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Wirtschaft

Arm oder reich: Wem hilft das Baukindergeld wirklich?

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Handwerker auf einer Baustelle Symbolfoto: Sculpies / Shutterstock

Insbesondere Familien mit mehreren Kindern und einem niedrigen Haushaltseinkommen werden auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt. Sie haben einen höheren Platzbedarf und dabei weniger Einkommen für Wohnzwecke zur Verfügung. Dies gilt sowohl für den Mietwohnungsbereich als auch für die Wohneigentumsbildung.

Kritiker befürchteten vor der Einführung des Baukindergeldes, dass vor allem Familien mit höheren Einkommen vom Baukindergeld profitieren könnten – also solche, die es eigentlich nicht nötig haben.

Tatsächlich sind knapp drei Viertel der Anträge bisher von Familien gestellt worden, deren jährliches zu versteuerndes Einkommen unter 50.000 Euro lag.

Das meiste Baukindergeld ist bislang an Familien mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen zwischen 20.000 und 30.000 Euro gegangen.

22,3 Prozent des Volumens flossen an diese Zielgruppe, wie aus der Antwort (19/9620) auf eine kleine Anfrage (19/8867) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht. Insgesamt wiesen 37 Prozent der geförderten Haushalte ein zu versteuerndes jährliches Haushaltseinkommen von bis zu 30.000 Euro nach, 58 Prozent bis zu 40.000 Euro und knapp 75% bis zu 50.000 Euro.

Vor diesem Hintergrund verwehrt sich die Bundesregierung gegen Aussagen, von der Maßnahme profitierten vor allem die oberen Einkommen.

Beim Baukindergeld wird deshalb der Kreis der Anspruchsberechtigten auf diejenigen Haushalte begrenzt, die eine Förderung wirklich benötigen. Die Einkommensgrenze liegt bei 75.000 Euro zu versteuerndem jährlichen Einkommen pro Familie; diese Einkommensgrenze erhöht sich noch durch Freibeträge von jeweils 15.000 Euro pro Kind.

Insgesamt wurden zum Stichtag 31. März 2019 fast 169 Millionen Euro bewilligt, die sich auf 7.954 Anträge verteilen. Durchschnittlich leben den Angaben zufolge 1,77 Kinder in den geförderten Haushalten. In Schleswig-Holstein wurden bislang 3.664 Anträge mit einem Volumen von 74.160.000 Euro gestellt.

Auf den Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte des CDU-Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann entfielen dabei 493 Anträge mit einem Volumen von 9.744.000 Euro. Der Abgeordnete sieht in den Zahlen den Beweis: „Das Baukindergeld wirkt zielgerichtet zum Erwerb von Eigentum.“

Der weit überwiegende Anteil des Geldes floss in Bestandsmaßnahmen (84 Prozent). Indes weist die Bundesregierung darauf hin, dass ein Antrag erst nach dem Einzug gestellt werden kann. Wer also im vergangenen Jahr mit dem Bauen begonnen hat und in diesem Jahr einzieht, kann erst dann Baukindergeld beantragen; die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr entsprechend mit einem Anstieg der Anträge, die sich auf Neubauvorhaben beziehen.

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Bad Oldesloe

Kreis veröffentlicht seine 200 Jahre alten Kontoauszüge

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Bad Oldesloe – Das Kreisarchiv Stormarn startet mit einem neuen Projekt, das zum Ziel hat, die vielfältigen Investitionen in der Region aus den vergangenen zwei Jahrhunderten einsehbar zu machen.

Stefan Watzlawzik und Sarah Walter präsentieren Sammlungsstücke, die zur Digitalisierung geschickt werden. Foto: Kreisarhiv

Für welche Vorhaben gaben der Kreis sowie die Städte, Ämter und Gemeinden Geld aus? Und wie haben sich die Gemeinden infolgedessen entwickelt?

Diese Fragen werden durch das von der Sparkasse an das Kreisarchiv übergebene Vorstandsarchiv bald genauer beantwortet werden können. So wurden durch Bevölkerungsanstieg und Verstädterung beispielsweise der Ausbau von Straßen und Kanalisation sowie die Elektrisierung notwendig. Allesamt Investitionen, die Stormarn nachhaltig formten.

Aber nicht nur der Kontostand des Landkreises und seiner Kommunen lassen sich durch die alten Dokumente nachverfolgen.

„Die Unterlagen geben auch Auskunft über die Kontobewegungen der kleinen Leute“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. So sind in circa 150 Bänden die Einkünfte und Ausgaben von beispielsweise Dienstmädchen oder Schustergesellen von vor über 100 Jahren notiert: in tabellarischer Form und in feinsäuberlicher Handschrift.

„Das wirtschaftliche Handeln des Kreises transparent machen“

Unterstützt wird das Projekt mit 72.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Damit werden die Dokumente aus dem Zeitraum von 1824 bis in die 1950er-Jahre gescannt und bald für alle Forschenden einsehbar. „So leisten wir einen wesentlichen Beitrag dazu, den wirtschaftlichen Erfolg Stormarns transparent zu machen“, sagt Watzlawzik.

Schon mehrere Universitäten haben ihr Interesse an den digitalisierten Unterlagen des Kreisarchivs angemeldet, darunter neben der Universität Hamburg, auch die Unis in Aachen, Mannheim und Hohenheim. Die Dokumente zu analysieren ist insbesondere für Wirtschaftshistoriker von Interesse.

Insgesamt 25 Regalmeter – die Maßeinheit in Archiven – umfasst der Sparkassen-Bestand, darunter auch Fotografien von ehemaligen Filialen.

Lediglich die Archive in Kiel und Mölln haben auch Unterlagen von Sparkassen, allerdings kleinere Bestände. Digital sind, zum Beispiel auf dem Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek, noch keine Dokumente von Sparkassen zu finden. Das wird sich nun ändern.

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: “Stormarn Magic” Auftritt zur Vorstellung der neuen “Blumentaschen”

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Foto: Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe /hfr

Bad Oldesloe – Auch in diesem Jahr wird die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe im Stadtbild wieder die sogenanten Blumentaschen aufstellen.

Bevor die neuen Taschen in der Innenstadt verteilt werden, lädt die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe die Bürgerinnen und Bürger am 10. August um 11 Uhr zur Ausstellung der 26 Blumentaschen auf der Hude ein.

Begleitet wird das Event von einem Konzert der bekannten Oldesloer Marching-Band “Stormarn Magic”.

„Eine lebendige Innenstadt ist ein Stück Lebensqualität. Mit den Blumentaschen und dem Konzert schaffen wir ein weiteres Erlebnis in Bad Oldesloe“, sagt Nicole Brandstetter, Sprecherin der Wirtschaftsvereinigung.

Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Angela Dittmar setzt sie sich seit vier Jahren dafür ein, die Aufmerksamkeit der Bad Oldesloer Bürger auf den lokalen Handel und das Netzwerk zwischen den ortsansässigen Unternehmen zu stärken.

„Auch bei diesem Projekt hat die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten bestens funktioniert“ schwärmt Dittmar. Die Oldesloer Gärtnerei von Foller hat die Blumentaschen mit rund 100 Blumen geschmückt. Beklebt wurden die Taschen bei der Firma Süverkrüp Automobile. Die Sandsäcke zum Beschweren der Kunststofftaschen hat das Technische Hilfswerk aus Bad Oldesloe beigesteuert.

Außerdem zieren neue Fotos mit Gesichtern von Oldesloer Kunden die Blumentaschen, die das Fotostudio Ketelhohn angefertigt hat.

Neu ist, dass die Blumentaschen eine Werbung für den Bad Oldesloer Einkaufsgutschein tragen.

„Wir machen unsere Stadt zum Geschenk. Und Du?“ lautet der Slogan, der auf den Einkaufsgutschein aufmerksam machen soll.

„Bad Oldesloer sollen Bad Oldesloer Gutscheine schenken und damit im Zeitalter von Internet-Anbietern Flagge zeigen und den örtlichen Handel, Dienstleistungen und die Gastronomie stärken“, sagt Brandstetter, die überzeugt ist, dass die Aktion auch die Identität mit der Stadt fördert.


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Wirtschaft

Konjunkturbarometer: Handwerk auf Hochkurs – Unternehmer sehen leicht getrübte Aussichten

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Hamburg – Die Unternehmen der Metropolregion Hamburg bewerten ihre wirtschaftliche Lage ähnlich wie zum Jahresende 2018. Die Situation wird weiterhin als günstig mit leicht abnehmender Tendenz beurteilt.

Handwerk: Arbeiten in der Metallindustrie Symbolfoto: Goodluz/shutterstock

Die Erwartung an die zukünftige Geschäftsentwicklung bleibt konstant, die Beurteilungen der Exportaussichten und die Investitionsbereitschaft sind verhaltener. Optimistisch ist die Prognose für die Personalplanungen.

Im Handwerk sind die Auftragsbücher in der Metropolregion Hamburg weiterhin gut gefüllt, die Hochkonjunktur hält an. Nahezu alle aktuellen Konjunkturindikatoren sind stabil oder weisen deutlich nach oben. Besonders gut wird das Geschäftsklima im Handwerk im niedersächsischen Teil der Metropolregion Hamburg beurteilt. Spitzenreiter ist weiterhin das Ausbauhandwerk gefolgt vom Bauhauptgewerbe.

Die Geschäftslage im Handwerk hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut verbessert.

Nach 54 Prozent im Vorjahr beurteilen inzwischen sogar 57 Prozent der befragten Handwerksunternehmen ihre Geschäftslage als gut. Weitere 39 Prozent sind zufrieden mit der Entwicklung. Entsprechend positiv schaut das Handwerk auch in die nahe Zukunft: 34 Prozent der befragten Handwerksbetriebe erwarten, dass sich ihre Geschäftslage verbessern wird. 63 Prozent gehen von einer unverändert guten Geschäftslage aus.

Branchenübergreifend bewerten in der aktuellen Umfrage 36,7 Prozent der Befragten Unternehmen die aktuelle Geschäftslage als „gut“, 53,4 Prozent als „befriedigend“ und nur 9,9 Prozent als „schlecht“.

Überdurchschnittlich zufrieden ist aktuell die Baubranche, die auch auf die kommenden zwölf Monate optimistisch blickt.

„Die starke Binnennachfrage stützt die konjunkturelle Entwicklung in der Metropolregion. Davon profitieren insbesondere Bau- und Dienstleistungsbetriebe” bewertet Maike Bielfeldt, Vorsitzende der Facharbeitsgruppe Wirtschaft der Metropolregion und Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum, das Ergebnis der Umfrage. Hingegen ist das Klima im Verkehrsgewerbe unterdurchschnittlich, was sich auch in einer getrübten Erwartung an die Zukunft ausdrückt. Mecklenburg-Vorpommern erzielt das beste Ergebnis, wenn auch niedriger als im Vorjahresquartal, und setzt damit seinen guten Kurs der letzten vier Jahre fort.

Insgesamt sind die Erwartungen zur Geschäftslage im kommenden Jahr im Vergleich zur Befragung im Vorquartal etwas eingetrübt.

Optimistische und pessimistische Einschätzungen halten sich hier mittlerweile die Waage. Im Vorjahresquartal gingen noch zwei von drei Unternehmen von einer gleichbleibend guten Geschäftslage aus. “Weder im Hinblick auf die Handelskonflikte noch auf den drohenden Brexit ist eine Entspannung der Situation in Sicht”, stellt Maike Bielfeldt fest.

Weiterhin positiv sind die Firmenaussagen zur Personalplanung: 22 Prozent rechnen mit einer wachsenden Personaldecke, nur 10,8 Prozent gehen von einer Senkung aus. Insbesondere in der Dienstleistungsbranche, im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe bleiben die zu erwartenden Steigerungen der Mitarbeiterzahlen auf hohem Niveau.

Auch die Investitionspläne bleiben auf einem hohen Niveau. Bei 30 Prozent der befragten Unternehmen planen zusätzliche Investitionen im Inland und über die Hälfte der Unternehmen möchten unverändert investieren. Die Exportaussichten sind etwas verhaltener.

Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern der Metropolregion Hamburg befragen zweimal im Jahr ihre Mitgliedsunternehmen nach ihrer aktuellen Geschäftslage und bitten um eine Einschätzung für die kommenden Monate. Daraus ermitteln sie das Geschäftsklima.

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