Folge uns!

Politik und Gesellschaft

Ahrensburg: Hunderte demonstrieren gegen Rechts und für Zusammenhalt

Veröffentlicht

am

Ahrensburg – Über 500 Ahrensburger und Mitdemonstrierende aus ganz Stormarn sind am Wochenende auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Fremdenhass, Diskriminierung und den Rechtsruck zu setzen.

Zahlreiche Mitglieder von Organisationen und Bündnissen kamen zusammen und zogen friedlich durch die Straßen. Auslöser waren rechtsradikale und fremdenfeindliche Schmierereien und Aufkleber, die in Ahrensburg an Schulen, Turnhallen und einer Flüchtlingsunterkunft aufgetaucht waren. In Bargteheide beschmutzten die Rechten sogar das Autonomen Jugendhaus.

Die Botschaft der bunten demonstration war klar: Die überwältigende Mehrheit in Ahrensburg und in Stormarn hat keine Lust auf rechte Hetze, rechtspopulistische Parolen oder allgemein den Rechtsruck. “Man hat mir gesagt, wir sollen diese Demo nicht machen, weil wir damit ja den wenigen Rechtsextremen eine Bühne bieten. Dann hätten sie ja erreicht, was sie wollen, dass sie wahrgenommen werden. Doch das stimmt nicht. Wir demonstrieren ja auch vor allem für etwas. Für das Miteinander, für Zusammenhalt”, so Demo-Anmelder Ali Haydar Mercan von der Linken Ahrensburg.

Der Kreis der Flüchtlingshelfer, die Schülervertretung der Selma-Lagerlöf-Schule, das Oldesloer Bündnis gegen Rechts, Vertreter der Fußballer von den Roter Stern Kickers Ahrensburg und Mitglieder des Autonomen Jugendhaus Bargteheide sprachen zu den zahlreichen Teilnehmern, die sogar dem stark wechselhaften Wetter mit mehreren Regengüssen trotzten.

“Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass wir es uns nicht in einer kleinstädtischen Komfortzone bequem machen dürfen. Das haben viele schon viel zu lange getan und die Quittung bekommen wir jetzt. Politikerinnen und Politierk, die verbale Tabus brechen, eine Rückbesinnung auf nationale Interessen, eine mörderische Abschottungspolitik an den EU-Außengrenzen. Schutzsuchende, die zu Zahlen und zu abzuarbeitenden Abschiebequoten werden, de facto die Entmenschlichung der Schwächsten zum vermeintlichen Schutze unseres Wohlstandes. All das ist mittlerweile keine Meinung mehr vom rechten Rand, das ist bis weit über die gesellschaftliche Mitte hinaus Konsens. Tödlicher Konsens.”, hieß es im Wortbeitrag der Fußballer der Roter Stern Kickers.

“Vor dem Hintergrund müssen wir uns nicht wundern und entsetzt tun, wenn auch hier Menschen entsprechende Dinge denken und an Häuserwände malen”, mahnte “Oli” von den Kickers weiter.

“Lasst uns das Motto „Stormarn ist bunt“ kein leeres Lippenbekenntnis sein, sondern füllt es mit Leben. Kommt zum Runden Tisch, engagiert euch im Freundeskreis für Flüchtlinge, unterstützt das Autonome Jugendhaus und die JuKI e.V., kommt zu uns oder bringt euch dort ein, wo ihr euch seht. Nehmt eure Nachbar*innen an die Hand, scheißegal, welche Farbe der Pass hat. Lasst Ahrensburg ein lebenswerter Ort für alle Menschen sein! Außer Nazis natürlich. Um die Ausnahme würden wir freundlichst bitten”, fassten die Fußballer gut zusammen, was der Großteil der Demonstrierende glaubte und mit Jubel bestätigte.

 

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Bad Oldesloe

Armutsatlas: Bad Oldesloe ist die Hauptstadt der armen Kinder

Veröffentlicht

am

Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, hat den Armutsatlas vorgestellt

Bad Oldesloe – In keiner anderen Stadt in Stormarn sind die Kinder so arm, wie in Bad Oldesloe. Das zeigt der jetzt vom Deutschen Kinderschutzbund vorgestellte Armutsatlas.

Jedes dritte Kind lebt in der Kreisstadt in einer Familie, die staatliche Leistungen bezieht. In Zahlen sind das 1453 von 4392 Kinder, also 33 Prozent im Jahr 2018.

Kreisweit sind es 20 Prozent. Und dabei ist Stormarn eines der reichsten Landkreise der Bundesrepublik!

7200 Kinder waren im vergangenen Jahr auf staatliche Leistungen angewiesen. Vor fünf Jahren waren es weniger als 6000 Kinder.

Ingo Loeding, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn: „Die Situation verschärft sich immer weiter. Jedes fünfte Kind arm und das in einem der reichsten Landkreise in Schleswig-Holstein.” Er sieht in dieser Entwicklung eine zunehmende Gefahr für die Gesellschaft. Denn ohne Hilfe werden diese Kinder ausgeschlossen.

„Nach wie vor scheint kein ernsthafter politischer Wille vorhanden zu sein, Kinder aus Hartz IV zu holen“, sagt Ingo Loeding. Ihn ärgert besonders, dass sich das Vorurteil vom arbeitsscheuen und faulen Hartz IV-Empfänger weiterhin hält. Doch so einfach ist es nicht. 

Ganz offensichtlich können Menschen von ihrem Gehalt immer seltener sich und ihre Familien versorgen und müssen aufstocken.

Die meisten arbeiten, haben aber trotzdem nicht genug, um ihre Familien zu versorgen: „Sie kämpfen Monat für Monat.“

Starke-Familien-Gesetz reicht nicht aus

Auf Bundesebene müsse mehr getan werden. Zwar gehe das Starke-Familien-Gesetz, das faire Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe für Kinder schaffen soll, in die richtige Richtung – aber nicht weit genug. “Wir brauchen eine Kindergrundsicherung”, so Loeding. Kinder müssten aus Hartz IV ausgenommen werden. Denn derzeit haben Eltern, die in Hartz IV leben, nichts von der angekündigten Kindergelderhöhung: Die zehn Euro werden direkt wieder abgezogen. 

Loeding zur Bildungskarte: Oldesloe sollte Projektstadt werden

Bis dahin könnte die derzeit diskutierte Einführung einer Bildungskarte helfen. Laut Kinderschutzbund würde das dazu beitragen, dass die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket auch abgerufen werden. Leider übernimmt der Kreis diese Aufgabe nicht und wälzt sie stattdessen auf die Städte und Gemeinden ab.

Ingo Loeding: „Jede Kommune muss sich selbst um die Einführung einer Bildungskarte bemühen.“ Er hofft, dass Bad Oldesloe eine Vorbildfunktion übernimmt und „Projektstadt“ wird. Oldesloe hatte den Kreis mehrfach aufgefordert, die Bildungskarte endlich einzuführen und die Einführung zuletzt auch in den eigenen Ausschüssen diskutiert.

Weil der Staat es nicht macht: DKSB unterstützte arme Familien mit 56.000 Euro

Dass Hartz IV nicht ausreicht, belegt auch die Nachfrage beim DKSB-Familienhilfe-Notfonds. Bedürftige Familien können Geld aus dem Fonds für alltägliche Dinge wie Essen, Kleidung oder Klassenfahrten beantragen.

Mirko Zywietz (v.l.), Präsident Lions Club Ahrensburg, mit der Vorsitzenden des Kinderschutzbund Stormarn Birgitt Zabel und Sönke Grohmann, Musikalische Leitung beim Benefiz Konzert

Das seien grundlegende Bedürfnisse, die in einer wohlhabenden Gesellschaft abgesichert sein müssten. Weil sie das nicht sind, ist der DKSB auf Spenden angewiesen. Wie auf die vom Lions Club Ahrensburg, der über sein zwölftes Benefizkonzert in der Auferstehungskirche in Großhansdorf Ende vergangenen Jahres 6000 Euro eingenommen hatte. 

Die Summe fließt jetzt in den Fonds, aus dem 2018 rund 56000 Euro an Familien in Not überwiesen wurden. Lions-Präsident Mirko Zywietz: “Jedes Jahr erinnert der Verband mit über 7000 Fähnchen vor dem Ahrensburger Schloss uns alle daran, dass wir Kindern bessere Zukunftschancen ermöglichen müssen.”

Spenden mit dem Stichwort „Familienhilfe-Notfonds“ können auf das Konto des DKSB bei der Sparkasse Holstein unter der IBAN DE50 2135 2240 0130 0083 54, BIC NOLADE21HOL eingezahlt werden.

Weiterlesen

Politik und Gesellschaft

Round Table 60: Neues Präsidium setzt bewährte Projekte fort

Veröffentlicht

am

„Das neue Präsidium des RT 60: Andy Kaminski (v.l.), Robert Roggensack, Yorck von Wühlisch, Simon Becker, Niklas John, Florian Zimmer, Richard Irwin“
Foto: Round Table 60 /hfr

Ahrensburg – Im Rahmen der jährlichen Amtsübergabe im Ahrensburger Restaurant Strehl wurde das neue Round Table 60 Präsidium vereidigt.

Der scheidende Präsident, Yorck von Wühlisch, bedankte sich in diesem Rahmen für die tatkräftige Unterstützung aller aktiven Tabler und Old-Tabler bei der Umsetzung diverser Projekte in seinem Amtsjahr.

Der Tradition folgend, überreichte er die Präsidentenkette an Simon Becker (38), der einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt wurde.

Zu den unterstützen Projekten des vergangenen Jahres gehörten  laut des Round Tables unter anderem: die Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V., der Deutsche Kinderschutzbund Stormarn, insbesondere das Kinderhaus Blauer Elefant in Ahrensburg sowie zwei Ahrensburger Kindertageseinrichtungen, die Jugendfeuerwehr Ahrensfelde, der Verein Pryvit e. V. und das Trommel Theater der AWO.

Auch unter dem neuen Präsidenten Simon Becker sollen laut des Round Tables die soziale Projekte mit regionalem Bezug weiter gefördert werden – dabei hilft jeder der mittlerweile 13 aktiven Tabler mit tatkräftigem Einsatz.

Die Amtsübergabe
Foto: Round Table 60/hfr

Dem neuen Ahrensburger Vorstand gehören neben Simon Becker und Yorck von Wühlisch, der weiterhin beratend zur Seite steht, auch Richard Irwin, Niklas Marvin John, Andy Kaminski, Robert Roggensack und Florian Zimmer an.

Jeder, der sich ehrenamtlich engagieren und den örtlichen Round Table kennenlernen möchte, kann sich an den neuen Präsidenten des RT 60, Simon Becker, wenden. Simon Becker: „Wir freuen uns über jeden, der mit uns Gutes für die Region tun möchte.“

Info: Was ist eigentlich “Roun Table” ?

Round Table ist ein Serviceclub mit deutschlandweit rund 3.500 Mitgliedern, die an über 220 örtlichen Clubs, sog. “Tischen”, organisiert sind.

Weltweit hat Round Table mehr als 40.000 Mitglieder in über 70 Ländern. Entstanden ist Round Table aus dem Geist des englischen Clublebens.

Die Mitgliedschaft endet automatisch mit der Vollendung des 40. Lebensjahrs – so ist ein permanenter Zufluss von neuen Ideen gesichert. Kern der Round Table-DNA ist der Dienst an der Allgemeinheit.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Bürgermeister setzt Stadtteilbegehungen fort

Veröffentlicht

am

Bürgermeister Jörg Lembke
Foto: SL

Bad Oldesloe – Im letzten Jahr haben in Bad Oldesloe die ersten Stadtteilbegehungen mit Bürgermeister Jörg Lembke stattgefunden. In diesem Jahr sollen die Termine jetzt mit den nächsten Stadtteilen und Straßenzügen fortgeführt werden. Geplant sind dafür folgende Termine/Bereiche. Der Beginn der Begehungen ist jeweils um 17 Uhr:

Mittwoch, 3. April

Turmstraße, Johannes-Ströh-Straße, Stoltenrieden.  Treffpunkt: Wendehammer Moschee

Dienstag, 7.Mai

Theodor-Storm-Straße, Timm-Kröger-Weg, Vicelinstraße, Fritz-Reuter-Straße  Treffpunkt:  Ecke Theodor-Storm / Vicelinstraße

Montag, 20. Mai

Bickbüschen, Am Knick, Amalie-Dietrich-Straße (West I). Treffpunkt: Kleiner Kreisverkehr Bickbüschen

Donnerstag, 13.Juni

Schierblicken, Weideblicken, Neue Wiese (West IV). Treffpunkt: von der Grabauer Straße Kreuzung Weideblicken/Schierblicken

Montag, 19. August 

Helene-Stöcker-Straße, Bertha-v.-Suttner-Straße, Hanelanden. Treffpunkt: Parkplatz Grundschule West

Montag, 9. September

Kolberg-Körlin-Straße, Stettiner Straße, Königsberger Straße, Breslauer Straße, Danziger Straße, Pillauer Straße, Memeler Straße. Treffpunkt: Ecke Königsberger Straße/ Stettiner Straße

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen an den Begehungen teilzunehmen.

Darüber hinaus werden alle Termine sowie Dokumentationen und Ergebnisse aus den jeweiligen Stadtteilen auf der städtischen Homepage  veröffentlicht.

Weiterlesen