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Kultur

Digitalisierte Vergangenheit: Das Treffen der Stormarner Archivare in Ahrensburg

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Peter-Rantzau-Haus Ahrensburg: Tagung der Stormarner Archivarinnen und Archivare.
Foto: Kreis Stormarn/hfr

Ahrensburg – Insgesamt 25 Archivarinnen und Archivare aus Stormarn und der angrenzenden Region haben sich beim Stormarner Kreisarchivtag zum Wissensaustausch in Ahrensburg getroffen. Großes Thema der Zukunft für ihren Berufsstand bleibt weitehrin die Digitalisierung.

Es gibt nur einige Dinge, die man teilen kann, ohne hinterher weniger davon zu haben. Eines davon ist Wissen, das sich im Austausch eher noch vermehrt. Nicht umsonst gibt es Expertenrunden mit regelmäßigen Treffen von Fachleuten. Zu denen gehören auch Stormarns Archivarinnen und Archivare, die an 17 Standorten im Kreis Vergangenes zugänglich machen und Aktuelles für die Zukunft bewahren.

25 Personen von ihnen haben sich jetzt in Ahrensburg zum Stormarner Kreisarchivtag getroffen. Gäste aus dem Hamburger Staatsarchiv, dem Landesarchiv Schleswig-Holstein sowie den angrenzenden Kreisen Herzogtum Lauenburg und Segeberg waren auch vertreten.


„Die Kolleginnen und Kollegen im Kreis treffen sich regelmäßig zum Austausch über aktuelle Projekte und Erfahrungen“, erläutert Stormarns Kreisarchivar Stefan Watzlawzik.

Ziel der Treffen sei, das Wissen auf den Ebenen Land, Kreis und Kommune untereinander auszutauschen, um die einzelnen Einrichtungen enger zu vernetzen. „Dabei zeigt sich auch, ob es gemeinsame Themen gibt, bei denen man Aufgaben bündeln kann“, so Watzlawzik.

Ganz oben auf der Themenliste stehen die Stichworte Digitalisierung und E-Akte, denn auch die Zukunft der Archive ist digital.

Hier ist das Kreisarchiv schon sehr weit in der Entwicklung. „Fotoerschließung in Online-Datenbanken ist ein Thema, das im Moment stark gefragt ist.“

Sehr erfolgreich sind Stormarns Archivarinnen und Archivare bei der Einwerbung von Mittel aus Förderprogrammen. „Wir konnten bislang immer viele Fördermittel bekommen“, sagt Watzlawzik.

Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach (l.), Stadtarchivarin Dr. Angela Behrens und Kreisarchivar Stefan Watzlawzik waren Gastgeber für den Austausch der Archivare in Ahrensburg. Foto: Kreis Stormarn/hfr

Voraus gehe ein aufwendiges Antragsverfahren, bei dem viele Faktoren berücksichtigt werden müssten. „Hier können wir Tipps zur Antragstellung geben“, ergänzt Ahrensburgs Stadtarchivarin Dr. Angela Behrens – aus dem Bestand des Ahrensburger Stadtarchivs werden regelmäßig Unterlagen mit Zuschüssen des Landes restauriert und digitalisiert.


„Die Fachleute in den Archiven sind notwendig, um die wichtigen Werte der Vergangenheit zu sichern und sie in die zukünftige Entwicklung einzubringen“, erklärte Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach in seiner Begrüßung. Ein Bild dafür sei der Alte Speicher in Ahrensburg, bei dem Historie und moderne Nutzung miteinander verbunden werden sollen.

„Wir leben von und mit der Geschichte, Archivare bewahren das Wertvolle und stellen es zur weiteren Entwicklung zur Verfügung.“ Erst allmählich, so Watzlawzik, sei der Beruf des professionellen Archivars entstanden, zuvor hätten Heimatforschung und interessierte Laien ehrenamtlich das Archivwissen bewahrt.

Damit ist ein Archiv auch eine Art lebendiges Museum für Schriftgut; nicht umsonst ist die Verbindung von Bibliotheken, Archiven und Museen eng.

So führte der Nachmittag die Gruppe in das Schlossmuseum Ahrensburg, wo Leiterin Dr. Tatjana Ceynowa über das Museumsmanagement informierte. „Dabei geht es um die Frage, was man mit einem so großen Objekt alles machen muss, an das hohe Erwartungen von der Öffentlichkeit gestellt werden“, fasst der Kreisarchivar zusammen.

Einige andere Archive seien mit Museen oder anderen Bildungseinrichtungen zusammengelegt. In Norderstedt entstehe beispielsweise ein gemeinsamer Bau für Bibliothek, Volkshochschule und Archiv. „Auch so ein Modell kann für Archive in Stormarn interessant sein.“

Allerdings seien für die Umsetzung Ressourcen nötig, Ideen gebe es genug. Doch jetzt schon seien Archivstellen nur schwer zu besetzen, weil es zu wenige Fachkräfte gebe. „Wir brauchen Profis für ein Datenbank-Management“, macht Angela Behrens deutlich, „hier sind Mitarbeiter nötig, die komplexe Aufgaben erfüllen können.“

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Kreis Steinburg

Wacken-Festival kündigt Metal-Online-Festival “Wacken world wide” an

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Wacken – Auch das weltgrößte Heavy Metal Festival “Wacken” im gleichnamigen Ort in Schleswig-Holstein fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ins Wasser.

In den vergangenen Wochen hat sich das Wacken-Team daher ein neues Format überlegt: ein online-Metal-Festival.

Gemeinsam mit der Telekom als Partner möchte man dieses mit “innovativen Digitalbühnen” in die ganze Welt übertragen.

Eine entsprechende Homepage wurde gelauncht.

Versprochen werden exklusive, gestreamte Konzerte bekannter Metal-Combos. Diese sollen auf der Homepage aber auch auf der Website und in der App von MagentaMusik 360 und MagentaTV zwischen dem 29. Juli und 1. August zu erleben sein.

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Kultur

Auch Ahrensburger Bücherei bietet jetzt “Filmfriend” Streamingdienst

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Stadtbücherei Ahrensburg Archivfoto: SL

Ahrensburg – Auch die Stadtbücherei Ahrensburg macht jetzt beim Streaming-Angebot für Filme und Serien “Filmfriend” mit.

In ganz Schleswig-Holstein schaffen öffentliche Büchereien – wie zum Beispiel auch die Stadtbibliothek Bad Oldesloe – mit “Filmfriend” ein filmkulturelles Gegengewicht zu den machtvoll agierenden, kommerziellen Streaming-Diensten.

Erstmals verlässt die Stadtbücherei Ahrensburg den traditionellen Weg der Filmrezeption über DVDs oder Blue-rays.

Das Büchereiteam hofft damit auch Menschen zu erreichen, die nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, bislang Streamingdienste nicht nutzten oder nutzen konnten.

Mit ihrem digitalen Filmangebot ermöglichen die Büchereien einen leichteren Zugang zur Filmkultur. Eine verspätete Rückgabe ist damit naturgemäß nicht möglich, da der Film direkt im Browser oder in der App geschaut werden kann.

Mit den 12 Euro für die Jahreskarte der Stadtbücherei ist für Erwachsene das Filmfriend-Filme-schauen schon inbegriffen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Menschen mit Ermäßigungsgründen (SGB IV oder ähnliches) erhalten den Zugang mit der Leserkarte kostenfrei.

Partner der Bibliotheken ist das in Potsdam-Babelsberg ansässige Video-on-Demand-Portal filmfriend. Dieses Portal startete im Juli 2017 in Berlin, seitdem haben sich immer mehr öffentliche Bibliotheken und Hochschulbibliotheken für das filmfriend-Konzept entschieden. Mittlerweile sind mehr als 140 Büchereien angeschlossen, Tendenz steigend.

Praktisch funktioniert das so: Über das Portal werden für die NutzerInnen Spiel- und Dokumentarfilme, aber auch Kurzfilme und Serien verfügbar; als Mitglied der Stadtbücherei Ahrensburg ruft man über den Mitgliedsausweis die von filmfriend angebotenen Filme auf ein Fernsehgerät, ein Tablet oder ein Handy ab – von zuhause aus, im Café oder in der Straßenbahn, und das immer kostenfrei.

Über die Internet-Adresse ahrensburg.filmfriend.de oder die entsprechende App stehen den Ahrensburger Büchereikunden derzeit etwa 2000 Filme zur Verfügung.

Das Angebot unterscheidet sich von dem gängiger Streaming-Portale deutlich: Nutzer finden über das Angebot vor allem deutsche Filme, internationale, besonders europäische Arthouse-Titel, Filmklassiker, Kurzfilme, Serien und Dokumentarfilme, nicht zuletzt ein gutes Angebot für Kinder und Jugendliche.

Die von der filmwerte GmbH entwickelte Plattform ist werbefrei und hat keine Laufzeitbegrenzung. Täglich kommen Neuheiten hinzu, die Filme sind ständig verfügbar und stehen überwiegend in Full-HD-Auflösung zur Verfügung.

Die Altersfreigabe für Kinder wird bei der Anmeldung auf der Plattform automatisch geprüft. Nutzer des inzwischen veralteten Internet-Explorers sollten auf die aktuellen Browser wie Internet Edge, Chrome oder Firefox umstellen. Wer mit Windows 10 arbeitet, dürfte keine Schwierigkeiten haben, sofort mit dem Filmschauen zu beginnen.

Alternativ bietet die Stadtbücherei zu Ihren Öffnungszeiten (Montag und Donnerstag 10:00-19:00, Mittwoch und Freitag 10:00-16:00 und Samstag 10:00-13:00 Uhr) eine breite Palette von über 3.834 DVDs und Blue-rays vom Blockbuster bis zur Kinder-Sach-DVD kostenlos zur Ausleihe an. Diese müssen allerdings wieder zurückgegeben werden.

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Bad Oldesloe

Das Stormarner Online- Kreislexikon wächst stetig weiter

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Journalist Raimund Marfels: Standbild mit Kamera (1984) Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Bad Oldesloe – Das Online- Stormarnlexikon wächst und gedeiht. Seit 2018 entsteht unter Federführung des Kreisarchivs und der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn ein Online-Lexikon über den Kreis, das stetig um neue Artikel erweitert wird und das Wissenswertes über Stormarn nachlesbar macht. In den letzten Wochen sind 32 neue Artikel ins Stormarnlexikon eingestellt worden.

Die Druckerei Pockrandt in Bargteheide besteht zum Beispiel seit 115 Jahren und hat ein weibliches Auge als Logo, die erste Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof Wandsbek fand 1659 statt, der Stormarner Journalist Raimund Marfels arbeitete zeitweilig auch als Polizeifotograf bei der Dokumentation von Verbrechen und der barocke Taufengel in der Matthias-Claudius-Kirche in Reinfeld schwebte früher an einer Kette, wenn er zum Einsatz kam.

Jüdischer Friedhof Wansdbek. Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Diese und viele Wissensschnipsel mehr erfährt man über die Region, wenn man im „Stormarn Lexikon“ sucht: Die digitale Wissensbank, die vom Kreisarchiv  gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung auf den Weg gebracht wurde, wächst stetig und konnte jetzt erweitert werden.

„Die Corona-Krise führt dazu, dass jetzt Artikel schneller fertiggestellt werden konnten“, erklärt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Zu den einzelnen Fachgebieten schreiben Autoren, die zuvor in Schulungen ausgebildet wurden und die ihr Wissen zu Stormarn und den Besonderheiten des Kreises einbringen.

Von A bis Z wird das lebendige Lexikon in insgesamt 19 Kategorien so ständig um neue Informationen erweitert; über 100 Artikel sind mittlerweile abrufbar. „Die neuen Artikel reichen von Orten im Kreis über Wirtschaftsunternehmen und Persönlichkeiten bis hin zu Vereinen oder historischen Themen“, gibt Watzlawzik einen Überblick.

„Wir sind mit dem Lexikon inhaltlich und räumlich breit aufgestellt, die Themen reichen von Hamberge bis Hamburg.“

Denn der HVV, der weltweit der erste Verkehrsverbund war, umfasst nicht nur das Hamburger Stadtgebiet, sondern auch das angrenzender Kreise, darunter den Kreis Stormarn. Auch zu drei Kirchen in Stormarn sind Artikel entstanden: Wer weiß schon, dass die vier Glocken in der Reinbeker Nathan-Söderblom-Kirche die Namen „Gemeinschaft“, „Apostellehre“, „Gebet“ und „Brotbrechen“ tragen? Oder dass das Inventar der Reinbeker Schlosskapelle teilweise in der Maria-Magdalenen-Kirche in Reinbek untergekommen ist?

Auch zum Kreisarchiv Stormarn selber ist nun ein Artikel im Lexikon zu finden. „Hier sind unter anderem die privaten Sammlungen hervorgehoben, die sich im Kreisarchiv befinden“, sagt Watzlawzik, der als Koordinator am Entstehen des Online-Lexikons mitwirkt.

Der Fotobestand von Marfels, der von 1949 bis 1989 die Geschichte des Kreises fotografisch dokumentierte, gehört zu den Schätzen des Kreisarchivs, und Watzlawzik freut sich, dass ein weiterer Artikel dem Mann hinter den Bildern nun ein Gesicht gibt.

Rüdiger Nehberg: Survival-Experte aus Rausdorf mit seiner Reisebegleiterin Christina Haverkamp und Moderator Volker Ligat vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) (1992) Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Wie aktuell die Online-Arbeit ist, zeigt auch ein weiterer Beitrag im Stormarn Lexikon: Der widmet sich dem Menschenrechtler und Survival-Experten Rüdiger Nehberg, der in Rausdorf lebte und Anfang April gestorben ist.

Damit noch mehr Autoren mitmachen, soll es Mitte Oktober eine weitere Autorenschulung geben, kündigt das Kreisarchiv an.

Alle Autoren werden nach einer ausführlichen Anleitung von einem Redaktionsteam betreut. Der genaue Termin der Autorenschulung wird rechtzeitig bekannt gegeben. Einzusehen sind alle Artikel unter www.stormarnlexikon.de

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