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Kultur

“Sluderkraam in’t Treppenhuus”: Platt-Theater im Alfred-Rust-Saal

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Ahrensburg – Die Sommerferien sind vorbei, die Hitzewelle ist überstanden, da startet die Theatersaison der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg.

Zu Gast im Alfred-Rust-Saal ist die Niederdeutsche Bühne Kiel mit der unterhaltsamen Komödie “Sluderkraam in’t Treppenhuus” von Jens Exler, die seit der Uraufführung 1960 an der Niederdeutschen Bühne Flensburg und vor allem durch die auch zum TV-Hit avancierte Fassung des Ohnsorg-Theaters mit Heidi Kabel Kult-Charakter besitzt.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, heißt es bei Schiller. Und besonders die Bewohner des Mietshauses, die das zweifelhafte Vergnügen haben, in direkter Nähe zu Frau Meta Boldt (Gisela Siebert) zu wohnen, können den Wahrheitsgehalt dieses Satzes bestätigen.

Denn Meta Boldt „wacht“ gewissermaßen über das Treppenhaus; sie meint es besonders gut mit ihren Mitbewohnern und lässt sich deshalb nichts entgehen. So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Frau Knoop (Heike Börgert), die Nachbarin in der zweiten Etage, ein Zimmer untervermietet hat, was laut Mietvertrag strengstens verboten ist. Da muss man doch schleunigst den Hauswirt (Harald Fiedler) benachrichtigen und den anderen Nachbarn, den Steuerinspektor a. D. Brummer (Peter Maaß), den die laute Musik, die aus dem Zimmer der Untermieterin tönt, doch wirklich im wohlverdienten Ruhestand stören muss.

Meta Boldt erreicht zwar zunächst, dass Hauswirt und Nachbar sich empören und Frau Knoop in ihre Schranken weisen wollen, doch die junge Untermieterin Heike Seefeldt (Nele Petersen) verdreht den älteren Herren gewaltig den Kopf und nimmt Ihnen so allen Wind aus den Segeln. Ihr allerdings verdreht der junge Mann (Björn Bargemann) den Kopf, der gegen das strenge Verbot im leeren Zimmer bei Herrn Steuerinspektor a. D. Brummer eingezogen ist. So werden alle Karten neu gemischt.

Das Stück wird am Donnerstag den 12. und Freitag den 13. September jeweils um 20 Uhr im Alfred-Rust Saal in der Selma-Lagerlöf Gemeinschaftsschule, Wulfsdorfer Weg 71, in 22926 Ahrensburg aufgeführt.

Karten kosten zwischen 7 und 12 Euro und sind ab dem 22.08.2019 an den Markt Theaterkassen: Große Str. 15 a, Ahrensburg, Tel. 04102/51640 und Rathausstr. 25, Bargteheide, Tel. 04532/20800 (zzgl. 10% Vorverkaufsgebühren), sowie an der Abendkasse erhältlich.

Weitere Informationen, auch zu den nächsten Aufführungen und Theater-Abos unter www.nb-ahrensburg.de.

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Kultur

Auch Ahrensburger Bücherei bietet jetzt “Filmfriend” Streamingdienst

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Stadtbücherei Ahrensburg Archivfoto: SL

Ahrensburg – Auch die Stadtbücherei Ahrensburg macht jetzt beim Streaming-Angebot für Filme und Serien “Filmfriend” mit.

In ganz Schleswig-Holstein schaffen öffentliche Büchereien – wie zum Beispiel auch die Stadtbibliothek Bad Oldesloe – mit “Filmfriend” ein filmkulturelles Gegengewicht zu den machtvoll agierenden, kommerziellen Streaming-Diensten.

Erstmals verlässt die Stadtbücherei Ahrensburg den traditionellen Weg der Filmrezeption über DVDs oder Blue-rays.

Das Büchereiteam hofft damit auch Menschen zu erreichen, die nicht zuletzt aus finanziellen Gründen, bislang Streamingdienste nicht nutzten oder nutzen konnten.

Mit ihrem digitalen Filmangebot ermöglichen die Büchereien einen leichteren Zugang zur Filmkultur. Eine verspätete Rückgabe ist damit naturgemäß nicht möglich, da der Film direkt im Browser oder in der App geschaut werden kann.

Mit den 12 Euro für die Jahreskarte der Stadtbücherei ist für Erwachsene das Filmfriend-Filme-schauen schon inbegriffen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Menschen mit Ermäßigungsgründen (SGB IV oder ähnliches) erhalten den Zugang mit der Leserkarte kostenfrei.

Partner der Bibliotheken ist das in Potsdam-Babelsberg ansässige Video-on-Demand-Portal filmfriend. Dieses Portal startete im Juli 2017 in Berlin, seitdem haben sich immer mehr öffentliche Bibliotheken und Hochschulbibliotheken für das filmfriend-Konzept entschieden. Mittlerweile sind mehr als 140 Büchereien angeschlossen, Tendenz steigend.

Praktisch funktioniert das so: Über das Portal werden für die NutzerInnen Spiel- und Dokumentarfilme, aber auch Kurzfilme und Serien verfügbar; als Mitglied der Stadtbücherei Ahrensburg ruft man über den Mitgliedsausweis die von filmfriend angebotenen Filme auf ein Fernsehgerät, ein Tablet oder ein Handy ab – von zuhause aus, im Café oder in der Straßenbahn, und das immer kostenfrei.

Über die Internet-Adresse ahrensburg.filmfriend.de oder die entsprechende App stehen den Ahrensburger Büchereikunden derzeit etwa 2000 Filme zur Verfügung.

Das Angebot unterscheidet sich von dem gängiger Streaming-Portale deutlich: Nutzer finden über das Angebot vor allem deutsche Filme, internationale, besonders europäische Arthouse-Titel, Filmklassiker, Kurzfilme, Serien und Dokumentarfilme, nicht zuletzt ein gutes Angebot für Kinder und Jugendliche.

Die von der filmwerte GmbH entwickelte Plattform ist werbefrei und hat keine Laufzeitbegrenzung. Täglich kommen Neuheiten hinzu, die Filme sind ständig verfügbar und stehen überwiegend in Full-HD-Auflösung zur Verfügung.

Die Altersfreigabe für Kinder wird bei der Anmeldung auf der Plattform automatisch geprüft. Nutzer des inzwischen veralteten Internet-Explorers sollten auf die aktuellen Browser wie Internet Edge, Chrome oder Firefox umstellen. Wer mit Windows 10 arbeitet, dürfte keine Schwierigkeiten haben, sofort mit dem Filmschauen zu beginnen.

Alternativ bietet die Stadtbücherei zu Ihren Öffnungszeiten (Montag und Donnerstag 10:00-19:00, Mittwoch und Freitag 10:00-16:00 und Samstag 10:00-13:00 Uhr) eine breite Palette von über 3.834 DVDs und Blue-rays vom Blockbuster bis zur Kinder-Sach-DVD kostenlos zur Ausleihe an. Diese müssen allerdings wieder zurückgegeben werden.

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Bad Oldesloe

Das Stormarner Online- Kreislexikon wächst stetig weiter

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Journalist Raimund Marfels: Standbild mit Kamera (1984) Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Bad Oldesloe – Das Online- Stormarnlexikon wächst und gedeiht. Seit 2018 entsteht unter Federführung des Kreisarchivs und der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn ein Online-Lexikon über den Kreis, das stetig um neue Artikel erweitert wird und das Wissenswertes über Stormarn nachlesbar macht. In den letzten Wochen sind 32 neue Artikel ins Stormarnlexikon eingestellt worden.

Die Druckerei Pockrandt in Bargteheide besteht zum Beispiel seit 115 Jahren und hat ein weibliches Auge als Logo, die erste Beisetzung auf dem jüdischen Friedhof Wandsbek fand 1659 statt, der Stormarner Journalist Raimund Marfels arbeitete zeitweilig auch als Polizeifotograf bei der Dokumentation von Verbrechen und der barocke Taufengel in der Matthias-Claudius-Kirche in Reinfeld schwebte früher an einer Kette, wenn er zum Einsatz kam.

Jüdischer Friedhof Wansdbek. Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Diese und viele Wissensschnipsel mehr erfährt man über die Region, wenn man im „Stormarn Lexikon“ sucht: Die digitale Wissensbank, die vom Kreisarchiv  gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung auf den Weg gebracht wurde, wächst stetig und konnte jetzt erweitert werden.

„Die Corona-Krise führt dazu, dass jetzt Artikel schneller fertiggestellt werden konnten“, erklärt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Zu den einzelnen Fachgebieten schreiben Autoren, die zuvor in Schulungen ausgebildet wurden und die ihr Wissen zu Stormarn und den Besonderheiten des Kreises einbringen.

Von A bis Z wird das lebendige Lexikon in insgesamt 19 Kategorien so ständig um neue Informationen erweitert; über 100 Artikel sind mittlerweile abrufbar. „Die neuen Artikel reichen von Orten im Kreis über Wirtschaftsunternehmen und Persönlichkeiten bis hin zu Vereinen oder historischen Themen“, gibt Watzlawzik einen Überblick.

„Wir sind mit dem Lexikon inhaltlich und räumlich breit aufgestellt, die Themen reichen von Hamberge bis Hamburg.“

Denn der HVV, der weltweit der erste Verkehrsverbund war, umfasst nicht nur das Hamburger Stadtgebiet, sondern auch das angrenzender Kreise, darunter den Kreis Stormarn. Auch zu drei Kirchen in Stormarn sind Artikel entstanden: Wer weiß schon, dass die vier Glocken in der Reinbeker Nathan-Söderblom-Kirche die Namen „Gemeinschaft“, „Apostellehre“, „Gebet“ und „Brotbrechen“ tragen? Oder dass das Inventar der Reinbeker Schlosskapelle teilweise in der Maria-Magdalenen-Kirche in Reinbek untergekommen ist?

Auch zum Kreisarchiv Stormarn selber ist nun ein Artikel im Lexikon zu finden. „Hier sind unter anderem die privaten Sammlungen hervorgehoben, die sich im Kreisarchiv befinden“, sagt Watzlawzik, der als Koordinator am Entstehen des Online-Lexikons mitwirkt.

Der Fotobestand von Marfels, der von 1949 bis 1989 die Geschichte des Kreises fotografisch dokumentierte, gehört zu den Schätzen des Kreisarchivs, und Watzlawzik freut sich, dass ein weiterer Artikel dem Mann hinter den Bildern nun ein Gesicht gibt.

Rüdiger Nehberg: Survival-Experte aus Rausdorf mit seiner Reisebegleiterin Christina Haverkamp und Moderator Volker Ligat vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) (1992) Foto: Kreisarchiv Stormarn/hfr

Wie aktuell die Online-Arbeit ist, zeigt auch ein weiterer Beitrag im Stormarn Lexikon: Der widmet sich dem Menschenrechtler und Survival-Experten Rüdiger Nehberg, der in Rausdorf lebte und Anfang April gestorben ist.

Damit noch mehr Autoren mitmachen, soll es Mitte Oktober eine weitere Autorenschulung geben, kündigt das Kreisarchiv an.

Alle Autoren werden nach einer ausführlichen Anleitung von einem Redaktionsteam betreut. Der genaue Termin der Autorenschulung wird rechtzeitig bekannt gegeben. Einzusehen sind alle Artikel unter www.stormarnlexikon.de

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Bad Oldesloe

Historische Dokumente aus der “Löwen-Apotheke” für das Oldesloer Stadtarchiv

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Foto. Stadtarchiv Bad Oldesloe/hfr

Bad Oldesloe – Nach Schließung der Oldesloer Löwen-Apotheke, die seit 1874 über fünf Generationen von der Familie Sonder geführt wurde, entdeckte Frank Sonder im Rahmen der Räumung des denkmalgeschützten Gebäudes historische Dokumente aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Das Konvolut wurde nun im Namen von Herrn Sonder durch Anette Marquardt von der TU Braunschweig an Celina Höffgen aus dem Stadtarchiv in Bad Oldesloe übergeben.

Vor genau 302 Jahren erklärte der Dänenkönig Frederik IV. die Oldesloer Löwen-Apotheke zur königlich privilegierten Apotheke. Schon zu dieser Zeit wurden dort Tinkturen, Cremes oder Tropfen nach Rezeptur der Ärzte individuell für jeden Patienten hergestellt.

Mit dem Fund von Frank Sonder, dem ehemaligen Inhaber der Löwen-Apotheke, ist bei der Räumung des denkmalgeschützten Gebäudes ein umfangreiches Konvolut an historischen Dokumenten wieder zum Vorschein gekommen.

Da sich die Unterlagen bis zuletzt noch als Leihgabe im Besitz der Apothekerin Anette Marquardt befanden, übergab diese das Konvolut im Namen von Herrn Sonder an das Oldesloer Stadtarchiv.

Hierbei handelt es sich unter anderem um Giftscheine aus den Jahren 1837 bis 1907. Diese waren jahrweise zu Bündeln verschnürt worden. Nur wenige Jahrgänge fehlen.

Giftschein Foto: Stadtarchiv Bad Oldesloe/hfr

Dass die Löwen-Apotheke auch prominente Kunden hatte, zeigt der Giftschein aus dem Jahr 1907. Graf Luckner ließ von seinem Kutscher „Phosphor in Syrup fein verteilt“ zur Krähenvertilgung nach Papenburg bringen. Dem Stadtarchiv wurden außerdem drei Giftbücher mit Aufzeichnungen über die Jahre 1847 bis 1881 übergeben.

Die Apotheker hatten die Abgabe von Giften zusätzlich in das verpflichtend zu führende Giftbuch einzutragen. Der Name des Empfängers, die Menge und der Verwendungszweck wurden notiert. Der Empfänger quittierte im Buch und auf dem Giftschein mit seiner Unterschrift den Erhalt der Ware, sofern er schreiben konnte. Wer seinen Namen nicht schreiben konnte, machte drei Kreuze. Abgegeben wurde von der Löwen-Apotheke hauptsächlich Strychninweizen zur Mäusevertilgung und Phosphorlatwerge zur Rattenvertilgung. Zyankali zur Vergoldung, Arsenik zur Viehwaschung (bis zu dessen Verbot im Jahr 1867), sowie Fowlersche Arseniklösung zum innerlichen Gebrauch sind ebenfalls unter den Eintragungen zu finden.

Das Konvolut enthielt des Weiteren Rezepte und Rezeptkopien über die Abgabe von Betäubungsmitteln aus den Jahren 1867 bis 1868 und 1924 bis 1928.

Eine Auswertung der Verordnungen findet zurzeit in der Pharmazie- und Wissenschaftsgeschichte der TU Braunschweig durch Anette Marquardt statt. „Für das Archiv ist es eine besondere Ehre, ein nahezu lückenloses Konvolut aus der alten Materialkammer der ehemaligen Löwen-Apotheke zu erhalten“, so Archivarin Celina Höffgen von der Stadt Bad Oldesloe. „Die Apotheke und somit ihre Dokumente haben nicht zuletzt aufgrund ihres Alters einen besonderen Überlieferungswert für die Geschichte der Stadt Bad Oldesloe. Die Dokumente werden nun für die Nutzung erschlossen und konservatorisch aufbereitet.“

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