Folge uns!

Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Veranstalterauswahl sorgt für Weihnachtsmarkt-Zoff

Veröffentlicht

am

Symbolfoto: Bernd Leitner Fotodesign/Shutterstock.com

Bad Oldesloe Viele Jahre lang wünschten sich die Oldesloer einen kleinen Weihnachtsmarkt über mehrere Wochen in ihrer Innenstadt. Zwei Jahre lang war es zunächst Sebastian Hagen, der diesen Wunsch wahr werden ließ, der aber nach einem für ihn enttäuschenden Verlauf des Marktes 2018 in der Mühlenstraße feststellen musste, dass er 2019 nicht weitermachen werde.

Weil sein Markt im Vorjahr nicht so angenommen wurde, wie erwartet, änderte die Stadt in ihrer Neuausschreibung den Veranstaltungsort und verlegt ihn vor das KuB.

An der Anzahl der Buden wollte man allerdings zunächst nicht rütteln: Neun Buden sollten es sein und mindestens vier Wochen sollte der Markt stattfinden. Zunächst fand sich eine Veranstalterin, die diese Bedingungen erfüllen wollte. Ihre Grundidee war allerdings sehr streng lokal geprägt. Schnell war festzustellen, dass dafür nicht genug Bereitschaft und Kapazitäten bei lokalen Vereinen und vor allem bei lokalen Gastronomen bestand, um in der Vorweihnachtszeit diesen Markt mit einem solchen Konzept und neun Buden erfolgreich und kostendeckend durchzuziehen. Und somit sagte die Veranstalterin der Stadt ab.

Die Stadt schrieb neu aus. Dieses Mal mit dem Zusatz , dass 5000 Euro Fördergelder an den Gewinner der Ausschreibung fließen werden. Es fand sich allerdings kein Bewerber, der die Kriterien der Ausschreibung so erfüllte, dass er diese hätte gewinnen können.

Damit es überhaupt einen Markt geben wird, entschied man sich, auf eine der Firmen zu setzen, die ihr Interesse bekundet hatte und auch schon ein Konzept einreichte: Die “Eventgestalter” aus Hamburg.

Diese werden nun vom 28. November bis zum 24. Dezember vor dem Kub vier bis fünf Pagodenzelte und einen Weihnachts-Biergarten aufbauen. Außerdem soll auf einer kleinen Bühne täglich ab 17 Uhr für Livemusik gesorgt sein. Sie erhalten dafür die ausgelobten 5000 Euro Fördergeld aus dem Stadtbudget.

Die Begründung seitens der Stadtverwaltung, dass man sich nun für die Eventgestalter entschied, lautete, dass diese mit ihrem Konzept am dichtesten an der Ausschreibung waren. Dichter als ein lokales Unternehmen, das Interesse bekundet hatte.

Ob der Anbieter aus der Stadt oder dem Kreis stamme, dürfe bei einer Ausschreibung nebenbei keine Rolle spielen, erklärt das Veranstaltungsmanagement der Stadt. Der Faktor “Regionalität” der Interessenten sei also im Prinzip gar kein Faktor. Ein bevorteilen lokaler Anbieter sei sogar juristisch nicht möglich.

Diese Aussagen und die Art der Vergabe rufen Benjamin Rodloff (BR-Management/LED Events) aus Bad Oldesloe auf den Plan. Und er ist sauer. Rodloff, der vielen von diversen Events in der Kreisstadt sowie vor allem in Hamburg und Umland bekannt ist, kann die Entscheidung und erstrecht die Begründung nicht verstehen.

Denn auch er hatte sein Interesse signalisiert, den Markt durchzuführen. In der vergangenen Jahren stand er immer mit seiner Punschbude in der Mühlenstraße. 2017 und 2018 auf dem Markt von Sebastian Hagen, davor an anderen Stellen.

“Ich habe immer gesagt, dass ich durchaus Interesse hätte, wenn es nur vier oder fünf Buden werden sollen. Mit mir hat aber niemand mehr gesprochen, als entschieden wurde, dass das Ganze eingedampft wird. Niemand hat uns gefragt, was wir uns vorstellen könnten. Dabei hatten wir signalisiert, dass wir Interesse haben”, so Rodloff. “Uns jetzt darauf zu reduzieren, dass man uns angeblich nehmen sollte, weil wir von hier kommen, ist vollkommen unverständlich und hat mit der Wahrheit nichts zu tun”

“Es steht doch fest: Niemand, der Interesse hatte, hat die Kriterien der Ausschreibung erfüllt. Auch das Unternehmen nicht, das jetzt den Zuschlag bekommen hat. Es ist ein Unding, dass es jetzt so klingt, als wenn sich jemand gegen unser Angebot durchgesetzt hätte und wir unterlegen sind. Wenn jemand sich durchsetzt, heißt das ja, man hat verschiedene Angebote verglichen “, legt er nach.

Dass man behaupte, das Konzept der Eventgestalter sei besser oder dichter an der Ausschreibung dran, sei “daher einfach nur Blödsinn”.

“Entweder du erfüllst die Kriterien einer Ausschreibung oder nicht. Wir haben kein Konzept für neun Buden eingereicht, weil wir genau das seit Jahren nicht wollen. Ich bin seit Jahren mit der Stadt in Kontakt. Man kann aber unser Konzept für vier oder fünf Buden gar nicht mit den Eventgestaltern verglichen haben, denn so ein Konzept liegt gar nicht vor. Soll ich bei einer Ausschreibung für neun Buden wieder ein Konzept für fünf abgeben? Das hat in den Vorjahren nichts gebracht. Obwohl wir ständig Interesse bekundet haben, das ganze Jahr über, hat man uns als lokalen Anbieter jetzt ignoriert. Man hat micht und unsere Partner aus Bad Oldesloe nicht ansatzweise gefragt, was wir anbieten wollten. Wir hatten nichmal die Chance, ein Konzept einzureichen”, so Rodloff weiter.

“Es dann noch so hinzustellen, als sei ein anderes Konzept besser gewesen oder habe sich gegen uns durchgesetzt – das ist einfach nur tierisch enttäuschend”, sagt er.

Benjamin Rodloff und Kyra Hilmer von LED Events im Jahr 2017 vor dem “Glühweinfinale” am Stand von LED Events Foto: SL

Seit Jahren bringt der Oldesloer sich in die Kreisstadt ein. Unter anderem ist er seit drei Jahren Veranstalter des erfolgreichen Jahresabschlusskonzerts von “Jeden Tag Silvester” in der Stormarnhalle, das er auch dieses Jahr wieder durchführt und das in den beiden vergangenen Jahren restlos ausverkauft war.

“Ich mache solche Dinge vor allem, weil wir als Firma hier in Bad Oldesloe sitzen und ich etwas für meine Stadt machen will, etwas anbieten und auf die Beine stellen”, so Rodloff weiter. “Wer uns kennt, weiß: Wir wollen hier Dinge in Bewegung bringen”, fügt er weiter an.

“Seit Jahren sage wir – und auch andere Organisatoren – dass ein Weihnachtsmarkt mit neun Buden über vier Wochen in Bad Oldesloe nicht realistisch ist. Doch die Stadtverwaltung wollte es nicht einsehen. Immer wieder habe ich andere Vorschläge und Ideen eingebracht. Und dann dampft man das jetzt ein – so wie wir es gefordert und gewünscht haben – und gibt dann lieber einem externen Veranstalter aus einer anderen Stadt 5000 Euro Fördergeld? Mir fällt nichts mehr dazu ein”, ist der Event-Profi, der in der Veranstaltungsszene in Norddeutschland einen guten Ruf besitzt, fassungslos.

Nachdem er von dieser Entwicklung hörte, habe er die Idee vorgelegt, in der Stadt weitere vereinzelte Buden aufzustellen. Vor allem wollte er seine traditionelle Punschbude wieder in der Fußgängerzone aufbauen. Er erhielt keine Genehmigung hierfür.

“Man zieht seine Rückschlüsse für die Zukunft daraus. Ich habe nicht mehr answatzweise Lust in der Zukunft etwas für die Stadt Bad Oldesloe zu tun”, so Rodloff. “Es ist ein Unding, was da gelaufen ist und wie man mit uns umgeht.”

“Eine zusätzliche Punschbude kannibalisiert dann doch nur den Markt der Eventgestalter vor dem Kub”, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. “Wir wollen einen geschlossenen Markt und keine vereinzelten Buden”, so Lembke weiter.

“Das eingedampfte Konzept vor dem KuB ist besser als gar kein Weihnachtsmarkt in den Adventswochen”, findet er.

Aus der Stadtverwaltung heißt es weiter, dass bei der Ausschreibung und der Auswahl des Veranstalter juristisch keine Fehler gemacht worden seien. Alles sei ordnungsgemäß abgelaufen. Rodloff könne sich bei Interesse ja im nächsten Jahr für die Ausrichtung des Marktes bewerben. Dass zumindest seine traditionelle Punschbude in der Weihnachtszeit in der Fußgängerzone doch noch nachträglich als “good will” oder Entgegenkommen genehmigt werde, schloss die Stadtverwaltung aus.

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Bad Oldesloe

Oldesloer Musikschule schafft neue Angebote für Kinder und Senioren

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Zum Jahreswechsel hat die Oldesloer Musikschule mehrere neue Ensembles gegründet, damit Schüler Routine am Instrument bekommen und erste Erfahrungen vor Publikum sammeln können.

Dozentin Susanne Pocs (von rechts) und Musikschulleiter Marian Henze mit dem neuen Kinder-Ensemble “La Mausica”

Das neue Kinder-Ensemble „La Mausica“ feierte bereits eine Premiere beim Weihnachtskonzert und wird auch künftig öffentlich auftreten.

„Ein Instrument lernen ist eine Sache, mit anderen zusammen spielen und dann auch noch auf einer Bühne eine ganz andere“, sagt Musikschulleiter Marian Henze. Vielen Kindern und auch Erwachsenen falle das schwer. „Aber es bringt sehr viel und ist gut für die Ausbildung des Gehörs, nicht nur für sich allein zu spielen“, so Henze. Unter professioneller Anleitung können Musikschüler in den schuleigenen Ensembles gemeinsam musizieren.

„La Mausica“ für Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren probt dienstags alle zwei Wochen an Streich- und Blasinstrumenten.

Auch für Erwachsene und Senioren bietet die Musikschule ab diesem Jahr neue Kurse an, etwa das Blockflöten-Ensemble sowie einen Gruppenunterricht in Musiktheorie- und Gehörbildung (donnerstags 17.15 bis 18 Uhr, KuB).

Bei der musikalischen Erwachsenenbildung will Marian Henze in diesem Jahr eine weitere Lücke in der Musikschule füllen: „Wir wollen zunächst mit internen Fortbildungen in die musikalische Bildung von Menschen im Alter, also in die Musikgeragogik einsteigen, um dann Angebote daraus zu entwickeln.“

Derzeit unterrichten an der Oldesloer Musikschule rund 60 Dozenten. Die Schülerzahl beläuft sich inklusive externer Kooperationen mit Schulen wie „Klasse musiziert“ auf rund 2000.

Weil Auftritte wichtig sind, plant die Musikschule auch in diesem Jahr einen Wettbewerb. „Wir haben festgestellt, dass ein Tag nicht reicht und deswegen werden wir das Programm auf ein ganzes Wochenende ausweiten“, sagt Marian Henze. Beim Musikschulewettbewerb (16. und 17. Mai) können Schüler Stipendien und andere Preise gewinnen. Die Gewinner des vergangenen Jahres werden am 17. Januar, 18 Uhr, ein Konzert im Rathaussaal geben. Der Eintritt ist frei.

Längst setzt die Musikschule nicht mehr nur auf klassischen Musikunterricht und betrachtet auch andere Aspekte. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr ein Kinder-Musical aufgeführt. In „Tuishi pamoja“ (19. und 21. Juni) erzählen 23 Kinder eine Geschichte über Vorurteile, Freundschaft und Toleranz. Marian Henze: „Unser Musical-Kurs hat etwas schleppend begonnen aber letztendlich gab es doch noch genug Anmeldungen.“

Erwachsene können bei der Schule für Ballett und Tanz unter anderem Unterricht in Ballett, Modern Dance und Jazz-Dance nehmen.

Das aktuelle Angebot der Oldesloer Musikschule liegt im Kultur- und Bildungszentrum aus und wurde gemeinsam mit dem Programm der Volkshochschule an die Haushalte in Bad Oldesloe und Reinfeld verteilt. Anmeldungen und Informationen zu den Kursen unter www.oldesloer-musikschule.de.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Oldesloer Bündnis gegen Rechts unterstützt Verfolgte des Naziregimes

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Zur Stolpersteinverlegung in der Hindenburgstraße in Bad Oldesloe plant das Bündnis gegen Rechts eine Unterschriftenaktion, um die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) zu unterstützen.

Foto: Axel Mauruszat/Wikipedia/CC (CC BY 2.0 DE)

Der Organisation, die sich mit der Aufarbeitung der Nazi-Diktatur in Deutschland beschäftigt, soll die Gemeinnützigkeit entzogen werden. Das Finanzamt für Körperschaften 1 des Landes Berlin hat diesen Entzug veranlasst.

Auf einer übergroßen  Postkarte sind Oldesloer Bürgerinnen und Bürger aufgefordert sich hier zu beteiligen und zu unterschreiben. Die Karte soll dem Bundesminister für Finanzen, Olaf Scholz, übergeben werden.

„Die nun in ihrer Existenz akut bedrohte VVN-BdA ist ein überparteilicher, unabhängiger Zusammenschluss von Antifaschisten aller Generationen“, sagt Hartmut Jokisch,

Vorsitzender des Freundeskreis Beer Yaacov/Jifna und Mitglied im Bündnis gegen Rechts. Sie sei die älteste und größte Antifa-Organisation in der Bundesrepublik Deutschland.

Die VVN wurde 1947 von Verfolgten des Naziregimes , meist antifaschistische Widerstandskämpferinnen und –kämpfer gegründet.

Die Ehrenvorsitzende der VVN-BdA ist Esther Bejarano. Sie schrieb in einem offenen Brief an Olaf Scholz: „Das Haus brennt – und Sie sperren die Feuerwehr aus!“

Holocaust-Gedenken am Stolperstein

Vor genau 75 Jahren am 27. Januar wurden die noch lebenden Insassen des KZs Auschwitz von der Roten Armee befreit.

Das Grauen aus Fronarbeit, Gaskammern und Krematorien, die industrielle Vernichtung von Millionen Menschen, wurden erst dadurch der Weltöffentlichkeit bekannt. Dieser Tag ist der Internationale Holocaust Gedenktag.
Der Verein Freundeskreis Beer Yaacov/Jifna bittet deshalb am Stolperstein in der Hindenburgstraße 49 an diesem Tag um 12 Uhr kurz innezuhalten und den Opfern des Nazi-Regimes zu gedenken.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Immobilie gekauft: Mehr Platz für die Oldesloer Verwaltung

Veröffentlicht

am

Mühlenstraße 21 in Bad Oldesloe Foto: SL

Bad Oldesloe – Die Gerüchten kursierten schon länger, mittlerweile ist es nun bestätigt: die Stadt Bad Oldesloe hat das Gebäude in der Mühlenstraße 21 erworben, das direkt neben dem Bürgerhaus liegt.

In dem Gebäude war bis Herbst 2019 das “Stormarner Tageblatt” beheimatet, das einige Häuser weiter in moderne Büroräume umgezogen ist. Die historische Immobilie in der Mühlenstraße 21 stand seitdem leer.

Die Stadt reagiert damit auf den Mangel an Büroräumen für die Verwaltung, der immer wieder erwähnt wird. Im vergangenen Jahr wollte Bürgermeister Jörg Lembke bereits die Räume im Obergeschoss des Bürgerhaus in Büros umwandeln lassen. Die Politik entsprach diesem Wunsch aber nicht, weil dort Vereine und andere Ehrenamtler ihre Arbeit machen.

Welche Abteilungen in die neue Immobilie umziehen, steht derweil noch nicht fest.

Im aktuellen Haushalt sind insgesamt über 6,5 Millionen Euro für den Ankauf von Immobilien und Grundstücken eingestellt. Ob auch das leerstehende ehemalige Nickel-Gebäude in der Lübecker Straße dabei sein wird, wie es schon länger ebenfalls in Gerüchten heißt, wollte die Stadtverwaltung nicht kommentieren.

Weiterlesen
Werbung

Unterstütze unsere Arbeit

Stormarlive.de lesen ist kostenlos. Aber ihr könnt uns freiwillig über Paypal unterstützen.

 

Werbung