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Politik und Gesellschaft

Eskalierter Streit: Wie geht es weiter mit dem Bargteheider Kino?

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Kinoerlebnis
Symbolfoto: Stocklite/shutterstock.com

Bargteheide – Der Streit zwischen dem treuhänderisch für die Stadt tätigen Trägerverein “Kleines Theater” und dem mehrfach preisgekrönten “Cinema Paradiso” Betreiber Hans-Peter Jansen ist eskaliert, das Tischtuch ist zerstritten. Kann es noch eine gemeinsame Zukunft in dem Haus geben?

Wir wollen an dieser Stellte einigen Fragen nachgehen. Wichtig ist dabei eingangs nochmal zu erklären, dass es aktuell nur um den Kinobetrieb geht. Der laufende Theater- oder Restaurantbetrieb sind von den Diskussionen nicht betroffen.

Warum wollte Hans-Peter Jansen seinen Vertrag nicht mehr verlängern?

Jansen wirft dem Trägerverein vor, dass dieser vertragsbrüchig geworden sei und deutlich mehr als seine ihm zustehende 65 Tage im Saal genutzt habe. Tatsächlich hat der Trägerverein das für einen Teil der Tage auch zugegeben. Die angebotenen Ausgleichszahlungen waren Jansen viel zu niedrig. Der Trägerverein betonte, dass er als gemeinnütziger Verein aber keine Verdienstausfälle mit ein berechnen dürfe. Jansen betont, dass er seine 300 Tage im Jahr brauche, um das Kino wirtschaftlich, aber auch vor allem verlässlich betreiben zu können. Der Trägerverein betont, dass sich durch veränderte Schulzeiten (Ganztagsschule etc.) die Probenzeiten für die Theaterschule halt nach hinten verschoben hätten.

 Der Streit zwischen Jansen und dem Trägerverein besteht schon länger. Jansen äußerte bereits 2017 den Eindruck, der Verein wolle nicht mit ihm kooperieren, sondern lieber alles selbst machen. Er stützt diese Behauptung darauf, dass auch andere Kulturschaffende wie Caro Dibbern, Jan Roßmanek, Angela Kroß oder der Ex-Kulturring-Vorsitzende Manfred Kutsche das Haus im Streit mit dem immer wieder als “technokratisch” und “emotionslos” mit “wenig Gefühl für Kreative und ihre Bedürfnisse”  beschriebenen Trägerverein verlassen hätten. Er sieht sich daher als “Letzten Kreativen im Haus”. “Mit Martensen, Kutsche und Jansen gab es ein Drei-Gänge-Spitzenmenü. In Zukunft dann nur noch Essen auf Rädern”, so Jansen.

Welche Vorwürfen werden gegen den Trägerverein erhoben ?

Tatsächlich sind die Muster der Streitereien und der mehrfach daraus resultierenden Abschiede von engagierten Kreativen aus dem “Kleinen Theater” in den letzten zwei Jahren immer sehr ähnlich: Ob Kutsche, Dibbern oder Roßmanek – alle beschrieben die Zusammenarbeit mit dem Trägerverein und vor allem die Atmosphäre seit dessen Tätigkeit im Haus als “unangenehm” bis “unmöglich”. Das liege vor allem an den unterschiedlichen Auffassungen.

Angeprangert wird dabei häufig, dass der Trägerverein eine große Nähe zu CDU und Rotary-Club in der Stadt haben soll und nicht überparteilich handle. SPD und Grüne hätten mit Jansen auch durchaus über eine Verlängerung seines Vertrags diskutiert, konnten sich aber politisch nicht gegen CDU und die liberal-konservativen Kräfte durchsetzen. Stützt das die Sorge ?  Mehrfach hatten die Kreativen gefordert, dass das Konstrukt mit dem Förderverein auch daher überdacht werden müsse. Personelle Konsequenzen hat es auf Seiten des Trägervereins bisher nicht gegeben. Der Trägerverein fühlt sich durch Aussagen von Kutsche und jetzt von Jansen in weiten Teilen ungerecht beurteilt und behandelt.

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht steht der aktuellen Struktur allerdings mittlerweile auch eher kritisch gegenüber. Eigentlich sollte erst 2021 ein neues Konstrukt diskutiert, beziehungsweise diskutiert werden, wie es weitergehen könne. Der Trägerverein galt als Interimslösung bis zu dem Punkt. Ein Ziel war es eigentlich eher, Ruhe und Struktur in das Haus und die Kooperationen zu bekommen. Angesichts der Abschiede scheint das nicht gelungen zu sein.

Der Prozess der Evaluation und des Arbeitens an einem funktionierenden Folge-Konstrukt soll nun laut Kruse-Gobrecht möglichst beschleunigt werden. Dass die frühere Theaterschule in ihrer eigentlichen Form nicht mehr existiert und quasi neu gegründet wurde – nicht mehr unter dem überregional bekannten Titel “Blaue Wolke” und “Blaues Wölkchen” – und dass der Kulturring sich nach genau 50 Jahren sogar komplett zurückzog, alarmierte die Verwaltungschefin natürlich. Dass unter denselben Vorzeichen ein Abschied des bekannten Kinomachers droht, bestätigt sie in ihren Bedenken.

Fühlen sich zu Unrecht angegriffen: Der Trägervereinsvorsitzende Olaf Nehls (r.) mit seinem Finanzvorstand Rainer Wiegard. FOTO: SL Archiv

Wie sind die die aktuellen Pläne für das Kino ?

Jansen hat aktuell nach eigener Aussage rund 1000 Unterschriften gesammelt, die für seinen Verbleib in Bargteheide protestieren. Er will abwarten, wie die neuen Rahmenbedingungen aussehen und ob er sich dann an dem Interessensbekundungsverfahren beteiligt.

Eine Stärkung des Trägervereins würde er nicht akzeptieren. Ebenso wenig schlechtere Vertrags-Konditionen wie etwa eine Unterschreitung der aktuellen Saalnutzung durch sein Kino. Jansen gilt als ausgewiesener Kinoexperte und betreibt neben dem “Cinema Paradiso” noch sechs weitere Kinos. “Ich brauche Bargteheide nicht, aber diese Haus braucht mich”, betonte er. Unterstützung erhält er unter anderem von Profi-Regisseur Detlev Buck, der betont, dass die Bargteheider sich für Jansen einsetzen sollen, damit das anspruchsvolle, preisgekrönte Kino nicht verschwinde. “Was weg ist, ist dann sonst weg”, so Buck. Jansen halte in Bargteheide die kulturelle Fahne hoch, so der bekannte Filmemacher.

Wird für sein Kinio in Bargteheide mit Auszeichnungen überhäuft: Hans-Peter Jansen

Der Trägerverein hat als Option ins Spiel gebracht, die Kinoleitung zu übernehmen und selbst einen Dienstleister zu beauftragen, sich um das Kinogeschäft zu kümmern. Auch diese Option gilt als Interessensbekundung und wird diskutiert werden.  Jansen sieht diesen Vorschlag unter künstlerischen Aspekten nicht als reale Option: “Ein Dienstleister ist kein Kinobetreiber, sondern nur ein Dienstleister. Der kümmert sich nicht um ein attraktives Kinoprogramm, der liefert nur, womit man ihn beauftragt.” Eine große Zukunft hätte das kleine Kino aus seiner Sicht damit dann wohl nicht mehr. Ob es weitere Bewerber gibt, ist nicht bekannt. Die Rahmenbedingungen für die Ausschreibungen sollen laut dem Referent der Bürgermeisterin, Alexander Wagner, am 20.11 vom Hauptausschuss diskutiert und beschlossen werden.

Was ist dran an den Gerüchen eines Kino-Neubaus? 

Der ehemalige Bargteheider Bürgermeister Werner Mitsch hat Trägerverein und Kinobetreiber zur Vernunft aufgerufen. Im Zentrum solle die Zukunft des Kinos stehen und nicht ein Streit. Da es auch schon früher Konflikte gegeben habe, die aber zwischen den damals handelnden Personen immer beigelegt werden konnten, schlug er einen Kinoanbau vor. Allerdings wird dieser Vorschlag von Teilen der Lokalpolitik finanziell kritisch gesehen und auch die Verwaltung stufte einen Anbau als eher nicht finanzier- und planbar ein.

Wie soll es konkret weitergehen?

Die Verwaltung plant, dass das Kino am 1. Februar mit einem neuen (oder dem alten) Betreiber wieder öffnet. Anfang des Jahres müssen laut Verwaltung sowieso technische Sanierungen durchgeführt werden, so dass ein Neustart am 1. Januar vom Tisch sei. Damit bleibe auch ein wenig mehr Zeit und es bestehe etwas weniger Druck. Jansen plant seine letzte Vorführung mit dem Film “Cinema Paradiso” am 18.12. mit einer großen Abschiedsvorstellung. Plakate, die für diesen Tag in Form einer Traueranzeige warben, wurden laut Jansen vom Trägerverein entfernt, weil sie “irgendwelche Botschaften” verbreiteten. Außerdem betonte Jansen, dass er alles zurückbauen werde, was er in dem Haus selbst finanziert habe, sollte er sich Ende Dezember verabschieden – von Stühlen bis zur Wandbespannung. Hier laufen noch die Aufarbeitungen, wem wirklich was im Inventar gehört. 

Am 20.11 legt nach der nicht-öffentlichen Sitzung der Arbeitsgruppe “Kultur” jetzt der Hauptausschuss die Rahmenbedingungen für das Interessensbekundungsverfahren fest. “In diesem kann Herr Jansen – wie jeder andere auch – natürlich sein Interesser auch wieder bekunden”, so Wagner.

 

 

 

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Politik und Gesellschaft

Ahrensburg-Wahl: CDU-Kandidat Thomas Schreitmüller plant politische Fahrradtour

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Ahrensburg – „Ahrensburg erleben“, unter diesem Motto lädt der unabhängige Bürgermeisterkandidat Thomas Schreitmüller am Samstag, den 29. Mai, alle Ahrensburgerinnen und Ahrensburger zu einer politischen Fahrradtour durch die Schlossstadt ein.

„Ich möchte das Gespräch mit den Menschen in unserer Stadt suchen“, stellt Thomas Schreitmüller fest. „Bei einer gemeinsamen Radtour und kurzen Pausen an interessanten Punkten unserer Stadt, bietet sich dann ein kurzer Meinungsaustausch an. An der frischen Luft können wir die Corona-Regeln gut einhalten.“

Der in Ahrensburg aufgewachsene und wohnhafte Thomas Schreitmüller möchte sich ein offenes und direktes Bild von der Stimmung und Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt machen.

Es gibt eine ganze Reihe von Projekten und Bereichen, die bei der Radtour angefahren werden sollen. Schulsanierungen, Gewerbegebiete, Naturschutzgebiete und der Kulturbereich um das Schloss.

Treffpunkt ist am 29.05.21 um 15 Uhr auf dem Ahrensburger Rondeel.

„Die Idee der Fahrradtour schafft die Möglichkeit unsere Stadt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Die Sicht der Radfahrer gerät manchmal aus dem Blickfeld. Ich würde mich freuen, wenn Sie mein Gesprächsangebot annehmen. Fragen zu meiner Person und zu meinen Vorstellungen zu den Entwicklungspotenzialen in Ahrensburg beantworte ich natürlich auch gerne“, erklärt Schreitmüller.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU Stadtfraktion, Detlef Levenhagen, wird ebenfalls die Radtour begleiten und für Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Um eine kurze Anmeldung wird gebeten unter cdu.ahrensburg@gmail.de.

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Bad Oldesloe

Reinhard Mendel bleibt Fraktionsvorsitzender der SPD im Stormarner Kreistag

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Bad Oldesloe – Die Stormarner SPD-Kreistagsfraktion hat turnusmäßig ihre Wahlen zum Fraktionsvorstand durchgeführt. Hierbei wurde Reinhard Mendel in seinem Amt als Fraktionsvorsitzender einstimmig wiedergewählt.

Er wird unterstützt durch René Wendland als 1. Stellvertreter und Angela Batty, die in die Funktion der 2. Stellvertreterin nach dem Ausscheiden von Margot Sinning aus dem Kreistag im letzten Jahr neu gewählt worden ist. Mit Friedrich-Eugen Bukow wurde ein erfahrener Schatzmeister in seinem Amt bestätigt. Vervollständigt wird der Fraktionsvorstand durch den engagierten Fraktionsgeschäftsführer Frank Schmalowsky.

„Nunmehr bereits zum siebten Mal in Folge wieder gewählt worden zu sein, macht mich auch ein wenig stolz.“ freut sich Reinhard Mendel über die überwältigende Zustimmung. Auch der Umstand, dass es bei einem weiteren Wahlgang mehrere Kandidaturen gab, zeugt davon, dass die SPD-Fraktion gut aufgestellt ist und aus dem Vollen schöpfen kann.

Die neue Fraktionsspitze tritt unter anderem mit dem Ziel an, die Partei gut auf die nächste Kommunalwahl vorzubereiten.

Dazu der stellvertretende Fraktionsvorsitzende René Wendland: „Die SPD möchte sich für die Zukunft noch breiter aufstellen. Sobald es die Lage wieder zulässt, freuen wir uns über jedes neue Gesicht bei unseren Fraktionssitzungen.“

Wer Interesse an der politischen Arbeit hat, so der wiedergewählte Fraktionsvize weiter, möge gerne auf die SPD zukommen.

Durch die Corona-Pandemie wurde die geheime Wahl des Fraktionsvorstandes mithilfe von Online-Tools zur Abstimmung durchgeführt. Ohnehin finden in den letzten Monaten die Fraktionssitzungen ausschließlich online als Videokonferenz statt. Diese Art der Meinungsbildung und gelebten Demokratie beinhaltet zugleich aber auch einige Herausforderungen, welche von der SPD-Fraktion bisher allesamt gut gemeistert wurden. Nicht zuletzt die Verabschiedung der „Geschäftsordnung für Sitzungen im Falle höherer Gewalt“ in der letzten Sitzung des Kreistags ermöglicht nunmehr auch die Durchführung von Ausschüssen und Kreistagen rein digital.

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Politik und Gesellschaft

Regelbetrieb in Kitas: Land plant Lockerungen

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Bund und Länder haben im Wesentlichen eine Verlängerung der Beschränkungen zur Bekämpfung des Corona-Virus bis zum 7. März beschlossen. Kitas will Schleswig-Holstein schon vorher wieder in den Regelbetrieb schicken.

Mundschutz gegen das Coronavirus Symbolfoto: Christo Anestev/pixabay

Mit der neuen Beschlusslage des Bundes bleiben die schon bestehenden Regelungen weiterhin gültig, sofern dort keine abweichenden Festlegungen getroffen worden sind.

Die Länder sollen Ihre Landesverordnungen entsprechend anpassen und bis zum 7. März verlängern.

Insofern behalten bestehende Regelungen wie z.B. die Kontaktbeschränkungen, die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Maske im ÖPNV sowie in und vor Geschäften, die Aufforderung an Arbeitgeber, Homeoffice zu ermöglichen, weiterhin ihre Gültigkeit.

Andererseits sollen Friseurbetriebe unter Auflagen zur Hygiene ab 1. März wieder öffnen.

Nächste Öffnungsschritte können bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner durch die Länger erfolgen.

Das könnte dann z.B. die Öffnung des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 20 qm, die Öffnung von Museen, Galerien oder der noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe umfassen.

Die Länder entscheiden im Rahmen ihrer Kultushoheit über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung des Angebots der Kindertagesbetreuung.

Die Landesregierung hat am 12. Februar die aktuelle Corona-Bekämpfungsverordnung bis einschließlich 21. Februar verlängert. Die bisherigen Regelungen z.B. zu Kontaktbeschränkungen, in Pflegeeinrichtungen und Kitas usw. bleiben dementsprechend bis dahin in Kraft. Zugleich wird die Corona-Quarantäneverordnung bis zum 7. März verlängert.

In der kommenden Woche wird die Landesregierung verschiedene Änderungen umsetzen.

Geplant ist u.a., dass Kindertagesstätten ab dem 22. Februar den Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen wiederaufnehmen können. Weitere Rücknahmen von Einschränkungen, beispielsweise für Individualsport unter bestimmten Bedingungen, Wildparks und Friseurbetriebe, sind für den 1. März vorgesehen.

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