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Bad Oldesloe

Digitales Kreisarchiv: Stormarner Schlagzeilen von 1880 bis 1903

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Dr. Angela Behrens, Stadtarchivarin in Ahrensburg, und Kreisarchivar Stefan Watzlawzik haben die “Stormarnsche Zeitung” archiviert. Foto: Kreis Stormarn/hfr

Bad Oldesloe – Es ist ein spannender Blick in die Vergangenheit. Das Kreisarchiv Stormarn stellt ab sofort die frühen Jahrgänge der Lokalzeitung „Stormarnsche Zeitung“ digital zur Verfügung.

Das „Intelligenz- und Anzeigeblatt für den Kreis Stormarn“, wie es im Untertitel heißt, umfasst den Zeitraum 1880 bis 1903 und ist ein wichtiges Puzzleteil für Stormarns Lokalgeschichte. 3500 Zeitungsausgaben wurden digitalisiert und damit öffentlich zugänglich gemacht.

„Das ist eine beachtliche Quelle über eine Zeit, die bisher wenig erforscht ist“, erklärt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Viele Unterlagen dieser Jahre seien verloren gegangen. „Die Jahre 1870 bis 1900 sind noch ein weißer Fleck.“

Die „Stormarnsche Zeitung“, die drei Mal in der Woche erschien, stammt aus den Beständen des Ahrensburger Stadtarchivs. Stadtarchivarin Dr. Angela Behrens konnte die Lokalzeitung zur Verfügung stellen, die aus einer Zeit stammt, als der Ort noch aus den den Teilen Landgemeinde sowie Gutsbezirk Ahrensburg bestand.

Rondeel um 1905 Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

„Ab 1869 begann erst die kommunale Entwicklung“, erläutert Angela Behrens – vorher hat der Gutsherr das tägliche Leben bestimmt. „Mit der Selbstverwaltung wuchs auch das Interesse an öffentlichen Belangen.“ Dieses Interesse bediente die „Stormarnsche Zeitung“, deren Herausgeber Ernst Ziese (1848 – 1906) eine Druckerei in Ahrensburg betrieb und die vier- bis sechsseitige Zeitung für 50 und später 60 Pfennig anbot. „1877 gründete er mit einem Partner die „Stormarnsche Zeitung“, so die Stadtarchivarin, „ab 1880 gab er sie alleine heraus.“

Dem Leser bietet sich eine Mischung aus nationalen und lokalen Nachrichten, dazu kommen der Zeitungsroman, unterhaltsame Beiträge und viele Anzeigen.

Rückseite, Belegschaft der Druckerei Ziese 5. v. links Ernst Ziese um 1890 Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

„Die Anzeigen sind für uns von besonderem Interesse“, betont Watzlawzik. „Eine kurz vor dem Kalben stehende Kuh“ wird ebenso angeboten wie die neueste Hutmode für Damen oder „Winter-Paletots“ vom Ahrensburger Kleidungsgeschäft P. Taddiken.

„Die Anzeigen geben uns Angaben zu damaligen Gewerbetreibenden und Händlern“, sagt der Kreisarchivar. Teils seien die Inserate auch skurril, teils nach heutigem Verständnis fremd. Mit ihnen eröffneten sich interessante Einblicke in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des damals 2000-Einwohner-Ortes, der sich rasant entwickelte und in dem die Nachfrage nach Handel und Gewerbe stetig stieg.

Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Die Nachrichten reichen von „30 tote Ratten“ über die Geschichte eines politischen Gefangenen, der aus einem Zug flieht, indem zwei Komplizinnen die Gendarmen mit Tee betäuben, bis zum Dreikaiser-Jahr, in dem mehrseitig über den Tod Kaiser Wilhelm I. berichtet wird. Bismarcks Tod dagegen wurde in einem Einspalter abgehandelt, allerdings würdigte das Blatt ihn mit einer eigenen Sonderausgabe.

Auch die Pariser Weltausstellung 1900 findet Erwähnung und zeigt die zeigt das Areal um den Eiffelturm in einer Abbildung noch überweigend ländlich geprägt und kaum bebaut. „Es finden sich viele unterhaltsame Geschichten, und das Material ist noch wenig erforscht“, so der Kreisarchivar.

Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Mit der Digitalisierung wird der Wissenschaft nun eine weitere Forschungsquelle zugänglich gemacht. „Die Stormarnsche Zeitung“ ist ein Beleg für Zeitungswesen in Stormarn in der Anfangsphase“, erklärt Watzlawzik – davor gab es nur den Oldesloer Landboten: 1839 hatte der Buchdrucker Julius Schüthe in Oldesloe die obrigkeitliche Genehmigung erhalten, das „Oldesloer Königlich Privilegirte Wochenblatt für Stadt und Land“ herauszugeben, das ab 1899 als Tageszeitung „Oldesloer Landbote“ erschien. Ab 1877 erhielt der Landbote damit Konkurrenz aus Ahrensburg.

„Durch die Digitalisierung ist jetzt ein schneller Zugang auf die Zeitung möglich“, freut sich Angela Behrens. Was nicht digitalisiert vorliege, werde kaum noch angefragt. „So kommt die Zeitung ans Licht der Öffentlichkeit.“ Gleichzeitig sei die elektronische Erfassung eine Schutzdigitalisierung, weil das Original nicht mehr angefasst werde – Haptik, Rascheln und Geruch bleiben im Archiv und werden nur auf Wunsch am Original demonstriert.

Die 12.000 Seiten sind auf der Mediendatenbank des Kreisarchivs einsehbar und sollen, sobald es erstellt ist, auch Eingang in das Deutsche Zeitungsportal finden: Bei der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) wird in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Kooperationsprojekt derzeit ein Online-Portal für digitalisierte historische Zeitungen Deutschlands aufgebaut

Das Kreisarchiv ist noch auf der Suche nach weiteren Jahrgängen der Zeitung. „Wir haben schon zwei weitere Archive ausfindig gemacht, in denen sich noch Zeitungsausgaben befinden.“ sagt Watzlawzik. Aber das Kreisarchiv freut sich auch über Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern.

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Singer-Songwriter Max Prosa gibt Konzert im KuB

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Foto: Sandra Ludewig/hfr

Bad Oldesloe – Selten war ein Künstlername treffender gewählt als der von Max Prosa. So verspricht das Konzert im Rahmen der Big-City-Light Reihe von Klngstdt und dem Kulturbüro der Stadt Bad Oldesloe im KuB am Samstag, den 19. Oktober um 20 Uhr einen spannenden Abend zwischen Lyrik, Liedern und Erzählungen.

Prosa schreibt stimmungsgeladen und intensiv, pur und unverfälschte Lieder über Erinnerungen, Sehnsüchte und die Auseinandersetzung mit den Widersprüchen dieser Welt.

„Mir geht es nicht unbedingt darum, etwas zu sagen, was noch nie gesagt wurde“, sagt Prosa. „Sondern ich will das, was bereits gesagt wurde, so formulieren, dass es gefühlt wird.”

Der Berliner Singer-Songwriter zählt zur Speerspitze einer neuen und jungen Generation von Liedermachern, hat mittlerweile fünf Alben und eine Buchveröffentlichung im Gepäck, ist Musiker, Lyriker und Theaterautor.

Schon mit „Die Phantasie wird siegen“ erschien ein Debütalbum, das sowohl textlich als auch musikalisch einen reifen und selbstbewussten Max Prosa zeigte.

„Mit anderen Augen“ heißt sein neues Album und ist eine Sammlung aus der musikalischen Entwicklung des Max Prosa. Über ein Jahr hinweg hat Max am Tonträger herumproduziert, Lieder aussortiert und überdacht. Die 14 Songs des neuen Albums schaffen mit tiefen, perfekt arrangierten Sounds und einfühlsamen Lyrics eine Oase und entführen Max Prosas eigene Welt.

Ticketbestellung: 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de

Preis: VVK: 12,50 € / 3,50 € (erm.), AK: 15,50 € / 5,50 € (erm.) 

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Bad Oldesloe

VFL-Schwimmerinnen erfolgreich bei Preetzer Pokalwettkampf

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Bianca Hempell Foto: VfL Oldesloe/hfr

Bad Oldesloe – Beim 33. Preetzer Pokalschwimmen gingen auch wieder Schwimmerinnen des VfL Oldesloe an den Start. Der Wettkampf wurde auf der 25 Meter Bahn ausgetragen.

Für die Schwimmabteilung des VfL Oldesloe waren Barbara Kehbein (Jahrgang 1969) und Blanca Hempell (Jahrgang 2008) vor Ort. Für beide Schwimmerinnen war es ein erfolgreicher Wettkampftag.

Barbara Kehbein startete über 50 Meter Schmetterling (00:32,07), 200 Meter Lagen (02:37, 23) und 100 Meter Lagen (01:11,78) und belegte jeweils den ersten Platz! Über die 200 Meter Freistil (02:15,98) wurde sie Zweite.

Blanca Hempell startete über 200 Meter Rücken (03:30,66), 200 Meter Brust (04:07,37), 200 Meter Lagen (03:52,82) und 200 Meter Freistil (03:25,65) und wurde damit Zweite in ihrem Jahrgang in der Mehrkampfwertung. Über die 50 Meter Rücken (00:49, 44) belegte sie den ersten Platz!

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Bad Oldesloe: “Voice”-Projekt zeigt Theaterstück in der TMS-Aula

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Das Orgateam hinter “Voice” freut sich auf viele Teilnehmer Foto: SL

Bad Oldesloe – Wie wird die Zukunft aussehen? Welchen Einfluss hat meine Stimme auf die Zukunft? Im Tanz-Theaterstück “Voice” zeigen Jugendliche am 19. Oktober in der TMS-Aula ihre Zukunftsvisionen.

Sie lassen die Zuschauerinnen und Zuschauer an ihren Hoffnungen und Ängsten für die Zukunft teilhaben und zeigen was der oder die Einzelne bewegen kann. Dafür werden unter anderem Gesang- und Tanzelemente genutzt.

Das Theaterstück ist die Abschlussaufführung des Projektes „Voice – Meine Stimme, unsere Bewegung“ und wurde von den Jugendlichen selbst geschrieben.

Das Projekt ist eine Kooperation der Ida-Ehre-Schule, der Oldesloer Musikschule e. V. und der Stadt Bad Oldesloe. Das Projekt „Voice – Meine Stimme, unsere Bewegung“ wird gefördert durch Wege ins Theater, dem Projekt der ASSITEJ im Rahmen des Förderprogramms “Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Das Stück wird in der TMS-Aula gezeigt am 19. Oktober um 19 Uhr.

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