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Politik und Gesellschaft

Hilfsangebote auf Brötchentüten: Aktionstag gegen häusliche Gewalt

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Glinde – Erst war es nur eine Drohung, dann schlug der eigene Ehemann zu: Gewalt in der Familie ist ein Thema, das für viele Menschen immer noch Tabu ist und über das man sich nicht traut zu sprechen, denn zu tief sitzt die Scham über die eigenen Probleme gerade dort, wo viele auf eine heile Welt hoffen.

Anlässlich des weltweiten Aktionstages „Nein zu Gewalt an Frauen“ findet in diesem Jahr schon zum 15. Mal in Stormarn die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ statt.

„Immer wieder werden Frauen in ihrer eigenen Wohnung das Opfer von häuslicher Gewalt. Viele von ihnen entscheiden sich oft erst nach einem langjährigen Leidensweg dafür, Hilfe von außen zu holen“, erklärt Kerstin Schoneboom, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Glinde.

Viele der Opfer wüssten nicht, mit welchen Mitteln sie ihre Peiniger in die Schranken weisen können.

Aufklärung will nun ein Netzwerk verschiedener Einrichtungen geben.

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn, die Frauenfacheinrichtungen und das Projekt „KIK Stormarn – Netzwerk bei häuslicher Gewalt“ konnten auch in diesem Jahr die „Bäcker-lnnung Holstein Stormarn als Kooperationspartnerinnen für Veranstaltungen rund um den 25. November, dem Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ gewinnen.

Insgesamt beteiligen sich in Schleswig-Holstein in diesem Jahr 50 Bäckereibetriebe, die Mitglied im Landesinnungsverband Schleswig-Holstein sind.

In ihren zahlreichen Filialen setzen die Betriebe gut 320.000 Brötchentüten zum Einpacken der Backwaren ein, auf denen sich die Telefonnummer vom Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ befindet.

Rund um den 25. November planen die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn mit ihren Kooperationspartnern in zahlreichen Städten und Gemeinden Informationsstände und Veranstaltungen.

So gibt es am Montag, 25. November, unter anderem im Glinder BrAWO-Center, Mühlenstraße 3, ein gemeinsames Event der Glinder Gleichstellungsbeauftragten, der Koordinatorin des StoP-Projektes, des Frauenforums Glinde sowie der Frauenberatungsstelle der SVS. Von 11 bis 13 Uhr gibt es dabei neben den kostenlosen Brötchentüten auch einen Informationsstand der Frauenberatungsstelle und des StoP-Projektes.

„Darüber hinaus wird das Sozialkaufhaus BrAWO-Center an diesem Tag dann auch für alle interessierten Besucher*innen für einen Einkauf geöffnet, egal ob bedürftig oder nicht. Die AWO möchte dann die Einnahmen, die an diesem Tag gemacht werden, für das Glinder StoP-Projekt spenden“, freut sich Kerstin Schoneboom.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der kostenlosen Nummer 0800/116 016 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt.

Es bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher beraten zu lassen. Ob Gewalt in Ehe oder Partnerschaft, sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigung sowie Stalking,. Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter.

Die Notwendigkeit von Hilfsangeboten für von Gewalt betroffenen Frauen und deren Kindern belegen aktuelle Zahlen.

Im Jahr 2018 sprach im Kreis Stormarn in 25 Fällen die Polizei eine Wegweisung des Täters aus der gemeinsamen Wohnung aus.

Bei 65 Einsätzen übermittelte die Polizei die Daten des Opfers für eine erste Kontaktaufnahme an die Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen Stormarn“. Weitere 59 Frauen meldeten sich selbständig wegen häuslicher Gewalt in den Frauenberatungsstellen im Kreis Stormarn. Das Frauenhaus Stormarn bot 2018 insgesamt 46 Frauen und 52 Kindern Schutz vor Gewalt. 99 Frauen mit 110 Kindern mussten an andere Frauenhäuser im Land vermittelt oder wegen Platzmangel abgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Betroffenen deutlich höher ist, denn nur Wenige rufen die Polizei bzw. suchen von sich aus Hilfe.

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Bad Oldesloe

Oldesloer Bürgermeister hisst “Mayors for peace” Flagge gegen Atomwaffen

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“Mayors for peace” Flagge vor dem Bad Oldesloer Rathaus Foto: SL

Bad Oldesloe – Am Mittwoch, 8. Juli, hat Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke vor dem Rathaus die Flagge des weltweiten Bündnisses “Mayors for Peace” gehisst.

Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister für den Frieden in diesem Jahr für die Verlängerung des New-Start-Vertrages ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen.

Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrages appellieren die Mayors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.

„75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung der Überlebenden, der Hibakusha, nach einer Welt ohne Kernwaffen, immer noch nicht erfüllt. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, erinnern mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge an diesen Wunsch. Wir fordern die Atommächte eindringlich dazu auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen und dem 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag endlich beizutreten“, so Lembke.

Der Flaggentag der Mayors for Peace erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (das Hauptrechts-sprechungsorgan der Vereinten Nationen), das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde.

Das Gutachten stellte fest, dass die Gefahr durch oder die Verwendung von Nuklearwaffen im Allgemeinen dem Völkerrecht widersprechen. Mittlerweile nehmen mehr als 300 Städte an der deutschlandweiten Aktion der Bürgermeister für den Frieden teil.

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National

Seehofer: Rechtsextreme größte Bedrohung für Sicherheit in Deutschland

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Berlin – Innenminister Horst Seehofer sieht den Rechtsextremismus in Deutschland als größte Bedrohung für die Sicherheit.

Horst Seehofer Archivfoto: Photocosmos1/Shutterstock.com

Laut dem jetzt vorgestellten Verfassungsschutzbericht ist die Zahl der Rechtsextremisten innerhalb eines Jahres um ein Drittel gestiegen.

Der Bericht warnt auch vor der steigenden Bedrohung durch die sogenannte “Neue Rechte”, explizit unter anderem vor der “Identitären Bewegung”, der Jungen Alternative (JA) und dem ebenfalls als rechtsextrem eingestuften “Flügel”.

Auch das “Compact”-Magazin und das “Institut für Staatspolitik” wurden in diesem Zusammenhang von Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang namentlich genannt.

Deren und weitere Vertreter der “Neuen Rechten” seien “Superspreader von Hass, Radikalisierung und Gewalt”, wie Haldenwang sagte:

“Sie konstruieren Sündenböcke. Sie inszenieren sich als politische Akteure, die ‘aufräumen’ wollen. Dabei verseuchen sie das gesellschaftliche Miteinander.”

Derzeit rechnet der Verfassungsschutz 32.080 Personen zum “rechtsextremistischen Personenpotenzial”. Im Vergleich zum Vorjahr (24.100) eine Steigerung von knapp 8000 Personen.

Das liegt auch daran, dass der völkische AfD-“Flügel” mit seinen rund 7000 Mitgliedern als Rechtsextremisten geführt werden.

13.000 der Rechtsextremisten werden als gewaltbereit eingestuft.

Bundesinnenminister Horst Seehofer: “Noch nie hat eine Bundesregierung diese Bedrohungslage so eindeutig und klar identifiziert.”

So seien Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus derzeit “die größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland.”

In der Presskonferenz wies Seehofer auch darauf hin, dass über 90 Prozent antisemitischer Taten von Rechtsextremisten begangen werden.

Doch nicht nur Rechtsextremismus steht im Fokus der Behörden.

Die Zahl des Personenkreises, die der Verfassungsschutz als Linksextremisten führt, hat sich innerhalb eines Jahres um 1.500 Personen von 32.000 auf 33.500 vergrößert.

Laut Haldenwang sei im Jahr 2019 ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht worden. Weiter verurteilte er die steigende Gewaltbereitsschaft in der Szene, nannte “den linksextremistischen Hotspot Leipzig”, wo es an Silvester zu Ausschreitungen gekommen war.

Unverändert hoch ist die Gefahr durch islamistische Anschläge.

Hier hat der Verfassungsschutz vor allem Rückkehrer aus Irak und Syrien im Fokus. “Al-Kaida ist nicht tot und steht im Zugzwang mit Anschlägen von sich reden zu machen”, sagte Haldenwang.

Aktiver werden will der Verfassungsschutz im Internet wie etwa in sozialen Netzwerken. Denn vor allem dort ist die Gefahr groß, dass sich Menschen radikalisieren.

Haldenwang: “Kein Extremist darf sich mehr sicher fühlen. Im Internet werden wir die Zahl virtueller Agenten deutlich ausbauen.”

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Bad Oldesloe

Wegen illegaler Abfallablagerung: Keine Müllcontainer mehr am Oldesloer Bürgerpark

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Ehemaliger Standort der Container am Bürgerpark Foto: SL

Bad Oldesloe – Weil es wochenlang Ärger rund um illegal entsorgten Müll durch ignorante Bürger gab, hatte die AWSH angekündigt nach den Papier-Container auch die Altglascontainer abzubauen und damit den Standort am Bürgerpark in der Kreisstadt komplett aufzugeben.

Genau das ist nun auch passiert. Viele Mitbürger ärgern sich jetzt, weil sie in der Innenstadt ihr Altpapier und ihr Altglas nicht mehr entsorgen können. Der Abbau der Altkleidercontainer war zuvor schon durch die Stadt veranlasst worden, weil ein politischer Beschluss besteht, dass auf städtischen Flächen gar keine Altkleidersammelbehälter mehr zugelassen werden.

Bedanken können sich die Oldesloer, die die Container bisher regulär benutzten bei den Mitbürgern, die ihren Unrat von Altreifen bis zu Matratzen am Bürgerpark abgelagert hatten. Sogar ein altes Gerät aus einer professionellen Restaurantküche sowie ein Fernseher war zwischenzeitlich dazugekommen.

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