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Politik und Gesellschaft

Gesprächsrunde in der Ahrensburger Stadtbücherei: “Seenotrettung ist kein Verbrechen”

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Foto: Patzner/hfr

Ahrensburg – Zu einer informativen und spannenden Gesprächsrunde zum Thema “Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer” trafen sich drei Gesprächspartner in der Stadtbücherei Ahrensburg.

Michael Brandt (MdB, Obmann im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe) begann sein Statement mit dem Bericht von seinem Besuch auf der Insel Lesbos.

Dieser sogenannte Hotspot auf der griechischen Insel ist ausgelegt für 2.400 Personen, die über das Mittelmeer versuchen Europa zu erreichen. 9.000 Menschen vegetieren derzeit allerdings unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Sie warten dort, ob sie in die Türkei zurückgeschickt werden. Die Entscheidung darüber fällen die überforderten griechischen Behörden nach einer Wartezeit.

Es dauert 1,5 bis 3 Jahre nach Brandts Informationen bis es zum ersten Gespräch mit den Flüchtlingen kommt. Die Menschen schlafen größtenteils auf Pappen unter Planen im freien Gelände. Vom Zustand der sanitären Anlagen nicht zu reden.

An genau zwei Stellen im Lager gibt es laut Brandt fließendes Wasser. Die Essensausgabe wird vom Militär übernommen. Das Anstehen dafür dauert zwischen zwei und vier Stunden.

Mittlerweile hat sich eine Menschenhändlerstruktur sich herausgebildet und es verschwinden laut Berichten aus dem Lager regelmässig junge Frauen von der Insel.

Die örtliche Polizei bestreitet dies, die Information wird aber von der dort aktiven Vertreterin einer Nichtregierungsorganisation (NGO) bestätigt. 43% der Flüchtlinge sind Jugendliche und Kinder.

Am dringendsten sei es, diese aus dem Lager herauszuholen. In Deutschland stehe die in den letzten Jahren aufgebaute Infrastruktur teilweise leer. Auf Lesbos sei die Situation seit über 3,5 Jahren im Vergleich dazu absurd und menschenverachtend.

Der Hotspot in Lesbos wird finanziert und liegt in der Verantwortung der Europäischen Union.

Britta Ritterhof (Freundeskreis für Flüchtlinge Ahrensburg e.V.) berichtet in vollem Kontrast dagegen von den komfortablen Umständen der Flüchtlinge in Ahrensburg.

Das Leben im Containerdorf im Ahrensburger Gewerbegebiet erscheint im Vergleich dazu deutlich lebenswerter. Die Stadt Ahrensburg  konnte gut funktionierende Netzwerke aufbauen. die jetzt eine geradezu professionelle Betreuung durch die Kombination von Haupt-/ und Ehrenamt gewährleisten.

Hand in Hand arbeiten laut der Berichte das Rathaus, Jobcenter, Diakonie, Freundeskreis und viele andere Vereine. „Es läuft wunderbar, natürlich könnte es – wie immer – noch besser laufen“.

Als Vertreter aus Kiel berichtete Tim L. (Seebrücke Kiel) von dem Projekt „Sicherer Hafen“. In den Jahren 2014 bis August 2019 sind über 18.650 Menschen auf ihrer Flucht übers im Mittelmeer ertrunken.

Geradezu skandalös sei es, dass die Retter auf Schiffen kriminalisiert werden. Helfern drohen bis zu 20 Jahre Haft. Die Seenotrettung werde massiv behindert und die Schiffe dürften nicht mehr anlegen.

Die Europäische Union habe mit der „lybischen Küstenwache“ vereinbart, dass diese die Boote abfangen und wieder zurück in die Lager auf lybischen Boden bringen sollen, wo laut Berichten Folter, Gewalt und Vergewaltigungen herrschen.

Die Stadt Kiel hat sich mit Beschluss der Ratsversammlung  am 15.11.2018 zum „sicheren  Hafen“ erklärt. Die Kieler Bevölkerung heißt damit Menschen in Not willkommen.

Ziel sei es auch weitere Kommunen zu diesem Schritt zu bewegen und Europa wieder zu öffnen. “Die Fluchtursachen lassen sich durch die Abschottung europäischer Grenzen nicht beheben und am wenigstens dürfen die Augen vor diese Leid verschlossen werden”, hieß es in der Gesprächsrunde.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Ali Hayder Mercan (Fraktionsvorsitzender „Die Linke“ Ahrensburg).

Der Abend in der Stadtbücherei Ahrensburg endete mit dem hoffnungsvollen Statement, dass der Funke aus Stormarn weitergegeben werden kann und die Bundesregierung durch viele Proteste doch zu einer Änderung in der Flüchtlingspolitik bewogen werden kann und die Vorteile einer gelungenen Integration, wie sie vorbildlich in Ahrensburg vollzogen werde, zu schätzen ist.

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Politik und Gesellschaft

Glinde: “Gewalt kommt nicht in die Tüte” Aktion im BrAWO-Center

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Foto: Stadt Glinde /hfr

Glinde – Teilnehmerinnen des Frühstückstreff der Sönke-Nissen-Park Stiftung haben gemeinsamen einen kleinen Ausflug samt Kinderwagen in das Sozialkaufhaus BrAWO-Center gemacht.

Dort ging es den jungen Müttern in erster Linie nicht um den Kauf von günstiger Kleidung oder Möbeln, sondern um Informationen zum Thema „Gewalt in der Familie“.

Anlässlich des weltweiten Aktionstages „Nein zu Gewalt an Frauen“ fand schon zum 15. Mal in Stormarn die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ statt.

Im Glinder BrAWO-Center, Mühlenstraße 3, gab es dazu ein gemeinsames Event der Glinder Gleichstellungsbeauftragten, der Koordinatorin des StoP-Projektes, des Frauenforums Glinde sowie der Frauen- und Mädchenberatungsstelle der SVS.

Dieses Angebot wurde von vielen Glinderinnen und auch Glindern genutzt. Dabei konnten die Besucher neben kostenlosen Brötchentüten auch jede Menge Informationen der Frauenberatungsstelle und des StoP-Projektes mit nach Hause nehmen.

Foto: Stadt Glinde/hfr

Darüber hinaus war das Sozialkaufhaus an diesem Tag auch für alle interessierten Besucher für einen Einkauf geöffnet, egal ob bedürftig oder nicht. Die AWO spendet die Einnahmen, die an diesem Tag gemacht wurden, für das Glinder StoP-Projekt.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der kostenlosen Nummer 0800/116 016 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Es bietet Betroffenen die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher beraten zu lassen.

Ob Gewalt in Ehe oder Partnerschaft, sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigung sowie Stalking, Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung die Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter.

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Bad Oldesloe

Engagement für Mitschüler: Kreisschülervertretung stellt sich neu auf

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Foto: Häusgen/KJR/hfr

Bad Oldesloe – Am 25. November traf sich die Kreisschülervertretung zusammen mit zwei Mitarbeitern des Kreisjugendring Stormarn im Kreistagssitzungssaal, um wieder aktiv die Interessen der Schüle im Kreis Stormarn gegenüber der Politik zu vertreten uns, sich schulübergreifend auszutauschen und gemeinsame Aktionen zu organisieren.

Gemeinsam wurde ein neuer Kreisschülervertretungsvorstand inklusive neuem Kreisschülerprecher gewählt.

„Ich freue mich, dass es einen neugewählten Vorstand gibt, welcher die rechtliche Legitimierung der Kreisschülervertretung anstrebt“ so der bis dahin kommissarisch tätige Kreisschülersprecher und wiedergewähltes Vorstandsmitglied, Leon Graack (Anne Frank Schule Bargteheide).

Neuer Kreisschülersprecher ist Lucas-Constantin Mathies (Ida-Ehre-Schule, Bad Oldesloe)

Zur Erarbeitung der rechtlichen Legitimierung wurde ein erster Arbeitskreis innerhalb des Kreisschülerparlaments gegründet.

Ebenfalls erhielt die Satzung der Kreisschülervertretung eine überarbeitung und auch die nächsten Termine für das Kreisschülerparlament sind nun im Kalender des Jahres 2020 vorgemerkt. 

Die reaktivierte und neu aufgestellte Kreisschülervetretung freut sich nach eigener Aussage darauf, aktiv die Themen und Anliegen der Schüler/innen im Kreis Stormarn zu behandeln und zu vertreten. 

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Bad Oldesloe

Kinderschutzbund: Mit Weihnachtskarten Gutes tun

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Foto: Junker/DKSB Stormarn/hfr

Bad Oldesloe/Ahrensburg/Bargteheide – Auch in diesem Jahr bietet der Kinderschutzbund in Stormarn wieder zwei Weihnachtskarten-Motive an, mit denen Käufer gleichzeitig Gutes tun können.

Jedes verkaufte Exemplar unterstützt den Familienhilfe-Notfonds, mit dem der Kinderschutzbund armen Familien im Kreis in finanziellen Notsituationen beisteht.

Es gibt viele Anlässe, die das Budget einer Familie sprengen können: die Waschmaschine gibt den Geist auf, ein Kindergeburtstag muss ausgerichtet oder in der Schule muss ein Buch gekauft werden. Der Erlös der Karten ermöglicht es dem Kinderschutzbund, diese Familien unbürokratisch und schnell zu unterstützen.

Die Karten kosten pro Stück 1,50 Euro inklusive Briefumschlag, davon geht 1 Euro direkt an den Familienhilfe-Notfonds. Beide Karten sind von Kindern in den Kinderhäusern Blauer Elefant gestaltet worden.

In folgenden Geschäften sind die Karten ab sofort exklusiv erhältlich:

Ahrensburg

  • Buchhandlung Stojan, Hagener Allee 3a
  • Schloss-Apotheke, Große Straße 2

Bad Oldesloe

  • Spitzweg Apotheke, Schützenstraße 4
  • Buchhandlung Willfang, Hude 5

Bargteheide

  • Adler Apotheke, Rathausstraße 33
  • Coffee Lounge, Rathausstraße 24-26
  • Rathaus-Apotheke, Rathausstraße 11
  • Stadt-Apotheke, Jersbeker Straße 12

Geschäftliche und größere Bestellungen nimmt die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes gerne entgegen, Telefon 04532-28 06 80.

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