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Bad Oldesloe

Pädagogisch betreuter “Erle-Abenteuerspielplatz” vor dem Aus?

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Der Abenteuerspielplatz “Erle”. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Es war ein schwerer Schlag für den Verein “Erleben leben” ( kurz: Erle ), der sich den Ausgang der Diskusssion im Bildungs-Sozial- und Kulturausschuss sicherlich nicht nur anders gewünscht, sondern auch ganz anders vorgestellt hatte.

Da im Herbst 2019 die Förderung des aufwendig ausgebauten und betreuten ehemaligen Abenteuerspielplatz in Bad Oldesloe durch “Holsteins Herzs” endet, hatte das Team hinter “Erle” vor den Sommerferien einen Antrag gestellt, dass die Stadt doch bitte statt bisher 36 000 Euro im Jahr in Zukunft 88 000 Euro in das Projekt jährlich investieren sollte.  Dieser Antrag wurde abgelehnt und die Verwaltung darum gebeten, eine “deutlich geringere” Förderung mit dem Verein zu erarbeiten.

Nun war der Betrag – durch eine Reduzierung der Stundenzahl der Mitarbeiter auf 25 statt nur 30 Stunden – auf ungefähr 75 000 Euro städtische Förderung im Jahr gesunken. Nicht genug für Lokalpolitik und Verwaltung.  “Wir hatten uns von den Verhandlungen mehr versprochen. 75 000 liegt für uns nicht deutlich genug unter dem alten Antrag. Wir beantragen daher, dass eine statt zwei Stellen eingerichtet werden und stattdessen noch eine FSJ oder FÖJ Stelle”, so Anika Klöhn von der SPD.

“Ich bin entsetzt. Wie hier über unsere Arbeit geredet wird ist eine Frechhheit. Wir haben in sieben Jahren ein professionelles Konzept erarbeitet und Sie wollen nun kommen und uns erzählen, was wir da ändern oder streichen können”, war Oliver Mylonas von Erle wütend.  “Eltern stehen vor uns und fragen, wie es denn weitergeht, ob Ihr Kind in zwei Jahren noch einen Kindergartenplatz hat”, ergänzte Nina Reher von Erle.

“Die Schärfe, die Erle hier reinbringt, erstaunt mich doch sehr. Wir arbeiten hier alle an einer Lösung”, so Jörn Lucas (CDU). Mylonas entschuldigte sich darauhin. “Da steckt so viel Einsatz und Herzblut drin. Das ist nicht immer leicht hier dann”, sagte er.

“Ich finde es generell nicht gut, dass hier Sachen vermischt werden. Der Kindergarten auf dem Gelände ist von der Finanzierung doch überhaupt nicht betroffen. Das ist nicht gut, wie Sie hier argumentieren. Das wirkt emotionalisierend”, reichte es Anita Klahn (FDP) trotzdem. “Das ist alles wenig transparent. Diverse Zahlen schwirren im Raum. Gestern gibt Erle dann per Mail nochmal neue Zahlen kurzfristig rein. Das ist alles nicht glücklich”, so die Liberale. Auch Tom Winter (Familienpartei) war nicht erbaut vom Auftreten der Erle-Vertreter. “Wir verstehen die Emotionan. Aber Sie vermengen Dinge in Ihren Argumentationen, die nicht so zusammengehören. Da müssen Sie vorsichtiger sein. Das hinterlässt einen komischen Eindruck bei uns ehrenamtlichen Politikern”, so Winter.

Auch die FBO und die CDU sahen noch erheblichen Beratungsbedarf und hätten das Thema gerne nochmal vertagt. Linke und Grüne zeigten sich voll auf der Seite von Erle. Die LInke stellte sogar den Antrag die volle Summe von 88 000 Euro zu gewährn – fand aber keine Mehrheit. Erle wehrte sich gegen eine Vertagung, hoffte offenbar, das  zumindest einer der Kompromisse durchkommt. Die lauteten auf Vorschlag der FDP 60 000 EUro in jedem Jahr und die Familienpartei wollte wenigstens den Zeitraum Oktober bis Dezember 2019 finanziell so austatten, dass Planungssicherheit für Erle bis Januar 2020 bestanden hätte. Doch auch diese Vorstöße fanden keine Mehrheit.

“Niemand hier hat was gegen Ihr Projekt. Im Gegenteil. Wir alle schätzen Ihre Arbeit und wollen Sie nicht nur erhalten, sondern auch ausbauen. Als Lokalpolitiker sind wir aber auch in der Pflicht, die Relation zu anderen Projekten und Vereinen zu wahren”, so Winter.

Diese Argumentation stützte auch Bürgermeister Jörg Lembke. “Erstens ist es ja nicht so, dass die Stadt nichts macht. Wir geben bisher schon jedes Jahr 36 000 Euro in das Projekt. Zweitens muss man sich auch die Statistiken anschauen. Es ist schön, wie viele Kinder und Jugendliche dort erreicht werden, aber trotzdem muss auch da die Relation gewahrt bleiben im Vergleich zu anderen Vereinen und Einrichtungen”, so Lembke weiter.

“Ich finde das kleinkariert. Man kann das nicht in solchen Statistiken erfassen. Es ist genau die Arbeit, die wir uns immer wünschen, die da gemacht wird. Das ist echte Präventionsarbeit. Da werden Kinder und Jugendliche begeistert. Ich kann es nicht verstehen, dass wir darüber diskutieren. Dieses Projekt ist einmalig und nicht mit anderen Angeboten zu vergleichen”, wirkte Dagmar Danke-Beyer (Die Grünen) geradezu verzweifelt.

“Denken Sie bei der Abstimmung an die Mitarbeiter, die schon bereits sind auf 25 % zu verzichten. Die sind jetzt schon am Limit”, bat  Boris Bouchon von der städtischen Kinder- und Jugendarbeit noch. Doch seine Bitte wurde nicht erhöht.

Auch weil Erle e.V. auf eine Abstimmung drängte, kam es dazu, was gar nicht hätte passieren sollen. Statt wenigstens mit einem Kompromiss aus der harten Diskussion zugehen, blieb am Ende nur der Beschlussvorschlag der Verwaltung. Der lautete: Weiterhin 36 000 Euro und keine Aufstockung. Dieser wurde mehrheitlich angenommen.

Erle hatte im Vorwege deutlich gemacht, dass dieser Betrag für eine Fortführung des Projekts zu wenig sei. Die Planungssicherheit sei nicht gegeben. Damit stehen nun alle Anzeichen so, dass die Geschichte von “Erleben leben” auf dem Abenteuerspielplatz in der jetzigen Form im Herbst 2019 enden wird.

“Sie haben ein gutes, wichtiges, soziales Projekt über die Klinge springen lassen. Erle hat mir eben gesagt, dass sie raus sind. So machen sie nicht weiter”, sagte Bouchon in Richtung Lokalpolitikern und Verwaltungsmitarbeitern. “Sorry Chef, das musste jetzt echt mal sein”, entschuldigte er sich direkt in Richtung von Verwaltungschef Lembke, der zwar etwas verkniffen schaute, aber auch verständnisvoll nickte.

 

 

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Bad Oldesloe

“Pendler werden bestraft”: Oldesloer Wählergemeinschaft kritisiert neue Parkgebühren

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Bad Oldesloe – Die Wählergemeinschaft Für Bad Oldesloe (FBO) stemmt sich gegen die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Ausweitung der Parkgebührenpflicht auf Bereiche an Bahnhof und Schulen sowie die zudem noch geplanten weiteren Gebührenerhöhungen in der Innenstadt.

Parkautomat (Symbolbild)

Die Erhöhung der Parkgebühren im Innenstadtbereich wird nach Meinung der Wählergemeinschaft dazu führen, dass Einkaufen in Oldesloes City deutlich unattraktiver wird und schadet den ohnehin durch Corona arg gebeutelten Geschäften noch weiter.

„Schlimmer geht es nicht! Der Zeitpunkt zur Verteuerung des Parkens in der Oldesloer Innenstadt ist fatal. Was denken sich die Parteien bloß dabei? Ich kann es nicht fassen, dass allein die FBO sich gegen diese zerstörerischen Beschlüsse wendet“, ist Karin Harms empört. „Ich bin überzeugt davon, dass hier total am Bürgerwillen vorbeientschieden wird. Ich habe mich umgehört: In meinem Bekanntenkreis ist man ausnahmslos entsetzt!“

Viele Einzelhändler kämpften bekanntlich nach monatelangen Zwangsschließungen und Lockdown um ihr wirtschaftliches Überleben.

Sie brauchen nach Auffassung der FBO Unterstützung durch die Innenstadt fördernde Rahmenbedingungen, denn viele Kunden hätten sich in den letzten Monaten das Bestellen im Internet angewöhnt.

Diese Kundschaft für Kaufen in Oldesloe zurückzugewinnen brauche Zeit, die viele Einzelhändler schon jetzt kaum haben.

„Alle in unserer Stadt Verantwortung tragenden Menschen sollten stattdessen gemeinsam an einem Strang ziehen und Einkaufen in Oldesloe attraktiver machen. So hat die FBO schon vor einem Jahr vorgeschlagen, für die Zeit der Pandemie ganz auf Parkgebühren zu verzichten und stattdessen mit Parkscheiben kostenfreies Parken im Innenstadtbereich zu ermöglichen. Die Oldesloer Politik aber versetzt den Geschäften und damit der Innenstadt durch die nun geplanten Maßnahmen auch noch gezielt den Todesstoß“, ist Karin Harms überzeugt.

Auch die Einführung von Parkgebühren im Park-and-Ride-Haus und den Stellplätzen rund um den Oldesloer Bahnhof wird von der FBO abgelehnt.

„Man kann doch nicht ernsthaft diejenigen bestrafen, die Bahn und Bus nutzen. Solche Beschlüsse sind in jeder Beziehung auch extrem klimaschädlich: Kommen zum ohnehin teuren Bahnfahren auch noch Parkgebühren am Bahnhof, werden die ohnehin gegenüber anderen Arbeitnehmern benachteiligten Pendler vielfach gleich ganz das Auto zur Fahrt zum Arbeitsplatz nutzen”, sagt Harms.

Die FBO wünscht sich offenere Diskussionen im Vorfeld von Entscheidungen. Transparenz und Offenheit seien wichtig. Ohne die Öffentlichkeit ausgehandelte „gemeinsame Anträge“, die dann schnell durchbeschlossen werden, ohne dass eine öffentliche Diskussion mit den Bürgern stattfinde, führten zu unnötiger Politikverdrossenheit.

„Niemand kann alles wissen. Öffentliche Diskussion mit den Bürgern und ein fairer Austausch von Argumenten sind unerlässlich für gute Entscheidungen. Das fehlt in Bad Oldesloe leider weitgehend“, ist Karin Harms überzeugt. Da eine öffentliche Veranstaltung zum Thema wegen der Pandemie derzeit nicht möglich ist, bittet die FBO um Rückmeldungen der Bürger auch zum Thema Parkgebühren an info@fboldesloe.de .

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Bad Oldesloe

Feuer zerstört Trabbi in Oldesloer Parkhaus: Polizei vermutet Brandstiftung

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Bad Oldesloe – Am 11. Mai wurde gegen 1 Uhr in der Käthe-Kollwitz-Straße in Bad Oldesloe ein Feuer gemeldet. Die Polizei vermutet Brandstiftung.

Polizeiabsperrung (Symbolbild). Foto: Stormarnlive.de

Nach bisherigem Erkenntnisstand brach der Brand in der unteren Parkebene aus. Alle Parkebenen waren stark verraucht.

Ein Trabant brannte beim Eintreffen der Einsatzkräfte in voller Ausdehnung.

Die neben dem Trabbi stehenden Fahrzeuge, ein VW Touran und ein Audi TT brannten ebenfalls.

Die Löscharbeiten wurden durch die starke Rauchentwicklung und die Gefahr von explodierenden Gastanks erschwert. Die Gastanks ließen Druck ab und erzeugten hohe Stichflammen.

Es wurden Hinweise auf Brandstiftung gefunden, denen die Kriminalpolizei Bad Oldesloe nachgeht.

Der Sachschaden an den Fahrzeugen wird auf 40.000 Euro geschätzt. Am Parkhaus entstand erheblicher Sachschaden, die Schadenshöhe steht noch nicht fest.

Wer kann Angaben zu dem Brand machen? Wer hat vor und während des Feuers verdächtige Personen in der Nähe des Parkhauses gesehen? Hinweise nimmt das Polizeirevier und die Kriminalpolizei Bad Oldesloe unter der Telefonnummer: 04531/ 501-0 entgegen.

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Bad Oldesloe

Auto-Pendler müssen am Oldesloer Bahnhof künftig zahlen

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Bad Oldesloe – Die Zeit der kostenfreien Parkplätze am Oldesloer Bahnhof ist vorbei. Auf Vorschlag der Stadtverwaltung hat der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss beschlossen, dass auf den Park-and-Ride-Parkplätzen in Zukunft Gebühren erhoben werden.

Park + Ride Symbolfoto: SL

Der Grund: Zu viele Fremdparker, die die eigentlich für Bahn- und Busreisende vorgesehenen Plätze besetzen.

Bürgermeister Jörg Lembke: “Die Pendlerparkplätze werden sehr stark fremdgenutzt von Menschen, die in der Nähe wohnen oder arbeiten. Deswegen sind wir der Meinung, dem regulativ entgegen wirken zu müssen.”

Außerdem müssen auch Radfahrer im neuen Fahrradparkhaus für einen Stellplätze bezahlen. “Es wäre schwer zu vermitteln, warum Radfahrer zahlen müssen, Autofahrer aber nicht”, so Lembke.

Die Freien Bürger Oldesloe (FBO) konnten sich mit dieser Maßnahme nicht so recht anfreunden. „Das trifft die Falschen. Nämlich Menschen, die für ihren Arbeitsweg die Bahn nutzen“, sagte Dirk Sommer, Vorsitzender der Wählergemeinschaft. Er sei nicht glücklich, dass 638 Parkplätze jetzt kostenpflichtig werden sollen, vor allem am Bahnhof.

Auch in anderen Straßen will Bad Oldesloe künftig Parkgebühren erheben, etwa in der Breslauer Straße, der kleinen Salinenstraße und auf den Parkplätzen vor dem Krankenhaus im Wolkenweher Weg.

Besonders im Fokus: Die Schulen. Auch auf den Schulparkplätzen in der Olivet-Allee und vor der Theodor-Mommsen-Schule in der Hamburger Straße wird für das Abstellen eines Fahrzeugs künftig Geld verlangt.

Ursprünglich wollten Stadt und Politik Fahrzeuge mit E-Kennzeichen kostenfrei parken lassen. Diese Idee wurde jetzt zurückgenommen.

Matthias Adrion (Die Grünen): „Daten zeigen mittlerweile, dass Hybridautos keineswegs umweltfreundlicher sind, als viele Verbrenner und rechtlich ist es nicht möglich, ausschließlich reine Elektroautos zu befreien.“

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