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Kultur

Gegen das Vergessen: Fotodokumentation „Weltgeschichte vor der Haustür“

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Die Autoren Heike & Hartwig Fischer bedanken sich bei Kai Schubert und Jan-Hendrik Blassew, beide Raiffeisenbank Südstormarn Mölln, für die Unterstützung. Foto: hfr

Mölln – Unter der Thematik „Gegen das Vergessen“ zeigt die Fotodokumentation an zahlreichen Beispielen, wie die DDR-Grenzsperranlagen zwischen Mecklenburg und Schleswig-Holstein ausgesehen haben. Die Autorenehepaar Fischer schildert ferner anhand von zahlreichen Bildern, mit welcher unbeschreiblichen Begeisterung die Bevölkerung im Lauenburgischen und im Mecklenburgischen die Öffnung der Grenzen von Lübeck bis Lauenburg begrüßt hat. Kein Zeitzeuge der Grenzöffnungen wird je in seinem Leben diese Ereignisse vergessen, als sich Weltgeschichte unmittelbar vor der Haustür abspielte. Jan-Hendrik Blassew, Bereichsleiter Firmenkundenbetreuung der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln freut sich: „Als Geschichtslehrer hat Hartwig Fischer mich bereits zum Abitur begleitet. Als er mir dann von dem Buch erzählte, wollte ich auf jeden Fall Schützenhilfe leisten“.

Über 800 Fotos hat Heike Fischer, die lange Zeit als Redakteurin in Ratzeburg tätig war, im Laufe der Jahre geschossen. „Die 4. Auflage des Buches wurde um 30 Seiten erweitert, so dass inzwischen immerhin ca. 450 Fotos Platz finden“ erzählt sie im Gespräch. Unter der Thematik „damals – Heute“ verdeutlichen die Autoren mit vergleichenden Bildern, wie markante Grenzpunkte zwischen dem Lauenburgischen und dem Mecklenburgischen vor knapp 30 Jahren ausgesehen haben und wie stark sich die Landschaft bis heute verändert hat. „Dies ist eine Dokumentation der Gegend, die einzigartig ist und zu der es kein ebenbürtiges Material gibt“, sagt Kai Schubert, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln.

Der historische Hintergrund zur Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist in verschiedenen Kapiteln zur Erläuterung in die Bilddokumentation eingebettet. Der Leser erhält wichtige Informationen zum Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 und zu Ulbrichts bekannten Satz „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Fischers erläutern den Schießbefehl für die DDR-Grenzsoldaten und schildern unter der Überschrift „Schabowskis Zettel“ wichtige Hintergründe zur legendären Pressekonferenz des SED-Politbüromitglieds Schabowski am 9. November 1989 und zur historischen abendlichen Tagesschau-Sendung des ARD-Moderators H.-J. Friedrichs.

„Die Natur hat sich alles wiedergeholt, auf grünen Wiesen mit Kühen findet man heute gelegentlich noch das Fundament eines Grenzturmes“, so das Ehepaar, das mit Schülergruppen geführte Wanderungen entlang der ehemaligen Grenze macht. Ihre Zielsetzung ist –nicht nur für die jüngere Generation, die die monströsen Grenzsperranlagen nicht aus eigener Anschauung kennt- einen tiefen Einblick in authentisches Geschichtsbewusstsein zu vermitteln.

Die Herausgabe der 4. Auflage konnte mit großzügiger finanzieller Unterstützung durch die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln erscheinen. „ Als regional verwurzelte Bank ist es für uns selbstverständlich, Projekte aus dem Umkreis zu unterstützen. Dieses sticht hervor, da es nachhaltig ist und Spuren hinterlässt“, so Schubert. Da es für den Bereich kein vergleichbares Geschichtswerk gibt, wird die Fotodokumentation bereits im Geschichtsunterricht verschiedener Schulen eingesetzt.

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Bad Oldesloe

Umstrittenes “Late-Night-Shopping”: Mehr Frust als Freude

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“Wo ist hier was los?” – das Late Night Shopping enttäuschte.
Foto: SL

Bad Oldesloe – Sie hatten es geahnt und behalten am Ende wohl Recht. Zahlreiche Oldesloer Geschäftsleute und die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe hatten Befürchtungen geäußert, dass das sehr kurzfristig von dem in der Kreisstadt bisher als Entertainer und Veranstalter noch komplett unbekannten Joe Berneau organisierte “Late Night Shopping” falsche Erwartungen wecken würde, die nur zu Enttäuschungen führen könnten. Wir haben uns am Sonnabend vor Ort umgeschaut und trafen in der Innenstadt: fast niemanden.

Und tatsächlich interessierte sich am Sonnabend kaum jemand für das Event, das zusätzlich mit Problemen zu kämpfen hatte. Wer durch den größten Bereich der Fußgängerzone ging, wäre von sich aus nicht auf die Idee gekommen, dass gerade ein “Late Night Shopping” stattfindet. Ungefähr gefühlt 80 % der Geschäfte hatten bereits um 18 Uhr geschlossen, einige wenige hatten sowieso ganz natürlich nach Plan noch auf und ungefähr 10 Prozent  beteiligten sich aktiv am Late-Night-Shopping. Oder besser, sie versuchten es. Bei manchen bereitete das aber mehr Frust als Freude.

Vor McGeiz musste das sichtlich geknichte Personal Kunden erklären, warum bei Ihnen der Spaß schon früh beendet war.  “Es kam jemand her, baute einen Tisch auf, gab zehn Sekunden Autogramme – aber ihn kannte man ja nicht – und dann war es schon vorbei”, sagt ein Mitarbeiter. “Das ist alles Zeitverschwendung. Wir stehen hier mit unserem Personal. Kunden sind keine da und es wurden auch keine angelockt durch die Aktion. Wir haben tatsächlich dafür sogar bezahlt, dass wir dabei sein können. Die Gegenleistung war quasi null. Da fühlt man sich doch veralbert. Alles was wir bekommen haben, ist eigentlich ein Plakat. Ich würde am liebsten direkt Feierabend machen. Wir würden nie mehr bei so etwas mitmachen”, sagt er.

Damit traf er den Kern der Befürchtungen der Wirtschaftsvereinigung und anderer Veranstalter aus der Kreisstadt. Nämlich die, dass Enttäuschung und Frust dazu führen, dass Geschäfte sich auch gegenüber anderen Veranstaltungen sperren und Frust aufkommt. Insgesamt sorgte die Aktion laut der Kritiker schon dafür, dass die Stimmung untereinander sich eher verschlechterte als verbesserte.

Vor dem Mocca – in dem gerade “Big Harry” auftrat – traf man Stammgäste. “Ist ja leerer als sonst an einem Sonnabend”, stellten sie fest. Allerdings freuten sie sich über Livemusik. “Warum nicht mal? Ist eine nette Idee, aber dafür braucht man kein Late night shopping”, fügte die Begleitung an.  Dem Musiker war auch kein Vorwurf zu machen. Er mühte sich in unterschiedlichen Locations, das beste aus der Situation zu machen. Musik in Geschäften ist allerdings nun auch keine neue Idee – wie die enorm erfolgreiche Ahrensburger “Musiknacht” – die auch bereits ein mal in Bad Oldesloe stattfand . Mehr Musik in Geschäften, mit mehr Vorbereitung – das kann ja für manche Formate eine Bereicherung sein. Dafür braucht es kein “Late night shopping”. 

Kein großer Andrang. “Big Harry” trat im Mocca auf.

Wie der bühnenerfahrene “Big Harry” versuchte auch der Oldesloer Nachwuchsschlagersänger Matthias Eike alles zu geben. Vor einigen wenigen Besuchern sang er bei “Waffel-Time”. beim “Kinderreigen” und im “Mocca”.  Richtig glücklich war er mit der Gesamtorganisation aber im Endeffekt auch nicht. Seinen letzten Auftritt musste er später in einer der Locations abbrechen, weil die Technik nicht mitspielte. “Man ist eine Erfahrung reicher”, sagte er.

Gänzlich fehlte die angekündigte “Frl. Menke”, die laut Berneau “kurzfristig” absagte. Da es aber keine ausgehängten Spielpläne oder Flyer gab, wer wann wo auftreten würde, suchten einige wenige NDW-Fans nach ihr. Enttäuscht fuhren sie wieder Richtung Hamburg, als sie erfuhren, dass Menke gar nicht mit dabei sein würde. “Wir hatten gelesen, die Läden sollten feierlich angestrahlt werden. Davon haben wir ehrlich gesagt, nichts gesehen”

“Stell dir vor es ist Late Night Shopping – aber keinen interessiert es”. Die Hindenburgstraße um am Eventtag um 18 Uhr.

 

Zur Belebung der Innenstadt trug die Aktion nicht bei. Denn die wenigen interessierten Passanten schauten verwundert durch Schaufenster geschlossener Geschäfte oder rüttelten sogar an Türen. “Stell dir vor es ist Late night shopping – aber keinen interessiert es und das auch noch Zurecht, wenn man das hier sieht”, übte sich Astrid Kowalik in Ironie. Sie war aus der Nähe von Ahrensburg nach Bad Oldesloe gekommen, um sich selbst ein Bild von der Aktion zu machen. “Wir sind Schlagerfans, aber das ist hier tatsächlich ein Witz, was geboten wird”, sagten sie. “Es ist teilweise so leer in den wenigen Veranstaltungsorten, dass man schon abgeschreckt wird. In einem Restaurant wirkte es eher so, als sei das Musik zu einer privaten Feier. Es waren eh durch Weihnachtsfeiern alle Plätze belegt. Einfach zuschauen, konnte man da nicht”, führt sie weiter aus.

Gähnend leer lagen die Besttorstraße und große Teile der Hindenburgstraße ab 18 Uhr vor den wenigen Passanten. Wie echte Belebung der Innenstadt zur Weihnachtszeit aussehen kann, wenn sie gut geplant und stimmungsvoll durchgeführt ist, zeigte sich zeitgleich in der hinteren Mühlenstraße, wo die bekannte Oldesloer Sängerin Gabi Liedtke auf dem Weihnachtsmarkt von Sebastian Hagen ihr Adventskonzert gab und das vor einem begeisterten Publikum. Sie lockte dabei mehr Besucher an, als das gesamte “Late Night Shopping”-Programm. 

 

 

 

 

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Bad Oldesloe

Oldesloer Weihnachtsmarkt: Wichteln mit dem Wir-Verein, singen mit Gabi Liedtke

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Gute Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt
Foto: SL

Bad Oldesloe – Der kleine Oldesloer Weihnachtsmarkt erfreute sich am Samstagabend großer Beliebtheit. Vor allem das erneut gelungene Weihnachts-Konzert mit Gabi Liedtke – das in den vergangenen Jahren auf dem 2018 nicht stattfindenden Mühlradweihnachtsmarkt über die Bühne gegangen war – überzeugte mit stimmungsvoller Atmosphäre.

Liedtke sang mit zahlreichen Fans gemeinsam Weihnachtslieder und präsentierte weitere Songs. Die bekannte Sängerin aus der Kreisstadt sorgte für Weihnachts-Feeling in der Mühlenstraße. Der kleine Markt mit einigen Buden findet dort erst zum zweiten Mal statt. 

Gabi Liedtke trat auf dem Oldesloer Weihnachtsmarkt auf
Foto: SL

Der Samstagabend zeigte in der Mühlenstraße wie eine echte Attraktivierung mit Veranstaltungen in der Fußgängerzone im Advent aussehen kann. Am Nachmittag hatte der Verein “Wir für Bad Oldesloe” bereits zum gemeinsamen “wichteln” eingeladen. Eine schöne, noch junge Tradition in der Kreisstadt.

Ob der Mühlenstraßen-Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr wieder stattfindet und wie es mit dem Mühlradweihnachtsmark aussieht, der 2018 nun ausfiel, ist übrigens noch nicht final geklärt, war zu erfahren. Aber sicherlich werden die Traditionen: Wichteln und Adventskonzert mit Gabi Liedtke auch 2019 eine Fortsetzung finden.  

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Kultur

Treffen der Generationen: Kinderchor singt im Seniorenzentrum

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Foto: Lorberg/Bargteheider Stadtmusikanten/hfr

Bargteheide – Hier trafen Generationen in einem besonderen Rahmen aufeinander. Für die Kinder ist die Adventszeit eine Zeit des ungeduldigen Wartens auf den Weihnachtsmann und für die Bewohner des Seniorenzentrums Bargteheide eine Zeit der Vorfreude auf den Besuch des Chors der Carl-Orff-Schule, der sich dort traditionell in der Vorweihnachtszeit einfindet,um altbekannte Weihnachtslieder und Lieder aus aller Welt zu Gehör zu bringen.

Am 13. Dezember erklangen auch in diesem Jahr wieder Lieder wie: „O Tannenbaum, „Schneeflöckchen“, Ihr Kinderlein kommet“, „Zumba, zumba“ und viele andere Weihnachts- und Winterlieder, einstudiert und geleitet von Stefanie Steinbuck..

Mit ihren Darbietungen verbreiteten die kleinen Sänger eine festliche Weihnachtsstimmung und auch den Senioren manch verstohlene Träne der Rührung entlockte.

Für Alt und Jung war dieser Adventsbesuch im Seniorenzentrum nach eigener Aussage wieder eine große Freude, ein Wiederkommen mit fröhlichen Liedern im Sommer ist schon fest eingeplant.

Hintergrundinfo:

Die Carl-Orff-Schule ist Mitglied im Netzwerk Bargteheider Stadtmusikanaten und beweist mit solchen Aktivitäten eindrucksvoll, wie viel Freude Musik den Musizierenden selbst und auch den Zuhörern macht und daß Musik ein Geschenk für alle ist.

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