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Wirtschaft

Mindestvergütung: Landes-SPD fordert bessere Bezahlung für Azubis

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Auszubildende und Schulabsolventen. Symbolfoto: Robert Kneschke / Shutterstock

Kiel – Die Landes-SPD fordert einen Mindestausbildungsvergütung für Auszubildende. Ein entsprechender Antrag wird am kommenden Freitag im Plenum des Landtages eingebracht.

„Wer arbeitet oder eine Ausbildung macht, muss seine Lebenshaltungskosten decken können“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein. Das sei eine Frage des Respekts und der Wertschätzung. Auszubildende sollen beim Erlernen eines Berufes nicht von den Eltern oder dem Amt abhängig sein müssen. In der aktuellen Landtagsdebatte in Kiel fordert die SPD deshalb die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine Mindestausbildungsvergütung einzusetzen.

Die SPD-Fraktion setzt sich dafür ein, dass die Mindestausbildungsvergütung bei 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung des jeweiligen Ausbildungsjahres liegt. Zudem soll diese mit fortschreitender Berufsausbildung jährlich ansteigen.

Im Idealfall sorgen die Tarifparteien im Rahmen ihrer Tarifautonomie für ordentliche Ausbildungsvergütungen in den Tarifverträgen. Die Rechtsprechung lasse es derzeit allerdings zu, dass nicht tarifgebundene Betriebe diese um 20 Prozent unterschreiten können. Diese Ungerechtigkeit müsse geändert werden, so von Pein. „Respekt und Anerkennung ist das eine“, führt der Sprecher für Aus- und Weiterbildung der SPD-Fraktion aus, „angesichts des Fachkräftemangels geht es aber auch um die Attraktivität von Ausbildungen, um Planbarkeit und Sicherheit beim Einstieg in das Berufsleben.“

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Wirtschaft

Taiwan in Ahrensburg: Tobias Koch besuchte Tech-Unternehmen in Stormarn

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Ahrensburg – Beeindruckt von der innovativen Kraft der Wirtschaft Taiwans war Tobias Koch, Fraktionsvorsitzender der CDU im Kieler Landtag, beim Besuch von drei Unternehmen in seinem Wahlkreis (Stormarn-Mitte).

Besuch bei Plustek

Koch war zu Gast bei den deutschen Töchtern der weltweit agierenden taiwanesischen Unternehmen Acer, Longshine und Plustek, die alle im Ahrensburger Gewerbegebiet ihre deutsche Zentrale haben.

Anlass der Firmenbesuche war die Vorbereitung auf eine Reise, die der Ahrensburger Landtagsabgeordnete gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen Katja Rathje-Hoffmann (Norderstedt) und Heiner Rickers (Steinburg) sowie dem Ostholsteiner Landrat Reinhard Seger in der kommenden Woche unternimmt. Die vier CDU-Politiker werden sich in dem ostasiatischen Inselstaat insbesondere über dessen Wirtschaft und die ökonomischen Beziehungen zu Deutschland informieren.

Die drei Ahrensburger Unternehmen sind allesamt im Hightech-Bereich tätig.

Acer ist hauptsächlich durch Computer bekannt (vom Umsatz her die Nummer drei auf dem deutschen Markt), zudem sehr erfolgreich mit Monitoren und Marktführer bei Projektoren. Außerdem ist Acer mit seiner Predator-Reihe ein Pionier im Gaming-Bereich.

Tobias Koch lernte beim Rundgang durch das Unternehmen auch das Repair Center kennen, in dem täglich bis zu 600 Geräte repariert werden, unter anderem für den Onlineversandhändler Amazon, der damit für mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit seinen Produkten sorgen kann.

Geschäftsführer Robert Perenz erhofft sich vom milliardenschweren DigitalPakt der Bundesregierung, von dem Schleswig-Holstein mit 141,7 Millionen Euro für öffentliche Schulen profitieren wird, einen Schub für den stark wachsenden Education-Bereich von Acer:

„Deutschland hat im internationalen Vergleich großen Nachholbedarf. Wir sind bereit, unsere Kompetenz in den Modernisierungsprozess einzubringen.“

Als gelungenes Beispiel für eine sehr erfolgreiche deutsch-taiwanesische Zusammenarbeit präsentierte sich Longshine.

Das Unternehmen stellt unter anderem den E-Book-Reader Tolino her, der in einer Partnerschaft der großen deutschen Buchhandelsketten zum erfolgreichsten Lesegerät auf dem deutschen Markt wurde, vor dem Kindle des Onlineversandhändlers Amazon.

Plustek, die dritte Station von Tobias Koch im Ahrensburger Gewerbegebiet, vertreibt und wartet Scanner der taiwanesischen Muttergesellschaft aus Taipeh.

Alle Unternehmen beklagten, dass es gegenwärtig schwierig sei, auf dem deutschen Markt Fachkräfte und Auszubildende zu finden.

Tobias Koch sagte, dass eine neue Ausrichtung in der Ausbildung mittelfristig Abhilfe schaffen werde und in Sachen Arbeitsmigration die Tür für Spezialisten weiter geöffnet werden sollte.

Das Fazit des CDU-Fraktionschefs im Landtag von Schleswig-Holstein: „Es ist erfreulich, dass diese taiwanesischen Unternehmen mit ihrer Innovationspower und Stärke in ihren jeweiligen Märkten sich in Ahrensburg angesiedelt haben. Davon profitieren wir sehr. Ich werde bei meinem Besuch in Taiwan dafür werben, dass noch mehr Unternehmen nach Stormarn kommen.“

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Bad Oldesloe

Kommentiert: Oldesloer Linke kritisiert geplantes Amazon-Logistikzentrum

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Schreiben analog und virtuell Symbolfoto: Mrmohock/shutterstock

“Die Linke” Bad Oldesloe kritisiert die geplante Ansiedlung von Amazon in der Kreisstadt in einem Statement:

“Die angekündigte Ansiedlung eines großen Logistikzentrums des Großkonzerns Amazon in Bad Oldesloe ist alles andere als eine gute Nachricht. Amazon ist dafür bekannt Niedriglöhne zu zahlen und die Verantwortung für schlechte Arbeitsbedingungen an Subunternehmen auszulagern.

„Statt mehr guter Arbeit wird es einen weiteren Ort prekärer Beschäftigung in dieser Stadt geben. Davon gibt es aber schon mehr als genug und unser Bundesland ist bereits auf den Spitzenplätzen beim Anteil prekärer Beschäftigung.“, so Hendrik Holtz, Ortssprecher und Fraktionsvorsitzender der LINKEN in der Stadtverordnetenversammlung.

„Die Stadt wird größtenteils Kosten von dieser Ansiedlung haben. Infrastruktur, Wohnraum, nichts davon wird von dem bisschen Steueraufkommen gedeckt werden, dass der Konzern hier erbringen wird, der ja notorisch dafür bekannt ist, Steuern zu sparen, wo nur irgendwie möglich.“, so Anna Kromm, die für die LINKE im Finanzausschuss der Stadt sitzt”

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Bad Oldesloe

Amazon baut in Bad Oldesloe: Viel Skepsis, wenig Freude

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Präsentation im Ausschuss Foto: Sl

Bad Oldesloe – Große Hoffnungen auf attraktive Gewerbeansiedelungen waren mit dem neuen Gewerbegebiet zwischen der Ratzeburger Straße und der Teichkoppel in Bad Oldesloe verbunden worden. Im Vorwege hatte man noch gehofft, dass auf dem privaten 30 Hektar Gelände, das durch die PHE angeboten wird, kleinere mittelständische Unternehmen einen passenden Platz finden würden und hoffentlich kein Logistiker oder ein Großlager.

Entsprechend enttäuscht bis entsetzt war die Reaktion bei einigen Mitgliedern des Wirtschafts- und Planungsausschuss in der Kreisstadt, als bekannt wurde, dass das Weltunternehmen Amazon auf 12 200 Quadratmetern ein großes Verteilzentrum plant.

150 ständige Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden, in Spitzenzeiten rund um Weihnachten sogar 250 – hinzu kommen hunderte Fahrer, die aber durchaus von Drittfirmen stammen können.

Gearbeitet werden soll 24 Stunden an sechs Tagen die Woche – ausgenommen sind Sonn- und Feiertage. Beliefert wird das Verteilzentrum täglich mit 40 LKWs. Manche Politiker im Wirtschafts- und Planungsausschuss stehen dem Vorhaben aus unterschiedlichen Gründen kritisch gegenüber. So wird eine Zunahme des Verkehrs befürchtet, wenn täglich 200 bis 300 Fahrzeuge das Verteilzentrum verlassen und zurückkehren. Außerdem befürchte man bei 150 Mitarbeitern, die 11,37 Euro die Stunde brutto bekommen sollen, eine Menge prekärer Arbeitsverhältnisse.

Jens Wieck (CDU) betonte, man solle das Projekt nicht gleich schlechtreden. Auch Arbeitsplätze für nicht gut qualifizierte Menschen seien wichtig.  Auch die Optik des Gebäudes, die Matthias Rohde (FBO) kritisiert hatte, sei nicht entscheidend. Rohde betonte, er wünsche sich einen solchen „Schuhkasten“ eher in der zweiten Reihe und habe sich für das Gebiet eher Unternehmen gewünscht, die Kunden nach Bad Oldesloe bringen.

Deutlich wurde Bürgermeister Jörg Lembke. „Für Bad Oldesloe wird das vor allem eine teure Tasse Tee. Wir bekommen 30 000, mit Glück 50 000 Euro, Gewerbesteuer im Jahr. Bei 500 Fahrzeugen am Tag als 20 Cent pro Fahrzeug pro Tag. Wir müssen hingegen die ganze Infrastruktur von Straßen, über sozialen Wohnungsbau bis hin zu Kindergärten stellen“, so der Verwaltungschef.

Mit Blick auf das geringe Gehalt der Logistikmitarbeiter betonte er: „Inklusive der Fahrer sprechen wir hier von bis zu 650 prekären Arbeitsverhältnissen. Da wird auch kaum Einkommenssteuer bei rumkommen. Viele Mitarbeiter werden von ihrem Lohn nicht leben können und aufstocken müssen. Da haben wir uns für Bad Oldesloe etwas anderes gewünscht“, so Lembke.

Kraft betonte den positiven Effekt auf andere Unternehmen: „Wenn wir uns ansiedeln, folgen uns oft andere große Unternehmen, weil sie auf die gute Lage an der Autobahn aufmerksam werden. Das kann ein positiver Effekt für Bad Oldesloe sein“

Im neuen Gewerbegebiet an der Teichkoppel soll das Zentrum auf dem Grundstück von Peter Eggers entstehen

Holger Mahlke von der Wirtschaftsvereinigung sieht psychologisch vor allem einen negativen Effekt. „Wir sind für die Belebung von Gewerbegebieten. Generell ist es gut, dass sich etwas tut, aber dass der große Feind des Einzelhandels nun direkt vor der Haustür sitzen wird, das wird psychologisch auf manchen meiner Kollegen in der Innenstadt einen Einfluss haben, der durchaus verherrend sein kann für die Innenstadt“, sagte er.

Weder Verwaltung noch Politik können übrigens gegen die privatwirtschaftlichen Pläne des Investors vorgehen.  Ihre Zustimmung ist nicht notwendig. Dass Amazon trotzdem in den Ausschuss kam und die Pläne vorstellte, wurde dem Unternehmen posistiv angerechnet.

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