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Berlin

Bundeskriminalamt warnt vor zunehmender Cyber-Kriminalität

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Onlinekriminalität im Internet Symbolfoto: Sergey Nivens / Shutterstock

Berlin – Das BKA stellte eine Zunahme der Cyberkriminalität in Deutschland fest. Die steigende Anzahl digitaler Geräte biete Cyberkriminellen immer neue potenzielle Ziele. Dementsprechend stieg die Anzahl der Cyberangriffe in Deutschland auch im Jahr 2018 weiter an.

Rund 87.000 Fälle von Cybercrime wurden von der Polizei erfasst, ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ein Anstieg von rund fünf Prozent (271.864 Fälle) war auch bei der Zahl der Straftaten zu verzeichnen, bei denen 2018 das Internet als Tatmittel genutzt wurde.

Das geht aus dem am 11. November veröffentlichten Lagebild “Cybercrime” des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Die Vielfalt der digitalen Angriffsziele sorgt dafür, dass auch das Gesamtaufkommen der festgestellten Schadsoftware immer weiter steigt.

Cyberkriminelle müssen diese Schadsoftware nicht zwangsläufig selbst erstellen. Auf Marktplätzen im Clearnet, Deepweb und im Darknet werden gegen Bezahlung eine Vielzahl illegaler Angebote gemacht, um beispielsweise Angriffe auf Firmennetzwerke und Webseiten durchzuführen oder Viren programmieren zu lassen.

“Crime-as-a-Service” nennt sich dieses Geschäftsmodell, bei dem neben Schadsoftware auch gestohlene Daten oder Anonymisierungsdienste verkauft werden.

Anonymer Anrufer Symbolfoto: Marko Aliaksandr / Shutterstock

Einer dieser Marktplätze war “Webstresser”, eine Plattform, die sich darauf spezialisiert hatte, im Auftrag ihrer Kunden so genannte DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) auf Webseiten durchzuführen. DDoS-Attacken zielen darauf ab, Webpräsenzen, Server und Netzwerke so zu überlasten, das sie nicht mehr erreichbar sind. Mithilfe von “Webstresser” konnten auch Laien diese Angriffe ausführen.

Im April 2018 wurde die Seite, die unter anderem in Frankfurt am Main gehostet worden war, im Rahmen einer international koordinierten Maßnahme mehrerer Strafverfolgungsbehörden, an der auch das BKA beteiligt war, vom Netz genommen. Bis zu diesem Zeitpunkt war “Webstresser” für über vier Millionen DDoS-Attacken weltweit eingesetzt worden.

Der Administrator der Seite wurde festgenommen und Ermittlungen gegen 250 Nutzer der Plattform aufgenommen.

Cybercrime verursachte 2018 einen Schaden in Höhe von über 60 Millionen Euro, ein Rückgang um rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2017: 71,4 Millionen Euro). Die Zahl bildet jedoch nur ab, was der Polizei bekannt geworden ist. Tatsächlich dürfte sich der Schaden für Unternehmen auf über 100 Milliarden Euro belaufen, wie Schätzungen aus der Wirtschaft im Betrachtungszeitraum 2018/2019 zeigen.

Die enorme Differenz erklärt sich auch durch das hohe Dunkelfeld in diesem Phänomenbereich. Insbesondere Unternehmen zeigen Fälle von Cybercrime und damit verbundene materielle Schäden nach wie vor vergleichsweise selten an. Die Furcht vor einem Vertrauensverlust bei Partnern und Kunden steht dabei dem Interesse, die Tat strafrechtlich verfolgen zu lassen, entgegen.

Dabei sind Firmen ein bevorzugtes Angriffsziel für Hacker, wobei Kriminelle nicht nur daran interessiert sind, an das Geld der Unternehmen zu gelangen. Auch das Ausspähen technologischen Wissens ist für sie von Bedeutung.

Kriminalität im Internet Symbolfoto: JTbookcovers/Shutterstock

Das BKA rät sowohl Firmen als auch Privatpersonen, jeden Fall von Cybercrime zur Anzeige zu bringen. Zudem sollten präventive Sicherheitsmaßnahmen für Geräte und Prozesse ergriffen werden. Dass dies einen positiven Effekt hat, zeigt sich am Beispiel des Phishings im Online-Banking: 2018 wurden 723 Fälle zum Phänomen Phishing gemeldet, was einem Rückgang von nahezu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die rückläufigen Zahlen sind darauf zurückzuführen, dass die Banken ihre TAN-Verfahren weiterentwickelt und Sicherheitslücken geschlossen haben. Insgesamt geht das BKA jedoch auch für die kommenden Jahre von weiter steigenden Fallzahlen im Bereich Cybercrime aus. Um dieser Herausforderung adäquat zu begegnen, arbeitet das BKA derzeit am Aufbau einer Abteilung “Cybercrime”. Damit sollen komplexe Ermittlungen und die Bearbeitung herausragender Cybervorfälle gestärkt werden.

Peter Henzler, Vizepräsident beim Bundeskriminalamt: “Cybercrime ist ein Massenphänomen, das nicht nur Privatpersonen, sondern auch die Wirtschaft immer stärker trifft. Cyberangriffe sind für Kriminelle ein lohnendes Geschäftsfeld, bei dem sie auch nicht davor zurückschrecken, im Sinne der Profitmaximierung Kritische Infrastrukturen, wie beispielsweise Krankenhäuser, zu attackieren. Dem stellt sich das Bundeskriminalamt mit Entschlossenheit entgegen. Unsere Erfolge gegen Plattformen wie “Webstresser” oder “Wall Street Market” belegen das. Darauf ruhen wir uns aber nicht aus. Künftig wollen wir IT-Spezialisten noch stärker in die kriminalpolizeiliche Arbeit einbinden. Dafür werden im Bundeskriminalamt neue Stellen geschaffen, die wir im Zuge des Aufbaus der Abteilung Cybercrime zeitnah besetzen werden. Unser Ziel ist klar: Wir wollen mit den Tätern nicht nur auf Augenhöhe sein. Wir müssen ihnen voraus sein, um sie für ihre Taten zur Rechenschaft zu ziehen.”

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Berlin

Bundesregierung und Länder einig: Keine Diskussion über Regellockerungen, keine Mundschutzpflicht

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Angela Merkel Foto: 360b/shutterstock.com

Berlin/Kiel – Die Bundesregierung hat sich in einer Telefonkonferenz mit allen Bundesländern darauf geeinigt, dass die bestehenden Beschränkungen mindestens bis nach den Ostern bestehen bleiben sollen. An Lockerungen sei noch gar nicht zu denken, ist der Tenor.

„Die Dynamik der Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland ist noch immer zu hoch. Wir müssen daher weiterhin alles dafür tun, die Geschwindigkeit des Infektionsgeschehens zu vermindern und unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten. Eine entscheidende Rolle kommt dabei weiterhin der Reduzierung von Kontakten zu.Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest und die in den Ländern anstehenden Osterferien betonen Bund und Länder“, heißt es in einem Statement der Bundesregierung.

„Bürgerinnen und Bürger bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, stellt die Bundesregierung klar.

.„Deshalb bleiben die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, generell auf private Reisen und Besuche -auch von Verwandten- zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge“, ist die klare Order.

„Familienausflüge, Gottesdienste , all das wird in diesem Jahr nicht möglich sein”, betont Bundeskanzlerin Angela Merkel.  „„Es ist bei Weitem zu früh, darüber nachzudenken, die Maßnahmen zu lockern“, so die Bundeskanzlerin.

Sie wisse, dass die notwendigen Maßnahmen hart seien „Ich möchte mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich bedanken. Das ist eine großartige Leistung“, so die Kanzlerin.

Die nächste Bewertung der Lage solle am Dienstag nach Ostern erfolgen, dem 14. April. Die bisher geltenden Maßnahmen werden mindestens bis zum 19. April in vollem Ausmaß gelten.

Das Tragen von Mund- und Nasenschutz soll aus verschiedenen Gründen nicht verpflichtend werden. Zum Einen befürchte man, dass Menschen mit Maske unvorsichtiger agieren würden, außerdem sehe man die Gefahr, dass die Masken selbst, bei zu langem Tragen eher zu „Virenschleudern“ als zu einer Hilfe werden.

Damit bleibt bis zum 19. April ganz klar in Schleswig-Holstein die Regel bestehen, dass man sich nur mit einer Person treffen oder in der Öffentlichkeit bewegen darf, die nicht zum eigenen Haushalt oder der Familie gehört. Treffen mit Freunden, Grillabende, gemeinsame Radtouren mit Nachbarn und so weiter, sind damit auch über Ostern verboten.

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Berlin

Bundeskanzlerin in Quarantäne: Behandelnder Arzt mit Corona infiziert

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Angela Merkel Archivfoto:360b/shutterstock

Berlin – Ein Arzt mit dem Bundeskanzlerin Angela Merkel in den vergangen Tagen Kontakt hatte, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Daher hat die Kanzlerin sich in Quarantäne begeben. Von dort aus wird sie die Dienstgeschäfte fortführen, teilte das Kanzleramt mit.

“Die Bundeskanzlerin wurde nach ihrem heutigen Presseauftritt davon unterrichtet, dass ein Arzt, der am Freitagnachmittag eine prophylaktische Pneumokokken-Impfung bei ihr vorgenommen hatte, mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde”, so Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend.

Daraufhin hat die Bundeskanzlerin entschieden, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben.

“Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen”, so Seibert.

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Berlin

Bundeskanzlerin appeliert an Vernunft und Zusammenhalt in der Corona-Krise

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Archivfoto: 360b/shutterstock.com

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer ersten Fernsehansprache – abgesehen von der traditionellen Neujahrsansprache – an die Vernunft und den Zusammenhalt der Mitbürger appeliert.

Sie verkündete keine weiteren, noch strengeren Maßnahmen, wie von manchen Bürgern im Vorwege vermutet und befürchtet worden war.

“Was am Schwersten ist, dass uns Begegnungen fehlen, die sonst für uns selbstverständlich sind”, sagte die Kanzlerin.

“Es gehört zu einer offenen Demokratie, dass wir unser Handeln gut begründen und kommunizieren. Ich glaube fest daran, dass wir diese Aufgabe bestehen, wenn alle Bürgerinnen und Bürger sie als ihre Aufgabe verstehen”.

Es sei die größte Herausforderung für das solidarische Handeln und die demokratische Gesellschaft seit dem Ende des zweiten Weltkriegs 1945.

Alle in der Gemeinschaft sollen geschützt und der Schaden für alle Bereich begrenzt werden. Daran arbeite die Regierung, die aber auf jede Unterstützung der Bevölkerung angewiesen sei.

“Es wird weltweit unter Hochdruck geforscht, aber noch gibt es weder Therapie noch Impfstoff”, erklärt die Kanzlerin. Es sei ernst, daher solle man die Situation auch ernst nehmen.

Es gelte jetzt Zeit zu gewinnen, um entsprechende Therapien und Medikamte zu entwickeln, aber auch um die Kapazitäten in den Kliniken nicht zu sprengen.

Deutschland habe eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, aber auch hier seien die Kapazitäten begrenzt. Die Erkrankten seien keine Zahlen oder Statistiken, sondern Mitmenschen, stellte die Kanzlerin klar.

Sie bedankte sich bei den Mitarbeitern in Arztpraxen und Krankenhäusern für ihre Arbeit. “Ich danke Ihen von ganzen Herzen dafür”, so Merkel.

Die weitere Ausbreitung müsse verhindert werden. “Das öffentliche Leben soll so weit es geht heruntergefahren werden”, so Merkel. “Alles was Menschen gefährdet, muss minimiert werden”.

Sie wisse wie hart alle Schließungen und Absagen seien und dass die Einschränkungen deutlich spürbar seien. Es seien tatsächlich auch die härtesten Einschränkungen seit der Gründung der Bundesrepublik 1949.

“Die nächsten Wochen werden noch schwerer. Aber die Bundesregierung tut alles was sie kann, die wirtschaftlichen Folgen abzufedern und vor allem Arbeitsplätze zu sichern”, führte die Kanzlerin fort.

Alle können sich darauf verlassen, dass die Lebensmittelversorgung gesichert ist”, sagt Merkel. “Hamstern als werde es nie wieder etwas geben, ist sinnlos und letzlich vollkommen unsolidarisch”, sagt die Bundeskanzlerin. Sie dankte den Mitarbeitern im Einzelhandel. “Sie halten den Laden buchstäblich am Laufen”, so Merkel.

“Jetzt muss jeder und jede Einzelne helfen. Niemand ist verzichtbar. Alle zählen. Es braucht unser aller Anstrengung. Das zeigt uns eine Epidemie. Wir verwundbar wir sind und wie sehr abhängig vom Handeln der anderen”, so Merkel. Genau das stärke aber auch den Zusammenhalt.

“Wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand nehmen”, so die Kanzlerin. Jedes Treffen, dass nicht unbedingt sein müsse, könne abgesagt werden. “Am besten keinen Kontakt mehr zu den ganz Alten”, warnt Merkel.

Körperliche Zuneigung ist momentan keine Fürsorge. Der gut gemeinte Besuch oder sinnlose Reisen sind eine Ansteckungsgefahr. Enkel und Großeltern sollen sich aktuell nicht mehr begegnen.

Es ginge auch darum, niemanden alleine zu lassen. Wir werden als Gesellschaft und Familie andere Formen des Kontakts finden. Es gibt schon jetzt viele kreative Wege. Auch Briefe schreiben sei wieder eine gute Möglichkeit.

Nachbarschaftshilfe sei gestartet. “Da geht noch viel mehr. Wir werden als Gemeinschaft zeigen, dass wir einander nicht allein lassen”, ist die Kanzlerin sicher.

Kanzlerin Merkel zu Corona-Pandemie

Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert in einer TV-Ansprache an die Deutschen, bei der Eindämmung der Corona-Pandemie zu helfen. Ihre komplette Rede:

Gepostet von ZDF heute am Mittwoch, 18. März 2020

“Wir werden als Regierung stets überprüfen, was sich wieder korrigieren lässt, aber auch, was vielleicht noch nötig ist”, kündigte sie langfristig möglich weiter Maßnahmen an. “Glauben Sie keinen Gerüchten, sondern nur den offiziellen Mitteilungen”, legte Merkel fest.

“Dieses ist eine historische Aufgabe”, sagt die Regierungssprecherin. “Die Situation ist ernst und sie ist offen. Es wird nicht nur, aber auch davon abhängen, wie diszipliniert jeder die Regeln akzpetiert und umsetzt. Es kommt ohne Ausnahme auf jeden einzelnen auf”, sagt Merkel.

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