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Bad Oldesloe

Armutsatlas: Bad Oldesloe ist die Hauptstadt der armen Kinder

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Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, hat den Armutsatlas vorgestellt

Bad Oldesloe – In keiner anderen Stadt in Stormarn sind die Kinder so arm, wie in Bad Oldesloe. Das zeigt der jetzt vom Deutschen Kinderschutzbund vorgestellte Armutsatlas.

Jedes dritte Kind lebt in der Kreisstadt in einer Familie, die staatliche Leistungen bezieht. In Zahlen sind das 1453 von 4392 Kinder, also 33 Prozent im Jahr 2018.

Kreisweit sind es 20 Prozent. Und dabei ist Stormarn eines der reichsten Landkreise der Bundesrepublik!

7200 Kinder waren im vergangenen Jahr auf staatliche Leistungen angewiesen. Vor fünf Jahren waren es weniger als 6000 Kinder.

Ingo Loeding, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn: „Die Situation verschärft sich immer weiter. Jedes fünfte Kind arm und das in einem der reichsten Landkreise in Schleswig-Holstein.” Er sieht in dieser Entwicklung eine zunehmende Gefahr für die Gesellschaft. Denn ohne Hilfe werden diese Kinder ausgeschlossen.

„Nach wie vor scheint kein ernsthafter politischer Wille vorhanden zu sein, Kinder aus Hartz IV zu holen“, sagt Ingo Loeding. Ihn ärgert besonders, dass sich das Vorurteil vom arbeitsscheuen und faulen Hartz IV-Empfänger weiterhin hält. Doch so einfach ist es nicht. 

Ganz offensichtlich können Menschen von ihrem Gehalt immer seltener sich und ihre Familien versorgen und müssen aufstocken.

Die meisten arbeiten, haben aber trotzdem nicht genug, um ihre Familien zu versorgen: „Sie kämpfen Monat für Monat.“

Starke-Familien-Gesetz reicht nicht aus

Auf Bundesebene müsse mehr getan werden. Zwar gehe das Starke-Familien-Gesetz, das faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe für Kinder schaffen soll, in die richtige Richtung – aber nicht weit genug. “Wir brauchen eine Kindergrundsicherung”, so Loeding. Kinder müssten aus Hartz IV ausgenommen werden. Denn derzeit haben Eltern, die in Hartz IV leben, nichts von der angekündigten Kindergelderhöhung: Die zehn Euro werden direkt wieder abgezogen. 

Loeding zur Bildungskarte: Oldesloe sollte Projektstadt werden

Bis dahin könnte die derzeit diskutierte Einführung einer Bildungskarte helfen. Laut Kinderschutzbund würde das dazu beitragen, dass die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket auch abgerufen werden. Leider übernimmt der Kreis diese Aufgabe nicht und wälzt sie stattdessen auf die Städte und Gemeinden ab.

Ingo Loeding: „Jede Kommune muss sich selbst um die Einführung einer Bildungskarte bemühen.“ Er hofft, dass Bad Oldesloe eine Vorbildfunktion übernimmt und „Projektstadt“ wird. Oldesloe hatte den Kreis mehrfach aufgefordert, die Bildungskarte endlich einzuführen und die Einführung zuletzt auch in den eigenen Ausschüssen diskutiert.

Weil der Staat es nicht macht: DKSB unterstützte arme Familien mit 56.000 Euro

Dass Hartz IV nicht ausreicht, belegt auch die Nachfrage beim DKSB-Familienhilfe-Notfonds. Bedürftige Familien können Geld aus dem Fonds für alltägliche Dinge wie Essen, Kleidung oder Klassenfahrten beantragen.

Mirko Zywietz (v.l.), Präsident Lions Club Ahrensburg, mit der Vorsitzenden des Kinderschutzbund Stormarn Birgitt Zabel und Sönke Grohmann, Musikalische Leitung beim Benefiz Konzert

Das seien grundlegende Bedürfnisse, die in einer wohlhabenden Gesellschaft abgesichert sein müssten. Weil sie das nicht sind, ist der DKSB auf Spenden angewiesen. Wie auf die vom Lions Club Ahrensburg, der über sein zwölftes Benefizkonzert in der Auferstehungskirche in Großhansdorf Ende vergangenen Jahres 6000 Euro eingenommen hatte. 

Die Summe fließt jetzt in den Fonds, aus dem 2018 rund 56000 Euro an Familien in Not überwiesen wurden. Lions-Präsident Mirko Zywietz: “Jedes Jahr erinnert der Verband mit über 7000 Fähnchen vor dem Ahrensburger Schloss uns alle daran, dass wir Kindern bessere Zukunftschancen ermöglichen müssen.”

Spenden mit dem Stichwort „Familienhilfe-Notfonds“ können auf das Konto des DKSB bei der Sparkasse Holstein unter der IBAN DE50 2135 2240 0130 0083 54, BIC NOLADE21HOL eingezahlt werden.

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Bad Oldesloe

In Schlangenlinien auf A1 unterwegs: Oldesloer Polizei stoppt zugedröhnten Trucker

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Bad Oldesloe – Dank eines aufmerksamen Zeugen ist es der Polizei am Donnerstagmittag gelungen, die Drogenfahrt eines Sattelzugführers zu beenden.

Die Autobahnpolizei auf Lastwagenstreife (Symbolbild). Foto: Stormarnlive.de

Über Notruf meldete sich ein Hinweisgeber bei der Polizei und teilte mit, dass ein Sattelzug auf der A1 von Lübeck in Richtung Hamburg unterwegs sei, welcher in Schlangenlinien geführt werde.

Die Beamten des Polizei-Autobahnrevieres Bad Oldesloe stoppten das Fahrzeug gegen 11:40 Uhr auf dem Parkplatz Ellerbrook. Im Rahmen der Überprüfung stellten sie beim 41-jährigen Kraftfahrer Anzeichen fest, die auf den vorangegangenen Konsum von Drogen hindeuteten. Ein Drogenvortest verlief positiv auf Amphetamine.

Die eingesetzten Beamten ordneten die Entnahme einer Blutprobe an und untersagte ihm die Weiterfahrt. Da der ausländische Fahrer keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wurde zur Durchführung des Strafverfahrens eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1500 Euro angeordnet.

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Bad Oldesloe

Angeblich Biotop zerstört: Eigentümerin wehrt sich gegen Anschuldigungen der Oldesloer SPD

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Bad Oldesloe – Nachdem die Oldesloer SPD eine Grundstücksbesitzerin aus Poggensee beschuldigt hat ein Biotop zerstört zu haben, hat diese sich jetzt im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss verteidigt.

Foto: H.-H. Roden

„Das sind schwere und haltlose Beschuldigungen, die da getätigt wurden“, sagte Juren Rode-Hickstein in der Bürgerfragestunde und stellte klar: Es handelt sich um kein rechtlich geschütztes Biotop. „Alle sind eingeladen, sich das Grundstück anzuschauen“, bot sie der Runde an.

Auf dem Gelände soll ein Wohngebiet mit voraussichtlich zwölf Wohneinheiten entstehen. Laut Rode-Hickstein sind auf zwei Dritteln des Grundstücks Ausgleichsflächen für Bodenversiegelungen vorgesehen. Der Bereich entlang der Poggenbek soll unberührt bleiben.

Trotzdem beschäftigt sich jetzt die Naturschutzbehörde mit dem Fall und prüft, ob durch die Fäll-Aktion gegen bestehende Gesetze verstoßen wurde, wie Bauamtsleiter Kurt Soeffing sagt: „Die Fläche ist ökologisch interessant und wurde in Blick gefasst für eine rückwertige Bebauung.“ Doch vor allem wegen der Poggenbek habe das Gelände eine ökologische Bedeutung. „Jetzt haben wir die Situation, dass ein Waldbereich abgeholzt wurde. Das wird jetzt auch naturschutzrechtliche Belange überprüft.“

Die SPD hatte sich bereits gestern mit dem Fall an die Öffentlichkeit gewandt und zeigte sich entsetzt. Die Rede war von einer „Frevel-Aktion“.

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Bad Oldesloe

Infektionen in Stormarn über 1000: Eine weitere Tote

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Bad Oldesloe – Seit gestern sind in Stormarn 31 weitere Corona-Infektionen an das Gesundheitsamt gemeldet worden. Eine Frau ist an den Folgen einer Anteckung gestorben.

Die Gesamtzahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle in Stormarn beträgt 1024 (Stand: 30.10., 13:00 Uhr). Davon sind 729 Personen wieder genesen, 253 aktuell in Quarantäne, fünf in stationärer Behandlung.

“Leider müssen wir auch mitteilen, dass eine weitere infizierte Person verstorben ist”, heißt es seitens des Kreises Stormarn. Es handelt sich um eine Frau der Altersgruppe über 90 Jahre. 37 Personen sind somit verstorben.

Im Kreis Stormarn (244.594 EinwohnerInnen) wurden innerhalb der letzten sieben Tage 156 Neuinfektionen bestätigt. Das entspricht einem Inzidenzwert von 63,8 Infektionen pro 100.000 EinwohnerInnen.

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