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Jordsand-Verein verurteilt Touristen-Jagd auf seltene Seevögel

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Ein Mann kniet in einem kleinen Fischerboot, doch statt einer Angelroute hält er eine zweiläufige Flinte im Arm, vor sich ausgebreitet seine Trophäen: 29 tote Seevögel, vom Tordalk über Gryllteist bis zur Trottellumme, geschossen von Touristen in den Gewässern rund um Island.

Foto: U. Bolm-Audorff

Bei den zum Teil dramatischen Rückgängen vieler Seevogel-Bestände im Nordatlantik und seinen angrenzenden Meeren wie der Nordsee, die unermüdliche Wissenschaftler zu erforschen und engagierte Naturschützer aufzuhalten versuchen, ist es besonders erschreckend und abscheulich, dass unter anderen auch Unternehmen aus Deutschland zur Jagd auf Seevögel auf Island blasen – im Internet via Suche nach „Seevogeljagd Island“ leicht zu finden.

Auf Web-Seiten werden diese zweifelhaften Vergnügen vollmundig angepriesen.

Neben anderen Opfern, darunter auch Seehunde und Kegelrobben, können Tordalken, Trottel- und Dickschnabellummen, Papageitaucher und Grylteiste sowie Eissturmvögel, Eisenten und Möwen erlegt werden. Ein Fest für anspruchsvolle Jagdtouristen.

Foto: J. K. Jensen

Doch wie muss man diese Umtriebe tatsächlich bewerten? Seevögel gehören weltweit zur am stärksten bedrohten Gruppe aller Wirbeltiere überhaupt, wie unzählige wissenschaftliche Studien belegen. Zwei Drittel aller Arten und damit ca. 45 Prozent der gesamten weltweiten Seevogelpopulation sind allein durch Beifang in der Fischerei, invasive Arten an den Brutplätzen und den Klimawandel gefährdet.

Die globalen Bestände von Seevögeln sind im Zeitraum von 1950 bis 2010 um 70 Prozent eingebrochen. So wird beispielsweise der Gesamtbestand der Eisente in den Brutgebieten von Nordeuropa bis Westsibirien heute auf 1,6 Millionen Individuen geschätzt – im Jahr 2002 waren es noch 4,6 Millionen Vögel. Und beim Papageitaucher wird ein Rückgang beobachtet, der innerhalb von drei Generationen bis 2065 einen massiven Verlust von etwa 50-80 Prozent des Weltbestandes befürchten lässt. Beide Arten werden auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet geführt.

Die Brutvögel des Lummenfelsens auf Helgoland (Tordalken, Trottellummen und Eissturmvögel), einem Schutzgebiet des Vereins Jordsand, überwintern teilweise auch im Nordatlantik, wo sie unmittelbar vom Abschuss bedroht werden.

So kann der Seevogel-Tod auf Island auch direkte Auswirkungen vor unserer Haustür zeigen.

„Wenn jetzt wieder Jagden auf Seevögel organisiert werden, erinnert das an die dumpfe Ballerei sogenannter Sportschützen, die vor gut einhundert Jahren auf der Hallig Jordsand, dem Sylter Ellenbogen und in anderen Brutkolonien zum Freizeitvergnügen Seeschwalben und andere Meeresvögel vom Himmel holten“, beklagt Mathias Vaagt, Erster Vorsitzender des Vereins Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur. In Deutschland sind diese Zeiten, auch dank des Einsatzes des Vereins Jordsand, zum Glück vorbei. Denn das Schießen der Vögel damals wie heute auf Island, von findigen Geschäftsleuten organisiert, hat weder etwas mit jagdlicher Hege noch mit der etwaigen Tradition einer einheimischen Inselbevölkerung zu tun. „Es ist nichts weiter als der stupide Zeitvertreib übersättigter Mitteleuropäer auf der Suche nach dem letzten Kick“, so Vaagt, „auf Kosten einer einzigartigen Natur, die unseren Schutz dringend benötigt!“

Seit über 100 Jahren hat sich der Verein Jordsand dem Schutz von Seevögeln an unseren Küsten verschrieben. Er betreut mehr als 20 Schutzgebiete vorwiegend an Nord- und Ostsee, von Helgoland über das nordfriesische und hamburgische Wattenmeer, die Unterelbe, bis zur schleswig-holsteinischen und vorpommerschen Ostseeküste rund um Rügen.

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Bargteheide

Sanierung abgeschlossen: Freibadsaison in Bargteheide startet

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Bargteheide Der Gästebereich mit Duschen, Toiletten und Umkleiden wurde in den vergangenen Monaten aufwendig erneuert. Damit sind die Arbeiten am beliebten Freizeitbad abgeschlossen.

Das Freibad in Bargteheide. Foto: Stormarnlive.de

Bereits seit 2015 sind die Becken aus Edelstahl und die technischen Anlagen auf dem neusten Stand. Alle Besucher*innen können sich nun auf ein modernes Freizeitbad freuen.

„Nach zwei schwierigen Jahren mit Einschränkungen durch Baumaßnahmen und Pandemiebetrieb freuen wir uns alle, dass das Freizeitbad nun in neuem Glanz in eine hoffentlich unbeschwerte Badesaison eröffnen kann“, sagt Jan Wagner, Fachdienstleitung Bildung, Jugend und Sport.

Mit dem Saisonstart tritt auch eine veränderte Gebührenordnung in Kraft. Erstmals in diesem Jahr gibt es eine Multi-Card, die mit verschiedenen Geldbeträgen aufgeladen werden kann. Alle Details zu der neuen Preisstruktur sowie den Öffnungszeiten finden Sie auf der Homepage der Stadt Bargteheide www.bargteheide.de/bildung-freizeit/freibad.de.

Bereits beantragte Saisonkarten oder Multi-Cards können am Donnerstag (5.5.) 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, oder ab Saisonbeginn am Freitag (6.5.) 9 bis 13 Uhr zu den Kassenöffnungszeiten abgeholt werden.

Gaukler Hektor wird zum Eröffnungstag die kleinen und großen Besucher*innen unterhalten. Zusätzlich gibt es für jeden Gast an diesem Tag einen Gutschein für ein Kaltgetränk, einen Kaffee oder ein Eis.

Der gewohnte Zugang zum Freibad über den Kreisel / der Straße am Volkspark ist wieder möglich.

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Ahrensburg

Depression in der Familie: Themenabend in der Ahrensburger Bücherei

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Ahrensburg Die Eheleute-Schmöger-Stiftung lädt in Kooperation mit der Stadtbücherei Ahrensburg am Mittwoch, den 20. April 2022 um 19 Uhr, zu einer Veranstaltung zum Thema „Depression in der Familie“ ein.

Ungefähr 3,8 Millionen Kinder wachsen in Deutschland mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil auf. Die häufigste Erkrankung ist dabei die Depression.

So ist es auch in Neles Welt. Neles Zuhause ist der Zirkus. Ihre Familie zählt schon seit Generationen zu den besten Seilartisten der Welt. Doch eines Tages wird Neles Papa krank. Seine Seele bekommt Schnupfen.

Und das in einer Welt, in der alles bunt und fröhlich ist und man eigentlich glücklich sein könnte. Jemand, der stark sein sollte, wird schwach. Und nun?

Die für das Buch „Papas Seele hat Schnupfen“ preisgekrönte Autorin, Verlegerin und Singer-Songwriterin Claudia Gliemann (Foto) wird auf ihrer musikalischen Lesereise auch in Ahrensburg haltmachen, um für diese Krankheit zu sensibilisieren. Ihr gelingt es auf anrührende Weise, Kindern und Erwachsenen mit ihren Texten und Liedern die Krankheit Depression nahe zu bringen, so dass sie verstehen, was es mit „Papas Seele“ auf sich hat.

Der Ahrensburger Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Malte Reller wird an dem Abend ebenfalls anwesend sein und das Thema aus medizinischer Sicht einordnen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Der Abend in der Stadtbücherei richtet sich an Erwachsene, die auf unterschiedliche Weise mit Depressionen in der Familie zu tun haben: als betroffene Familienmitglieder, aber auch als pädagogisches Personal in Kitas, Schulen und sozialen Einrichtungen.

Claudia Gliemann wird an den beiden folgenden Vormittagen in der Grundschule Am Reesenbüttel ihre Lesereise in den vierten Klassen präsentieren. Wenn die Veranstaltung bei den Kindern gut ankommt, können weitere an den anderen Grundschulen folgen.

Die Eheleute-Schmöger-Stiftung unter der Leitung der ehemaligen Ahrensburger Bürgermeistern Ursula Pepper möchte auch mit dieser Veranstaltung über die Krankheit Depression aufklären und dazu beitragen, dass betroffene Menschen nicht stigmatisiert werden. Eine Depression kann jeden treffen!

Veranstaltungsort: Stadtbücherei Ahrensburg, Manfred-Samusch-Str. 3.

Der Eintritt ist frei. Es gelten die jeweils aktuellen Corona-Vorschriften. Anmeldung unter stadtbuecherei@ahrensburg.de oder 04102-77172 erwünscht.

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Gesundheit

Ein starkes Immunsystem kann helfen: Erkältungen erfolgreich vermeiden

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Bad Oldesloe Die Nase läuft, Frösteln, Halskratzen und der Kopf tut weh – Erkältungsviren haben jetzt auch im Kreis Stormarn Hochsaison.

Viel Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Fruchtsäfte dienen der Vorsorge, weil sie die Schleimhäute feucht halten. Sie sind auch empfehlenswert, wenn es doch zu einer Erkältung gekommen ist. Foto: AOK

Die auftretenden Symptome und die Abgrenzung zur aktuellen Corona-Virusvariante Omikron oder der saisonalen Grippe Influenza fällt dem Laien jedoch schwer. Bei einer Erkältung unterscheiden Ärzte zwischen mehr als 200 Viren. Die Übertragung der Erreger erfolgt von Mensch zu Mensch durch die sogenannte Tröpfcheninfektion. „Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz gegen eine Erkältung gibt, mit den bekannten Hygieneregeln aus der Corona-Pandemie kann sich jeder auch gut vor einer Erkältung schützen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch.

Keime lauern fast überall, wo andere Menschen angefasst haben: An Rolltreppen, auf Türgriffen, in Aufzügen, am Einkaufswagen oder beim Händeschütteln. „Oftmals reicht es schon aus, sich dann unbewusst an Mund, Nase oder Augen zu fassen. So können die Erreger über die Schleimhäute in unseren Körper eindringen“, sagt Wunsch. Erkältungsviren können beim Niesen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Stundenkilometer sehr weit fliegen und so auf vielen neuen ‚Kontaktstellen‘ landen.

Auch wenn sich ein Kontakt mit Krankheitserregern nicht immer ganz vermeiden lässt: Die seit Corona bekannte AHA-Regel (Abstand, Hygiene, Maske) und eine gesunde Lebensweise helfen hier am besten. Dazu gehört vor allem auch regelmäßiges und gründliches Händewaschen. Dies sollte hautschonend mit pH-neutraler Seife durchgeführt werden. Als Faustregel für die Dauer gelten 20 Sekunden Waschzeit. Am besten die Hände nach jedem Körperkontakt mit bereits Erkrankten waschen, nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, nach dem Nach-Hause-kommen, vor jeder Mahlzeit, natürlich nach jedem Toilettengang – und ruhig auch mal zwischendurch. Für unterwegs gibt es handliche Desinfektionslösungen oder -tücher.

Je fitter das eigene Immunsystem ist, umso mehr hat der Körper den Erregern entgegenzusetzen. Es sollte jede Gelegenheit genutzt werden, um an die frische Luft zu kommen. Natürlich ist es auch wichtig, zweckmäßig und warm angezogen nach

draußen zu gehen. Auch wenn Kälte alleine nicht ,,krank“ macht, so setzt sie doch das Immunsystem herab. Daher ist die ‚Zwiebelmethode‘ beim Anziehen mit ihren verschiedenen Lagen von Kleidung sehr praktisch, weil dadurch schnell auf innere oder äußere Temperaturveränderungen reagiert werden kann. Kalte Füße oder nasse Kleidung sollten möglichst vermieden werden, denn beide sind eine Herausforderung für das Immunsystem und können das Sprungbrett für eine Erkältung sein. Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse und Obst sowie viel Flüssigkeit stärken das Immunsystem. Auch regelmäßige Saunagänge und Wechselduschen können dabei unterstützen. Sie wirken gleichzeitig fordernd und entspannend auf den Körper.

In geschlossenen und geheizten Räumen steigt die Menge an Erregern in der Luft stark an. Auch wenn regelmäßig gelüftet wird, ist die Raumluft häufig sehr trocken. Die Schleimhäute trocknen im Nasen-Rachen-Bereich aus und bieten Viren und Bakterien die Möglichkeit, sich zu vermehren. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält auch die Schleimhäute feucht, zum Beispiel in Form von Wasser oder heißen Tees, verdünnten Fruchtsäften. Alkohol ist dagegen keine so gute Idee. Er belastet die körpereigene Abwehr zusätzlich durch seine Wirkung auf das Immunsystem und das Temperaturempfinden.

„Wen es am Ende dann doch erwischt hat, der kann dafür sorgen, möglichst wenig andere anzustecken. Und wenn’s nicht besser wird: Zu Hause bleiben und sich auskurieren“, empfiehlt Wunsch. In der Regel ist dann nach sieben bis zehn Tagen die Erkältung auskuriert. Ob beispielsweise die Einnahme von Vitamin C gegen Erkältungen hilft, und wie sich Erkältung, Grippe und Corona voneinander unterscheiden, finden Interessierte unter www.aok.de/nw im Gesundheitsmagazin.

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