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Bad Oldesloe

Oldesloer Vogelschießen: “So wird es nicht weitergehen”

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Vogelschießen in Bad Oldesloe. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Der Vorstand des Oldesloer Vogelschießenvereins funkt “SOS”. “Ich schaffe das so nicht mehr. Neben meiner Tätigkeit als Schulleitung auch noch das Fest zu organisieren, das ist nicht mehr möglich und auch nicht zeitgemäß”, sagte die Vorsitzende des KiVo, Sabine Prinz. Es ist Tradition, dass der Vorsitz und damit die Hauptorganisation bei der Schulleitung der Stadtschule liegt. Daher organsiert Prinz seit Jahren das Fest, aber neue Auflagen, immer mehr Anforderungen, ein veränderter Schulalltag mit neuen Herausforderung haben dazu geführt, dass sie es so nicht forführen wird.

“Sabine Prinz sagt mir in den Wochen vor dem Fest seit nun drei Jahren, dass sie es nicht mehr schafft. Wir sollen das ernst nehmen”, so Inken Kauter, Kultur- und Veranstaltungschefin der Stadt Bad Oldesloe.  Gleichzeitig schloss sie im Schulterschluss mit Bürgermeister Jörg Lembke aus, dass die Verwaltung mehr Aufgaben bei der Organisation übernehmen könne. “Meine Mitarbeiter sind am Limit und wir können nicht die Aufgaben eines ehrenamtlichen Vereins übernehmen”, so Lembke.

Das neue Oldesloer Königspaar: Emily Drüke und Thor Damm (beide 14) haben 2018 den Vogel abgeschossen. Foto: Fischer

Prinz hatte sich auch ein anderes Modell ausgedacht. Sie stellte den Antrag, dass die Stadt eine 450 Euro Kraft das ganze Jahr über für die Vogelschießen-Orga zur Verfügung stellen solle. Doch obwohl alle Parteien im Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss betonten, das Vogelschießen nicht abschaffen oder verkleinern zu wollen, betonten sie auch, dass sie nicht einfach eine 450 Euro Stelle schaffen wollen. “Ein Jahr lang eine 450 Euro Kraft, für ein Fest, das einen Tag geht?”, wunderte sich Cornelia Steinert (Die Linke). Auch die Politiker anderer Fraktionen sahen noch zu viele offene Fragezeichen, um diesem Wunsch nachkommen zu können.

Umzug 2018 Foto: SL

Debattiert wurde ein stärkeres einbinden von Großeltern und Eltern in die Organisation. Doch Kautter erinnerte daran, dass “das Vogelschießen nicht daran krankt, dass es zu wenig Engagement und Ehrenamt gibt. Es gibt eher zu viel Ehrenamt. Was es braucht ist ein Kopf oder mehrere Köpfer, die die Koordination übernehmen. Das ist alles schon ein wenig unübersichtlich. Ich finde es fast gespenstisch, dass das jedes Jahr trotzdem klappt”, so Kautter. Ehrenamtler aus dem Vogelschießen-Umfeld bestätigten den chaotischen EIndruck hinter den Kulissen, betonten aber zugleich, dass es Prinz zu verdanken sei, dass die Fäden im Endeffekt immer noch zusammenliefen.

“Tatsächlich kann ich bestätigen, was Sabine sagt. Es war leichter für mich und Klngstdt beim Stadtfest rund 100 Auftritte zu koordinieren, als für das Vogelschießen acht Bühnenslots zu füllen. Die Organisationsstruktur ist sehr unübersichtlich. Man hat gefühlte 80 Ansprechpartner oder Weiterleitungen zu fünf Themen. Der Aufwand hinter den Kulissen ist groß. Sabine hat da wirklich einen enormen Aufwand, den viele nicht sehen können”, stärkte Patrick Niemeier von Klngstdt e.V. Prinz und Kautter den Rücken. Klngstdt bringt sich seit drei Jahren in die Vogelschießen-Orga mit ein und organisiert das Musikprogramm von Schülern und Oldesloer Bands im Festzelt.

 

irgendwiehörbar Auftritt beim Vogelschießen Rahmenprogramm 2018
Foto: SL

“Wir müssen in zwei Schritten denken. Erstens braucht es nun also eine Übergangslösung, damit das Fest 2019 überhaupt stattfinden kann und nicht in Gefahr gerät. Wir sind uns ja alle einig, dass das nicht passieren darf”, so Tom Winter. Für die Zeit ab 2020 müssten dann neue Organisationsmodelle gefunden werden. Ob das die 450 EUro KRaft ist oder vielleicht sogar ein weiterer Mitarbeiter im Kultur- und Veranstaltungsbüro, wie Anita Klahn (FDP) vorschlug, ist offen.

Die Verwaltung soll jetzt ein Vorschläge erarbeiten, wie das Fest 2019 gesichert wird und gleichzeitig soll eine Jobbeschreibung erstellt werden, für den Bereich, für den Prinz die 450 Euro Kraft beantragt hatte.

Davon ältere Schüler einzubinden, wie es die FBO vorschlug, möchte man absehen. Henning Bergmann, Direktor der Theodor-Mommsen-Schule, betonte auch, dass zu bedenken sei, dass für viele Schüler genau rund um das Vogelschießen Prüfungen, Abschlussfeieren, ABi-Bälle und CO. anstehen. Außerdem sei das Fest direkt einen Tag vor Sommerferienbeginn. Schüler noch mehr in die Orga einzubinden , sei daher sehr unrealistisch. “Die Schüler sind in diesem Zeitraum sehr ausgebucht durch die diversen Feiern und Veranstaltungen an den Schulen selbst. Vielleicht muss man da an den Absprachen auch noch etwas arbeiten, wenn es sich ergibt. Zum Ende des Schuljahres sind aber auch alle in den Schulen etwas ausgelaugt”, bestätigte Niemeier.

Der BSKA will sich in seinen zukünftigen Sitzungen mit dem Vogelschießen 2019 und der Umstrukturierung ab 2020 auseinandersetzen. Betont wurde aber auch, dass ein Aus- oder gar Wegfall des Festes für alle keine Option sei.

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Bad Oldesloe

Oldesloer Heimatmuseum zeigt die vergessenen Urzeit-Schätze von Ahrensburg

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Andreas Ahne und Petra-Maria Schark vom Oldesloer Heimatmuseum mit Präparator Hans-Jürgen Lierl

Bad Oldesloe – In Fachkreisen ist die von Richard Wenck in Ahrensburg ausgegrabene und zusammengetragene Sammlung versteinerter Urzeitwesen lange bekannt und gefeiert.

Eine Sonderausstellung des Oldesloer Heimatmuseums befasst sich jetzt mit dem Lebenswerk des Unternehmers, der vor allem für sein Hobby lebte: Fossilien.

Während sich über den Ahrensburger Prähistoriker Alfred Rust einiges an Literatur finden lässt, ist der Name Richard Wenck nur wenigen ein Begriff.

“Die Funde von Wenck sind spektakulär”

Zu unrecht, wie Hans-Jürgen Lierl findet. Als Geowissenschaftlicher Präparator und rechte Hand des Hamburger Paläontologen Prof. Dr. Urich Lehmann beschäftigte er sich auch mit Wencks Erbe. „In der Wissenschaft ist Ahrensburg ein Begriff und das nicht nur wegen Alfred Rust“, sagt Hans-Jürgen Lierl. Die Funde von Reinhard Wenck seien ähnlich spektakulär, wie die des Archäologen.

„Ich finde es sehr schade, dass Ahrensburg kein Museum hat, in dem die Sammlungen von Rust und Wenck gezeigt werden“, sagt der Wissenschaftler, der in dieser Woche die Ausstellung im Oldesloer Heimatmuseum vorbereitet hat. Jahrzehnte waren die aus Stormarn und Herzogtum-Lauenburg stammenden, versteinerten Tintenfischgehäuse („Ammoniten“) und Saurierknochen hier eingelagert.

Nur hin und wieder wurden kleine Teile der Sammlung öffentlich ausgestellt. Gesammelt hatte Richard Wenck die Fossilien in Kiesgruben, unter anderem im Forst Hagen.

Manchmal war der Speditionskaufmann sogar mit Alfred Rust (links auf dem Foto) selbst auf Grabungen, wie dieses Foto belegt.

Während der sein Augenmerk auf Pfeilspitzen und andere prähistorische Zeitzeugen legte, sammelte Wenck eine enorme Menge an versteinerten Urzeittieren an. Mehrere tausend Artefakte soll die Sammlung insgesamt umfassen. Zu viel, um alles auszustellen.

„Es ist ein Querschnitt, die spektakulärsten Funde, die wir hier zeigen wollen“, sagt Lierl, der Wenck in seiner Schulzeit kennenlernte und der ihm beibrachte, wie sich die Fossilien von eiszeitlichem Schutt unterscheiden lassen.

Museumsmitarbeiter Andreas Ahne bereitet die Ausstellung vor

200 Einzelstücke werden im Oldesloer Heimatmuseum ausgestellt sein. „Oben stehen noch 20 weitere Kisten“, sagt Museumsleiterin Petra-Maria Schark. Es sei ein glücklicher Umstand gewesen, dass das Heimatmuseum einen Teil der Geschiebesammlung im Jahr 1985 habe erwerben können. „Ein kleiner Teil davon wurde in den 80ern und später nochmal 2008 gezeigt“, sagt Schark. Doch mittlerweile sei die Sammlung dank Hans-Jürgen Lierl katalogisiert und Epochen zugeordnet.

Die Ausstellung „Lebensspuren im Stein – Urzeitschätze der Sammlung Wenck“ ist ab sofort bis zum 19. Oktober im Heimatmuseum zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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Bad Oldesloe

BiZ informiert über Teilzeitausbildung: Keine halbe Sache

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Foto: Agentur für Arbeit

Bad Oldesloe – Vom 27. bis zum 29. Mai bieten Sylvia Freund, Sonja Redmann und Irene Schumann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe und den Jobcentern Stormarn und Herzogtum Lauenburg, eine Hotline zum Thema „Ausbildung in Teilzeit“ an. Sie sind an den drei Tagen jeweils von 8 bis 13:00 Uhr unter den Telefon-Nummern 0 45 31 / 167 208 und 0 45 31 / 167 209 erreichbar und gehen auf alle Fragen ein.

Informieren können sich alle, die trotz Kindererziehung oder der Pflege Angehöriger gern eine Ausbildung beginnen würden, diese aber nicht in der üblichen Vollzeitausbildung absolvieren können. Genauso beraten die drei Fachfrauen auch Unternehmen, die ausbilden oder ausbilden möchten, aber noch keine Erfahrung mit einer Ausbildung in Teilzeit haben. Sie erklären, wie die Ausbildung abläuft, wie die wöchentliche Ausbildungszeit reduziert werden kann, ob sich die Ausbildungsdauer dadurch verlängert oder nicht und was sonst noch beachtet werden muss.

„Obwohl seit 14 Jahren die gesetzliche Möglichkeit einer Ausbildung in reduzierter wöchentlicher Ausbildungszeit besteht, wird dies nur in einem geringen Umfang genutzt“, erklären Freund, Redmann und Schumann. 2005 wurde die Ausbildung in Teilzeit im Berufsbildungsgesetz verankert. „In Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2017 insgesamt 20.103 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon aber nur 144 für eine Teilzeitberufsausbildung. Das ist ein Anteil von 0,7 Prozent. Dabei können alle profitieren: denen, die Betreuungsaufgaben haben, bietet sich die Chance auf einen Berufsabschluss und Unternehmen sprechen vor dem Hintergrund rückläufiger Zahlen an Ausbildungsbewerbern neue Potentiale an, wenn sie sich auch für eine Ausbildung in Teilzeit öffnen. Und: es wird nur die wöchentliche Ausbildungszeit reduziert, fachlich und inhaltlich werden keine halben Sachen gemacht“, so die Fachfrauen. 

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Bad Oldesloe

Eine echter “Tatort- Mediziner” besucht die Oldesloer Universitätsgesellschaft

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Foto: Dr. Cornelius Courts /privat/hfr

Bad Oldesloe – Wir kennen aus dem Fernsehen “Dr. Joseph Roth” vom Kölner Tatort oder “Prof. Boerne” aus dem Tatort, der in Münster spielt.

Alles spannende Geschichten – aber wie sieht die Wirklichkeit am Seziertisch aus?

Das fragt die Oldesloer Universitätsgesellschaftssektion einen den echten Rechtsmediziner Dr. Cornelius Courts vom Kieler UKSH (Universitäts-Krankenhaus-Schleswig-Holstein), einen Experten für Forensische Molekularbiologie. Entgegen vielen populärmedialen Darstellungen sucht der forensische Molekularbiologe – also der Tatort-Mediziner – nämlich nach der Wahrheit, nicht nach Schuld – sie beziehungsweise er kann ebenso gut den Nachweis von Unschuld ermöglichen.

Ermittler an einem Tatort Symbolfoto: Presslab/shutterstock

Für diese Aufgabe nutzt er ein vielfältiges Methodenrepertoire – mit zum Beispiel gentechnische Verfahren – , das durch anhaltende Forschungsanstrengungen beständig erweitert und optimiert sowie durch eigene Lehre an Nachwuchswissenschaftler weitervermittelt wird.

Die forensische Molekularbiologe an Instituten für Rechtsmedizin ist neutral und unabhängig und dient der Gerechtigkeit; deshalb ist es für einen Rechtsstaat unabdingbar, dass es unabhängige Institute mit gesicherter Finanzierung und freier Forschung gibt.

“Wir sind besser als die Kollegen von der CSI in Amerika, aber schlechter finanziert!” sagt Dr. Cornelius Courts, der 2016 den Preis für den “Prof of the Night” in Kiel gewann

Wer mehr über ihn und dieses spannende Thema erfahren möchte, kann seinen Blog http://scienceblogs.de/bloodnacid/ besuchen.

Sehen und sprechen kann man ihn in Bad Oldesloe am Donnerstag, den 23. Mai; um 20 Uhr im Bürgerhaus in der Mühlenstraße 22. Eintritt 5 Euro (Schüler und Studenten kommen um 60% billiger in den Genuss des Vortrages). Der Zugang ist barrierefrei möglich.

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