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Bad Oldesloe

War es das für den Oldesloer Weihnachtsmarkt ?

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Foto: Stormarnlive

Bad Oldesloe – Viele Jahr lang hatten Oldesloer Mitbürger gefordert, dass es einen Weihnachtsmarkt mit Punsch- und Würstchenbuden sowie etwas Rahmenprogramm in den Wochen vor Weihnachten in der Innestadt geben müsse.

Im vergangenen Jahr startete Sebastian Hagen daher sein Projekt “Weihnachtsmarkt in der Mühlenstraße”.  Nach einem verheißungsvollen Start sagte er Ende 2017 noch, er könne sich vorstellen den Markt in den nächsten fünf bis zehn Jahren immer weiter wachsen zu lassen. Anfang 2019 ist das nun wohl Geschichte. “In dieser Form mache ich das nicht nochmal”, legt er sich fest. 

Doch was sind die Gründe dafür? Erstens war die Resonanz 2018 deutlich schlechter als 2017. Dazu fühlten sich Hagen und auch andere Teilnehmer mit der Ignoranz zu vieler Passanten konfrontiert. Nachdem wir darauf hingewiesen wurden, haben wir uns das als Redaktion vor Ort angeschaut und müssen dem Organisator zustimmen.  Wenn zur Märchenlesestunde fast keine Kinder erscheinen, wenn Eltern beim Termin mit dem Weihnachtsmann den Nachwuchs sogar schnell am Markt vorbeizerren und an einer Nikolauswunschzettelaktion nur drei Kinder teilnehmen, kann sich niemand beschweren, dass eine Bilanz enttäuschend ausfällt. So wurde der Markt zum Teil Opfer einer “Keine Zeit” Haltung. 

Vier Tage lang war – finanziert durch den Verein “Wir für Bad Oldesloe” – das Fahren auf dem Kinderkarussell kostenlos. Ein kostenloses (!) Angebot, das nur von 20 Kindern angenommen wurde. Bei einem unserer Besuche philosohpierte ein Mann am Punschstand, irgendwer müsse mal was machen, um die Innenstadt zu attraktivieren, vielleicht einen Weihnachtsmarkt veranstalten. Das war nichtmal ironisch gemeint, sondern zeigte die seltsame Wahrnehmung so mancher Oldesloer. 

Natürlich war der Markt nicht groß, aber er kann auch gar nicht den Anspruch haben mit Hamburg oder Lübeck mitzuhalten. Vergleiche mit den dort gewachsenen großen Märkten zeigen wenig Sinn für realistische Projekte. Wachsen hätte der kleine Markt auch nur können, wenn er sich rentiert. Aber wenn er nichtmal in dieser Größe angenommen wird, wie soll er sich finanzieren, wenn er noch mehr Buden präsentiert? Schon so gingen die Strom- und Wasserkosten für Hagen in die tausende Euro. 

“Der Standort ist nicht optimal. Aber welche Alternativen gibt es ? Es müssen neun Buden sein, sonst ist es kein richtiger Weihnachtsmarkt. Hude, Mühlenplatz und Co fallen aber mit Blick auf Rettungswege und Schaufenster die man nicht zustellen soll quasi weg”, erklärt Hagen. Einige Besucher wünschten sich einen Markt, der durch die ganze Fußgängerzone geht. Allerdings wird bei diesem Vorschlag oft übersehen, dass zahlreiche Geschäftsleute einen Riesenärger verursachen würden, wenn in den Wochen vor Weihnachten ihre Schaufenster mit Buden verbaut wären. Noch dazu wäre die Frage, wie sich ein solch großer Markt rechnen sollte. 

Viele Oldesloer fordern in diesem Zuge einen mehrwöchigen Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz. Ein Projekt, das in der Vergangenheit – entgegen anderer Gerüchte – bereits floppte und sich nicht rechnete.

Außerdem scheint ihnen nicht bewusst, dass die Marktbeschicker nicht bereit und auch nicht verpflichtet sind, häufiger als fünf Mal im Jahr den Marktplatz zu räumen und auf den Exer umzuziehen. Das beinhaltet alle Veranstaltungen im Jahr. Da es zwei Wochenmarkttage in der Woche gibt, sind das bei vier Wochen Weihnachtsmarkt theoretisch aber schon acht notwendige Umzüge. Doch mindestens drei Umzüge werden im Verlauf des Jahres schon durch andere Veranstaltungen aufgebraucht worden sein. 

Einige Kritiker fordern mehr “Kunsthandwerksstände”. Doch auch da gilt: dafür braucht es das Publikum und die notwendige Resonanz. Kein Kunsthandwerker stellt sich in Bad Oldesloe über Wochen auf einen Markt, wenn er damit rechnen muss, dass er fast keine Kundschaft antrifft und gleichzeitig auf anderen Märkten stehen könnte. Das kleine, jetzt schon existierende Kunsthandwerksangebot sowie die Angebote von “Wir für Bad Oldesloe” auf dem aktuellen Markt, wurden kaum angenommen. 

Auch am Rahmenprogramm gab es Kritik. Es müsse mehr und umfangreicher sein. Aber warum sollte es ausgebaut werden, wenn wie erwähnt zur Märchenlesestunde mit Frau Holle und zur Weihnachtsmannsprechstunde kaum jemand erscheint? Tatsächlich war es traurig zu beobachten, wie Familien mit ihren Kindern an diesen Programmpunkten vorbeihetzten, anstatt den Nachwuchs ein wenig Ruhe und weihnachtliche Stimmung zu gönnen. 

Nur an zwei Terminen lief es richtig gut auf dem Markt: Am Ende des Weihnachtsmannweckens und am 24.12 beim traditionellen großen Punschtreffen ehemaliger Schüler aus Bad Oldesloe. Beides Events einer Größenordnung, die sich nicht täglich wiederholen lassen, damit sich der Markt rentiert. 

“Ich werde mich mit der Stadt hinsetzen und wir werden uns besprechen. Ich werde dort genauer sagen, was ich kritisiere und was ich mir vorstellen könnte. Dem möchte ich nicht vorgreifen”, so Hagen. Auf eine Ausschreibung für einen Markt im Jahr 2019 habe er sich zunächst aber nicht beworben. 

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Bad Oldesloe

Grüne und Linke wollen Klimanotstand in Stormarn ausrufen

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Fabriken Foto: Vladj55/Shutterstock

Bad Oldesloe – Zur nächsten Sitzung des Kreistages Stormarn am 21. Juni bringen die Fraktionen die Grünen und der Linken einen gemeinsamen Antrag zur Ausrufung des Klimanotstandes im Kreis Stormarn ein.

Ähnliche Anträge wurden in den letzten Monaten etwa in Kiel, Lübeck, Bad Segeberg und vielen anderen Kreisen und Städten bundesweit vorgelegt und beschlossen. Ziel des Stormarner Antrages ist es, auch auf Kreisebene alles zu tun, damit die weitere Erwärmung des Weltklimas noch gestoppt werden kann, bevor es zu spät ist.

Dafür sollen unter anderem alle Maßnahmen, die der Kreis beschließt auf ihre Auswirkungen auf das Klima überprüft werden.

Maßnahmen, die dem Klimaschutz förderlich sind, sollen Priorität erhalten. Das Klimaschutzprogramm soll weiterentwickelt werden, ein Konzept für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs entstehen und die Klimaschutzleitstelle wieder eingerichtet werden.

„Nach der Europawahl, in der die Grünen die stärkste politische Kraft in Stormarn geworden sind, wollen wir verschärft unsere klimapolitischen Ziele im Kreis durchsetzen. Dazu gehört die Aktualisierung und Fortschreibung des Klimaschutzprogrammes des Kreises und die Reaktivierung der Klimaschutz-Leitstelle. Wir wollen die Beratung für kommunale Klimaschutzprogramme und Radewegekonzepte intensivieren und ausweiten. Mittelfristig setzen wir uns weiterhin für einen eigenständigen Umweltbereich in der Kreisverwaltung ein. Es ist höchste Zeit, unsere klimapolitischen Ziele jetzt endlich umzusetzen“, sagt dazu Sabine Rautenberg, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Stormarn.

Klimakrise auf allen Ebenen bekämpfen

„Wir freuen uns sehr, dass wir diesen wichtigen Antrag gemeinsam mit den Grünen in den Kreistag einbringen und hoffen, dass er auch bei den anderen Fraktionen breite Unterstützung finden wird. Die Klimakrise muss auf allen Ebenen mit Nachdruck bekämpft werden, auch hier im Kreis. Wenn in möglichst vielen Städten und Kreisen der Klimanotstand ausgerufen wird, hat das nicht nur die Folge, dass vor Ort der Klimaschutz Priorität erhält, es setzt auch ein Zeichen an die Bundesebene, endlich zu handeln, statt wie bisher in Placebo-Gremien wie dem Klimakabinett die notwendige Klimawende zu verschleppen. Die Linke will, dass die Klimawende sozial gerecht abläuft, daher ist im Antrag auch festgehalten, dass Maßnahmen nicht einseitig die finanziell schwachen Menschen im Kreis treffen sollen.“, so Heidi Beutin, Fraktionsvorsitzende der Linken im Kreistag.

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Bad Oldesloe

Kein Vertrauen: Lokalpolitiker wollen Ausschussvorsitzenden Rohde absetzen

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Bad Oldesloe – Matthias Rohde (FBO), soll seinen Posten räumen. Die Fraktion Freie Wähler und Familie (FWF) sieht das Vertrauen in den Vorsitzenden des Oldesloer Wirtschafts- und Planungsausschusses derart gestört, dass sie in der nächsten Stadtverordnetenversammlung seine Absetzung beantragen wird.

Matthias Rohde (FBO). Foto: Fischer

Rohde stand in den vergangenen Monaten vermehrt wegen Äußerungen in der Kritik und weil er eine Einladung zu einem Bürgergespräch nicht an die Ausschussmitglieder weitergeleitet hatte.

„Das notwendige Vertrauen in den Ausschussvorsitzenden für eine respektvolle, gleichberechtigte und offene Zusammenarbeit sehen wir nicht mehr gegeben. Weder können wir eine zumindest überwiegende, überparteiliche und gerechte Wahrnehmung des Ausschussvorsitzes erkennen, noch zeichnet sich ab, dass dies künftig zu erwarten wäre“, heißt es in einem Antrag der FWF, unterschrieben vom Fraktionsvorsitzenden Tom Winter und seinem Stellvertreter Wolfgang Schmidt. So beteilige sich Rohde regelmäßig an der Diskussion zu Tagesordnungspunkten, ohne jemals die Leitung abzugeben.

Persönliche und wertende Stellungnahmen seien eher Regel als Ausnahme. Mit der Würde und den Rechten des Gremiums sei das nicht vereinbar. Alle Fraktionen hatten Rohde mehrfach kritisiert.

Dass der Antrag in der Stadtverordnetenversammlung am 24. Juni (KuB-Saal, Beer-Yaacov-Weg 1) eine Mehrheit finden könnte, ist möglich.

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Bad Oldesloe

Oper “Weiße Rose”: Musikstudenten zeigen die letzten Stunden der Geschwister Scholl

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Bad Oldesloe – Die Stunden vor der endgültigen Dunkelheit: Den inneren Kampf zweier junger Menschen in einer Todeszelle zeigt die Oper „Weiße Rose“, die an diesem Wochenende von Studenten der Musikhochschule Lübeck in Kultur- und Bildungszentrum (KuB) in Bad Oldesloe aufgeführt wird.

Foto: Fischer

Acht Gesangssolisten der Musikhochschule verkörpern in einer eindrucksvollen Inszenierung die innere Gefühlswelt der von den Nazis zum Tode verurteilten Geschwister Hans und Sophie Scholl, wie sie versuchen, ihre Todesangst Stunden vor der Urteilsvollstreckung in Visionen, Selbstgesprächen und reflektierten Monologen zu verarbeiten.

Dabei kommt die von Regisseur Selçuk Cara umgesetzte Zimmermann-Oper (1986) ganz ohne Effekthascherei pathetische Heldeninszenierung, Geschrei und Blut aus, ohne Requisiten und aufwendige Kostüme. Nur Licht, Schatten, Nebel, Gesang und Schauspiel. Keine Ablenkung.

Reduktion als Stilmittel

Für Selçuk Cara ist Reduktion eines der stärksten Stilmittel, die die Opernwelt zu bieten hat: „Wir wollen die Gefühle zeigen und die Gedanken, die diesen beiden Menschen womöglich in der Todeszelle kamen.“ Alles, was dabei stören könnte, hat der preisgekrönte Regisseur und Opernsänger mit Zustimmung Udo Zimmermanns und dem Verlag gestrichen. Selbst auf das Finale, den Tod der Geschwister Scholl, wird verzichtet. Ebenso wie auf die übliche „Moral von der Geschichte“ am Ende des Stücks. Vielmehr schwingt diese im Subtext der Inszenierung mit: Die Nazis konnten vielleicht die Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl umbringen, ihre Gedanken aber nicht.

Nicht nur inhaltlich hat das Stück nur noch wenig mit einer Oper im klassischen Sinne gemein. Die Bühne ist schon aufgebaut, diesmal als Podest in der Mitte des Raumes.

Eine klassische, frontale Oper werden die Zuschauer am Wochenende hier nicht zu sehen bekommen. Stattdessen finden sie sich inmitten des Schauspiels wieder. Als Wandeloper bezeichnet Selçuk Cara das Konzept. Reduziert ist auch die Ausstattung des Saals: Stühle gibt es keine. Nur eine Sitzreihe, damit sich Zuhörer bei Bedarf während der 70 Minuten langen Oper ausruhen können. Während der Aufführung können und sollen sich die Besucher frei um die Bühne herum bewegen.

Begleitet werden die Studierenden von einem Kammerorchester der Musikhochschule Lübeck unter der musikalischen Leitung von Professor Robert Roche. Auch hier weichen die Theatermacher von den üblichen Normen ab. Das Orchester spielt diesmal nicht auf der Bühne, sondern oberhalb des Geschehens auf der Empore. „Bis Probenbeginn wussten wir nicht, wie das wirken würde aber es funktioniert“, sagt Robert Roche. Die Auslagerung der Instrumente hat einen pädagogischen Grund. Die Sängerinnen und Sänger, so sagt es Selçuk Cara, sollen nicht immer zum Dirigenten schauen, um ihren Einsatz nicht zu verpassen, sondern auf die Musik hören.

Bei den Proben wird deutlich: Die mittlerweile mehrjährige Kooperation zwischen dem KuB und der Musikhochschule bietet ein perfektes Umfeld und viel Raum für Experimente. Selçuk Cara jedenfalls ist zufrieden: „Ich würde das Stück so wie es jetzt ist auch jedem anderen Opernhaus der Welt aufführen.“

Die „Weiße Rose“ wird am Sonnabend, 15. Juni, um 20 Uhr und am Sonntag, 16. Juni, um 19.39 Uhr im Saal des Kultur- und Bildungszentrums aufgeführt. Für beide Vorstellungen gibt es noch Karten an der Abendkasse für 20,50 (erm. 14,50 Euro). Infos unter www.kub-badoldesloe.de

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