Folge uns!

Bad Oldesloe

Mobbing und psychische Probleme: Oldesloer Jugendbeirat fordert mehr Schulsozialarbeit

Veröffentlicht

am

Überforderte Schülerin Symbolfoto: Undrey/Shutterstock

Bad Oldesloe – Wie viel Schulsozialarbeit ist genug und wie viel ist zu wenig ? Der Oldesloer Kinder- und Jugendbeirat hat vehement darauf hingewiesen, dass an der Ida-Ehre- und der Theodor-Mommsen-Schule mindestens jeweils ein weiterer Schulsozialarbeiter mit einer vollen Stelle fehlt.

Einen entsprechenden Antrag brachten die Jugendlichen in den Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss ein und waren am Ende ein wenig enttäuscht.

Lennard Hammelberg, Vorsitzender des Beirats, führte aus, dass es immer häufiger zu Problemen an den Schulen komme, die aber mit Hilfe von Schulsozialarbeitern schneller gelöst oder die betroffenen Schüler schneller aufgefangen werden können. Damit sei es möglich größere Probleme zu verhindern.

Immer mehr Schüler kämpfen aus Sicht des Beirats mit psychischen, seelischen und körperlichen Problemen. Die Empfehlung zum Jugendamt oder zu einem Psychiater zu gehen, helfe oft nicht weiter. Da sei die Hemmschwelle oft zu hoch, so Hammelberg.

Aktuell sei es aber so, dass zum Beispiel Mobbingpräventionsprogramme gar nicht in dem Maße durchgeführt werden können, wie es eigentlich notwendig sei. Und wenn die jeweilige Fachkraft in einem Elterngespräch sei, fehle sie an anderen Stellen.

Mobbing in der Schule. Symbolfoto: Wavebreakmedia/shutterstock

Miriam Rohde , Lehrein an der Ida-Ehre-Schule, bestätigte, dass es vor allem in der Oberstufe immer häufiger zu psychischen Problemen oder Auffälligkeiten bei Schülern komme. Auch die Gespräche mit Eltern seien herausfordernder geworden, so dass die Schulsozialarbeit eine wichtige Rolle an der Schule spiele.Lehrer kämen häufiger an ihre Grenzen.

Von den Ausschussmitgliedern gab es quer durch die Fraktionen Lob dafür, dass sich der Beirat in dieser Form einbringt. Allerdings sei es so, dass es immer auch eine Refinanzierung solcher Maßnahmen geben müsse. “Ehrlich gesagt, ist das nicht unser Problem sondern Ihr Problem”, so Hammelberg. Der Vorschlag des Beirats das Geld quasi umzuleiten aus nicht besetzten Stellen in der Verwaltung, wurde vom Bürgermeister als juristisch und praktisch nicht möglich direkt abgelehnt.

Das Problem der Refinanzierung sei eben nicht nur eines der Politik, machte die CDU klar. Wer etwas wolle, müsse auch überlegen, wie es finanziert werde. “Es muss eine Refinanzierung geben und das kann man nicht ignorieren. Wir müssen auch im Hinterkopf behalten, dass wir einen defizitären Haushalt haben”, so Andreas Lehmann (CDU). Es sei Teil des demokratischen Prozesses, dass man sich auch Gedanken macht, wie etwas bezahlt wird.

Anita Klahn (FDP) zeigt sich enttäuscht davon, wie das Thema wieder auf der Tagesordnung landete. “Ich muss sagen, die Art und Weise, wie das vorgetragen wird und wieder hier auf dem Tisch gelandet ist, stört mich sehr. Es ist schade, dass der Beirat hier offenbar instrumentalisiert wird. Denn wir hatten das Thema ja bereits mehrfach ausführlich diskutiert. Zuletzt auch mit den Schulleitern”, so die liberale Politikerin. Was ihr besonders aufstoße sei, dass sie nirgendwo Richtlinien finden könne, was denn die Schulsozialarbeiter genau machen. Und auf welcher Grundlage bekomme welche Schule wie viele Schulsozialarbeiter zugewiesen? Sie habe enorme Unterschiede festgestellt, was die Minutenzahl angehe, die pro Schüler bei einem Schulsozialarbeiter zur Verfügung stehen. Solange es kein Konzept gebe, sei es nicht sinnvoll immer weiter Schulsozialarbeiter einzustellen.

Mobbing in der Schule Symbolfoto: Lightfield Studios/Shutterstock

“Ich habe große Sympathien für das was Frau Klahn sagt und wir sollten wirklich in diese Richtung denken. Momentan wirkt es immer so, als wenn man nur nochmal Wasser auf das Feuer kippt, aber mehr wissen wir nicht”, so der Ausschussvorsitzende Jörn Lucas (CDU), der sich – um im Bild zu bleiben – gezieltere Löschaktionen gegen die sozialen und emotionalen Brände an den Schulen wünscht.

Klahn setzte sich auch mit ihrem Wunsch durch, dass entsprechende Richtlinien auf den Weg gebracht werden sollen. Hier wurde ihr mehrheitlich zugestimmt.

Hammelberg reagierte relativ wütend auf die Argumentation der FDP. “Ausgerechnet von Ihrer Partei war niemand bei uns im Kinder- und Jugendbeirat, als wir das Thema diskutiert haben”, sagte der Beiratsvorsitzende. “Wir sind selbstverständlich nicht instrumentalisiert worden”.

Aus CDU und FDP fing er sich anschließend die Kritik ein, dass es schlecht sei, dass der Beirat am Nachmittag tage, schließlich seien durchaus eine ganze Reihe Lokalpolitiker so berufstätig, dass sie zu dieser Zeit nicht teilnehmen können. Daraus Kritik abzuleiten sie unfair und auch nicht zielführend.

Immer deutlicher wurde im Verlauf der Sitzung, dass es keine Mehrheit für zwei ganzen neue Stellen geben werde, was die anwesenden Schüler sichtbar frustrierte. Auch ein erneuter Aufruf Hammelbergs, dass zwei halbe Stellen zu wenig seien und -eigentlich in so einer Sitzung nicht zugelassener – Applaus seiner jungen Mitstreiter im Publikum, änderten an den Positionen nichts.

Trauriger, überforderter Schüler Symbolfoto: Rido/shutterstock.com

“Wir sehen aber durchaus das Grundproblem und daher schlagen wir als Kompromiss vor, dass zwei halbe Stellen geschaffen werden”, teilte die CDU Fraktion mit. Die SPD erklärte, dass sie den selben Vorstoß in der Hinterhand habe, falls man sich nicht auf zwei volle Stellen einigen könne.

“Sie wissen genau, dass wir dafür dann keine Bewerber finden und dann bleiben die Stellen unbesetzt. Kann es sein, dass es einigen nur darum geht, dass sie so tun, als hätten sie reagiert”, unterstellte ein wütender Hendrik Holtz (Die Linke). Er könne es auch nicht verstehen, wenn man immer sage, dass man die Eltern nicht aus der Pflicht nehmen könne. Für betroffene Schüler, sei das doppelt schlimm.

Auch Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) war sauer. Er befürchte, dass den halben Stellen nur als “Alibi” zugestimmt werde. Er verstehe nicht, wie man den Jugendlichen so vor den Kopf stoßen könne. Auch die Grünen wären bereit gewesen zwei volle neue Stellen mitzutragen. Die Familienpartei schloss sich den Forderungen der Jugendlichen an. Tom Winter verstand die Schärfe nicht, die von der FDP hereingebracht worden sei.

FDP, FBO und CDU blieben aber dabei, dass man zunächst den Kompromiss von zwei halben Stellen akzeptieren müsse und das von der FDP ins Spiel gebrachte grundsätzliche Konzept mit Übersicht und Richtlinien für die Schulsozialarbeit hermüsse. Wenn es sein müsse auch für jede Schule einzeln aufgesplittet ja nach Bedarfen. Die zwei halben Stellen sei ein echtes Entgegenkommen, ein demokratischer Kompromiss halt, weil man die Probleme erkenne. “Wir werden dafür aber eine Gegenfinanzierung finden müssen. Selbst dieser Kompromiss steht auf wackeligen Beinen”, machte Andreas Lehmann (CDU) klar.

Wissen muss man vor dem Hintergrund der ganzen Diskussion, dass Schulsozialarbeit komplett eine freiwillige Leistung der Stadt sind. Zu “Freiwilligeb Leistungen” ( wie zum Beispiel auch die Bibliothek oder die Schwimmhalle ) ist eine Kommune nicht geseztlich verpflichtet.

Es wäre also auch möglich, dass die Stadt die Schulsozialarbeit komplett abschafft und zum Beispiel eher in Streetworker investiert . Oder Teile der Schulsozialarbeiter von den Schulen abzieht, um sie im Bereich Streetwork einzusezten, ein Plan der durchaus schonmal angesprochen wurde.

Jeder Schulzsozialarbeiter ist entsprechende ein Zugeständnis der Lokalpolitik an die Schüler, Lehrer und Eltern. Auf der anderen Seite, wird bei der Ablehnung einer Stelle den Schülern und Schulen nichts verwehrt, was ihnen eigentlich zustünde. All das ändert natürlich nichts am möglichen Bedarf.

Generell gibt es auch genau daher seit längerer Zeit große Kritik daran, dass die Schulsozialarbeit aus dem städtischen Budget bezahlt werden muss. Man sieht die Verantwortung eigentlich auf Landesebene.

Ein entsprechender Antrag war daher auch in der Stadtverordnetenversammlung vor einigen Wochen mehrheitlich beschlossen worden, dass die Stadt Wege finden solle, wie die Schulsozialarbeiter in Zukunft nicht mehr Mitarbeiter der Stadt Bad Oldesloe sondern des Landes Schleswig-Holstein.

Ob es so kommt wie Linke und Freie Wähler befürchten, dass die zwei halben Stellen nicht besetzt werden können und ob der Kinder- und Jugendbeirat , wie er ankündigte, seinen Antrag mit der Forderung nach zwei vollen Stellen erneut einbringen wird, wird die nächste Zeit zeigen.

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Bad Oldesloe

Erneut Impfaktion im Oldesloer Hölk ohne Anmeldung

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Am Mittwoch, den 19. Januar besteht im Treffpunkt Plan B Im Hölk 2 in Bad Oldesloe erneut die Möglichkeit, sich zwischen 9:30 und 17:30 Uhr gegen Corona impfen zu lassen.

Die Hölk- und Poggenbreeden-Hochhäuser in Bad Oldesloe

Möglich sind Erst- und Zweitimpfungen sowie Booster-Impfungen. Eine Impfärztin berät vor Ort. Kinder können ab 12 geimpft werden. Ab 14 Jahren dürfen sie allein in die Impfung einwilligen. Die Teams sind mit den Impfstoffen von BioNTech und Moderna ausgestattet.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mitgebracht werden muss lediglich ein gültiges Ausweisdokument und ein Impfpass, sofern vorhanden.  

Das Treffpunkt-Team empfiehlt allen, die noch nicht geimpft sind, diesen unkomplizierten Termin ohne Anmeldung im Treffpunkt unbedingt zu nutzen.

Quartiersmanagerin Maria Herrmann betont: „Die letzte Aktion im November mit fast 400 Teilnehmern war ein großer Erfolg. Deshalb haben wir uns entschieden, diese Impfangebote auch weiter zu organisieren. Wir sind sicher, dass auch diesmal alles in entspannter Atmosphäre abläuft“.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Waren werden knapp: BrAWO-Center bittet um Möbelspenden

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Beim BrAWO-Center Bad Oldesloe werden die Waren knapp. Besonders die Auswahl an Möbeln, Haushaltswaren und Kinderspielzeug ist inzwischen überschaubar.

„Wer sich von alten, aber gut erhaltenen Möbeln trennen möchte, sollte uns anrufen. Wir vereinbaren einen Termin, bauen ab und transportieren die Möbelstücke zu uns“, erklärt Betriebsleiter Thorsten Ehlers. Auch alte Fahrräder, die wieder fahrtüchtig gemacht worden sind, stehen bei den Kunden hoch im Kurs. Dieser Bereich ist in den vergangenen Monaten weiter ausgebaut worden.

Das BrAWO-Center, Im Hölk 2, ist telefonisch unter der Nummer 0 45 31 – 80 40 810 oder per E-Mail unter brawo-center.oldesloe@awo-bildungundarbeit.de zu erreichen.

Der Zulauf in der Einrichtung der AWO Bildung und Arbeit (AWO BA) im Kreis Stormarn ist trotz der Pandemie ungebrochen. Neben Möbeln sind vor allem Kleidungsstücke, besonders Kinderkleidung, aber auch Hausrat wie zum Beispiel Töpfe, Pfannen, Geschirr, Handtücher und Gardinen sehr begehrt.

Die Sozialkaufhäuser der AWO BA – wie hier das BrAWO-Center Bad Oldesloe – verbinden drei Zielrichtungen miteinander: Zum einen werden gespendete Gegenstände sehr günstig an bedürftige Familien verkauft, zum anderen sorgen sie für sinnvolle Beschäftigung für Menschen in Arbeitsgelegenheiten (AGH). Darüber hinaus landen brauchbare Dinge nicht einfach auf dem Sperrmüll, sondern werden wieder in den Verwertungskreislauf gebracht.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Oldesloer Polizei nimmt Verdächtigen nach Einbruch in Waschanlage fest

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – In der Neujahrsnacht (01.01.2022) nahmen Polizeibeamten einen 42-jährigen Mann fest, der sich zuvor wohl Zutritt zu einer Waschanlage in der Lily-Braun-Straße in Bad Oldesloe verschafft hatte.

Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Gegen 3.40 Uhr wurden die Beamten in die Lily-Braun-Straße entsandt, nachdem dort der Einbruchsalarm ausgelöst wurde.

Vor Ort stellten die Einsatzkräfte eine gewaltsam geöffnete Tür an einem Rolltor fest. Bei der Absuche des Objektes befanden sich keine Täter mehr in den Räumlichkeiten.

Im Rahmen von sofortigen Fahndungsmaßnahmen konnte auf der B 208 in der Ratzeburger Straße ein 42-jähriger Tatverdächtiger aus Nordwestmecklenburg mit seinem Fahrzeug gestellt und vorläufig festgenommen werden.

In dem Wagen wurde Einbruchswerkzeug gefunden.

Stehlgut war nach erster Prüfung des Betreibers der Waschanlage nicht zu beklagen.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Lübeck wurde der Tatverdächtige nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Er wird sich wegen des versuchten Diebstahls in einem besonders schweren Fall verantworten müssen.

Weiterlesen
Werbung

Unterstütze unsere Arbeit

Stormarlive.de lesen ist kostenlos. Aber ihr könnt uns freiwillig über Paypal unterstützen.

 

Werbung