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Bad Oldesloe

Oper “Weiße Rose”: Musikstudenten zeigen die letzten Stunden der Geschwister Scholl

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Bad Oldesloe – Die Stunden vor der endgültigen Dunkelheit: Den inneren Kampf zweier junger Menschen in einer Todeszelle zeigt die Oper „Weiße Rose“, die an diesem Wochenende von Studenten der Musikhochschule Lübeck in Kultur- und Bildungszentrum (KuB) in Bad Oldesloe aufgeführt wird.

Foto: Fischer

Acht Gesangssolisten der Musikhochschule verkörpern in einer eindrucksvollen Inszenierung die innere Gefühlswelt der von den Nazis zum Tode verurteilten Geschwister Hans und Sophie Scholl, wie sie versuchen, ihre Todesangst Stunden vor der Urteilsvollstreckung in Visionen, Selbstgesprächen und reflektierten Monologen zu verarbeiten.

Dabei kommt die von Regisseur Selçuk Cara umgesetzte Zimmermann-Oper (1986) ganz ohne Effekthascherei pathetische Heldeninszenierung, Geschrei und Blut aus, ohne Requisiten und aufwendige Kostüme. Nur Licht, Schatten, Nebel, Gesang und Schauspiel. Keine Ablenkung.

Reduktion als Stilmittel

Für Selçuk Cara ist Reduktion eines der stärksten Stilmittel, die die Opernwelt zu bieten hat: „Wir wollen die Gefühle zeigen und die Gedanken, die diesen beiden Menschen womöglich in der Todeszelle kamen.“ Alles, was dabei stören könnte, hat der preisgekrönte Regisseur und Opernsänger mit Zustimmung Udo Zimmermanns und dem Verlag gestrichen. Selbst auf das Finale, den Tod der Geschwister Scholl, wird verzichtet. Ebenso wie auf die übliche „Moral von der Geschichte“ am Ende des Stücks. Vielmehr schwingt diese im Subtext der Inszenierung mit: Die Nazis konnten vielleicht die Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl umbringen, ihre Gedanken aber nicht.

Nicht nur inhaltlich hat das Stück nur noch wenig mit einer Oper im klassischen Sinne gemein. Die Bühne ist schon aufgebaut, diesmal als Podest in der Mitte des Raumes.

Eine klassische, frontale Oper werden die Zuschauer am Wochenende hier nicht zu sehen bekommen. Stattdessen finden sie sich inmitten des Schauspiels wieder. Als Wandeloper bezeichnet Selçuk Cara das Konzept. Reduziert ist auch die Ausstattung des Saals: Stühle gibt es keine. Nur eine Sitzreihe, damit sich Zuhörer bei Bedarf während der 70 Minuten langen Oper ausruhen können. Während der Aufführung können und sollen sich die Besucher frei um die Bühne herum bewegen.

Begleitet werden die Studierenden von einem Kammerorchester der Musikhochschule Lübeck unter der musikalischen Leitung von Professor Robert Roche. Auch hier weichen die Theatermacher von den üblichen Normen ab. Das Orchester spielt diesmal nicht auf der Bühne, sondern oberhalb des Geschehens auf der Empore. „Bis Probenbeginn wussten wir nicht, wie das wirken würde aber es funktioniert“, sagt Robert Roche. Die Auslagerung der Instrumente hat einen pädagogischen Grund. Die Sängerinnen und Sänger, so sagt es Selçuk Cara, sollen nicht immer zum Dirigenten schauen, um ihren Einsatz nicht zu verpassen, sondern auf die Musik hören.

Bei den Proben wird deutlich: Die mittlerweile mehrjährige Kooperation zwischen dem KuB und der Musikhochschule bietet ein perfektes Umfeld und viel Raum für Experimente. Selçuk Cara jedenfalls ist zufrieden: „Ich würde das Stück so wie es jetzt ist auch jedem anderen Opernhaus der Welt aufführen.“

Die „Weiße Rose“ wird am Sonnabend, 15. Juni, um 20 Uhr und am Sonntag, 16. Juni, um 19.39 Uhr im Saal des Kultur- und Bildungszentrums aufgeführt. Für beide Vorstellungen gibt es noch Karten an der Abendkasse für 20,50 (erm. 14,50 Euro). Infos unter www.kub-badoldesloe.de

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Bad Oldesloe

Geo-Vortrag in Bad Oldesloe: Auf Spurensuche in der Arktis

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Bad Oldesloe – Blaues Gletschereis, Polarlichte, Eisbären und eine atemraubende Bergkulisse – das und vieles mehr erwartet die Besucher der nördlichsten Insel Norwegens – und die des Bildervortrages der Expedition von Prof. Dr. Eckart Dege im Bürgerhaus in Bad Oldesloe.

Foto: Universitätsgesellschaft

Die arktische Inselgruppe Spitzbergen war während des Zweiten Weltkriegs wiederholt das Ziel kleiner Gruppen deutscher Wissenschaftler und Soldaten, die hier hinter den feindlichen Linien Wetterstationen errichteten und die für die Wettervorhersage Europas unerlässlichen Daten in die Heimat funkten. Der letzte dieser Wettertrupps, elf Meteorologen und Soldaten unter der Leitung des Geographen Dr. Wilhelm Dege, arbeitete von September 1944 bis zum September 1945 im äußerst schwer zugänglichen Nordosten dieser Inselgruppe.

1985 wurde der Vortragende, Sohn des damaligen Leiters dieses Wettertrupps und ebenfalls Geograph, vom norwegischen Verteidigungsministerium eingeladen, an einer Expedition in das ehemalige Operationsgebiet seines Vaters teilzunehmen, um eventuelle Hinterlassenschaften dieses Wettertrupps zu bergen.

Diese mit Schiff und Hubschrauber durchgeführte Expedition entwickelte sich nicht nur zu einer spannenden Schatzsuche, sondern ermöglichte dem Vortragenden auch Einblicke in große Teile dieser faszinierenden arktischen Inselgruppe.

Der Vortrag der Universitätsgesellschaft beginnt um 20 Uhr am Donnerstag, 26. September, im Bürgerhaus. Eintritt 5 Euro, für Studenten/Schüler 2 Euro.

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Bad Oldesloe

Das kleine Fest der Durschnittlichkeit

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Livemusik war vorhanden Foto: SL

Bad Oldesloe – Zwei Abende auf dem “Bier und Genussfest in Bad Oldesloe”: Irgendwer singt “Sweet Home Alabama” und die Zuschauer singen mit, irgendwer singt “Wonderwall”, der dritte Act, der das heute macht und irgendwer lässt das Publikum raten, von wem die Songs sind, die er gerade covert.

Niemand macht viel falsch, niemand fällt groß auf. Lebende, austauschbare Jukeboxen unterhalten ein Publikum mit Hits, die dieses kennt und das Publikum honoriert das, indem es nicht wegläuft, sondern noch ein Bier bestellt – die Rechnung geht auf.

Man hofft, dass niemand von denen auf der Bühne mal davon träumte, mit eigener Musik Erfolg zu haben und Menschen zu erreichen und nun auf einem Bierfest in der norddeutschen Provinz landete. Denn einige haben durchaus Talent, aber zu viel Eigenständigkeit würde hier nur stören.

Foto: SL

Es stimmte, was angekündigt wurde vor dem “Bier- und Genussfest” in Bad Oldesloe, dass die Musik nicht im Mittelpunkt stehen wird. Namen wurden zunächst von den Veranstaltern gar nicht genannt. Denn die Musik – so ehrlich war man von Anfang an – sei nur Beiwerk.

Dass sie leise sein werden und bei Gesprächen nicht “stören”, war im Vorfeld als Qualität der lebenden “Jukeboxen” hervorgehoben wurde – es stimmte lustigerweise nicht so ganz.

Die Menschen sitzen an Tischen, sie trinken Bier, sie konsumieren an den wenigen Foodständen ein wenig Essen und die Musik ist dazu da, sie ein wenig auf dem Platz zu halten. So ungefähr wie Party-Djs nur dass diese halt live spielen. Das Ganze ist eine Fest des Kommerzes , ansonsten erschließt sich der tiefere Sinn nicht.

Das einzige was an diesem Fest mit Bad Oldesloe zu tun hat, ist , dass am Freitagabend die nachgebuchte Oldesloer Sängerin Gabi Liedtke aufgetreten ist, die sich souverän durch ihr Repertoire spielte und “ablieferte”. Vor der Bühne war zu merken, dass es schlau ist, lokale Bands spielen zu lassen.

Das alles hat den Hauch eines leicht gehobenen Oktoberfests mit seichtem Pop-Rock statt Schlager und Volksmusik und ohne Zelt halt. Und wenn man schon einige Bier intus hat und vergessen, wo man ist, dann könnte man sich auch vorstellen, dass das hier in Wanne-Eickel , Paderborn, Castrop-Brauxel oder einem Dorf bei Bielelfeld stattfindet. “Bier- und Genussfest” – das ist so unverbindlich, das kann überall sein. Alles ist nett, aber unpersönlich.

Dass das Highlight ein Stand ist, der einem mittelalterlichen Handelsschiff nachempfunden ist, sagt schon viel über eine Veranstaltung aus.

Foto: Sl

Selbst bei den Gastronomen vermisst man das Lokalkolorit und auch eine gewisse Auswahl. Vor allem im Essensbereich fällt das Sortiment überschaubar aus. Und unter einem Bierfest hätte man sich dann doch eine größere Auswahl an Brauereien vorgestellt. Aber auch das ist nicht schlimm, es ist halt so. Es ist nett, es ist alles Durchschnitt. Es fühlt sich okay an, man rennt nicht schreiend weg und irgendwie ist es so total belanglos, dass es sogar zu egal ist, um sich darüber aufzuregen.

Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags öffnen die Stände auf dem Oldesloer Marktplatz übrigens nochmal. Es wird sicherlich niemanden stören.

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Bad Oldesloe

“Stormarn Magic” präsentiert neue Show bei öffentlichem Training

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Foto: SL

Bad Oldesloe – Am Sonnabend, 21. September, trainiert die bekannte Oldesloer Marching Band “Stormarn Magic” wieder auf dem Exer. Es ist eine wichtige Generalprobe vor dem Auftritt bei einem großen Musikwettbewerb in Enschede (Niederlande).

Um 15:30 Uhr können alle neugieren Musikliebhaber und Marching-Band-Fans kostenlos in den Genuss der neuen Show “Journey of man” kommen. Denn dann werden die “Magics” diese inklusive Kostümen in voller Länge auf dem Sportplatz am Exer proben.

Die “Magics” sorgen auch für Kaffee und Kuchen, damit das leibliche Wohl der Zuschauer gesichert ist.

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