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Bad Oldesloe

Amazon baut in Bad Oldesloe: Viel Skepsis, wenig Freude

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Präsentation im Ausschuss Foto: Sl

Bad Oldesloe – Große Hoffnungen auf attraktive Gewerbeansiedelungen waren mit dem neuen Gewerbegebiet zwischen der Ratzeburger Straße und der Teichkoppel in Bad Oldesloe verbunden worden. Im Vorwege hatte man noch gehofft, dass auf dem privaten 30 Hektar Gelände, das durch die PHE angeboten wird, kleinere mittelständische Unternehmen einen passenden Platz finden würden und hoffentlich kein Logistiker oder ein Großlager.

Entsprechend enttäuscht bis entsetzt war die Reaktion bei einigen Mitgliedern des Wirtschafts- und Planungsausschuss in der Kreisstadt, als bekannt wurde, dass das Weltunternehmen Amazon auf 12 200 Quadratmetern ein großes Verteilzentrum plant.

150 ständige Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden, in Spitzenzeiten rund um Weihnachten sogar 250 – hinzu kommen hunderte Fahrer, die aber durchaus von Drittfirmen stammen können.

Gearbeitet werden soll 24 Stunden an sechs Tagen die Woche – ausgenommen sind Sonn- und Feiertage. Beliefert wird das Verteilzentrum täglich mit 40 LKWs. Manche Politiker im Wirtschafts- und Planungsausschuss stehen dem Vorhaben aus unterschiedlichen Gründen kritisch gegenüber. So wird eine Zunahme des Verkehrs befürchtet, wenn täglich 200 bis 300 Fahrzeuge das Verteilzentrum verlassen und zurückkehren. Außerdem befürchte man bei 150 Mitarbeitern, die 11,37 Euro die Stunde brutto bekommen sollen, eine Menge prekärer Arbeitsverhältnisse.

Jens Wieck (CDU) betonte, man solle das Projekt nicht gleich schlechtreden. Auch Arbeitsplätze für nicht gut qualifizierte Menschen seien wichtig.  Auch die Optik des Gebäudes, die Matthias Rohde (FBO) kritisiert hatte, sei nicht entscheidend. Rohde betonte, er wünsche sich einen solchen „Schuhkasten“ eher in der zweiten Reihe und habe sich für das Gebiet eher Unternehmen gewünscht, die Kunden nach Bad Oldesloe bringen.

Deutlich wurde Bürgermeister Jörg Lembke. „Für Bad Oldesloe wird das vor allem eine teure Tasse Tee. Wir bekommen 30 000, mit Glück 50 000 Euro, Gewerbesteuer im Jahr. Bei 500 Fahrzeugen am Tag als 20 Cent pro Fahrzeug pro Tag. Wir müssen hingegen die ganze Infrastruktur von Straßen, über sozialen Wohnungsbau bis hin zu Kindergärten stellen“, so der Verwaltungschef.

Mit Blick auf das geringe Gehalt der Logistikmitarbeiter betonte er: „Inklusive der Fahrer sprechen wir hier von bis zu 650 prekären Arbeitsverhältnissen. Da wird auch kaum Einkommenssteuer bei rumkommen. Viele Mitarbeiter werden von ihrem Lohn nicht leben können und aufstocken müssen. Da haben wir uns für Bad Oldesloe etwas anderes gewünscht“, so Lembke.

Kraft betonte den positiven Effekt auf andere Unternehmen: „Wenn wir uns ansiedeln, folgen uns oft andere große Unternehmen, weil sie auf die gute Lage an der Autobahn aufmerksam werden. Das kann ein positiver Effekt für Bad Oldesloe sein“

Im neuen Gewerbegebiet an der Teichkoppel soll das Zentrum auf dem Grundstück von Peter Eggers entstehen

Holger Mahlke von der Wirtschaftsvereinigung sieht psychologisch vor allem einen negativen Effekt. „Wir sind für die Belebung von Gewerbegebieten. Generell ist es gut, dass sich etwas tut, aber dass der große Feind des Einzelhandels nun direkt vor der Haustür sitzen wird, das wird psychologisch auf manchen meiner Kollegen in der Innenstadt einen Einfluss haben, der durchaus verherrend sein kann für die Innenstadt“, sagte er.

Weder Verwaltung noch Politik können übrigens gegen die privatwirtschaftlichen Pläne des Investors vorgehen.  Ihre Zustimmung ist nicht notwendig. Dass Amazon trotzdem in den Ausschuss kam und die Pläne vorstellte, wurde dem Unternehmen posistiv angerechnet.

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Bad Oldesloe

Oldesloer Tafel öffnet nach Ostern: Was Kunden jetzt beachten müssen

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Bad Oldesloe – Die Oldesloer Tafel (Turmstraße 14a) wird nach Ostern wieder Essen ausgeben. Die für viele notwendige Versorgung mit Lebensmitteln wird ab Mittwoch, 15. April, zunächst eingeschränkt wieder angeboten.

Rückkehr zum Alltag in kleinen Schritten: Die Oldesloer Tafel verteilt wieder Lebensmittel. Foto: M. Kattler-Vetter

Die Leiterinnen Claudia Franke und Christine von Dombrowski bitten dringend darum, die erforderlichen Schutzmaßnahmen unbedingt einzuhalten:

Der Abstand zwischen den Kunden muss mindestens zwei Meter betragen, Absperrungen sorgen für einen geordneten Ablauf.

Die Lebensmittel werden vorgepackt und an zwei Ausgabepunkten im Außenbereich abgegeben, in die Tafel-Räume dürfen nur die Tafel-Mitarbeiter.

„Wir bitten alle Kunden, sich unbedingt an die Anweisungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten“, betont Claudia Franke.

Da viele der Helfer der Risikogruppe angehören, arbeitet die Tafel nur mit einer sehr kleinen Besetzung.

Somit ist zumindest die Notversorgung an den Ausgabetagen Mittwoch und Freitag für viele Bürger gesichert. Die weiteren Projekte des Vereins wie EfAs Kleiderkiste, die Kinderbetreuung Drachenturm und der Mittagstisch Essen für Alle sind weiterhin geschlossen.

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Bad Oldesloe

Covid-19 in Stormarn – 199 bestätigte Infektionen. 22 Stormarner in Kliniken

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Mundschutz Symbolfoto: Christo Anestev/pixabay

Bad Oldesloe– Die Zahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle in Stormarn seit Beginn der Pandemie beträgt 199 (Stand: 06.04)

22 in Stormarn wohnende infizierte Personen befinden sich in stationärer Behandlung, 124 in häuslicher Quarantäne”, teilte der Kreis am Montagnachmittag mit.

51 Personen konnten zwischenzeitlich als genesen aus der Quarantäne entlassen werden. Zwei Personen sind leider an den Folgen der Covid-19–Infektion verstorben.

Landesweit sind seit Beginn der Pandemie 1678 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Aktuell werden 156 Mitbürger landesweit in Kliniken behandelt. 20 Menschen in Schleswig-HOlstein sind mittlerweile landesweit an den Folgen einer Covid-19- Infektion verstorben.

Die meisten betätigen Infektionen gab es bisher im Kreis Pinneberg (325). Stormarn liegt immer noch bei der Anzahl der Infektionen auf Platz zwei.

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Bad Oldesloe

Nur noch mit Personal ohne Handicap: Werkstätten stellen jetzt auch Behelfsmasken her

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Bad Oldesloe – Die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe in Zeiten von Corona: Mitarbeitende mit Handicap müssen zu Hause bleiben, die Übrigen halten den Betrieb so weit es geht aufrecht und stellen jetzt auch noch Behelfsmasken her.

Normalerweise arbeiten in der Besteckkonfektionierung bis zu 36 Mitarbeitende mit Handicap. Jetzt sind es höchstens elf Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap – wie Tine Werner (li.) und Karina Marschner. Fotos: Stormarner Werkstätten

Aber auch trägerübergreifend werden die Frauen und Männer in Wohneinrichtungen für Menschen mit Einschränkungen gerade unterstützend eingesetzt.

„Gerade in diesen Zeiten, ist es wichtig, sich gegenseitig zu helfen, sich zu unterstützten. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich unsere Kolleginnen und Kollegen sofort bereit erklärt haben, den Einrichtungen und damit auch den dort lebenden Menschen zu helfen“, sagt Stephan Bruns, Einrichtungsleiter der Stomarner Werkstätten Bad Oldesloe. Das sei das Gebot der Stunde.

Für die etwa 270 Mitarbeitenden der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe mit Handicap ist es gerade keine leichte Zeit – wie für viele andere Menschen auch nicht.

Sie dürfen nicht in den Werkstätten arbeiten. Das entschied das Land Schleswig-Holstein bereits Mitte März für alle Werkstätten als Schutzmaßnahme vor einer Corona-Erkrankung für die Menschen mit Beeinträchtigungen.

Nicht arbeiten zu dürfen, wirbelt ihr Leben durcheinander. Halt gebende Strukturen brechen weg, der persönliche Austausch mit den Arbeitskollegen fehlt.

Neben einer von den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe eingerichteten Hotline, die wochentags von 10 bis 12 Uhr besetzt ist, stehen den Mitarbeitenden mit Handicap deshalb jetzt online und per Post Bildungsangebote zur Verfügung, die über diese werkstattlose Zeit hinweghelfen sollen.

Dass schlagartig 270 Kolleginnen und Kollegen nicht mehr in den Werkstätten arbeiten, hat starke Auswirkungen auch auf den Werkstattalltag.

Es ist still geworden, aber nicht ganz still: Denn der Betrieb geht eingeschränkt weiter.

Auch wenn die Arbeitsbereiche runtergefahren wurden, Aufträge müssen trotzdem noch abgearbeitet werden.

Gefragt sind jetzt umso mehr die Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap, die sogenannten Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung (FAB).

Sie, die quasi als Ansprechpartner und Anleiter für die Mitarbeitenden mit Handicap agieren, stehen jetzt täglich an den Förderbändern, an dem die Besteckkonfektionierung für Hamburger Kliniken läuft.

Neu aufgenommen wird jetzt die Herstellung von einfachen Behelfs-Masken.

Schneiderei-Leiterin Judith Lübberstedt arbeitet mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen die Aufträge ab

Der Bedarf ist sehr groß, entsprechende Anfragen beispielsweise von Feuerwehren und Wohneinrichtungen wie den Stormarner Wegen erreichten die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. In der Schneiderei werden diese Masken jetzt genäht – von fünf Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap.

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