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Kultur

Kulturring- und Kinoaus: Bargteheides “Kleines Theater” zerbricht

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Wird für sein Kino in Bargteheide mit Auszeichnungen quasi überhäuft: Hans-Peter Jansen

Bargteheide – Es schien eigentlich wie eine gute Idee, einen treuhänderischen Trägerverein einzurichten, der sich um die organisatorischen Belange des “Kleinen Theaters” in Bargteheide kümmert, nachdem nach dem Tod von Theaterchefin Kirsten Martensen sich ein Jahr später auch “KM Management” aus dem Haus zurückzog. Drei Standbeine gab es zuvor: Kino, Gastro, Theaterbetrieb. Den dritten Bereich hatte KM ausgefüllt.

Noch unter Bürgermeister Henning Görtz (CDU) wurde ein Trägerverein aus der Taufe gehoben. Erste Kritik daran, dass er sich aus dem direkten Umfeld des heutigen Landrats zusammensetzte, aus Rotary- und CDU-Kreisen, wurde noch glaubhaft abgeschüttelt.

Doch irgendwas passte von Anfang an offenbar einfach nicht. Nach 50 Jahren verabschiedete sich nach einem länger schwelenden Streit der erfolgreiche Kulturring aus dem Haus, nachdem sich der Vorsitzende Manfred Kutsche mit dem Trägerverein überworfen hatte. Emotionen kochten hoch und über. Es wurde viel Porzellan zerbrochen. 

Veränderungen kosten halt Kraft und Reibungsverluste dachte manche damals noch. Wie wichtig die Arbeit Kutsches war, sah man, wie so oft, vor allem als er nicht mehr da war. Die hochkarätigen Theatervorstellungen, die er organisierte, fehlen weitestgehend in den neueren Programmen. Dazu steht auch der Trägerverein, dass man dieses Segment nicht nebenbei komplett erhalten konnte.

Dann wollte Jan Roßmanek mit Martensens Tochter Caroline Dibbern die Theaterschule am Leben erhalten. Doch die “Blaue Wolke” scheiterte. Auch Roßmanek und Dibbern kamen mit dem Trägerverein einfach nicht klar. Dieser sei zu kühl und zu weit weg vom kreativen Kulturgeschehen. “Es seien nur Verwalter, die aber auch versuchen Kultur zu machen”, lautete damals ein Vorwurf. Der Streit spaltete die lokale Theaterszene. Kinder meldeten sich ab und in anderen Theatern an. Plötzlich ging es darum auf wessen Seite man steht. Aktuell wird die Theaterschule unter neuer Leitung und anderem Namen geführt. Schauspielerin, Casterin und Profi-Regisseurin Dibbern ist an den Marstall Ahrensburg gewechselt und macht andere Projekte. Auch hinter den Kulissen verließen immer mehr Engagierte das Bargteheider Kulturhaus.

Und nun also auch noch Hans-Peter Jansen. Der erfolgreiche Kinomacher hat sechs weitere Kinos. In keinem habe er Probleme wie in Bargteheide, sagt er. Er zeigt sich enttäuscht über die Entwicklung und betont, dass die Zeiten im “Kleinen Theater” sich geändert haben. Die Atmosphäre sei anders und kühler geworden. Für kreative Freigeistert hätten die “Technokraten” des Trägervereins kein Verständnis. Es komme daher immer wieder zu Konflikten und auch laut Jansen zu Vertragsbrüchen. Klärungen seien nicht möglich, der Trägerverein handele “selbstherrlich” als “gehöre ihm das Theater alleine”. Jansen wolle “kein Bittsteller bei diesen Herren” sein.

Und daher schließt Jansen sein “Cinema Paradiso”. Das Schema in all diesen Abläufen bleibt erschreckend gleich und der Trägerverein zeigt sich erstaunt und überrascht. “Die Herren machen keine Fehler, ist doch klar”, lacht Jansen höhnisch. “Früher gab es hier ein kulturelles Drei-Gänge-Spitzenmenü mit Martensen, Kutsche und Jansen. In Zukunft dann “Essen auf Rädern””, ätzt er. Er brauche das “Kleine Theater” nicht, aber das “Kleine Theater” habe ihn gebraucht.

Heute wurde erneut für sein herausragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm in Bargteheide ausgezeichnet. Sonntag kommt Regisseur Detlev Buck zur Vorführung von “Wuff”. Buck hatte kürzlich erklärt, Jansen sei es, der im “Kleinen Theater” noch die kulturelle Fahne hochalte. Filmpremieren, Starbesuche, kreative Atmosphäre? Laut Jansen wird das ohne ihn in Zukunft im Kinobereich schwer.

Seinen Vertrag der Ende 2018 ausläuft wird er nicht verlängern. Das hatte er angedroht, wenn der Trägerverein sein Verhalten nicht änderte. Dazu sei es nicht gekommen. Plakate im Stil einer Todesanzeige hatter er ausgehängt, um auf die letzte Vorführung am 18.12 hinzuweisen. Der Trägereverein soll sie entfernt haben. Es wird mehr und mehr eine Schlammschlacht, die dem Image des “Kleinen Theaters” schadet.

Die Stadtverwaltung wirkt in diesem Chaos aus zwischenmenschlichen Problemen und Enttäuschungen fast hilflos und bemüht sich alles sachlich abzuarbeiten. Es gehe nun um eine seriöse “Abwicklung” war aus dem Rathaus zu hören und dass man Jansen “viel Glück” wünsche. Natürlich habe er viel für das “Kleine Theater” und die Kultur in Bargteheide getan. Aber am Ende müssten sich Trägerverein und Jansen einigen, das sei wegen zwischenmenschlicher Differenzen wohl nicht möglich gewesen bisher.

Denn Jansen wirft dem Trägerverein Vertragsbruch vor, dieser gestand zwar eine (geringe) übervertragliche Mehrnutzung ein, wollte aber Ausgleichszahlungen anbieten, die aus Sicht von Jansen wiederum “lächerlich” gering gewesen seien.

Und so sieht alles danach aus, dass das “Cinema Paradiso” in Bargteheide keine Zukunft hat. Am Ende dieser Entwicklung muss eigentlich irgendwann die große Frage stehen, wie es mit dem Trägerverein weitergeht. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht hat eine Evaluation und die Aufarbeitung angekündigt. Der Trägerverein kann sich allerdings politisch aktuell offenbar noch des Rückhalts aus CDU, FDP und konservativen Kreisen recht sicher sein.

Immer lauter werden allerdings die kristischen Stimmen von SPD und Grünen, die auch fordern, dass genauer analysiert wird, was dort schief geht. Wäre es vielleicht an der Zeit Umbesetzungen im Verein anzuregen ? Sind wirklich die richtigen Leute auf den richtigen Posten? Über individuelle Kompetenzen verfügen die Protagonisten aus ihrem beruflichen Leben definitiv, aber sind Sie auch die richtigen in einem Kulturhaus? Ist all die Arbeit zu viel für Ehrenamtler? Braucht es einen hauptamtlichen Kulturbeauftragen oder Theaterchef ?

Dass immer wieder Reibung entsteht, zwischen den Kreativen und Kulturschaffenden der Stadt und dem neuen Dachverein, sei ein Problem, dass den Kulturstandort Bargteheide nicht gerade positiv belebe, hörte man besorgte Bargteheider.

Bis 2020 sollen neue Konzepte her, heißt es aus dem Rathaus. Die aktuelle Struktur zumindest funktioniert offenbar ja auch nicht. Doch 2020 könnte zu spät kommen. Denn schon jetzt ist vieles zerbrochen, was Bargteheide als Kulturstandort über Jahre stark gemacht hat.

 

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Bad Oldesloe

Vortrag über Realismus-Maler Harald Duve in Bad Oldesloe

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Bad Oldesloe – Unter dem Titel „Kunst in Stormarn – ein kurzer Rückblick auf die letzten 150 Jahre“ stellt der ehemalige Kulturreferent des Kreises, Dr. Johannes Spallek, in den Jahrbüchern für den Kreis Stormarn Künstlerinnen und Künstler aus Stormarn vor, um aufzuzeigen, dass es in Stormarn ein interessantes Erbe der Bildenden Kunst gibt.

Harald Duwe: Ohne Titel (Stormarner Dorf), Foto: Johannes Spallek

“Durch meine gezielten Studien und gründlichen Recherchen konnte ich viel Neues entdecken”, sagt Spallek, “und bisher unbekannte oder kaum bekannte Kunstwerke erstmals beschreiben, wie z. B. das Leben und das künstlerische Werk von Karl Ballmer oder die Gemälde und zahlreichen „Kunst-am-Bau-Werke“ von Harald Duwe, die er in Stormarn realisierte.”

Der Heimatbund Stormarn (HBS) freut sich sehr, dass Johannes Spallek in einem ausführlichen Kunstvortrag neben diesen auch weitere bedeutende Stormarner Künstler besonders vorstellen wird.

„Bei meinen Studien geht es auch um die Frage nach dem Umgang mit dem kulturellen Erbe der Bildenden Kunst in Stomarn. Wo und wie kompetent wird sich um die Bildende Kunst, um Rezeption und den fachlichen Erhalt gesorgt?“ Eine hochaktuelle Frage! Wirdürfen sehr gespannt sein!

Der Vortrag findet im Kreisarchiv Sormarn, Bad Oldesloe, Mommsenstraße 14, statt und beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Begrenzte Teilnehmerzahl, es gilt die 3G-Regel.

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Bad Oldesloe

Fern von Aleppo: “Wie ich als Syrer in Deutschland lebe”

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Bad Oldesloe – Im Rahmen der Interkulturellen Woche liest Buchautor Faisal Hamdo am Sonntag, 10. Oktober 2021 um 17 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe.

Foto: Claudia Höhne

Er spricht über seine Erlebnisse und Gefühle nach der Flucht aus dem syrischen Aleppo, vom Ankommen in einer neuen Heimat und von seiner Faszination für die deutsche Sprache und Kultur.

Hamburg ist seine neue Heimat. Seit sieben Jahren lebt und arbeitet Faisal Hamdo in der Hansestadt, nachdem ihm 2014, mit Anfang Zwanzig, die Flucht aus dem syrischen Aleppo gelungen war.

Mit großer Neugier und Offenheit taucht Faisal Hamdo seitdem in die Lebens- und Arbeitswelt in Deutschland ein.

In seinem Buch „Fern von Aleppo“ erzählt er von seiner Faszination für die deutsche Sprache, seinem Staunen über das innige Verhältnis der Deutschen zu ihren Haustieren oder über seine erste Begegnung mit dem Humor Loriots.

Manches bleibt ihm in Deutschland unverständlich, wie der Alkoholkonsum oder die mediale Präsenz von Sexualität. Sein Blick auf die deutsche Realität wird so zu einem Spiegel unserer Identität. Indem Hamdo die Erfahrungen hier mit seinem Leben in Syrien vergleicht, lernt der deutsche Leser zugleich den syrischen Alltag besser kennen. Voller Humor und berührender Lebensklugheit spricht er davon, wie das Leben sich anfühlt: mit einem Teil von Kopf und Herz in der umkämpften syrischen Heimat und einem anderen in der neuen Heimat Deutschland. 

Faisal Hamdo, 1989 in Aleppo geboren, arbeitete nach dem Studium der Physiotherapie mit behinderten Kindern sowie zwei Jahre ehrenamtlich in provisorischen Krankenhäusern seiner Heimatstadt.

Während des Arabischen Frühlings nahm er wie viele syrische Studenten an etlichen Demonstrationen gegen das Regime teil. 2014 flüchtete er aufgrund akuter Gefährdung über die Türkei nach Deutschland. Nach zahlreichen Sprachkursen und Berufsanpassungsqualifikationen arbeitete Hamdo zunächst in der Altenpflege und einer Physiotherapiepraxis. Im März 2016 wechselte der mittlerweile 27-Jährige an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und arbeitet seitdem auf der neurochirurgischen Intensivstation.

Tickets sind online, in der Stadtinfo im KuB sowie an der Abendkasse erhältlich. Für den Veranstaltungsbesuch ist der Nachweis über den vollständigen Impfschutz, über die Genesung oder ein aktueller negativer Coronatest erforderlich (3G-Regel).

Nähere Informationen sind auf www.kub-badoldesloe.de, in der Stadtinfo im KuB, per Telefon unter 04531 504-199 oder per Mail an stadtinfo@badoldesloe.de erhältlich.

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Kultur

Glinder Gutshauskonzerte: Der besondere Hörgenuss startet wieder

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Glinde – Im November beginnen wieder die Glinder Gutshauskonzerte an der Möllner Landstraße 53.

Dr. Marlies Lehmann, Jasmin Helfer, Denise Kunert Andrade (hinten von links) sowie Ian Mardon (sitzend) freuen sich auf die neuen Glinder Gutshauskonzerte. Foto Stadt Glinde

„Nachdem die Corona-Krise uns alle in Atem gehalten hat und im vergangenen Jahr keine der geplanten Konzerte stattfinden konnten, haben wir nun in diesem Jahr weitere Möglichkeiten geschaffen, um mehr Menschen mit unserer schönen Konzertreihe zu berühren. Deshalb werden alle Konzerte dieser Saison nicht nur eine begrenzte Anzahl an Zuhörern und Zuhörerinnen im Gutshaus zu verfolgen sein, sondern auch in einem Internet-Livestream übertragen“, erklärt der Künstlerische Leiter der Gutshaus-Konzerte Ian Mardon.

Los geht es am Freitag, 5. November, mit „Blütenträume“ von den „Hamburg Chamber Players“. Es erklingt Musik von Haydn, Dvořák und Hermann.

Am Freitag, 3. Dezember, folgt dann „Juventus Musica“ mit talentierten Nachwuchsmusikern. Während des Konzerts entstehen Bilder von Dr. Gesa Reher.

Am Freitag, 7. Januar 2022, ist dann Andrea Merlo aus Italien mit einem Klavierabend im Kaminzimmer des Glinder Guthauses zu Gast und entführt in die Welt Chopins.

Am Freitag, 11. Februar 2022, folgt dann „Die barocke Klangrede“ mit Brian Berryman (Kanada) auf der Traversflöte sowie Michael Fuerst (USA) auf dem Cembalo.

Zum Saisonabschluss kommt dann noch am Freitag, 4. März 2022, das „D.U.R. Streichquartett“. Das international besetzte Streich-Quartett spielt Werke von Beethoven, Ravel und Glass.

Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr. Drei Einführungen sowie der Empfang zum Saisonabschluss starten dann jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt beträgt 17 Euro, das zweite Konzert kostet 12 Euro. Für alle fünf Konzerte der Konzertreihe, inklusive der Einführungen, kann ein Abo für 69 Euro (statt 80 Euro) gebucht werden. Der Zugang zum Internet-Livestream wird pro Konzertabend mit 10 Euro berechnet.

Weitere Informationen und Tickets gibt es beim Gemeinschaftszentrum Sönke-Nissen-Park Stiftung unter 040-710 00 415 oder per E-Mail an info@gutshaus-glinde.de.

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