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Gesundheit

Schleswig-Holstein: FDP fordert Cannabis-Legalisierung

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FDP: Wer volljährig ist und kiffen will, sollte auch kiffen dürfen. Foto: Shutterstock.com

Kiel – Die Landespolitik diskutiert über ein Modellprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabis an Volljährige auf Antrag des SSW. Auch die Liberalen sind für die Freigabe von Cannabis. In einem Beitrag erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dennys Bornhöft die Gründe: 

“Nur, weil ich etwas selbst schlecht finde, muss ich es anderen nicht verbieten”

Ich oute mich mal bezüglich Cannabis. Ich sehe zwar nicht so aus, aber ich habe noch nie in meinem Leben gekifft. Ich werde es auch nicht tun, auch nicht, wenn es legal wäre, weil ich kiffen schlecht finde. Aber nur, weil ich etwas selbst schlecht finde, muss ich es anderen nicht verbieten.

Wir Freie Demokraten haben großes Vertrauen in den volljährigen, verständigen Menschen. Ich habe noch niemanden kennengelernt, der gesagt hat, dass er Joints raucht oder z.B. auch ein paar Vodka-Mischgetränke trinkt, weil man dann 120 Jahre und älter wird. Die Menschen wissen, dass es etwas ist, das die eigene Gesundheit potenziell gefährdet. Es gibt genau eine einzige Person, die nach Meinung der FDP einem volljährigen, verständigen Menschen vorschreibt, ob er seinem Körper schädigt oder nicht. Diese Person ist nicht Merkel, sie ist nicht Spahn, sie ist nicht Nahles, auch nicht Kubicki – es ist der Volljährige selbst.

“Cannabis ist illegal, weil es verboten ist. Tolle, einleuchtende Logik”

Damit grenzt sich die FDP bei diesem Thema insbesondere von CDU, aber auch von den anderen Parteien ab. Der freie Wille und die Selbstbestimmung enden dort, wo die Suchterkrankung beginnt. Deswegen ist die Haltung zur Legalisierung nicht nur eine Frage, welche Entscheidungen man den Menschen überlässt, sondern auch eine Frage der Gesundheitspolitik. Denn insbesondere auch aus gesundheitspolitischer Sicht spreche ich für eine kontrollierte Freigabe. Die Bundesdrogenbeauftragte Mortler sagt, Cannabis ist illegal, weil es verboten ist. Tolle, einleuchtende Logik. Übersetzt heißt das ‚Durch die präventive Wirkung der Strafandrohung wird die Verbreitung von Cannabis eingeschränkt‘. Das ist Realitätsverweigerung! Das Verbot, das Konsum und Gesundheitsrisiken verhindern soll, ist gescheitert. Wer kiffen will in Deutschland, der kifft in Deutschland und holt es sich beim Dealer, statistisch leider jeder siebte Minderjährige in Deutschland.

Der Dealer fragt nicht nach dem Alter

Der Dealer fragt nicht nach dem Alter, er fragt nicht nach Allergien, er kann keine Angaben zum THC-Gehalt machen, er erzählt nicht, dass es mit Quarzsand, Blei oder Rattengift gestreckt ist, er fragt aber, ob man nicht auch etwas Härteres haben will. Die Illegalität verstärkt so den Weg als vermeintliche Einstiegsdroge. Wir sind der Meinung, dass eine kontrollierte Abgabe dafür sorgt, dass einerseits Minderjährige davon ferngehhalten werden, und dass andererseits Menschen wissen, was sie an Schadstoffen zu sich nehmen. Das wäre wirksame, uns weiter bringende Suchtpolitik.

Ich denke und hoffe, dass jeder hier in diesem Hause eine bessere Präventionsarbeit möchte. Dies ist aber schwer, wenn der Gelegenheitskiffer kriminalisiert wird. An wen soll ich mich denn wenden, wenn ich Fragen habe? An meinen Arzt oder Apotheker? An die Lehrkraft? An die Polizei? Das funktioniert so nicht.

Des Weiteren brauchen wir dringend wissenschaftliche Erkenntnisse, um die bestmögliche Lösung im Umgang mit Cannabis zu finden. Hierfür soll der von uns geforderte Modellversuch die Grundlagen schaffen. Zwar kann man Erfahrungswerte aus Portugal, den Niederlanden, Kanada oder diversen US-Bundesstaaten heranziehen, eigene Erhebungen werden aber auch für die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz wichtig sein.

CDU und SPD, vor allem im Bund, geben Sie sich endlich einen Ruck

Ich möchte ein wörtliches Zitat aus dieser Plenarwoche vortragen: ‚Verlassen Sie Ihren ideologischen Weg. Man muss sich fragen, wie ist die Welt um mich herum, was findet eigentlich tagtäglich statt? Wie wollen wir diesen großen Markt kontrollieren? Schließlich ist dieser große Markt Realität‘. Dieses Zitat stammt vom CDU-Vordenker Hans-Jörn Arp zum Thema Online-Glücksspiel. Es ist ein Plädoyer, das für eine zukunftsgerichtete Sucht- und Präventionspolitik spricht – diese brauchen wir auch hier!

CDU und SPD, vor allem im Bund, geben Sie sich endlich einen Ruck und holen Sie die Konsumenten aus der Kriminalität heraus, legen Sie den Dealern das Handwerk. Machen Sie den Weg frei für ein wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt in unserem Land.

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Ahrensburg

Reformhaus-Spende für den Kinderschutzbund

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Gabriela Thurack, Ingo Loeding mit der Höhe der Spendensumme. Foto: U. Vöcking/DKSB Stormarn/hfr

Bargteheide/Ahrensburg – In diesem Jahr sind wieder viele Vita Nova Spendentaschen über die Theke der Reformhäuser Zündorf in Bargteheide und Ahrensburg gegangen. 1.950 Euro konnten durch den Verkauf, der mit hochwertigen Lebensmitteln und Kosmetika gefüllten Spendentaschen erlöst werden. Dieser Betrag geht nun an das Angebot „Von Anfang an – Frühe Hilfen für Familien“ des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), mit dem jungen Familien in der schwierigen Anfangssituation mit ihrem Baby besondere Unterstützung im Alltag erhalten.

Gabriela Thurack, Eigentümerin der beiden Reformhäuser, überreichte diese Summe an Ingo Loeding, Geschäftsführer des DKSB in Stormarn. „Das Angebot der Frühen Hilfen ist uns besonders wichtig, weil wir damit schon sehr früh präventiv in Familien tätig sein können,“ erläutertLoeding, „die Weichen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern können nicht früh genug gestellt werden. Mit den Frühen Hilfen können wir kritische Situationen auffangen und Eltern bei ihrer Erziehung begleiten.“

Der Kinderschutzbund im Kreis Stormarn beschäftigt fünf hauptamtliche Familienhebammen, von denen eine Stelle immer noch komplett durch Spendengelder finanziert werden muss. Zusätzlich zu den Familienhebammen stehen auch noch ehrenamtliche Familienpatinnen zur Verfügung, welche die Familien zusätzlich in Alltagsdingen unterstützen.

Dazu Thurack: „Ich freue mich, so ein wichtiges Projekt unterstützen zu können und junge Mütter und Väter mit ihren Kindern frühzeitig zu helfen. Neben aller Freude auf das Kind ist doch auch so vieles eben neu und manchmal auch beängstigend. Umso mehr, wenn die Lebensumstände aus verschiedenen Gründen nicht so ganz einfach sind. Da ist es dann gut, wenn die Familie individuell und gut betreut wird, zum Beispiel durch eine Familienhebamme des Kinderschutzbundes“.

Seit dem Jahr 2010 hat das Reformhaus Zündorf verschiedene Projekte des Kinderschutzbundes, so wie das Kinder- und Jugendtelefon, das Elterntelefon, den Familienhilfe-Notfonds und die Alleinerziehenden Arbeit mit insgesamt über 15 000 Euro aus den Vita Nova Spendenaktionen unterstützt.

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Bad Oldesloe

Yoga im Bad Oldesloer Bürgerhaus: Noch sind Plätze frei

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Das Oldesloer Bürgerhaus Foto: SL

Bad Oldesloe – Einige freie Plätze gibt es noch im Montags-Kursus „Yoga auf dem Stuhl“ im Bürgerhaussaal Bad Oldesloe.

Der Kursus des Mehrgenerationenhauses Familienzentrum Oase findet mit Ausnahme einiger Ferienwochen fortlaufend montags von 11 bis 12 Uhr statt.

Ein Einstieg für neue Teilnehmerinnen ist ab 29. April, beziehungsweise 6. Mai, noch möglich. Der Kursus geht bis einschließlich 8. Juli und pausiert dann für vier Wochen.

Die Kosten für zehn Kursstunden betragen 45 Euro (bei Einstieg ab 8. Juli 40,50 Euro). Nach einem gemeinsamen Lied und einem Tanz auf dem Stuhl zum Aufwärmen geht es mit Gelenkübungen, leichten Übungen im Sitzen und Stehen, Koordinationstraining, Atemübungen und Entspannung weiter.

Der Kursus ist für Teilnehmer gedacht, denen es schwerfällt, auf der Matte zu üben. Die Yogaklassiker werden entsprechend angepasst. So kann man sich für die Kriegerposition oder leichte Kniebeugen an der Stuhllehne festhalten.

Anmeldungen im Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Oase, Telefon 04531/670848 oder per Mail: info@oase-oldesloe.de

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Ratgeber

Immer mehr depressive Stormarner Schüler – Stiftung organisiert Hilfe

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1. Larissa Wende und Christoph Schmidt informieren an Schulen mit dem Programm „Verrückt? Na und!“ Foto: BÜrger-Stiftung Stormarn/hfr

Ahrensburg/Reinbek – Depressionen und andere psychische Probleme und Erkrankungen sind längst kein Nischenthema mehr. Auch nicht an Stormarner Schulen. Im Vergleich zum Jahr 2011 zählt das Statistische Bundesamt mittlerweile rund doppelt so viele Kinder und Jugendliche, die aufgrund eines seelischen Ungleichgewichts, Zwangs- oder Angststörungen behandelt werden müssen.

Drei bis zehn Prozent aller Zwölf- bis 17-Jährigen leiden laut Experten an diagnostizierter Depression. Diese Zahlen belegen einerseits den dramatischen Anstieg psychischer Erkrankungen, andererseits verdeutlichen sie die gestiegene Bereitschaft von Heranwachsenden und deren Angehöriger, sich fachliche Hilfe zu suchen.

“Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus beidem“, sagt Professor Dr. Thomas Bock. Der Fachmann war kürzlich als Gastredner zu einer Veranstaltung der Stormarner Schmöger-Stiftung eingeladen. Die Stiftung, die zur Bürger-Stiftung Stormarn zählt, unterstützt verschiedene Projekte in diesem Themenbereich, hat bereits mehrere Informationsveranstaltungen in Ahrensburg und Reinbek erfolgreich auf die Beine gestellt.

„Je früher wir erkennen, dass Kinder und Jugendliche unter psychischen Erkrankungen leiden, desto besser können wir helfen“, sagt Michael Rebling, Schulrat des Kreises Stormarn. Umso dankbarer sei er der Stiftung, die es sich seit 2012 zur Aufgabe macht, das Thema zu enttabuisieren. Zum jüngsten Infoabend hatte die Stiftung Schulleiter, Lehrer und Schulsozialarbeiter eingeladen. Resonanz: Rund 80 Interessierte kamen, stellten Fragen und diskutierten mit.

Der Leiter der Spezialambulanz für Psychosen und Bipolare Störungen im Universitätsklinikum Eppendorf sagte: „Wichtig ist, dass endlich mehr über das Thema geredet wird.“ Mit dem gemeinnützigen Verein, Irre menschlich Hamburg’ setzt Bock sich seit zehn Jahren für Aufklärung ein.

Der Verein organisiert Informations-, Begegnungs- und Präventionsprojekte an Schulen und in Betrieben. Wissen zu vermitteln; schaffe Verständnis und erhöhe die Sensibilität im Umgang mit den Krankheitsbildern der Seele.

2. Ursula Pepper (Eheleute-Schmöger-Stiftung) mit Ralph Klingel-Domdey (links) und Hans-Jürgen Gehrke vom Vorstand der Bürger-Stiftung Stormarn. Foto: Bürger-Stiftunf Stormarn/hfr

„Dass sich die Schmöger-Stiftung so für dieses Thema engagiert und was sie auf die Beine stellt, ist großartig“, sagt Schulrat Rebling. „Die rege Teilnahme an der Infoveranstaltung zeigt, dass unsere Schulen offen für die Auseinandersetzung damit sind.“ Die Pädagogen seien bereit, Hilfe anzunehmen und sich Wissen anzueignen, um dadurch den Schülern eine Hilfe zu sein.

Doch wann sollten Lehrkräfte einschreiten? Was sind Anzeichen einer ernsten Störung? „Hier herrscht häufig große Unsicherheit“, sagt Christoph Schmidt. Der Sozialpädagoge leitete viele Jahre das Beratungszentrum der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit in Reinbek. Vor gut einem Jahr stieß Schmidt auf das Programm, Verrückt? Na und!’, das vom Leipziger Verein, Irrsinnig menschlich’ ins Leben gerufen wurde.

„Ich fand das Konzept so gut, dass ich es nach Stormarn holen wollte“, sagt Schmidt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Larissa Wende betreut er nun eine Regionalgruppe. Ihre Mission: Direkt in die Schulen zu gehen und Jungs und Mädchen ab 14 Jahren spielerisch an das Thema psychische Gesundheit heranführen.

Dazu gestaltet ein Team aus einem fachlichen und einem persönlichen Experten einen Schultag von der ersten bis zur sechsten Stunde. „Bei dem persönlichen Experten handelt es sich um jemanden, der selbst eine psychische Krankheit hatte“, erklärt Wende. „So erfahren die Schüler aus erster Hand, wie „es“ sich anfühlen kann.“ Und vor allem auch, dass es Hilfe und Besserung geben kann. „Das ist besonders bei Depressionen wichtig“, sagt Schmidt.

„Ein Symptom hier ist häufig ein Gefühl der völligen Sinnlosigkeit, das jegliche Lebenslust im Keim erstickt.“ Suizid zählt neben Unfällen zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen. Das Präventionsprogramm will Schülern für die eigenen Gefühle sensibilisieren und sie aufmerksamer im Umgang mit anderen machen.

In Gesprächsrunden, Rollenspielen und Gruppenarbeiten setzen sich die jungen Menschen mit typischen Bewältigungsstrategien, Ängsten und Vorurteilen auseinander. Sie erfahren, wo es welche Hilfen gibt und welche Maßnahmen ganz individuell ihre eigene Seele stärken können.

Vor dem Hintergrund des Anstiegs psychischer Erkrankungen bei Heranwachsenden unterstreicht Ralph Klingel-Domdey vom Vorstand der Bürger-Stiftung Stormarn das „herausragende ehrenamtliche Engagement von Ursula Pepper bei der Eheleute-Schmöger-Stiftung.

Durch ihren Einsatz helfe die ehemalige Ahrensburger Bürgermeisterin dabei, „dieses gesellschaftlich hochrelevante und facettenreiche Thema stärker ins Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu rücken“. Klingel-Domdey sagt: „Die aktuellen Zahlen sollten uns alle hellhörig werden lassen.“

Das von der Stiftung mitgeförderte Projekt, Verrückt? Na und!’ ist für teilnehmende Schulen kostenfrei.

Beteiligen können sich Klassen ab der 8. Stufe sowie Berufsschulen. Weitere Infos gibt es bei der Regionalgruppe im Beratungszentrum der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit e.V. (www.svs-stormarn.de) in der Scholtzstraße 13 b in Reinbek. Sozialpädagogin Larissa Wende ist unter Tel. 040/72 73 84 50 und per E-Mail unter bz@svs-stormarn.de erreichbar. Oder bei „Beherzt“ – Präventionsprojekt für Kinder psychisch erkrankter Eltern der Arbeiterwohlfahrt“, Große Straße 28-30 in 22926 Ahrensburg. Tel. 04102/211 54 57, E-Mail: beherzt@awo-sh.de, Homepage: www.awo-stormarn.de.

Wer die Eheleute-Schmöger-Stiftung oder direkt die Bürger-Stiftung Stormarn durch ehrenamtliches Engagement oder Spenden unterstützen möchte, kann sich an die Postadresse Hagenstraße 19, in 23843 Bad Oldesloe wenden.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse:
www.buerger-stiftung-stormarn.de

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