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Bad Oldesloe

“Sexistisch und diskriminierend”: Oldesloer Abi-Party-Komitee blamiert sich mit niveauloser Disco-Party

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Partystimmung Symbolfoto: Astarot/Shutterstock.com

Bad Oldesloe – Es wird an Schulen viel über Mobbing und Diskriminierung gesprochen über Ausgrenzung und über Sexismus. Es gibt Projekte in verschiedenen Fächern dazu – ob in Kunst, Deutsch, Englisch oder Musik und so weiter. Man lernt Sozialkompetenz, heißt es.

Und dann kommt das Abi und das entsprechende Komitee vergisst offenbar all das und lässt sich von einer Agentur und einer Kleinstadtisco ausnutzen, um möglichst viel Promo zu bekommen. Schnell sind Moral und Anti-Mobbing vergessen, denn am Ende soll ja Geld für die klamme Abiball-Kasse stehen. Fürs Leben gelernt? Hauptsache am Ende stimmt die Kasse ?

Abi-Bälle werden immer teurer, weil viele Schüler glauben, es muss Bombast her.

Auch in diesem Bereich haben sich mittlerweile Eventlocations und Agenturen spezialisiert, weil sie festgestellt haben, dass mit Schülern in Abschlussjahrgängen schnelles Geld zu machen ist.

Der aktuelle Jahrgang der Oldesloer Theodor-Mommsen-Schule braucht offenbar besonders dringend Geld für die Abiball-Kassen und so ließ man sich dazu hinreißen, gemeinsam mit der Firma Goodlife Events in der Großraumdisco “Nachtschicht” eine Abi-Party zu feiern. Wie viel eigener Input dabei von den Schülern kam, ist nicht klar. Alles sieht nach einer nicht sonderlich individuellen Party aus, sondern dem üblichen Disco-Geschehen.

Die Bewerbung dieser Party wurde allerdings zum Ende zu einem Eklat. Abgesehen davon, dass es wirkte, als werde nur damit geworben, wie schnell man betrunken sein könne zwischen Tequila-Pistolen, Beer-Pong und Drunken Twister, traten verbale Entgleisungen in der Bewerbung auf, die Mitschüler und die Schulleitung entsetzten.

Dass weibliche Gäste ihren BH beim DJ abgeben können, um eine Flasche Sekt zu erhalten, ist respektlos und sexistisch und einem aufgeklärten Abi-Jahrgangs nicht würdig, dass der DJ dann gleich noch Kondome verteilt ist wohl nicht anders als als “niveaulos und billig” zu bezeichnen

Dass man eigene Jahrgangsmitglieder als “Nerd-Security” abstellen darf am Eingang ist geschmacklos. Wirklich diskriminierend ist dann die Erwähnung der “Lilliputaner-Eskalation”, die allen Besuchern unter 1,50 Metern Körpergröße freien Eintritt gewährte.

Diese Form von Diskriminierung auf Grund körperlicher Merkmale ist relativ ekelhaft und nicht – wie der Flyer schon vorsichtig anmerkte – “mit Humor” zu sehen. Dinge werden nicht besser, nur weil man sie mit einem Augenzwinkern versieht.

Dass man sich eine Torte ins Gesicht werfen lassen soll für Freiverzehr, ist geschmacklos und könnte ebenfalls von Leuten genutzt werden, die sich ansonsten den Abend nicht leisten können. Da stehen dann also die, die nicht genug Geld haben, um auf dem Level anderer mitzufeiern zwischen Bar und Tanzfläche und lassen sich öffentlich zum Volldeppen mit Torte im Gesicht machen.

Es gibt Kommentare, die zum Ausdruck bringen, dass das halt normal sei für die Bewerbung von Disco-Veranstaltungen – aber das macht es ja nicht besser. Dann muss man sich natürlich fragen, ob diese Veranstaltungen eigentlich immer so niveaulos beworben werden müssen und was das über das Publikum aussagt.

In diesem Fall wiegt es aber eben alles noch schwerer als die Bewerbung normaler “Discoveranstaltungen” – die in entsprechenden Großraumdiscos nicht gerade für Niveau bekannt sind – weil durch die Bewerbung unter dem Motto “TMS Abi Party” des Abi-Party-Komitees des aktuellen TMS-Jahrgangs der Eindruck entsteht, die Schule stünde in Verbindung mit dieser Veranstaltung.

Die Rechnung der Eventveranstalter und Großraumdiscos ist ganz einfach: bei den Schülern entsteht der Eindruck, ihre Schule feiere bei ihnen: das ist eine Menge unbezahlter Promo. Es ist keine nette Geste, den Schülern am Ende ein wenig Geld für ihre Abi-Kasse zu geben, sondern einfach nur ein Promo-Stunt, bei dem die Schüler als Multiplikatoren genutzt werden, damit der Laden voll ist.

TMS-Schulleiter Henning Bergmann äußerte sich gegenüber lokalen Medien dazu entsetzt über die “Grenzüberschreitungen und Tabubrüche”.

Er stellte gegenüber dem Stormarner Tageblatt klar, dass die Schule in diese Veranstaltung natürlich nicht involviert sei und nichtmal der ganze Jahrgang über das Event informiert gewesen sei oder dieses positiv sehe. Der Eindruck, dass der Jahrgang oder die Schuler hinter der Party stehe, werde natürlich von Veranstaltern bewusst irreführend hergestellt.

Mit den Jahrgangssprechern soll es bereits Gespräche gegeben haben. Eine Jahrgangsversammlung soll einberufen werden.

Bergmann kündigte im Tageblatt aber außerdem an, dass bei zukünftigen Jahrgängen genauer hingeschaut werden soll. Schon auf einer Schulkonferenz sollen Eltern und Schüler mit ins Boot geholt werden, um über die ausuferndern Preise von Abibällen zu sprechen. Denn wenn man die Abibälle günstiger mache oder auf die großen Bällle mit Event-Agenturen verzichten wird, sinkt auch der Druck der Jahrgänge viel Geld einzutreiben.

Die Bewerbung der Party durch die “Discothek Nachtschicht” oder ihrer Werbeagentur sei in inakzeptabler Weise erfolgt , heißt es. Es seien wohl mehrere Schulen involviert gewesen, was aber natürlich die Situation nicht besser mache.

Kürzel wie “TMS” und “TMS Abi-Party” seien leider nicht geschützt, aber der Schulleiter möchte für einen bewussteren und verantwortungsvolleren Umgang der Schüler damit werben und bewusst machen, dass in dieser Form keine zukünftigen Abi-Partys mehr beworben werden sollen.

„Auch für außerschulische Veranstaltungen sollten Umgangsformen und Verhaltensweisen gelten, die den Gepflogenheiten an der TMS entsprechen und sich nicht Diskriminierung, Sexismus oder des Missbrauchs von Suchtmitteln bedienen“, wird Bergmann zitiert.

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Bad Oldesloe

Nur noch mit Personal ohne Handicap: Werkstätten stellen jetzt auch Behelfsmasken her

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Bad Oldesloe – Die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe in Zeiten von Corona: Mitarbeitende mit Handicap müssen zu Hause bleiben, die Übrigen halten den Betrieb so weit es geht aufrecht und stellen jetzt auch noch Behelfsmasken her.

Normalerweise arbeiten in der Besteckkonfektionierung bis zu 36 Mitarbeitende mit Handicap. Jetzt sind es höchstens elf Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap – wie Tine Werner (li.) und Karina Marschner. Fotos: Stormarner Werkstätten

Aber auch trägerübergreifend werden die Frauen und Männer in Wohneinrichtungen für Menschen mit Einschränkungen gerade unterstützend eingesetzt.

„Gerade in diesen Zeiten, ist es wichtig, sich gegenseitig zu helfen, sich zu unterstützten. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich unsere Kolleginnen und Kollegen sofort bereit erklärt haben, den Einrichtungen und damit auch den dort lebenden Menschen zu helfen“, sagt Stephan Bruns, Einrichtungsleiter der Stomarner Werkstätten Bad Oldesloe. Das sei das Gebot der Stunde.

Für die etwa 270 Mitarbeitenden der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe mit Handicap ist es gerade keine leichte Zeit – wie für viele andere Menschen auch nicht.

Sie dürfen nicht in den Werkstätten arbeiten. Das entschied das Land Schleswig-Holstein bereits Mitte März für alle Werkstätten als Schutzmaßnahme vor einer Corona-Erkrankung für die Menschen mit Beeinträchtigungen.

Nicht arbeiten zu dürfen, wirbelt ihr Leben durcheinander. Halt gebende Strukturen brechen weg, der persönliche Austausch mit den Arbeitskollegen fehlt.

Neben einer von den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe eingerichteten Hotline, die wochentags von 10 bis 12 Uhr besetzt ist, stehen den Mitarbeitenden mit Handicap deshalb jetzt online und per Post Bildungsangebote zur Verfügung, die über diese werkstattlose Zeit hinweghelfen sollen.

Dass schlagartig 270 Kolleginnen und Kollegen nicht mehr in den Werkstätten arbeiten, hat starke Auswirkungen auch auf den Werkstattalltag.

Es ist still geworden, aber nicht ganz still: Denn der Betrieb geht eingeschränkt weiter.

Auch wenn die Arbeitsbereiche runtergefahren wurden, Aufträge müssen trotzdem noch abgearbeitet werden.

Gefragt sind jetzt umso mehr die Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap, die sogenannten Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung (FAB).

Sie, die quasi als Ansprechpartner und Anleiter für die Mitarbeitenden mit Handicap agieren, stehen jetzt täglich an den Förderbändern, an dem die Besteckkonfektionierung für Hamburger Kliniken läuft.

Neu aufgenommen wird jetzt die Herstellung von einfachen Behelfs-Masken.

Schneiderei-Leiterin Judith Lübberstedt arbeitet mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen die Aufträge ab

Der Bedarf ist sehr groß, entsprechende Anfragen beispielsweise von Feuerwehren und Wohneinrichtungen wie den Stormarner Wegen erreichten die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. In der Schneiderei werden diese Masken jetzt genäht – von fünf Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap.

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Bad Oldesloe

195 bestätigte Corona-Fälle in Stormarn

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Bad Oldesloe – Anfang der Woche wird die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Stormarn 200 erreichen. Am Sonntag meldete die Behörde 195 bestätigte Fälle.

21 der betroffenen Personen befinden sich in stationärer Behandlung, 126 in häuslicher Quarantäne. 46 gelten als genesen, zwei Erkrankte haben da Virus nicht überlebt.

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Coronakrise: Oldesloer Wirtschaftsvereinigung plant mehrere Aktionen

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Bad Oldesloe – Die Corona-Pandemie bringt eine ganze Reihe Bad Oldesloer Unternehmen in Bedrängnis. Daher unterstützt die Wirtschaftsvereinigung Oldesloer Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister mit mehreren Aktionen.

Mit einer Internet-Plattform für Oldesloer Unternehmen, die einen Liefer- oder Abholdienst anbieten oder weiterhin geöffnet sind, hat die Interessenvertretung schnell nach Bekanntwerden der Ladenschließungen reagiert.

„Inzwischen haben sich über 60 Unternehmen eingetragen. Wir hoffen, dass es noch mehr werden, denn für mehr Aufmerksamkeit ist es sinnvoll, Angebote gebündelt zu präsentieren“, sagt Holger Mahlke, zweiter Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung und macht ausdrücklich deutlich, dass sich diese kostenfreie Aktion an alle Einzelhändler und Gastronomen richtet, nicht nur an die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung.

Für die Teilnehmer wurden Plakate entworfen, auf denen sie ihren Service individuell bewerben können.

„Gemeinsam in Bad Oldesloe“ ist darauf zu lesen, verbunden mit dem Hinweis „Online suchen – lokal kaufen“. „Wir sind auf die Hilfe der Oldesloer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wenn alle jetzt nur noch online einkaufen, dann ist unsere Innenstadt tot. Solidarität ist jetzt das Gebot der Stunde“, macht die Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Nicole Brandstetter, deutlich. Neben Lieferungen und Plakataktion komplettiert der schon länger vorhandene Bad Oldesloer Einkaufsgutschein die Ideenpalette.

„Gerade zu Ostern, wenn man aufgrund der aktuellen Lage vielleicht nicht alle Ostergeschenke bekommt, kann man diesen Gutschein toll verschenken“, sagt Vorstandsmitglied Angela Dittmar.

Wenn alles wieder „normal“ läuft, kann der Beschenkte den Gutschein für seinen individuellen Wunsch bei über 40 teilnehmenden Unternehmen einlösen.

Derzeit überlegt die Wirtschaftsvereinigung, wie sie das System unbürokratisch auf noch mehr Läden ausweiten kann. Gutscheine sind derzeit in geöffneten Geschäften wie Lehmanns Bioladen, Famila, Hagebaumarkt oder der Spitzweg Apotheke erhältlich.

„Neben Marketing-Ideen benötigen die Unternehmen weitere lokale Maßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Einschränkungen“, sagt Nicole Brandstetter.

Daher ist die Wirtschaftsvereinigung mit einem Antrag auf Erstattung von Sondernutzungs- und Standgebühren für Einzelhändler, Gastronomen und Marktbeschicker sowie mit der Bitte um schnelle Bearbeitung von Stundungsanträgen bei Gewerbesteuervorauszahlungen an Politik und Verwaltung herangetreten.

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