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Ratgeber

„Prank-Videos“: Polizei warnt vor strafrechtlichen Folgen für Amateur-Filmer

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Das Internet ist kein rechtsfreier Raum (Symbolbild). Foto: Polizei

Kiel/Pinneberg – Sie inszenieren Straftaten und filmen dabei schockierte Passanten: Mit sogenannten Prank-Videos wollen Filmer möglichst viele Klicks auf ihre Youtube-Filme generieren. Das sorgt immer wieder für Polizeieinsätze, wie gerade erst im Kreis Pinneberg.

„Diese Videos sind mehr als nur schlechte Scherze. Sie können Unbeteiligte gefährden oder ungerechtfertigte Notrufe auslösen“, sagt Dennis Schneider vom Landespolizeiamt in Kiel.

Spannende Videos bei Youtube bringen den Kanalbetreibern schnell Reichweite, Klicks und neue Abonnenten. Doch besonders „Pranks“ (engl. für Scherze), in denen Menschen erschreckt werden oder eine fiktive Gefahrensituation in möglichst dramatischen Szenen gefilmt wird, sind für Außenstehende von authentischem Material eines Unfalls oder einer vermeintlichen Straftat kaum zu unterscheiden.

Pinneberg: Jugendliche täuschten Straftat vor

Eine Gruppe Jugendlicher hat im Kreis Pinneberg durch inszenierte Bedrohungs-Szenen einen Polizeieiansatz ausgelöst, weil andere Youtube-Nutzer die vorgetäuschte Story in einem Live-Stream für echt gehalten und den Notruf gewählt hatten.

Prank-Video kann teuer werden

„Dass die Szenen einer zufällig gefilmten, echten Straftat täuschend ähnlich sehen, nehmen Youtuber oft billigend in Kauf. Die Polizei muss jede Meldung prüfen und stellt dann womöglich vor Ort fest, dass es sich um eine inszenierte Laien-Filmproduktion für YouTube handelt. In solchen Fällen kommt grundsätzlich in Frage, dass der Nutzer, der den Kanal betreibt, als Verursacher den Polizeieinsatz zahlen muss“, so Dennis Schneider vom Landespolizeiamt.

Kiel: Jugendliche werfen falsche Bombe auf Sicherheitsdienst-Mitarbeiter

In Kiel wollten zwei Jugendliche den Wurf einer Bombe vortäuschen, filmen und damit dem Sicherheitspersonal am Hauptbahnhof einen Streich spielen. Die Beiden konnten gestellt werden, ohne dass hierbei ein Großeinsatz ausgelöst werden musste.

„Es kommen bei Fällen dieser Art eine ganze Reihe von Straftatbeständen und schwerwiegenden Folgen in Betracht: Körperverletzung, Nötigung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten und Einsatzkosten in erheblicher Größenordnung“, so Schneider.

Durch die modernen Möglichkeiten der Selbstvermarktung auf den reichweitenstarken Videoportalen hat dieses Phänomen der Inszenierung eine zunehmende Relevanz auch für die Landespolizei gewonnen:

„Wir beobachten das Phänomen seit einiger Zeit. YouTube bietet prinzipiell jedem die Möglichkeit selbst reichweitenstark und sogar live zu publizieren – das konnten sonst nur Profis mit aufwändiger Technik und in der Regel mit journalistischem Hintergrund“, sagt Schneider.

Während Produktionsfirmen vor Drehs Genehmigungen und vor der Veröffentlichung Einverständniserklärungen einholen, glauben manche Youtube-Amateure sich quasi im rechtsfreien Raum zu bewegen. „Das öffentlichkeitswirksame Beispiel eines Hamburger YouTubers zeigt, dass diese Einschätzung falsch ist. Das Fehlverhalten bei Youtube führt zu ganz realen juristischen und finanziellen Folgen“, erläutert Schneider.

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Bad Oldesloe

BiZ informiert über Teilzeitausbildung: Keine halbe Sache

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Foto: Agentur für Arbeit

Bad Oldesloe – Vom 27. bis zum 29. Mai bieten Sylvia Freund, Sonja Redmann und Irene Schumann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe und den Jobcentern Stormarn und Herzogtum Lauenburg, eine Hotline zum Thema „Ausbildung in Teilzeit“ an. Sie sind an den drei Tagen jeweils von 8 bis 13:00 Uhr unter den Telefon-Nummern 0 45 31 / 167 208 und 0 45 31 / 167 209 erreichbar und gehen auf alle Fragen ein.

Informieren können sich alle, die trotz Kindererziehung oder der Pflege Angehöriger gern eine Ausbildung beginnen würden, diese aber nicht in der üblichen Vollzeitausbildung absolvieren können. Genauso beraten die drei Fachfrauen auch Unternehmen, die ausbilden oder ausbilden möchten, aber noch keine Erfahrung mit einer Ausbildung in Teilzeit haben. Sie erklären, wie die Ausbildung abläuft, wie die wöchentliche Ausbildungszeit reduziert werden kann, ob sich die Ausbildungsdauer dadurch verlängert oder nicht und was sonst noch beachtet werden muss.

„Obwohl seit 14 Jahren die gesetzliche Möglichkeit einer Ausbildung in reduzierter wöchentlicher Ausbildungszeit besteht, wird dies nur in einem geringen Umfang genutzt“, erklären Freund, Redmann und Schumann. 2005 wurde die Ausbildung in Teilzeit im Berufsbildungsgesetz verankert. „In Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2017 insgesamt 20.103 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon aber nur 144 für eine Teilzeitberufsausbildung. Das ist ein Anteil von 0,7 Prozent. Dabei können alle profitieren: denen, die Betreuungsaufgaben haben, bietet sich die Chance auf einen Berufsabschluss und Unternehmen sprechen vor dem Hintergrund rückläufiger Zahlen an Ausbildungsbewerbern neue Potentiale an, wenn sie sich auch für eine Ausbildung in Teilzeit öffnen. Und: es wird nur die wöchentliche Ausbildungszeit reduziert, fachlich und inhaltlich werden keine halben Sachen gemacht“, so die Fachfrauen. 

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Bad Oldesloe

Eine echter „Tatort- Mediziner“ besucht die Oldesloer Universitätsgesellschaft

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Foto: Dr. Cornelius Courts /privat/hfr

Bad Oldesloe – Wir kennen aus dem Fernsehen „Dr. Joseph Roth“ vom Kölner Tatort oder „Prof. Boerne“ aus dem Tatort, der in Münster spielt.

Alles spannende Geschichten – aber wie sieht die Wirklichkeit am Seziertisch aus?

Das fragt die Oldesloer Universitätsgesellschaftssektion einen den echten Rechtsmediziner Dr. Cornelius Courts vom Kieler UKSH (Universitäts-Krankenhaus-Schleswig-Holstein), einen Experten für Forensische Molekularbiologie. Entgegen vielen populärmedialen Darstellungen sucht der forensische Molekularbiologe – also der Tatort-Mediziner – nämlich nach der Wahrheit, nicht nach Schuld – sie beziehungsweise er kann ebenso gut den Nachweis von Unschuld ermöglichen.

Ermittler an einem Tatort Symbolfoto: Presslab/shutterstock

Für diese Aufgabe nutzt er ein vielfältiges Methodenrepertoire – mit zum Beispiel gentechnische Verfahren – , das durch anhaltende Forschungsanstrengungen beständig erweitert und optimiert sowie durch eigene Lehre an Nachwuchswissenschaftler weitervermittelt wird.

Die forensische Molekularbiologe an Instituten für Rechtsmedizin ist neutral und unabhängig und dient der Gerechtigkeit; deshalb ist es für einen Rechtsstaat unabdingbar, dass es unabhängige Institute mit gesicherter Finanzierung und freier Forschung gibt.

„Wir sind besser als die Kollegen von der CSI in Amerika, aber schlechter finanziert!“ sagt Dr. Cornelius Courts, der 2016 den Preis für den „Prof of the Night“ in Kiel gewann

Wer mehr über ihn und dieses spannende Thema erfahren möchte, kann seinen Blog http://scienceblogs.de/bloodnacid/ besuchen.

Sehen und sprechen kann man ihn in Bad Oldesloe am Donnerstag, den 23. Mai; um 20 Uhr im Bürgerhaus in der Mühlenstraße 22. Eintritt 5 Euro (Schüler und Studenten kommen um 60% billiger in den Genuss des Vortrages). Der Zugang ist barrierefrei möglich.

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Berlin

Feuerwehrverband mahnt: „Einsatzbeteiligte nicht alleine lassen“

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Feuerwehr im Einsatz Symbolfoto: Kzenon/shutterstock.com

Berlin – „Ich freue mich, dass Sie sich hier zu einem Austausch treffen; das hat eine enorme Bedeutung für die Arbeit in den Feuerwehren“, sagte Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), bei der Eröffnung des 6. Symposiums „Hilfe für Helferinnen und Helfer in den Feuerwehren“ in Fulda.

Die Fortbildungsveranstaltung zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) wird gemeinsam von der DFV-Stiftung „Hilfe für Helfer“ und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) organisiert. „Wir dürfen die Beteiligten bei Einsätzen nicht alleine lassen“, so Ziebs, „wer sich mit dieser Thematik befasst, muss das aus dem Herzen machen, sonst funktioniert diese Aufgabe nicht.“

Guido Blömker (Feuerwehr Münster) berichtete von Herausforderungen und Maßnahmen beim Amoklauf am „Kiepenkerl“ im vergangenen Jahr, bei dem ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gefahren war.

Feuerwehrleute im Einsatz Symbolfoto: John Hanley/shutterstock.com

Er betonte die Bedeutung von Gefährdungseinschätzung, Schutzmaßnahmen, Beurteilung der psychischen Stabilität der Einsatzkräfte, regelmäßigen Briefings, Einzelgesprächen und dem Gespür für die eigene Betroffenheit und Belastung. BBK-Referent Thomas Knoch stellte eine Checkliste für Führungskräfte #PSNV vor – auf örtliche Gegebenheiten anpassbar, mit Tipps für Einsatzauswertung. Diese soll auf der Webseite des Bundesamtes bestellbar sein.

„Trauer ist nicht wie ein Schalter, den man einfach umlegen kann“, erklärte Mark Overhagen (Feuerwehr Oberhausen) zur „Lücke im Team“ nach dem Tod eines Kollegen im Einsatz. „Wir leben in einer Gesellschaft, die über wenig Ruhe verfügt“, widmete sich Erneli Martens, DFV-Bundesbeauftragte für Feuerwehrseelsorge, Aspekten gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Das 7. Symposium der Stiftung „Hilfe für Helfer“ wird am 14. Mai 2020 in Fulda stattfinden. Informationen folgen auf www.hilfefuerhelfer.de.

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