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Politik und Gesellschaft

Linke, Grüne und “Fridays for future” enttäuscht: SPD, CDU und Co. zu feige für den “Klimanotstand”

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Schüler demonstrieren in Bad Oldesloe gegen die Zerstörung der Umwelt

Bad Oldesloe – Der Freitag der 21. Juni wird nicht als der „Friday for Future“ schlechthin in die Geschichtsbücher eingehen. “Denn an diesem Freitag haben CDU, SPD und Freie Wähler im Kreistag verhindert, dass in Stormarn, wie in vielen anderen Kommunen und Kreisen auch, der Klimanotstand ausgerufen wird”, erklärt Florian Kautter (Die Linke).

Die Ausrufung des “Klimatnotstands” hatten die Fraktionen der Grünen und Linken gemeinsam beantragt, Forum 21 hatte sich dem angeschlossen.

“CDU, SPD und Freie Wähler haben nun mit ihrer Mehrheit einen Alternativantrag beschlossen, der die aufgeführten Maßnahmen in die Ausschüsse verweist, anstatt sie direkt zu beschließen. Einen Antrag, der die Beachtung des Klimaschutzes nur „verstärkt“ bei den Maßnahmen des Kreises sehen will und der eben das Wort Klimanotstand umschifft”, ist Kautter enttäuscht.

Tatsächlich hatte unter anderem die CDU größere Sorgen geäußert. “Ein Klimanotstand könnte ein Alibi sein, um Proteste und Blockaden durchzuführen. In Kiel wurden Kreuzfahrtschiffe blockiert. Werden dann hier Autobahnen besetzt werden”, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Wagner.

Fridays for future Demonstranten auf der 1. Mai Kundgebung in Bargteheide Foto: SL

Die “Fridays for future” Sprecherin Friederike Wrohn (17) hatte zu Beginn der Sitzung deutlich gegen die Kreispolitiker ausgeteilt. “Ich stehe hier , weil Sie es verbockt haben”, machte sie klar. Der Klimawandel sei das entscheidende Thema und müsse bei jeder Entscheidung des Kreises berücksichtig werden. Schon bei ihrer Rede war abzusehen, dass zahlreiche CDU-Vertreter die Sorgen der jungen Aktivistin nicht ernst nahmen. Es wurden Köpfe geschüttelt und mancher versuchte möglichst empört aus dem Anzug zu schauen. Dass der Antrag von CDU , SPD und Co. dann den Titel “Wir haben verstanden” trägt, kann in diesem Zusammenhang fast nur ironisch gelesen werden. Das sah auch das “Forum 21” so und schloss sich dem Antrag der Linken und der Grünen an.

Da wurde dann von großem bürokratischen Aufwand gesprochen und dass dieser quasi unnötig sei. Außerdem war spürbar, dass sich mancher Kreistagspolitiker auf den Schlips getreten fühlte, vom forschen, direkten Auftreten der jungen Aktivistin. Das ist man im Kreistag in der Form und Qualität nicht gewohnt. “Fridays for future” hätte sicherlich gerne mehr Taten statt des teilweise fast gönnerhaften Lobs für ihr Engagement gesehen. Es deutete sich ein Konflikt an, den die ehemaligen Volksparteien CDU und SPD auch bei Wahlen immer häufiger spüren: Die junge Generation hat das Vertrauen in sie mittlerweile zum Großteil verloren.

Fridays for Future: Schüler organisierten eine Klimademo durch die Oldesloer City

„Wir werden unsere klimapolitischen Ziele konsequent weiter verfolgen und nicht locker lassen. Die Ablehnung der meisten anderen Fraktionen im Kreistag ist für uns Ansporn, den Wunsch vieler BürgerInnen und Bürger nach Maßnahmen gegen den Klimawandel Ausdruck zu verleihen.“, so Sabine Rautenberg, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Stormarn.

„Das ist schon interessant, dass eine Mehrheit des Kreistages scheinbar als ihre erste Aufgabe betrachtet hat, das Wort Notstand zu umgehen und unserem Antrag die Zähne zu ziehen.  Das jetzt beschlossene, immer noch in weiten Teilen von unserem Ursprungsantrag abgeschriebene und einen Tag vor dem Kreistag in schriftlicher Form vorgelegte Papier, geht leider an den entscheidenden Stellen nicht mehr weit genug.“,  sagt Kautter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken im Stormarner Kreistag.

„Wenn man sich in der Sitzung  die Begründungen dafür anhörte, zum Beispiel, dass Herr Wagner von der CDU offensichtlich besonders viel Sorgen davor hatte, dass er nun mit Klimaschutz auch behelligt werden könnte, wenn der Kreis Klopapier bestellt, dann wäre das schon amüsant, wenn die Lage nicht so bedrohlich wäre. Trotz aller Warnungen der Wissenschaft, trotz des eindringlichen Appells von Fridays für Future Stormarn zu Beginn der Sitzung, scheint die Dringlichkeit noch nicht wirklich zu allen Fraktionen durchgedrungen zu sein. Wir werden uns natürlich weiter für einen konsequenten Klimaschutz einsetzen, was auf Kreisebene erstmal heißen wird, sich für einen Nahverkehr einzutreten, der eine Alternative zum Auto ist, wie wir das etwa mit unseren Anträgen zur Taktverdichtung bereits getan haben. Hier werden wir dran bleiben müssen und die Mehrheit des Kreistages immer wieder daran erinnern, dass sie zwar einen recht zahnlosen Antrag beschlossen haben, aber selbst dieser dem Klimaschutz höchste Priorität im Kreis einräumt.“, so Kautter weiter.

Es bleibe keine Zeit abzuwarten. “Wenn die zwei Grad Erwärmung eintreten, können wir nur noch zuschauen, wie unser Planet stirbt”, so Wrohn. Bisher sehe es so aus, dass die große Katastrohpe “erst” 2050 drohe, aber vielleicht auch 2035, oder 2020?

Die Grünen, als aktuelle Partei der Stunde, die bei Wahlen von Gewinn zu Gewinn eilt und Chancen hat immer mehr politischen Einfluss zu gewinnen, lobten “Fridays for future” als echte Mutmacher.


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Politik und Gesellschaft

Vorstandswahlen: Stormarner Jusos haben eine neue Doppelspitze

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Ahrensburg – Lea Benecke (24) und Leon Graack (19) bilden ab sofort die Doppelspitze der Jusos in Stormarn.

Neben dem Kreisvorsitz wurde auch der neunköpfige Vorstand bei der Hauptversammlung im Bruno-Böker-Haus in Ahrensburg neu gewählt.

Die beiden bisherigen Kreisvorsitzenden Joost Burkhardt und Paula Kratz haben sich dazu entschieden, nicht wieder als Kreisvorsitzende anzutreten. Sie sind allerdings auch in diesem Jahr Teil des Kreisvorstands.

Juso-Vorsitzender Leon Graack: „Es ist toll, dass es so viele engagierte Jugendliche in Stormarn gibt. Interessierte, die Lust haben mitzuwirken, können sich natürlich jederzeit bei uns melden.“

Auf der Jahreshauptversammlung positionierten sich die Jusos Stormarn auch im Thema Seenotrettung.

So fordern die Jusos die Städte und Gemeinden in Stormarn dazu auf, sich dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ anzuschließen.

Dazu sagt die neue Kreisvorsitzende Lea Benecke: „Die humanitäre Lage im Mittelmeerraum ist katastrophal. Bei der Verteilung der Menschen mit Fluchthintergrund müssen mehr Städte und Gemeinden sich dazu entscheiden freiwillig Menschen in so einer prekären Situation zu helfen.“

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Politik und Gesellschaft

Schulbuchgutscheine für Kinder von Geflüchteten in Ahrensburg

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Foto: Freundeskreis für Flüchtlinge Ahrensurg/hfr

Ahrensburg – Eine besonders schöne Aktion gibt es in Ahrensburg: Zur Unterstützung der Kinder von Geflüchteten hat der Freundeskreis für Flüchtlinge Ahrensburg e.V. (FKF) nämlich erstmalig eine Aktion mit Büchergutscheinen gestartet.

Kinder im schulpflichtigen Alter erhalten für Lektüren, Schulbücher und Arbeitshefte einen Gutschein in Höhe von 30 Euro, um die Sprachkompetenz zu fördern.

Sprache ist der Schlüssel zur Integration und Bildung. Das Erlernen der deutschen Sprache ist die Voraussetzung, um unsere Gesellschaft zu verstehen und sich zu integrieren. Integration kann ohne Bildung nicht funktionieren. Das Lesen von Büchern hilft den Kindern, ihre Sprachkompetenz zu erweitern.

Die Ausgabe der Gutscheine erfolgte ab dem 24. Juli im Ruki (Büro des Freundeskreises in der Rudolf-Kinau-Straße 13-15). Die Aktion kam sehr gut an, denn es wurden bereits am ersten Tag über 100 Büchergutscheine ausgegeben.

Die Gutscheine können bis zum 7. September in der Buchhandlung Stojan, Hagener Allee 3A in Ahrensburg eingelöst werden.

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Lübeck: “Fridays for future” Demonstration in der Innenstadt

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Fridays for Future Demo

Lübeck – Am Freitag (9. August) findet im Bereich der Lübecker Innenstadt eine Demonstration unter dem Motto “Klimagerechtigkeit – Fridays for Future” statt.

Deswegen muss am Freitagnachmittag mit Verkehrsbehinderungen im Bereich des Lindenplatzes gerechnet werden, teilt die Polizei Lübeck mit.

Die Auftaktkundgebung beginnt um 16 Uhr in der Konrad-Adenauer-Straße vor dem Lindenplatz. Die anschließende Demonstrationszugroute führt über den Lindenplatz weiter in Richtung Holstentor. Von dort aus gehen die Teilnehmer die Holstenstraße hinauf bis zur Straße Schüsselbuden.

Der Zug soll schließlich gegen 16:40 Uhr auf dem Markplatz ankommen. Das Ende der dort geplanten Kundgebung ist für 19 Uhr vorgesehen.

Während der Kundgebung kann es an der Demonstrationsroute zu Verkehrsbehinderungen kommen. Ortskundige werden gebeten, den Bereich zu umfahren.

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