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Bad Oldesloe

Friedens-Kundgebung: Deutschland ist nicht immun gegen Krieg

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Die Kundgebung war bei bestem Spätsommerwetter gut besucht.
Foto: SL

Bad Oldesloe – Gegen Krieg und Rassismus: Am Sonnabend haben auf der Hude in der Oldesloer Fußgängerzone rund 200 Menschen für den Frieden und gegen nationalistische Strömungen demonstriert. Das ist eine steigende Resonanz im Vergleich zu den Vorjahren.

“Es erfüllt mich mit tiefer Besorgnis, was gerade um uns herum passiert”

Die Kundgebung wurde vom “Bündnis gegen Rechts”, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Evangelischen Kirche initiiert.

“Es erfüllt mich mit tiefer Besorgnis, was gerade um uns herum passiert”, sagte Bürgermeister Jörg Lembke. In vielen Ländern gebe es mittlerweile wieder nationalistische Tendenzen. Damit meinte er etwa die Türkei und Großbritannien, das im Begriff ist, aus der europäischen Union auszutreten. Aber auch Deutschland. “Gleichzeitig muss ich erleben, dass sich immer mehr Menschen trauen, gegen das recht auf Asyl zu sprechen”, sagte Lembke.

Am Anfang der Woche gingen Bilder aus Chemnitz um die Welt (siehe eingefügtes Video). Auf dem Chemnitzer Stadtfest war ein Deutsch-Kubaner durch Messerstiche getötet worden. Die mutmaßlichen Täter sitzen mittlerweile in U-Haft. Dass  Tötungsdelikt wurde anschließend von Rechtsradikalen und Hooligans genutzt, um gegen Asylbewerber, Andersdenke und Menschen mit Migrationshintergrund zu hetzen.

Auch Vertreter der in Teilen rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) hatten an der Demonstration teilgenommen.

DGB-Vize: AfD Fall für den Verfassungsschutz

In der aktuellen aufgezeigten Stimmung sieht DGB-Vize Ingo Schlüter Parallelen zu den Anfängen des Nationalsozialismus: ” Das Ende der ersten deutschen Demokratie war auch für uns Gewerkschaften eine herbe Niederlage, weil wir keinen wirksamen Widerstand organisieren konnten.” Schlüter ist überzeugt, dass auch Deutschland im Jahre 2018 nicht immun gegen Krieg sei.

Vor allem in der AfD sieht der Gewerkschafter eine Gefahr für Deutschland: “Die  Afd ist als Gesamtpartei nicht gewillt,aus der Nazizeit zu lernen. Und sowas kann man nicht wählen, auch nicht aus Protest. Sie muss raus aus unseren Parlamenten. Es wurde zum Beispiel gerade gesagt – O-Ton – dass Journalisten aufpassen müssen. Sie werden nach einer Revolution die Ersten sein, die aus den Funkhäusern auf die Straße gezerrt werden.”

Wenn eine Partei Journalisten so “warnt”,  dann sei sie ein Fall für den Verfassungsschutz.

Pastor: “Schweigende Mehrheit muss sich auflehnen”

Pastor Pfau stört sich daran, dass immer wieder auch die Kirche und Religion für die Durchsetzung politischer Interessen genutzt wird. ” Wer mit dem Kreuz hausieren geht und für seine Zwecke missbraucht, stößt auf meinen Widerstand” , sagte der Geistliche. ” Es wird entscheidend sein, dass die schweigende Mehrheit sich auflehnt und sich den Hetzern entgegenstellt. Egal wie viele Kreuze sie tragen werden.”

Stefan Schmidt: “Seebrücke statt Seehofer”.
Foto: SL

Ein weiterer Gastredner war der  Kaptain Stefan Schmidt. Der Flüchtlingsbeauftragte Schleswig-Holsteins wurde durch die Rettung von 37 Flüchtlingen aus Seenot mit dem Schiff Cap Anamur im Jahr 2004 bekannt: “Wir sollten mal anfangen Menschen zu schützen und nicht Grenzen. Das ist nämlich das, was gerade passiert.”

Organisiert wurde die Kundgebung von Walter Albrecht, Bündnis gegen Rechts: “Wir dürfen es niemals zulassen, dem braunen Gesindel die Meinungshoheit in unserem Land zu überlassen.”

Für etwas Frust und Unerständnis sorgte am Rande der Kundgebung, dass die evangelische Kirche – obwohl an der Organisation der Kundgebung beteiligt – Teilnehmern und Organisatoren das Parken vor der Peter-Paul-Kirche untersagte und sie wegschickte.  Das Problem war wohl, dass die Parkplätze für einen Gottesdienst frei gehalten werden sollten und man davon ausging mit der “Kundgebung nichts zu tun” zu haben .  Mehrere Teilnehmer kamen daher zu spät zur Kundgebung, da es schwer war Parkplätze zu finden. “Das ist mindestens unglücklich. Darüber werden wir auch reden. Zum gemeinsam an einem Strang ziehen, gehört da auch etwas mehr Verständnis”, so Albrecht.

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Bad Oldesloe

Jürgen Heins neuer Präsident des Lions Club Stormarn

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Bad Oldesloe – Jürgen Heins (56) ist von den Mitgliedern des Lions Clubs Stormarn zum Präsidenten gewählt worden und hat sein Amt am 24. Juni 2020 angetreten. Er folgt damit dem bisherigen Präsidenten Walter Gyhr.

Der bisherige Präsident Walter Gyhr (rechts) übergibt die Präsidentennadel an den neuen Präsidenten Jürgen Heins. Foto: Lions Club Stormarn

Der Lions Club Stormarn besteht seit mehr als 50 Jahren und gehört in Schleswig-Holstein zu den traditionsreichsten und mit einem Spendenaufkommen von weit über einer Million EURO auch zu den erfolgreichsten Clubs. Er ist Teil der internationalen Lions-Organisation, die sich der Unterstützung Bedürftiger verschrieben hat und aktiv für die bürgerliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Gesellschaft und die Förderung der Völkerverständigung eintritt. Weltweit ist Lions International in über 200 Ländern mit rd. 1,4 Millionen Mitgliedern vertreten. In Deutschland gibt es etwa 1.500 Clubs mit rd. 50.000 Mitgliedern.

Mitglied im Lions Club Stormarn ist Jürgen Heins seit 2013. Er hat seitdem verschiedene Funktionen im Club und im Vorstand ausgeübt.

Jürgen Heins ist Diplom-Ingenieur und arbeitet bei einem renommierten Pumpenhersteller in Hamburg als Business Development Manager. Er wohnt mit seiner Ehefrau Susanne und den beiden Töchtern Helene (20) und Henriette (15) seit 2003 in Bargteheide. Sein Hobby ist das Fliegen. Als Inhaber einer Privatpilotenlizenz geht er in seiner Freizeit gern in die Luft.

Jürgen Heins: „Ich übernehme das Amt des Präsidenten im Lions Club Stormarn sehr gern, weil in unserem Club die Lions – Idee, in freundschaftlichem Miteinander für die Unterstützung Hilfsbedürftiger und für die Förderung begabter Jugendlicher zu arbeiten, vorbildlich gelebt wird. Mit dem Schwerpunkt des Lions Club Stormarn, Kindern und Jugendlichen im Kreis Stormarn zu helfen, kann ich mich besonders gut identifizieren.“

Das Lions-Benefizkonzert Rock am Schloss in Blumendorf war für den 15. August 2020 geplant und musste wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden. Das trifft den Lions Club Stormarn und den neuen Präsidenten, der bei der Planung und Organisation des populären Konzerts engagiert mitgewirkt hat, besonders hart.

„Mit Rock am Schloss in Blumendorf spielt der Lions Club Stormarn einen Großteil der Mittel ein, die wir für unsere Unterstützungsleistungen im sozialen Bereich verwenden. Der gemeinsame Einsatz bei Rock am Schloss für den guten Zweck hat zudem auch unsere Clubgemeinschaft weiter gefestigt. Dass Rock am Schloss ausfällt, ist ein herber Schlag, weil damit auch wichtige Einnahmen fehlen.

Mir kommt es in der Zeit meiner Präsidentschaft darauf an, auch in dieser schwierigen Zeit trotz beschränkter Kontaktmöglichkeiten die enge Verbundenheit aller Mitglieder und das gemeinsame Engagement für die gute Sache zu erhalten, und dies auch im Rahmen virtueller Treffen.“

Auch wenn die schwierigen Zeiten präzise Planungen erschwerten, werde der Lions Club Stormarn weiterhin dafür arbeiten, dass denen, die im Kreis Stormarn unter den Folgen der Coronakrise besonders zu leiden haben, geholfen werde.

Jürgen Heins abschließend: „Die aktuelle Lage bringt besondere Herausforderungen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir mit der stabilen Gemeinschaft des Lions Club Stormarn auch in dieser Zeit unsere Ziele erreichen, in unserem Heimatkreis Stormarn und auch darüber hinaus Probleme in unserer Gesellschaft dort abzumildern, wo staatliche Hilfe fehlt. Und weil wir optimistisch sind, planen wir bereits jetzt für Rock am Schloss 2021.“

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Anwohner in Angst vor Rasern in der 30 Zone

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30-Zone Theodor Storm Straße Foto: SL

Bad Oldesloe – Eigentlich ist die Theodor-Storm-Straße in Bad Oldesloe eine 30-Zone. Doch laut Anwohnern halten sich immer mehr Autofahrer nicht an diese Regelung. Teilweise werde deutlich schneller gefahren.

In der Stadtverodnetenversammlung trugen sie entsprechende Sorgen vor. Neben der Angst um die Gesundheit von Radfahrern und Fußgängern käme auch Ärger über Beschädigungen an geparkten Fahrzeugen hinzu.

So würden bei der Raserei zum Beispiel Außenspiegel abgefahren. Die Frage sei, ob erst etwas Schlimmes passieren müsse, bis die Politik und die Verwaltung einschreiten.

Bürgermeister Jörg Lembke betonte, dass er bereits nach der letzten Beschwerde über das Fahrverhalten in der 30-Zone mit der Polizei Rücksprache gehalten habe. Diese habe auch eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt. Diese habe aber keine besonders alarmierenden oder im Vergleich ungewöhnlichen Ergebnisse gezeigt.

Leider sei es so, dass solch “individuelles Fehlverhalten” ihm ständig auch in anderen Ortsteilen beschrieben werde. Es sei generell in der Theodor-Storm-Straße so, dass dort allerdings kein Unfallschwerpunkt oder ähnliches sei.

Die Anwohner kritisierten, dass die Geschwindigkeitsmessung zwar stattgefunden habe, aber zu einer Uhrzeit in der die Straße nicht so stark befahren sei und bei Regen, als weniger Verkehr herrschte.

Der Bürgermeister versprach, das Thema im Auge zu behalten.

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Bad Oldesloe

Stadtverordnete gegen Rechtsruck und Verrohung: “Bad Oldesloe ist eine bunte, weltoffene Stadt”

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Internationale Begegnungen Symbolfoto: Riccadro Piccinini/shutterstock

Bad Oldesloe – Nach dem wiederholten Auftreten von rechtspopulistischen und rechtsextremen Stickern in der Kreisstadt, haben die Stadtverordneten in einem Statement klargestellt, dass solche Tendenzen in Bad Oldesloe nicht toleriert werden. 30 von 31 Stadtverordneten stimmten für das Statement in der folgenden Form. Nur ein FBO-Mitglied enthielt sich bei der Zustimmung.

“Viele Bürgerinnen und Bürger, die über 200 Vereine und Organisationen leben diese Vielfalt in ihrer täglichen Arbeit und tragen durch ihr unermüdliches Engagement zum friedlichen Zusammenleben unserer Kreisstadt bei. Dabei besteht für die Politik die besondere Verantwortung, weiterhin aktiv für eine pluralistische Stadtgemeinschaft einzutreten, indem wir diejenigen Werte beschützen, die uns als demokratische, tolerante und offene Gesellschaft auszeichnen.

In den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Jahre sind Grundgesetz verachtende Tendenzen feststellbar und ein gefährlicher Rechtsruck zu beobachten.

Dieser nimmt zunehmend menschenverachtende Züge an und äußert sich in der Zunahme gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Sachbeschädigung und der Verbreitung von Hass anstelle von Toleranz. Dieses Verhalten gefährdet nachhaltig unsere Demokratie!

Daraus ergibt sich für alle demokratischen Kräfte die Verpflichtung, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und bunte Farbe zu bekennen.

Im Geiste des gegenseitigen Respekts setzen wir uns als Bad Oldesloer Stadtverordnete durch konsequentes Eintreten für gleiche Rechte aller Teile der Bevölkerung für ein solidarisches Zusammenleben in Bad Oldesloe ein. Wir fördern den friedlichen Dialog zwischen unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft und tragen so zu einem respektvollen und toleranten Miteinander bei.

Wir sehen Diversität als Bereicherung unserer Stadtgemeinschaft an und pflegen somit einen positiven Umgang mit Vielfalt und einer offenen und pluralistischen Kultur.

Um das Zusammenleben in unserer städtischen Gemeinschaft zu schützen und zu pflegen, positionieren wir Stadtverordnete uns deutlich gegen Diskriminierung und Intoleranz.

Niemand darf insbesondere aufgrund der sozialen oder ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der geistigen, psychischen oder körperlichen Fähigkeiten, des Alters, der sexuellen und geschlechtlichen Identität, der Religion oder der Weltanschauung herabgewürdigt oder ausgegrenzt werden.

Die Lösung von Konflikten innerhalb der Gesellschaft kann nur gewaltfrei und durch Kommunikation erfolgen.

Gleichwohl ist unsere Bereitschaft zum Dialog und damit unsere Toleranz nicht grenzenlos. Sie hört dort auf, wo sich Einzelne, Gruppen, weltliche wie religiöse Institutionen in ihren Strukturen, in ihrer Haltung und ihrem Handeln gegen die Werte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung sowie die Werte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte richten.

Wir sind im Hinblick auf die von uns vertretenen Werte kompromisslos und tolerieren keinerlei Form von Hass, Gewalt und Ausgrenzung-egal woher diese kommt.”

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