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Bad Oldesloe

Ein Kommentar zur öffentlichen Diskussion über die Schüsse auf Robin L.

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Schreiben analog und virtuell
Symbolfoto: Mrmohock/shutterstock

Bad Oldesloe – Der Oldesloer Obdachlose Robin L. (21) ist tot. Daran lässt sich nicht rütteln. Er ist gestorben, nachdem ihn Schüsse aus einer Polizeiwaffe trafen und wir möchten nach den ganzen (zum Teil wirklich unmenschlichen) Kommentaren unter unseren Artikeln auf Facebook, ein paar Dinge klar stellen. 

  1. Berichterstattung in so einem Fall, in dem es auch viel Kritik und Fragezeichen gibt, bedeutet, dass wir eben- genau wie viele Kollegen – ausführlicher berichten und nicht nur Polizeipressemitteilungen abtippen. So funktioniert es auch nicht. Es ist erlaubt, Polizeieinsätze zu hinterfragen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man der Polizei irgendeine Schuld gibt. Aber es gibt kein: das hat die Polizei so gesagt, das ist jetzt auch zu 100 % so. Zumindest nicht bei uns. Es ist die Rolle der Presse, kritisch zu bleiben. Die Darstellungen der Polizei sind eine Sichtweise, die wir auch immer für zunächst objektiv halten, aber bei der wir es auch nicht verschweigen, wenn es andere Sichtweisen gibt. Denn auch bei der Polizei und Polizisten können Fehler passieren. Auf allen Ebenen. Es sind Menschen. Und Menschen machen Fehler: größere und kleinere. Wenn man kritisch hinterfragt – und das ist unser Job – heißt es nicht, dass man sagt, dass die Polizei Schuld hat. Warum musste ein Einsatz so verlaufen? Ein Einsatz in dem ein Mensch stirbt, ist immer nicht gut gelaufen. Wie hätte man auch der Polizei vielleicht andere Mittel an die Hand geben können? Wie werden Polizisten auf solche Situationen vorbereitet ? Sind nicht-tödliche Waffen eine Lösung? Kann die Ausbildung verbessert werden? Und so weiter….
  2. Der tragische Tod von Robin L. war am Ende die letzte Stufe einer Eskalation in seinem Leben. Es muss die Frage sein, warum er – als Mensch, der mit Drogen in Zusammenhang gebracht wurde und der als psychisch krank galt – nicht die entsprechende Hilfe bekommen konnte. Sind Gesetze an dieser Stelle unzureichend? Haben soziale Systeme versagt? Wurden Fehler gemacht? Warum fällt er durch das soziale Netz und lebt mit 21 Jahren auf der Straße?  Warum dachten so viele daran – im Rückblick – ihm zu helfen, aber taten es nicht? Hat das etwas mit unserer Gesellschaft und unserem Umgang miteinander zu tun ? Was kann man tun? Wie kann man helfen? Braucht es mehr Streetworker? Auch diese Fragen sind wichtig und erlaubt. In manchen Kommentaren klingt es, als sei ein Obdachloser ein Mensch zweiter oder dritter Klasse oder jemand, der sein Recht zu leben verwirkt habe, sobald er mal kriminell in Erscheinung getreten ist. So funktioniert unsere demokratische Gesellschaft aber zum Glück nicht. Wir sind erschrocken, über jeden, der so denkt. 
  3. Wir sind müde vom schwarz/weiß Denken, das sich in unserer Gesellschaft – und so auch in Stormarn und unter unseren Stormarnlive-Kommentaren – zu verschiedensten Themen immer breiter macht. Wir akzeptieren das einfach auch nicht mehr.  Es gibt oft kein einfaches “das war richtig” und “das war falsch”. Dinge sind differenziert zu betrachten. Das macht natürlich Mühe und das kann auch mal am eigenen Weltbild rütteln. Das muss man aushalten können und auszuhalten lernen. Es gibt oft keine einfachen, einseitigen Wahrheiten, auch wenn das in Zeiten von Populismus ja gerne von manchen politischen Kräften so dargestellt wird. Und natürlich ist das Leben leichter, wenn man sich auf eine Seite schlagen könnte. Aber so ist es nicht. Mitleid mit Robin L. bedeutet nicht gleich Hetze gegen die Polizei. Mitleid mit dem Polizisten bedeutet nicht, dass man den Todesschuss gut und richtig fand und so weiter. Es geht beides: Mitleid mit Robin L. und Mitleid mit dem Polizisten, von dem sicher niemand glaubt, dass er mit dem Vorhaben zu Töten in den Einsatz fuhr.  Wir sind auch müde von der Verlogenheit (und nur so kann es nennen) mancher Kommentatoren, die – wenn es um Berichte über Flüchtlinge geht – (wenig verheimlicht rassistisch) rumtönen, dass man doch bitte mal “an die deutschen Obdachlosen” denken soll, zugleich s scheinen sie jetzt die Ersten zu sein, die sich aufregen, dass der Tod eines Obdachlosen Menschen dazu bringt, auch zu trauern. Welch Heuchelei. Da sieht man dann mal, wie egal eigentlich diesen Menschen die Obdachlosen in Wahrheit sind. Sie sind nur so lange interessant, wie man ihre Situation für eigene Hetze missbrauchen kann. Das ist traurig.
  4. Die Diskussionskultur in den Kommentaren sollte sich schnellstmöglichst ändern. Wir lassen gerne zahlreiche Meinungen zu , konstruktive Äußerungen sind immer gefragt und Kritik natürlich auch. Aber sich gegenseitig beschimpfen und beleidigen oder sogar Gewalt gutheißen, androhen etc. kann einfach nicht wahr sein. Da erwarten wir von den Stormarnern ein bisschen mehr norddeutsche Gelassenheit. Wir haben ganz einfach keine Lust auf dieses wüste Beschimpfen und auch nicht auf irgendwelche wilden Gerüchte oder frei nach Trump: “alternative Fakten”. 
  5. In einer Gesellschaft in der “Lügenpresse” zum Kampfwort bei den Rechtspopulisten geworden ist, lassen wir uns erst recht nicht ständig angehen, wenn wir unseren Job machen. Journalismus bedeutet halt manchmal auch, etwas zu schreiben, was irgendwem so nicht gefällt, oder was irgendwer anders sieht. Wem nicht gefällt, wie wir arbeiten oder was wir machen, der kann ja gerne an anderen Stellen seine Infos beziehen. Aber ohne groß inhaltlich etwas beizutragen oder offenbar überhaupt einen Schimmer zu haben, was Journalismus und Berichterstattung bedeutet, immer wieder loszuschimpfen, weil das Berichtete nicht der eigenen Meinung entspricht, spricht nicht gerade für geistige oder soziale Reife. Da mag der eine oder andere mal in sich gehen.
  6.  Allgemein wünschen wir uns, dass man in der ganzen Kommentarkultur sich vielleicht immer überlegt, wie man selbst behandelt werden wollte, wäre man betroffen. Und das gilt nicht nur bei diesem aktuellen Thema, sondern auch in so manchem anderen Fall.  Mehr Respekt, mehr Dialog und wenigstens der Versuch das Gegenüber zu verstehen. 

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Bad Oldesloe

Tank leer: Unbekannte klauen Diesel aus Stormarn Magics-Truck

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Bad Oldesloe – Gerade erst haben wir über den Elternverein des Waldkindergartens berichtet, der vor einer Woche bestohlen wurde. Jetzt hat es die Stormarn Magics getroffen.

“Da will man los fahren und dann bleibt der LKW liegen. Tank aufgebohrt und gesamter Treibstoff gestohlen”, schreibt die Marching Band auf ihrer Facebook-Seite. Unbekannte haben Diesel aus dem Band-Truck abgezapft!

Damit das nicht noch einmal passiert, suchen die Stormarn Magics nach einem sicheren Stellplatz für den Lastwagen. “Möglichst im Raum Bad Oldesloe.” Kontakt über Facebook oder stormarn-magic.de.

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Bad Oldesloe

Erfolgsprojekt endet: Ein letztes Mal Lindy-Hop im KuB

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Dorreen Fiedler unterrichtet Lindy-Hop
Foto: Fiedler/hfr

Bad Oldesloe – Am Sonntag, den 24. Februar verwandelt sich der KuB-Saal ab 14.45 Uhr zum vorerst letzten Mal in ein großes Tanzparkett.

Zunächst lädt Fräulein Doreen zum Lindy-Hop-Einsteigerkurs, ab 16 Uhr folgt der offene Tanz, den Christoph Wiatre (Gesang & Piano) live mit Klassikern der 1930er bis 1950er begleitet. Der Eintritt zum offenen Tanz ab 16 Uhr ist kostenfrei.

Und so sieht das erfolgreiche Konzept aus: Beim Tanztee im KuB  wird zu Livemusik getanzt. Los geht’s mit einem Lindy-Hop-Einsteigerkurs mit Fräulein Doreen alias Doreen Fiedler. Die Tanzlehrerin aus Lübeck, die sehr aktiv in der dortigen Swing-Community ist, führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Grundwesen des Swingtanzes ein. Erste Grundschritte und kleine Variationen werden vermittelt, die die Teilnehmer beim anschließenden offenen Tanz ab 16 Uhr direkt ausprobieren können.

Wiatre bei einem Auftritt im KuB
Foto: SL Archiv

Dazu spielt und singt Christoph Wiatre am Klavier Swing-Klassiker der 1930er bis 1950er Jahre. Er ist nicht nur Sänger und Pianist, sondern selbst auch leidenschaftlicher Lindy-Hop- und Rock ‘n‘ Roll-Tänzer und weiß daher genau, was ins Ohr und ins Tanzbein geht. Abgerundet wird dieser Sonntagnachmittag stilecht durch Kuchen, Kaffee und Tee.

Lindy-Hop gilt als Ursprungsform des Swing-Tanzes und entwickelte sich in den 1930er Jahren vor allem in den legendären New Yorker Ballrooms wie dem Savoy, in denen auch die Big Bands von Benny Goodman und Count Basie die Massen zum Toben brachten. Später gingen aus dem Lindy-Hop Tänze wie Jive, Boogie-Woogie und der akrobatische Rock ’n’ Roll hervor. Seit einigen Jahren gewinnt der Swing-Tanz und speziell auch der Lindy Hop immer mehr Freunde, in vielen Städten finden regelmäßige Tanztreffen statt.

Tickets sind online und in der Stadtinfo im KuB erhältlich.

Ticketbestellung telefonisch: 04531/504-199

Preis: 7,50 Euro / ab 16 Uhr freier Eintritt zum offenen Tanz

 

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Bad Oldesloe

Bauwagen durchwühlt: Einbrecher beklauen Oldesloer Waldkindergarten

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Hier gelangten die Einbrecher in den Bauwagen: Christina Tippel mit Sohn Gero vor der kaputten Terrassentür

Bad Oldesloe – Sie schlugen ein Fenster ein, durchwühlten die Sachen der Kinder und verursachten einen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro: Diebe sind am vergangenen Wochenende zwischen dem 8. und 10. Februar in den Bauwagen des Oldesloer Waldkindergarten Muckestutz eingebrochen.

„Kinder zu beklauen ist schon ziemlich asozial“, sagt Christina Tippel, Vorsitzende des Elternvereins. Der Bauwagen befindet sich im Kneeden, einem Waldstück im Nordosten von Bad Oldesloe an der Bundesstraße 75. „Es ist abgelegen, die Einbrecher hatten wohl viel Zeit“, sagt die Mutter. Alles sei verwüstet worden.

Unter den gestohlenen Sachen waren Dinge wie Regenjacken, eine Gitarre, Feuerlöscher und Aufladegeräte. „Sogar Rauchmelder wurden geklaut“, wundert sich Christina Tippel. Um das Diebesgut abzutransportieren, nutzten die Täter den Bollerwagen des Kindergartens, der seitdem ebenfalls verschwunden ist.

Die Einbrecher haben den Bauwagen durchwühlt

„Man rechnet einfach nicht damit, dass jemand bei einem Kindergarten einbricht“, sagt Tippel. Der Holz-Trailer, der gerade erst durch eine hübsche Veranda erweitert wurde, ist eigentlich verhältnismäßig gut gesichert. Doch wer Zeit hat, kann überall einbrechen. Jetzt will der Kindergarten die Scheiben in Fenstern und Türen gegen Sicherheitsglas austauschen, um Einbrechern die Arbeit so schwer wie möglich machen. Der Elternverein wurde durch den Einbruch schwer getroffen.

Waldkindergarten hofft auf Unterstützung

„Weil wir ein Verein sind und zum Jahreswechsel ein ausgeglichenes Konto haben müssen, haben wir gerade erst Anschaffungen gemacht“, sagt Christina Tippel. Jetzt ist das Geld knapp, um kurzfristig für Ersatz zu sorgen. Wer den Eltern helfen möchte, kann mit dem Muckestutz-Kindergarten (vorstand@muckestutz.de) Kontakt aufnehmen. Im Waldkindergarten werden 15 Kinder von zwei Betreuungskräften beaufsichtigt. Die Kinder verbringen die meiste Zeit im Wald. Der Bauwagen dienst als Schutzraum an Regentagen .

Jetzt hofft der Kindergarten auf Hinweise und Zeugen, die am vergangenen Wochenende im Kneeden verdächtige Beobachtungen gemacht haben und Hinweise auf die Täter liefern können. Der genaue Tatzeitpunkt ist unbekannt, die Täter könnten sich länger an dem Bauwagen aufgehalten haben.

Diese Nachricht stand neben der Tür, durch die die Einbrecher in den Bauwagen gelangten. Ob sie etwas mit dem Einbruch zu tun hat, ist unklar

Neben der Tür, durch die die Täter in den Bauwagen gelangten, hat jemand mit einem Edding eine Inschrift hinterlassen: „Egal wie traurig man ist, vergiss nicht zu lachen“ Dazu zwei markante Smileys. „Ich weiß nicht, ob das mit dem Einbruch zusammenhängt, aber von uns hat das niemand an den Bauwagen geschrieben“, sagt Christina Tippel. Hinweise an die Polizei in Bad Oldesloe unter 04531/5010.

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