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Politik und Gesellschaft

Rassistische Nazi-Aufkleber in Sülfeld: Pastor setzt ein deutliches Zeichen

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Foto: Facebook/SteffenPaar/Kirchengemeinde Sülfeld /hfr

Sülfeld – Rechtsextreme Stickerkleber der Nazi-Vereinigung “Aryan Circle” treiben offenbar in Sülfeld ihr Unwesen. Nachts kleben die Nazis ihre Aufkleber in dem Ort. Unter anderem an das Haus des bekennenden homosexuellen Pastors Steffen Paar, der sich für ein buntes gesellschaftliches Miteinander einsetzt und sehr beliebt ist für seine modernen Gottesdienst und seinen Umgang mit den Mitmenschen.

Paar bekommt jetzt aber nicht etwas Angst vor den feigen Nazi-Hetzern mit ihrem rassistischen Gedankengut aus der Mottenkiste der Geschichte. Er äußerte sich klar und direkt in einem Statement:

„Liebe“ tagscheue Klebemenschen,

Ihr habt es schon wieder getan. Fremdes Eigentum mit euren Aufklebern verschandelt.
Sachbeschädigung ist das. Diesmal nun auch mein Haus.
Vielleicht als Antwort auf mein Posting bei Facebook? Ich meine, man könnte ja auch von Angesicht zu Angesicht reden, aber gut. Das ist scheinbar nicht Euer Ding.
Ganz schön feige zudem für Leute wie Euch mit Euren selbsterklärten hehren Zielen.

„Endlich handeln“ steht auf den Aufklebern. Was Handeln für Euch bedeutet, haben wir erlebt. Ihr beschimpft Leute aufs Übelste, habt keine Skrupel vor Frauen und Kindern, benutzt Fäuste und Drohungen statt Argumente und schleicht Euch nachts durch unser Dorf, um heimlich Euren Schmutz zu verbreiten. Was seid Ihr nur für erbärmliche Menschen!

Versteht mich nicht falsch: Eure Aufkleber interessieren mich nicht die Bohne. Und auch Eure Ängste nehme ich nicht ernst. Versammelt Euch in Euren arischen Zirkeln und bildet Euch weiter ein, Euch würde es besser gehen, wenn es nur noch Menschen wie Euch gäbe. Viel Spaß in Eurer Welt, in der Gewalt und Angst der Klebstoff der Gemeinschaft ist.

Ich bin stolz auf mein Sülfeld und meine Kirchengemeinde. Wir sind gewiss nicht perfekt und wir streiten auch mal gerne. Doch im Grundsatz ziehen wir an einem Strang:

Hier haben die Alten ihren Platz neben den Jungen, der Arme neben der Reichen, da treffen sich Einheimische und Migranten, die Verschüchterten und die Lauten, die Christen mit den Muslimen und Atheisten, und die Schwulen und Transmenschen feiern gemeinsam mit Familien und Alleinstehenden.

Wir alle leben vom Geben und Nehmen.

Wir haben gelernt, dass Rasse, Religion, Geschlecht, sexuelle Orientierung und Vermögen nichts aussagen über den Wert eines Menschen. Denn als solche sind wir alle gleich. Gleich in den Rechten und gleich in den Pflichten.

Fürs erste mögt Ihr es schaffen: Leute wurden verletzt. Andere haben Angst. Jugendliche werden von Euch mit falschen Versprechen angeworben.

Aber täuscht Euch nicht. Eure gedachte Welt hat keinen Bestand. Sie wird untergehen.

Wir sind mehr. Wir haben den längeren Atem. Wir hier halten zusammen und sorgen füreinander. Für ein Sülfeld und eine Welt, in der mit Worten diskutiert wird und nicht mit Fäusten. Wo die Stärke der Gesellschaft nicht durch Abgrenzung, sondern durch Integration geschaffen wird. Ein Ort, an dem das Miteinander stärker ist, als das Gegeneinander. Wo Ängste kein Machtmittel sind, sondern überwunden werden. Und wo Taten und Gedankengut wie Eure keinen Platz haben.

Behaltet Eure Aufkleber für Euch!
Eure Welt und Gedanken brauche ich nicht.

Ach ja, wenn Ihr handeln wollt, dann meldet Euch gerne bei mir.
Ich wüsste hier ein paar Menschen, die könnten Eure Zeit und Hilfe brauchen.

Steffen Paar”

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Bad Oldesloe

Abgeordneter Claussen (CDU) spricht in Bad Oldesloe über zwei Jahre Jamaika

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Bad Oldesloe – Am Donnerstagabend wird der Landtagsabgeordnete Claus-Christian Claussen (CDU) die Weinwelt in Bad Oldesloe besuchen und dort eine Zwei-Jahres-Bilanz der Jamaika-Koalition ziehen.

Foto: Finn Fischer

Dabei spricht Claussen mit Fraktionsmitgliedern der CDU in Bad Oldesloe auch über den „Fahrplan der nächsten Jahre“. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt die stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Dr. Janine Rausch.

Das Treffen (Donnerstag, 19 Uhr, Weinwelt 27, Hindenburgstraße 27, Bad Oldesloe) ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.

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Bad Oldesloe

“Bild dir deinen Hass”: Wie rassistisch und rechts ist die BILD?

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Foto: Alexander Bulk

Bad Oldesloe – Dass die Bild-Redaktion die gesellschaftliche Stimmung versucht mitzuprägen und Diskussionen im rechtskonservativen Sinne zu lenken, ist allgemein bekannt.

Am Donnerstag, 21. November 2019, um 19 Uhr zeigt der Germanist Alexander Bulk nun anhand von Fallbeispielen, wie die Bild-Zeitung gegen Geflüchtete und “People of Color” schreibt, im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe.

Entstanden ist eine Untersuchung der Meinungsbildung durch das größte Printmedium Deutschlands. Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Bündnis gegen Rechts und dem städtischen Kulturbüro.   

Laut Autor Alexander Bulk hat sich der journalistische Stil in der Boulevardpresse seit den 90er-Jahren geändert: Der offen erkennbare Rassismus der 90er-Jahre sei einer salonfähigeren, subtileren Art der Diskriminierung gewichen.

Foto: KuB/hfr

Hinter einer vermeintlich patriotisch gefärbten Willkommenskultur verbergen sich nicht selten rassistisch gefärbte Stereotype.

Mit seinem Buch unter dem Titel „BILD dir deinen Hass“ will der Wissenschaftler Bulk Licht in dieses Versteckspiel bringen.

Anhand einer Vielzahl von Artikeln und Bildern hat er herausgearbeitet, auf welche Weise die Bild-Zeitung in den Diskurs über Flucht und Migration eingreift, inwiefern die dort anzutreffenden Narrative und Darstellungsmodi als rassistisch zu kritisieren sind und worin die Gefahren bestehen, die von dem einseitigen Journalismus der Springer-Presse ausgehen.

Ticketbestellung: 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de

Preis: 8,50 € / 6,50 € (erm.)

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Bad Oldesloe

Stormarner Bildungskarte kommt erst Januar 2020

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Bad Oldesloe – Der Termin für die Einführung der Stormarner Bildungskarte steht. Ab Januar 2020 soll sie an Leistungsberechtigte ausgegeben werden. Mitarbeiter der Sozialämter sind bereits geschult worden.

Die Bildungskarte der Sodexo Pass GmbH

Zunächst sollte die Bildungskarte bereits nach den Herbstferien 2019 eingeführt werden. Den Termin hat Landrat Henning Görtz in der Sitzung des Sozialausschusses konkretisiert und gleichzeitig in das kommende Jahr verschoben.

“Damit biegt die Einführung der Bildungskarte endlich auf die Zielgerade ein”, sagt Jörn Lucas, stellvertretender Vorsitzender der CDU Bad Oldesloe. Gemeinsam mit der Partei Die Linke hatte der Stadtverordnete lange für die Einführung der Bildungskarte gekämpft. Er habe sich eine schnellere Einführung gewünscht, aber „Stormarner Besonderheiten in der Organisation haben eine schnellere Einführung erschwert.“

Seit neun Jahren stehen Leistungsempfängern Finanzhilfen aus dem damals beschlossenen Bildungs- und Teilhabepaket zu. Doch die Beantragung ist kompliziert. Nur 15 Prozent der Berechtigten nahmen bisher Leistungen aus dem Topf in Anspruch. Die Bildungskarte ähnelt in ihrer Funktion einer Bankkarte, soll die Abrechnung für Berechtigte erleichtern und so die Quote erhöhen.

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