Folge uns!

Kiel

“Faschistische Methoden”: Schüler sollen ihre Lehrer bei der AfD denunzieren

Veröffentlicht

am

AfD-Plakate (Symbolbild). Foto: Stormarnlive.de

Kiel – Die AfD will Schüler in Schleswig-Holstein zu anonymen Denunzianten machen. Sie sollen Lehrer bei der Partei melden, die sich kritisch gegenüber rechtsextremen Parteien äußern. Das sorgt für scharfe Kritik.

Nachdem bereits der Hamburger Landesverband vor einiger Zeit mit einer entsprechenden Meldeplattform für Aufsehen sorgte, wollen jetzt offenbar auch andere Landesverbände der rechtspopulistischen Partei nachziehen und diesen “Service” anbieten. Unterschiedliche Medien berichten von Bremen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. “Auch die AfD in Mecklenburg-Vorpommern spricht sich für die Einführung eines Online-Prangers für Pädagogen aus”, zitiert shz.de Jörg Kröger, Mitglied der AfD-Landtagsfraktion und Vorsitzender im Bildungsausschuss.

Kritische Lehrer bei einer Partei anzuschwärzen, findet auch bei der Schleswig-holsteinischen AfD Freunde: „Dieses Anliegen begrüßen wir, da auch uns in Schleswig-Holstein bereits Fälle bekannt wurden, in denen parteipolitisch eingefärbter Unterricht stattgefunden hat“, sagt Frank Brodehl bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag.

“Ein Politiker, der Methoden einer faschistischen Diktatur einführen will, gehört nicht ins Parlament”

Kritik kam aus allen Fraktionen. Karin Prien (CDU) nannte die Plattform eine “durchschaubare Unterstellung von Gesinnungspädagogik”.

Noch schärfer äußerte sich die Linke: “Bespitzelung und anschließendes Denunzieren kennen wir aus einer ganz finsteren Zeit in Deutschland. Auch damals, vor 85 Jahren, waren es die ganz Rechten, die Andersmeinende an den Pranger stellten, sie gesellschaftlich fertigmachten”, sagt Landtagsmitglied Lorenz Gösta Beutin. Der AfD-Mann Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher seiner Rechtsaußen-Fraktion, wolle damit das Neutralitätsgebot der Lehrer überprüfen. Dabei sei er der Einzige, der gegen dieses Gebot verstoße, indem Beschwerden seiner Partei gemeldet werden sollen.

Beutin: “Ein Politiker, der Methoden einer faschistischen Diktatur einführen will, gehört nicht ins Parlament, sondern zum Nachsitzen in den Geschichtsunterricht.”

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Bad Oldesloe

Politiker-Kommentar: Solidaritätsbekundung für den Schülerstreik

Veröffentlicht

am

Foto: Büro L. G. Beutin/hfr

Bad Oldesloe/Kiel/Berlin – Der Linken Bundestagsabgeordnet Lorenz Gösta Beutin meldet sich vom Klimagipfel in Katowice mit einer Solidaritätsbekundung für den Schülerstreik für Klimaschutz

“Auch in Schleswig-Holstein streiken heute Schülerinnen und Schülern für echten Klimaschutz, in Kiel demonstrieren sie vor dem Landtag. Vom Weltklimagipfel in Katowice sende ich meine solidarischen Grüße:

Der Weltklimagipfel zeigt, es ist Zeit zu handeln. Aber gerade die Große Koalition in Berlin tut zu wenig, und das seit Jahren: Sie zögert der Kohleausstieg hinaus und bekommt eine echte ökologische Verkehrswende nicht hin mit der Folge, dass die Emissionen beim Verkehr seit 1990 nicht weniger, sondern mehr geworden sind.

Vor diesem Hintergrund ist der Klimastreik ein starkes Signal, das Hoffnung macht. Die junge Generation nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand und macht deutlich: Wir können nicht länger auf die Politik warten und hinnehmen, dass zu wenig passiert. Der Klimastreik ist Klimaschutz in Handarbeit.

Wir brauchen überall in Deutschland eine starke Klimabewegung, die Druck auf die Politik macht, damit endlich die Maßnahmen ergriffen werden, die seit Jahren notwendig sind und auf dem Tisch liegen. Dazu gehört ein starkes Klimaschutzgesetz, ein Kohleausstiegsgesetz, das sofortige Abschalten der dreckigsten 20 Kohlekraftwerke in Deutschland und eine sozial gerechte Energiewende”

Weiterlesen

Berlin

Schülerstreik für Klimaschutz: Linke sieht es als “starkes Signal”

Veröffentlicht

am

Beutin
Foto: Alexander Klebe/hfr

Berlin/Kiel – Lorenz Gösta Beutin, Bundestagsabgeordneter der Partei “Die Linke” aus Schleswig-Holstein, klima- und energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion und Landessprecher seiner Partei für Schleswig-Holstein von der UN-Klimakonferenz in Katowice/Polen, hat sich zum für morgen geplanten Streik von Schülern geäußert, die damit ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen wollen.

“Der Weltklimagipfel zeigt, es ist Zeit zu handeln. Aber gerade die Große Koalition in Berlin tut zu wenig, und das seit Jahren: Sie zögert der Kohleausstieg hinaus und bekommt eine echte ökologische Verkehrswende nicht hin mit der Folge, dass die Emmissionen beim Verkehr seit 1990 nicht weniger, sondern mehr geworden sind”, sagt Beutin.

“Vor diesem Hintergrund ist der Klimastreik ein starkes Signal, das Hoffnung macht. Die junge Generation nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand und macht deutlich: Wir können nicht länger auf die Politik warten und hinnehmen, dass zu wenig passiert. Der Klimastreik ist Klimaschutz in Handarbeit”, führt er weiter aus.

Wir brauchen überall in Deutschland eine starke Klimabewegung, die Druck auf die Politik macht, damit endlich die Maßnahmen ergriffen werden, die seit Jahren notwendig sind und auf dem Tisch liegen. Dazu gehört ein starkes Klimaschutzgesetz, ein Kohleausstiegsgesetz, das sofortige Abschalten der dreckigsten 20 Kohlekraftwerke in Deutschland und eine sozial gerechte Energiewende.”

Die Oldesloer Landtagsabgeordnete Anita Klahn (FDP) hatte zuvor geäußert, dass die Schulpflicht vorgehe und der Einsatz mit einem Streik für Klimaschutz eben nicht “Pflicht” sondern “Kür” sei.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Oldesloer FDP Landtagsabgeordnete: Schülerstreiks für Klimaschutz nicht akzeptabel

Veröffentlicht

am

Anita Klahn
Foto: FDP SH/hfr

Kiel/Bad Oldesloe – Schüler wollen auch in Schleswig-Holstein morgen ab 8 Uhr einen Schulstreik für mehr Klimaschutz durchführen. Einige von ihnen wollen auch vor dem Landeshaus in Kiel demonstrieren. Das findet die Oldesloer Liberale Anita Klahn nicht sonderlich lustig.

„Politisches und gesellschaftliches Engagement von Schülerinnen und Schülern begrüßen wir Freie Demokraten ausdrücklich. Dies zu fördern ist eine wichtige Aufgabe von Land und Schulen. Denn dadurch wachsen die Schüler zu kritischen und politisch aktiven Bürgern heran. Kritisches Denken und politisches Engagement sind aber keine Rechtfertigungsgründe, sich der Schulpflicht zu widersetzen”, sagt sie. 

Dass es zu der Natur eines Streiks per se natürlich gehört, sich einer anderen Aufgabe oder Pflich zu entziehen, lässt sie offenbar nicht gelten.

“Auch darf das Schwänzen des Schulunterrichts von niemandem toleriert, begrüßt oder unterstützt werden – auch dann nicht, wenn es um edle Ziele wie mehr Klimaschutz geht. Denn zum Schülerleben gehört auch, zwischen Schulpflicht und Freizeit, also zwischen Pflicht und Kür zu unterscheiden”, bleibt Klahn streng und warnt zwischen den Zeilen möglichen Unterstützern.

Kritiker äußern bereits, dass die  leicht oberlehrehafte Maßregelung der Schüler durch Klahn, nur davon ablenkt, dass auch ihre Partei sich stärker für den Klimaschutz engagieren könnte.

Weiterlesen