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Bad Oldesloe

Nach Druck aus Bad Oldesloe: Stormarn führt die Bildungskarte ein

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Mit ihrem Gemeinschaftsantrag auf Einführung der Bildungskarte: Cornelia Steinert und Hendrik Holtz (beide Die Linke) mit Jörn Lucas (CDU). Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Der Kreis Stormarn wird noch in diesem Jahr flächendeckend die Bildungskarte einführen. Damit soll Kindern von Leistungsempfängern die gesellschaftliche Teilhabe erleichtert werden.

Zu verdanken ist das auch der klaren Haltung Bad Oldesloes. Lokalpolitiker hatten in den vergangenen Wochen Druck gemacht.

Bereits vor zwei Jahren war die Einführung einer Bildungskarte auf Kreisebene beschlossen aber nie umgesetzt worden. Die Kreisverwaltung begründete das zuletzt mit datenschutzrechtlichen Bedenken – und erntete Kritik. Vor allem aus Bad Oldesloe.

Wolfgang Krause: “Wir haben uns noch einmal zusammengesetzt und einen Weg gefunden, wie die Bildungskarte auch datenschutzrechtlich möglich sein wird. Jetzt werden jetzt mit allen Gemeinden im Kreis Kontakt aufnehmen.”

Viele Leistungen werden nicht abgerufen

Lokalpolitiker hatten die jetzt zurückgenommene Absage des Kreises nicht ohne Grund beanstandet. Denn zusätzlich zu Hartz IV oder anderen Sozialleistungen können finanzschwache Familien Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Landes beantragen, etwa für Vereinsbeiträge oder Lernmittel. Doch die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass nur sehr wenig Berechtigte die finanziellen Hilfen auch abrufen.

Laut einer Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ist die Resonanz auf das Teilhabepaket in Stormarn bisher sehr gering. Von knapp 1950 berechtigten Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 15 Jahren erhielten im Jahr 2017 nur 274 zusätzliche Leistungen. Das sind lediglich 14 Prozent. Damit liegt der Kreis im landesweiten Vergleich abgeschlagen auf dem letzten Platz.

„Die Hürden für die Beantragung von Leistungen sind aktuell zu hoch”

Oldesloe hat sich schon jetzt klar zur Bildungskarte bekannt. Für Cornelia Steinert (Die Linke) war das überfällig: „Die Hürden für die Beantragung von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sind so hoch, dass sie keiner in Anspruch nimmt. Betroffene fühlen sich stigmatisiert und das kann die Bildungskarte ändern.“ Um die Karte einzuführen, hat die Linke einen Partner gefunden, der sich in der Regel auf der anderen Seite des Verhandlungstisches befindet: Die CDU. Bei diesem Thema ziehen Konservativ und Links an einem Strang.

Die ungewöhnliche Parteien-Konstellation, die zunächst im historischen Oldesloer Rathaus ihren gemeinsamen Antrag vorstellte und jetzt zur Abstimmung gebracht hatte, ist auch Ergebnis des Ärgers über den Kreis Stormarn. Der ist als Träger der Sozialhilfe zwar für das Bildungs- und Teilhabepaket zuständig, konnte aber seit der Einführung im Jahr 2011 seine schlechte Abrechnungsquote nicht verbessern. Die Bemühungen dazu wurden aber auch nicht besonders vorangetrieben und gipfelten letztendlich in der Weigerung, den Beschluss des Kreistages umzusetzen.

„Ich halte die Begründung für eine Nebelkerze, der Verweis auf den Datenschutz ist völliger Blödsinn“, hatte Jörn Lucas, stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender der CDU vergangene Woche kritisiert. Das hat jetzt offenbar auch die Kreisverwaltung eingesehen. Immerhin haben andere Landkreise in Schleswig-Holstein und auch bundesweit die Bildungskarte eingeführt.

DKSB: Jedes dritte Kind in Bad Oldesloe ist arm

Im kreisweiten Vergleich ist Bad Oldesloe die Hautstadt der armen Kinder. Laut der vom DKSB erhobenen Zahlen lebte 2018 in der Kreisstadt jedes dritte Kind (33 Prozent) in einer Familie, die Sozialleistungen bezieht. Das sind 1453 von 4392 Kindern. Der Stormarner Durchschnitt liegt bei 17,2 Prozent.

Ingo Loeding, Geschäftsführer des DKSB-Stormarn begrüßte den Vorstoß: „Die Situation verschärft sich immer weiter. Jedes fünfte Kind arm und das in einem der reichsten Landkreise in Schleswig-Holstein.“ Er sieht in dieser Entwicklung eine zunehmende Gefahr für die Gesellschaft. Denn ohne Hilfe werden diese Kinder ausgeschlossen.

DKSB-Zahlen belegen großes Interesse an Bildungsleistungen

Dass bei finanzschwachen Familien durchaus Interesse an zusätzlichen Bildungs- und Kulturangeboten besteht, belegt die große Nachfrage nach Unterstützung aus dem DKSB-Familienhilfe-Notfonds. Im Jahr 2018 hat der Kinderschutzbund 56.000 Euro an Familien verteilt. Für Essen und Kleidung, aber auch für Leistungen, die eigentlich im Bildungs- und Teilhabepaket enthalten sind, etwa für Klassenfahrten oder Freizeitangebote.

Die Bildungskarte ähnelt in ihrer Funktion einer Bankkarte. Leistungsberechtigte bekommen das Geld, dass ihnen über das Bildungs- und Teilhabepaket zusteht, auf eine Art Konto überwiesen. Mit der Karte können dann etwa Vereinsbeiträge oder Ferienfreizeiten bezahlt werden. Die technische Infrastruktur stellt die Firma Sodexo zur Verfügung.

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Bad Oldesloe

Aktion und Performance vor dem KuB: Eine Hommage ans Jammern

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Am Samstag, den 2. Juli macht das Jammermobil Station vor dem KuB in Bad Oldesloe.

Ab 10 Uhr darf bei dieser Aktion jede Bürgerin und jeder Bürger jammern was das Zeug hält. Das Jammermobil ist eine Aktion von BAUCHLADEN MONOPOL und wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste.

Das Bauchladen Monopol macht Jammern salonfähig! Dafür touren sie mit einem Transporter – dem Jammermobil – durch die ganze Republik und öffnen ihre Mobiltüren auf belebten Plätzen und sammeln Töne und Ausdrucksweisen des Jammerns sowie regionale Reizthemen.

Nicht das beiläufige, zerstörerische, anklagende Jammern wird gesucht, sondern ein persönliches, erleichterndes und stärkendes Jammern.

„Wir halten den öffentlichen Raum für einen wichtigen Ort, an dem gesellschaftliche Austausch stattfindet. Trotz des durch die Pandemie bekannte social distancing, Lockdown und geschlossenen Kulturorten schaffen wir Räume, in denen Begegnungen möglich werden.“, so die Performerin Sophia Guttenhöfer, die seit 2010 Straßentheater und Interventionen an theaterunübliche Orte durchführt. 

Zwei clowneske Figuren stellen sich als Jammerlappen zur Verfügung, finden in ihrem breiten Jammerrepertoire den passenden Ausdruck und jammern für die oder mit den Besuchenden gemeinsam.

Auf Wunsch wird eine „personalisierte Jammerpartitur to go“ für den weiteren Gebrauch erlernt. 

Außerdem sind Passant*innen vor dem Jammermobil eingeladen, Fragen, Kommentare  aufzugeschrieben oder zu malen, Kurzvideos oder Tonspuren mit Jammervollem zu hinterlassen. So wächst über die verschiedenen Stationen hinweg ein mobiler Ausstellungs- und Kommunikationsort, der die Stimmungslage der Menschen über verschiedene Regionen hinweg widerspiegelt.

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Bad Oldesloe

Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe mit erster Turnierteilnahme

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Gut neun Monate nach Gründung der Fußball-Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe, in Kooperation mit den Stormarner Werkstätten und dem Kreissportverband Stormarn, nahm dieses Team erstmals an einem Turnier teil.

Christian Bauer (blaues Trikot) stoppt diesen Angriff mit vollem Einsatz. Fotos: VfL Oldesloe

Es ging zum „Kalle-Stawikowski-Cup“, der von der Vorwerker Diakonie ausgerichtet und an der Lübecker Lohmühle auf Kunstrasen ausgetragen wurde. Hier sollte man auf Kleinfeld auf andere Werkstätten, Förderschulen und soziale Einrichtungen treffen.

Die Aufregung war bei allen Spielern riesengroß. Für die meisten Kicker des Teams war es absolutes Neuland.

„Aufgrund von Corona konnten wir leider auch nicht so trainieren wie wir es uns gewünscht hätten, aber für mich war klar das wir diese Einladung gerne annehmen“, so Trainer Rainer Fischer. Schon vor dem Beginn war die Platzierung für den bekannten Oldesloer Coach Nebensache.

„Sie sollen das hier einfach genießen und auf sich wirken lassen. Der Spaß steht absolut im Vordergrund“, erklärte „Fischi“. So hatte der Veranstalter auch extra darauf hingewiesen das man keine Scheu haben sollte spielschwächere Akteure mitspielen zu lassen. Da immer ein Betreuer mit auf dem Platz stehen durfte, kickten Daniel Elten von den Stormarner Werkstätten und Pia Görrissen vom KSV Stormarn mit.

Für Görrissen, die selbst Fußball gespielt hat, und die Inklusionsmannschaft wie Elter bei jedem Training begleitet auch eine tolle Erfahrung.

Im ersten Spiel sah man allen die Aufregung und Nervosität an. Mit einer knappen 0:1 Niederlage verließ man den Platz.

Im zweiten Vorrundenspiel steigerte man sich schon ein wenig und spielte Remis, wobei Stephan Knorr für seinen bereits geschlagenen Keeper in höchster Not rettete. Nach der Vorrunde wurde in zwei leistungsgerechte Gruppen eingeteilt.

Im dritten Spiel konnte man gegen Marli II dann auch endlich jubeln. Das erste Tor war zudem wohl auch das Tor des gesamten Turnieres, denn Davor Peric hob den Ball gekonnt aus 30 Metern über den Torwart hinweg. „Der Jubel nach dem ersten eigenen Tor war unbeschreiblich“, beschrieb VfL-Pressewart Nico v. Hausen die Szenerie nach dem Treffer.

Nun hatte man Blut geleckt und gewann die Partie noch mit 3:0. Zwischen den Spielen bot der VfB Lübeck eine Stadionführung an.

Auch der VfL nahm dieses Angebot gerne an und ließ sich von dem Geschäftsstellenleiter Florian Möller das Innenleben der alterwürdigen Lohmühle zeigen.

Nach dem Mittagsessen gab es noch weitere Partien. Und die Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe wurde immer stärker, zeigte als Mannschaft sogar richtige Spielzüge. Auch der Leiter des Bildungszentrums der Stormarner Werkstätten, Jan Domeier, konnte sich davon überzeugen und staunte wie einige mitgereiste Eltern nicht schlecht. „Das sieht ja schon nach Fußball aus. Wie haben Sie das gemacht“, fragte ein Elternteil in Richtung Trainer Fischer.

Rainer Fischer grinste erfreut und war sichtbar stolz auf seine Schützlinge. Wobei gerade er einen großen Anteil daran hat.

„Rainer hat seine ganz eigene Art mit den Jungs umzugehen. Sie vertrauen ihm und das ist die halbe Miete. Wie er in dieser kurzen Zeit aus den Jungs eine richtige Einheit geformt hat ist schon eine ganz tolle Sache“, so von Hausen. Auch Werkstätten-Betreuer Daniel Elter ist voll des Lobes.

„Einige Jungs sind bei ihrer Arbeit oft allein oder kapseln sich ab. Hier blühen sie richtig auf. Einige reden jetzt wo sie früher kaum ein Wort gesprochen haben. Und vorallem, sie lachen. Das ist besonders schön!“ In der Tat genoss jeder Spieler diese für sie neuen Eindrücke und Erlebnisse auf diesem Turnier. Am Ende langte es sogar für Platz zwei in ihrer Leistungsgruppe, punktgleich und ungeschlagen.

Steven Burmeister freute sich als Sieger der Geschicklichkeitsübung über Eintrittskarten für ein Heimspiel des VfB Lübeck

Bei der Siegerehrung herrschte nochmal große Freude, denn neben Pokalen und Medaillen hatte die Vorwerker Diakonie auch einige Geschicklichkeitsübungen wie Fußballcurling oder Torwandschießen als Rahmenproramm vorbereitet. Und hier sahnte die Inklusionsmannschaft des VfL ab. Der 1. Platz ging an Steven Burmeister, der sich über zwei Karten für ein Heimspiel des VfB Lübeck freute. Auch Panuwatra Tangboon und Günter Timmann belegten vordere Plätze und bekamen Präsente.

„Wir bedanken uns bei der Vorwerker Diakonie für dieses tolle Turnier bei dem Toleranz und Fairplay im Vordergrund standen und auch beim VfB Lübeck für die Stadionführung. Die strahlenden Gesichter unserer Spieler sprachen Bände“, so VfL-Pressewart von Hausen abschließend.

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Bad Oldesloe

Betrunken durchs Parkhaus: Oldesloer Polizei nimmt Seat-Fahrer Führerschein ab

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Bad Oldesloe Am vergangenen Mittwoch (25.05.2022), gegen 19.25 Uhr fuhr ein 44-jähriger Bad Oldesloer mit einem Seat Ibiza im Parkhaus in der Lübecker Straße diverse “Schleifen”.

Alkoholtest (Symbolbild). Foto: polizei

Bei einer Kontrolle kam zutage, dass der Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol stand. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen vorläufigen Wert von 1,82 Promille.

Es folgte eine Entnahme einer Blutprobe, die Beschlagnahme seines Führerscheines und die Sicherstellung des Fahrzeugschlüssels.

Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.

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