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Ratgeber

Immer mehr depressive Stormarner Schüler – Stiftung organisiert Hilfe

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1. Larissa Wende und Christoph Schmidt informieren an Schulen mit dem Programm „Verrückt? Na und!“ Foto: BÜrger-Stiftung Stormarn/hfr

Ahrensburg/Reinbek – Depressionen und andere psychische Probleme und Erkrankungen sind längst kein Nischenthema mehr. Auch nicht an Stormarner Schulen. Im Vergleich zum Jahr 2011 zählt das Statistische Bundesamt mittlerweile rund doppelt so viele Kinder und Jugendliche, die aufgrund eines seelischen Ungleichgewichts, Zwangs- oder Angststörungen behandelt werden müssen.

Drei bis zehn Prozent aller Zwölf- bis 17-Jährigen leiden laut Experten an diagnostizierter Depression. Diese Zahlen belegen einerseits den dramatischen Anstieg psychischer Erkrankungen, andererseits verdeutlichen sie die gestiegene Bereitschaft von Heranwachsenden und deren Angehöriger, sich fachliche Hilfe zu suchen.

“Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus beidem“, sagt Professor Dr. Thomas Bock. Der Fachmann war kürzlich als Gastredner zu einer Veranstaltung der Stormarner Schmöger-Stiftung eingeladen. Die Stiftung, die zur Bürger-Stiftung Stormarn zählt, unterstützt verschiedene Projekte in diesem Themenbereich, hat bereits mehrere Informationsveranstaltungen in Ahrensburg und Reinbek erfolgreich auf die Beine gestellt.

„Je früher wir erkennen, dass Kinder und Jugendliche unter psychischen Erkrankungen leiden, desto besser können wir helfen“, sagt Michael Rebling, Schulrat des Kreises Stormarn. Umso dankbarer sei er der Stiftung, die es sich seit 2012 zur Aufgabe macht, das Thema zu enttabuisieren. Zum jüngsten Infoabend hatte die Stiftung Schulleiter, Lehrer und Schulsozialarbeiter eingeladen. Resonanz: Rund 80 Interessierte kamen, stellten Fragen und diskutierten mit.

Der Leiter der Spezialambulanz für Psychosen und Bipolare Störungen im Universitätsklinikum Eppendorf sagte: „Wichtig ist, dass endlich mehr über das Thema geredet wird.“ Mit dem gemeinnützigen Verein, Irre menschlich Hamburg’ setzt Bock sich seit zehn Jahren für Aufklärung ein.

Der Verein organisiert Informations-, Begegnungs- und Präventionsprojekte an Schulen und in Betrieben. Wissen zu vermitteln; schaffe Verständnis und erhöhe die Sensibilität im Umgang mit den Krankheitsbildern der Seele.

2. Ursula Pepper (Eheleute-Schmöger-Stiftung) mit Ralph Klingel-Domdey (links) und Hans-Jürgen Gehrke vom Vorstand der Bürger-Stiftung Stormarn. Foto: Bürger-Stiftunf Stormarn/hfr

„Dass sich die Schmöger-Stiftung so für dieses Thema engagiert und was sie auf die Beine stellt, ist großartig“, sagt Schulrat Rebling. „Die rege Teilnahme an der Infoveranstaltung zeigt, dass unsere Schulen offen für die Auseinandersetzung damit sind.“ Die Pädagogen seien bereit, Hilfe anzunehmen und sich Wissen anzueignen, um dadurch den Schülern eine Hilfe zu sein.

Doch wann sollten Lehrkräfte einschreiten? Was sind Anzeichen einer ernsten Störung? „Hier herrscht häufig große Unsicherheit“, sagt Christoph Schmidt. Der Sozialpädagoge leitete viele Jahre das Beratungszentrum der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit in Reinbek. Vor gut einem Jahr stieß Schmidt auf das Programm, Verrückt? Na und!’, das vom Leipziger Verein, Irrsinnig menschlich’ ins Leben gerufen wurde.

„Ich fand das Konzept so gut, dass ich es nach Stormarn holen wollte“, sagt Schmidt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Larissa Wende betreut er nun eine Regionalgruppe. Ihre Mission: Direkt in die Schulen zu gehen und Jungs und Mädchen ab 14 Jahren spielerisch an das Thema psychische Gesundheit heranführen.

Dazu gestaltet ein Team aus einem fachlichen und einem persönlichen Experten einen Schultag von der ersten bis zur sechsten Stunde. „Bei dem persönlichen Experten handelt es sich um jemanden, der selbst eine psychische Krankheit hatte“, erklärt Wende. „So erfahren die Schüler aus erster Hand, wie „es“ sich anfühlen kann.“ Und vor allem auch, dass es Hilfe und Besserung geben kann. „Das ist besonders bei Depressionen wichtig“, sagt Schmidt.

„Ein Symptom hier ist häufig ein Gefühl der völligen Sinnlosigkeit, das jegliche Lebenslust im Keim erstickt.“ Suizid zählt neben Unfällen zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen. Das Präventionsprogramm will Schülern für die eigenen Gefühle sensibilisieren und sie aufmerksamer im Umgang mit anderen machen.

In Gesprächsrunden, Rollenspielen und Gruppenarbeiten setzen sich die jungen Menschen mit typischen Bewältigungsstrategien, Ängsten und Vorurteilen auseinander. Sie erfahren, wo es welche Hilfen gibt und welche Maßnahmen ganz individuell ihre eigene Seele stärken können.

Vor dem Hintergrund des Anstiegs psychischer Erkrankungen bei Heranwachsenden unterstreicht Ralph Klingel-Domdey vom Vorstand der Bürger-Stiftung Stormarn das „herausragende ehrenamtliche Engagement von Ursula Pepper bei der Eheleute-Schmöger-Stiftung.

Durch ihren Einsatz helfe die ehemalige Ahrensburger Bürgermeisterin dabei, „dieses gesellschaftlich hochrelevante und facettenreiche Thema stärker ins Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu rücken“. Klingel-Domdey sagt: „Die aktuellen Zahlen sollten uns alle hellhörig werden lassen.“

Das von der Stiftung mitgeförderte Projekt, Verrückt? Na und!’ ist für teilnehmende Schulen kostenfrei.

Beteiligen können sich Klassen ab der 8. Stufe sowie Berufsschulen. Weitere Infos gibt es bei der Regionalgruppe im Beratungszentrum der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit e.V. (www.svs-stormarn.de) in der Scholtzstraße 13 b in Reinbek. Sozialpädagogin Larissa Wende ist unter Tel. 040/72 73 84 50 und per E-Mail unter bz@svs-stormarn.de erreichbar. Oder bei „Beherzt“ – Präventionsprojekt für Kinder psychisch erkrankter Eltern der Arbeiterwohlfahrt“, Große Straße 28-30 in 22926 Ahrensburg. Tel. 04102/211 54 57, E-Mail: beherzt@awo-sh.de, Homepage: www.awo-stormarn.de.

Wer die Eheleute-Schmöger-Stiftung oder direkt die Bürger-Stiftung Stormarn durch ehrenamtliches Engagement oder Spenden unterstützen möchte, kann sich an die Postadresse Hagenstraße 19, in 23843 Bad Oldesloe wenden.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse:
www.buerger-stiftung-stormarn.de

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Bad Oldesloe

Messe im BiZ Bad Oldesloe: Infos rund um Weiterbildung und Qualifizierung

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Unterricht Symbolfoto: Chinnapong/shutterstock

Bad Oldesloe – Wer seine beruflichen Chancen verbessern möchte, kann sich am 13. Juni in der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe über Weiterbildungsmöglichkeiten in der Region informieren.

Von 12 bis 18 Uhr präsentieren 18 Bildungsträger aus dem Kreis Stormarn und der Region Hamburg ihre Angebote im Foyer und Berufsinformationszentrum (BiZ) in der Arbeitsagentur am Berliner Ring 8 – 10 in Bad Oldesloe. Veranstalter sind die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe und das Jobcenter Stormarn.

Im Fokus stehen Möglichkeiten zum Nachholen von Berufsabschlüssen, Umschulungen oder Anpassungsqualifizierungen. Genauso finden sich aber auch Weiterbildungen im IT-Bereich oder zum Fachwirt verschiedener Richtungen. Mit vor Ort sind Fachleute der Arbeitsagentur und des Jobcenters, die bei der Suche nach einer passenden Aus- oder Weiterbildung helfen oder zu Fördermöglichkeiten beraten.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Jobsuchende. Auch Beschäftigte können sich informieren und beraten lassen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, als Ungelernter im Betrieb einen Berufsabschluss nachzuholen oder sich anderweitig zu qualifizieren. Die Berater der Arbeitsagentur geben Infos zu den Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für den Betrieb, zum Ablauf einer Qualifizierung und Hilfestellung, wie Interessenten eine Qualifizierung in ihrem Unternehmen anstoßen können.

Ergänzend gibt es zwischen 13 bis 17 Uhr fünf Vorträge:

13:00 Uhr        „Diagnostik – Orientierung – Coaching“ – für Jobsuchende

14:00 Uhr        „Perspektiven für eine berufliche Zukunft entwickeln“     

15:00 Uhr       „Lernen und Arbeiten in der Virtualität – geht das? Na Klar!“

16:00 Uhr       „Tätigkeiten in der Betreuung oder Pflege – eine Jobperspektive“

17:00 Uhr       „Digitalisierung, Arbeiten 4.0, New Work – was das mit mir und meinem Job zu tun hat“

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Kultur

Weniger kann mehr sein: Autor, der nur noch 50 Dinge besitzt, kommt nach Ahrensburg

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Die Ahrensburger Stadtbücherei. Foto: Stormarnlive.de

Ahrensburg – Joachim Klöckner hat geschafft, was sich viele wünschen. Er hat seinen Besitz auf das Notwendigste reduziert. Klöckner lebt mit nur noch 50 Dingen, die alle in sein Handgepäck passen.

Dabei hat er festgestellt, dass man viel weniger zum Glück braucht, als man glaubt. In seinem Buch „Der kleine Minimalist“ zeigt er uns, dass Minimalismus gar nicht so schwierig ist, wie es scheint.

Klöckner begann vor über 30 Jahren, seinen Haushalt zu reduzieren. Er fing an, immer weniger zu besitzen, und merkte: Die Abschaffung solch „lebloser“ Dinge lässt ihm mehr Raum für das Leben selbst und das Lebendige seiner Mitwelt.

So besitzt Joachim Klöckner beispielsweise kein Arbeitszimmer und keinen Schreibtisch, sondern arbeitet in Cafés oder Co-Working-Stationen.

Seine Kleidung besteht aus Regencape, Fleece-Poncho, zwei Overalls (einer mit kurzen Armen und Beinen), zwei T-Shirts, zwei Unterhosen, fünf Paar Socken und einem Schal – und das alles in weiß und gelb, damit es in eine Waschladung passt.

Indem er sich von den meisten Gegenständen getrennt hat, die ihm eigentlich lebensnotwendig erschienen, bekam er gleichzeitig die wachsende Komplexität seines Alltags in den Griff.

Unterhaltsam zeigt Klöckner am 14. Juni ab 19 Uhr seinen Lebensweg auf und gibt den Zuhörern praktische Hilfestellungen und kluge Tipps für ein erfüllteres und glückliches Leben.

Eine komplette Abkehr vom Materiellen ist dabei gar nicht das Ziel, er zeigt auch nicht mit dem Zeigefinger auf andere. Vielmehr leistet der Autor des Buches „Der kleine Minimalist“ Hilfe zur Selbsthilfe für alle, die das Glück finden wollen und dabei vielleicht ein kleines Stück des Minimalisten-Wegs gehen möchten.

Klöckner erzählt und berichtet von seinem Leben. Denkanstöße wird es an diesem Abend sicher geben.

Eintrittskarten gibt es vorab zu den üblichen Öffnungszeiten kostenfrei in der Stadtbücherei Ahrensburg (04102) 77 171 oder stadtbuecherei@ahrensburg.de oder bei der Buchhandlung Stojan, Hagener Allee 3A, 22926 Ahrensburg (04102) 50 431

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Politik und Gesellschaft

Durchsuchungen und Verhöre: Deutschlandweite Polizeiaktion zur Bekämpfung von Hasspostings

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Foto: Shutterstock.com

Wiesbaden – “Meinungsfreiheit” wird noch immer – nicht nur im Internet von manchen Menschen komplett fehlinterpretiert, missverstanden oder bewusst umgedeutet. Heraus kommen dabei in Kommentaren: Bedrohungen, Nötigungen, fremdenfeindliche Kommentare oder Beleidigungen.

Obwohl das Verfassen von Hasskommentaren kein Kavaliersdelikt ist, kommt es im Internet, insbesondere in den sozialen Netzwerken, häufig zu hasserfüllten und damit auch strafbaren Beiträgen.

Der am 6. Juni stattfindende bundesweite “Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings” ist daher wichtiger Bestandteil des konsequenten Vorgehens von Polizei und Justiz bei der Bekämpfung dieses Phänomens.

Seit den Morgenstunden, des 6.6 um 6 Uhr, waren Polizeidienststellen in 13 Bundesländern im Rahmen dieses Aktionstages im Einsatz. In Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden 38 polizeiliche Maßnahmen durchgeführt, darunter Wohnungsdurchsuchungen und Vernehmungen.

Den Tätern wird vorgeworfen, Hasskommentare im Internet gepostet zu haben, etwa öffentliche Aufforderungen zur Begehung von Straftaten, Beleidigungen von Amtspersonen oder antisemitische Beschimpfungen. Tätern, die solche strafbaren Inhalte im Netz verbreiten, drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Der bundesweite Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings wird vom Bundeskriminalamt als Zentralstelle der deutschen Polizei koordiniert. Er wurde vor drei Jahren etabliert und findet seitdem einmal jährlich statt.

Das gemeinsame Vorgehen gegen Hass im Netz zeigt Wirkung: Wurden 2017 in den Fallzahlen zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) noch 2.270 Fälle von Hasskommentaren gezählt, waren es 2018 1.472 Fälle, ein Rückgang um 35 Prozent.

Ein Großteil davon (77 Prozent) lässt sich dem rechtsextremen Spektrum zuordnen, knapp 9 Prozent der Kommentare sind linksextrem, die verbleibenden 14 Prozent sind ausländischen oder religiösen Ideologien, beziehungsweise keiner konkreten politischen Motivation zuzuordnen.

Der Rückgang der Fallzahlen bei den Hasspostings ist eine positive Entwicklung. Um diese fortsetzen zu können, seien laut BKA auch künftig operative wie präventive Projekte des Bundes, der Länder und auch nichtstaatlicher Organisationen (NGOs) erforderlich, um Hass im Netz wirkungsvoll entgegenzutreten.

Das Bundeskriminalamt ruft dazu auf, Hass, Hetze und verbale Gewalt konsequent bei der Polizei anzuzeigen. Einige Bundesländer halten dafür Internetportale bereit, über die jeder solche Straftaten auch anonym anzeigen kann.

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