewarnt hat, haben Sie Mittwoch (27.05.2020) eine schnellere Ausweitung der Öffnung des Kitabetriebs und des Schulunterrichts angekündigt. In den Grundschulen soll ab dem 8. Juni sogar wieder weitestgehend normaler Unterricht stattfinden.

Wir halten diese Maßnahmen für verfrüht und sehen dadurch die Gesundheit des pädagogischen Personals und der Lehrkräfte gefährdet.

Gewiss, wir können uns über die niedrigen Ansteckungszahlen freuen, aber für eine Entwarnung besteht kein Anlass. Der Kursschwenk ist aus unserer Sicht umso unverständlicher, weil das Land generell am Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern in der Öffentlichkeit festhält. Einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern schreibt auch der bundesweit gültige betriebliche Infektionsschutzstandard als notwendige Maßnahme zum Schutz der Beschäftigten vor dem Coronavirus bei der Arbeit vor.

An allen Arbeitsplätzen und in der Öffentlichkeit sollen Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner weiterhin Abstand halten, 25 Kinder mit Lehrerin oder Lehrer in zumeist schlecht belüfteten Grundschulklassen aber nicht. Diese Logik erschließt sich uns und unseren besorgten Kolleginnen und Kollegen in keiner Weise.

Denn nach wie vor fehlen gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass von Kindern weniger bzw. keine Ansteckungsgefahr ausgeht, wie auch der Bundesgesundheitsminister Spahn nochmal verdeutlicht hat.

Feste Gruppen gibt es in Firmen, Büros, in Ministerien und im Kabinett – wird dort ebenfalls das Abstandsgebot aufgegeben? Das Festhalten an kleinen Lerngruppen ist zurzeit  unabdingbar, um die Gesundheitsgefährdung in einem vertretbaren Rahmen zu halten. 

In den Kindertagesstätten stellt sich die Lage noch dramatischer dar, weil es dem pädagogischen Personal wegen des Alters der Kinder schier unmöglich ist, Abstand zu halten. Die pädagogische Arbeit in der Kita erfordert geradezu Nähe.

Die einzige Möglichkeit, das gesundheitliche Risiko der Beschäftigten einigermaßen gering zu halten, liegt in kleinen Gruppen. Insofern ist die vorgezogene Vergrößerung der Gruppen auf nunmehr 15 Kinder ein ungeeigneter Schritt.

Die Arbeitsschutzvorschriften schreiben Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten vor, wenn der Abstand zu anderen Personen nicht gehalten werden kann. Dies gilt auch für die Beschäftigten in Schulen und Kitas. Wir kritisieren, dass bei den Hygienevorschriften und im Arbeitsschutz bei der Arbeit mit kleinen Kindern oder großen Kindern mit zweierlei Maß gemessen werden soll.

Wir möchten an dieser Stelle auch nicht verhehlen, dass es uns zutiefst irritiert, dass Gesundheit und Interessen der Beschäftigten in Kindertagesstätten und Schulen die Landesregierung scheinbar nur am Rande interessieren.

In dieses Bild passt, dass in keiner Weise mit der GEW der Austausch über diese komplexen Entscheidungen gesucht wurde.

Wir erwarten Dialog und Austausch und nicht Verkündung mit anschließender Fragerunde, wenige Stunden vor der Verlautbarung in der Presse. An Hinweisen von den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft besteht offensichtlich kaum Interesse.

Die Verunsicherung der Lehrkräfte, Erzieherinnen und auch Eltern werden ignoriert, wenn in dieser Art der „Dialog“ geführt wird. Die Schul- und Kita-Öffentlichkeit wurden von den Nachrichten am Mittwoch überrumpelt.

Wir möchten Sie deutlich darauf hinweisen, dass

  • die Lehrkräfte und Erzieherinnen unter den gegebenen Bedingungen die Umsetzung der Hygieneanforderungen und des Infektionsschutz nicht gewährleisten können.
  • die Lerngruppen an mehrzügigen Grundschulen nicht auseinandergehalten und das Toben in Pausen über volle Unterrichtstage nicht abgewendet werden kann.
  • die Belastungen gerade für die Schulleitungen und Kita-Leitungen in unverantwortlichem Maße gestiegen sind. Wöchentlich zu überarbeitende Pläne überfordern und werden als Geringschätzung wahrgenommen.

Wir fordern

  • die Einhaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für alle Beschäftigten im Bildungsbe-reich sowie
  • den besonderen Schutz der Risikogruppen. Keinesfalls dürfen sie unter Androhung eines Dienstunfähigkeitsverfahrens in den Unterricht gedrängt werden.
  • die Anwendung der Abstandsregeln oder Arbeit in kleineren Gruppen, solange es keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt zur Übertragung des Virus durch Kinder und Jugendliche.

Mit freundlichen Grüßen
 
Astrid Henke
GEW-Landesvorsitzende“

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Schleswig-Holstein

GEW entsetzt über Pläne für Kitas und Grundschulen: “Gesundheit von Erziehern und Lehrern gefährdet”

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Grundschulunterricht Symbolfoto: ESB Professional/shutterstock

Kiel – Die Bildungsgewerkschaft GEW in Schleswig-Holstein hat entsetzt auf die Pläne der Landesregierung reagiert und erfährt viel Zuspruch. Denn tatsächlich gibt es keine abgeschlossenen wissenschaftlichen Studien, die das Vorgehen der Landesregierung unterstützen.

“Noch am Montag hat der Bund die Länder vor zu weitgehenden Lockerungen gewarnt. Nun ist auch Schleswig-Holstein auf den Zug der Lockerungen aufgesprungen”, zeigt sich die GEW enttäuscht davon, dass es den Anschein hat, dass die Landesregierung seriöses Vorgehen gegen Aktionismus ausgetauscht hat.

Der Kita- und Schulbetrieb sollen schneller ausgeweitet, in Grundschulen ab 8. Juni sogar wieder ganz normal unterrichtet werden.

Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht durch diesen Schritt die Gesundheit von Erzieherinnen und Lehrkräften gefährdet.  

„Glücklicherweise gibt es in Schleswig-Holstein im Augenblick kaum noch Ansteckungen. Darüber dürfen wir uns alle freuen. Aber zur Entwarnung besteht kein Anlass, ebenso wenig zum vorschnellen Überbordschmeißen von sämtlichen Vorsichtsmaßnahmen. Je größer die Kita-Gruppe oder die Lerngruppe in der Schule, desto größer die Gefahr für die Gesundheit der Pädagoginnen und Pädagogen. Deshalb halten wir die Pläne der Landesregierung zumindest für verfrüht“, sagte die schleswig-holsteinische GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Mittwoch, 27. Mai in Kiel zur Pressekonferenz der Landesregierung.

Schließlich gebe es nach wie vor keine gesicherten medizinischen Erkenntnisse, dass Kinder nicht ansteckend seien.

Sie begründete ihre ablehnende Haltung mit der Unmöglichkeit, in Kitas und Grundschulen Abstand zu halten.

„Bürgerinnen und Bürger sollen weiterhin untereinander 1,5 Meter Abstand halten. Für 25 Kinder in oft zu kleinen und nur schlecht zu belüftenden Grundschulklassen soll das aber nicht gelten. Was für ein Widerspruch!“, so Astrid Henke. Für Erzieherinnen sei ein Abstandhalten wegen ihrer pädagogischen Arbeit, die Nähe zu den Kindern erfordere, sowieso unmöglich. Trotzdem würden die Gruppen nun einfach auf 15 Kinder vergrößert.


Zum Schutz der Beschäftigten in Kitas und Schule forderte Astrid Henke Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel auch Schutzmasken und den Anspruch auf Testungen für das pädagogische Personal.

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Schleswig-Holstein

Sylt: Unbekannte stecken offenbar Strandkörbe in Brand

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Brandort am Westerländer Badestrand Foto:Polizeidirektion Flensburg/hfr

Westerland/Sylt – Kaum läuft der Tourismus im Norden wieder ein wenig an, drehen anscheinend irgendwelche Leute durch. Am frühen Mittwochmorgen (27. Mai), gegen 2 Uhr, wurden am Badestrand Westerland, Höhe Strandübergang Käpt’n-Christiansen-Straße, insgesamt 14 Strandkörbe durch ein Feuer zerstört.

Zwei weitere Strandkörbe wurden durch die Hitzeeinwirkung beschädigt. Ein Zeuge hatte bei einem frühen Spaziergang das Feuer entdeckt und die Feuerwehr und Polizei alarmiert.

Der Brand konnte durch die Freiwillige Feuerwehr zügig gelöscht werden. Es entstand ein Sachschaden von ca. 16000 Euro.

14 Strandkörbe abgebrannt, Polizei sucht Zeugen Foto: Polizeidirektion Flensburg/hfr

Nach den Löscharbeiten konnte festgestellt werden, dass acht der Strandkörbe von Unbekannten zuvor in einem Kreis aufgestellt wurden. Es wurde offensichtlich vor dem Brand dort Alkohol konsumiert. Entsprechende Flaschen, Dosen und Zigarettenreste wurden vor Ort festgestellt.

Die Kriminalpolizei Sylt hat die Ermittlungen aufgenommen und fragt: Wer hat am Dienstagabend eine Personengruppe am Westerländer Badestrand beobachtet, die in der “Strandkorb-Burg” gefeiert hat?

Zeugen und Hinweisgeber werden gebeten, sich unter der Rufnummer 04651-70470 mit den ermittelnden Beamten in Verbindung zu setzen. Vielen Dank!

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