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Politik und Gesellschaft

Müllentsorgungsärger: Kritik an AWSH wird immer lauter

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Foto: SL

Bad Oldesloe – Im ganzen Kreis quillt Müll aus nicht abgeholten Mülleimern. Und während die Wut auf die AWSH und ihre offenbare Unfähigkeit die aktuellen Entsorgungsengpässe in den Griff zu bekommen bei den Bürgern täglich wächst und die Frage aufkommt, ob die AWSH eigentlich noch in der Lage ist, die Abfallentsorgung zu gewährleisten oder ob bald andere Unternehmen zum Zuge kommen sollten, nimmt sich auch der Umweltausschuss des Kreises nun des Themas an.

Viele Bürger haben bereits erklärt, nicht die vollen Müllentsorgungsgebühren zahlen zu wollen, da die AWSH seit längerer Zeit nicht ihren Aufgaben nachkomme. Auch die Informationspolitik der AWSH wird immer häufiger scharf kritisiert. Das Unternehmen scheint  überfordert mit der Situation und hat schon einen schweren Imageschaden erlitten. Das Vertrauen schwindet.

Hartmann
Foto: SPD

„Die Bürgerinnen und Bürger des Kreises haben ein Recht darauf, ausführlich über die Situation informiert zu werden, und erwarten von der AWSH eine bessere Informationspolitik“, so der Sprecher Heinz Hartmann (SPD). „Das bedingt auch, dass die einzelnen Gemeinden über die Verzögerung, zum Beispiel. wie viel Tage, ausführlich informiert werden“, führt er weiter aus..

Zudem sei es notwendig auch mittel- und langfristige Perspektiven ins Auge zu fassen, damit die Menschen in Stormarn sich wieder auf die Müllabfuhr verlassen können.

Wegen der aktuellen Situation bei der Abfallentsorgung, insbesondere der Bio- und Restmüllentsorgung, hat der umweltpolitische Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Heinz Hartmann eine Sondersitzung des Umweltausschusses beantragt, der am kommenden Mittwoch um 17.15 Uhr tagen soll.

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Politik und Gesellschaft

Die verschickten Kinder: “Trauriges Kapitel kollektiven Versagens”

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Kiel – In seiner Sitzung am 23. Januar hat sich der schleswig-holsteinische Landtag auf Initiative der SPD-Fraktion mit den schrecklichen Geschehnissen bei „Kinderkuren“ in den 1950er bis 1980er Jahren befasst.

Tobias von Pein (SPD). Foto: SPD

Ende 2019 hatten sich Betroffene erstmals zusammengefunden und die Politik aufgefordert, sich an der Aufarbeitung zu beteiligen.

In Kurheimen in Deutschland kam es in den 1950er bis 1980er Jahren zu Misshandlungen, Missbrauch, Gewalt, Demütigung und Erniedrigung von Kindern, die in diesen Einrichtungen eigentlich Erholung finden sollten. Die Zahl der Betroffenen ist nicht bekannt.

Nach einer Recherche von Report Mainz könnten über 1,6 Millionen Kinder betroffen sein.

Tobias von Pein, kinderpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sagt dazu: „Wir reden heute über ein weiteres trauriges Kapitel kollektiven Versagens. Wieder waren Kinder betroffen, wieder waren Erwachsene willentlich und wissentlich an Missbrauch und Demütigung beteiligt. Kinder waren schutzlos ausgeliefert und mussten Dinge erleben, die sie bis ins hohe Alter und ins hier und jetzt mit sich herumtragen.“ Er ergänzt: „Deshalb geht es uns darum, einen Beitrag bei der zur Aufklärung dieses Leids zu leisten. Ich freue mich, dass wir heute mit breiter Mehrheit einen entsprechenden Beschluss gefasst haben und die Aufarbeitung unterstützen.“

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Politik und Gesellschaft

ADAC sieht die Forderung einer “autofreien Hamburger Innenstadt” kritisch

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Foto: Chatchai-Kritsetsakul/Shutterstock

Hamburg – Kann die Hamburger Innenstadt bald komplett PKW- und LKW-frei sein? Das zumindest forder eine neue Volksinitiative fordert ein komplettes Fahrverbot in der Hamburger Innenstadt.

Der ADAC teilt in einem Statement mit, man befürwortee eine Reduzierung des innerstädtischen Autoverkehrs, warne jedoch vor populistischen Forderungen.

In Hamburg herrsche ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass die Mobilität in Hamburg Anbetracht verstopfter Straßen und Klimakrise sich ändern muss, so der ADAC Hansa e.V.

Die Wahlprogramme nahezu aller Parteien sehen u.a. eine Förderung des Radverkehrs sowie den massiven Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) vor. Ziel ist es, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs weiter zurück zu drängen.

“Auch der ADAC hat sich vom Autofahrer-Verein zu einem Mobilitätsclub gewandelt, der die Interessen aller Verkehrsteilnehmer im Blick hat”, erklärt Ingo Meyer, Vorstandsvorsitzender des ADAC Hansa. Nicht umsonst würden in der Stadt mit dem ADAC-Logo versehehen S-Bahnen für den Umstieg werben.

Doch die Forderungen der neuen Volksinitiative “Klimawende jetzt – Autos raus aus der Hamburger Innenstadt” kann Meyer nicht unterstützen. Nach Plänen der Initiatoren sollen flächendeckende Fahrverbote auch wichtige Verkehrsrouten betreffen.

“Auf der Willy-Brandt Straße oder Lombardsbrücke sind täglich über 60.000 PKW und LKW unterwegs. Die können nicht von heute auf morgen einfach verschwinden”, gibt der Vorstandsvorsitzende zu bedenken.

Meyer verweist dabei auf die Zahlen: “In Hamburg werden jeden Tag über 38 Millionen Personenkilometer mit dem Auto zurückgelegt. Der öffentliche Nahverkehr schafft rund 26 Millionen Personenkilometer während mit dem Fahrrad 3,4 Millionen Personenkilometer zurückgelegt werden. Wie wollen wir in Anbetracht überfüllter S-Bahnen und überlasteter Buslinien das Auto so schnell ersetzen? Wie sollen die Menschen weiter in die Stadt, zu ihrer Arbeitsstelle kommen?”

Auch wenn die Antwort für viele unbefriedigend ist, so brauchen Veränderungen in der Verkehrspolitik ihre Zeit – selbst wenn die Weichen hierzu bereits gestellt sind. Radwege müssen geplant und umgesetzt werden, neue U- und S-Bahnlinien brauchen jahrelange Vorlaufzeiten.

Eine vollständige Sperrung der Innenstadt hätte daher fatale Folgen. “Nicht umsetzbare Forderungen gefährden den gesellschaftlichen Konsens und nützen letztlich nur den Populisten.”

Auch wenn in der Innenstadt der ÖPNV gut ausgebaut sei und man viele Wege auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen könne, so müsse man doch alle Hamburger im Blick haben. “Im Umland bleibt das Auto für viele vorerst unverzichtbar, um Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bekommen.”

Das bedeute jedoch nicht, dass der Status quo unantastbar sei. Auch Umwidmungen von einzelnen Straßen sind heute schon möglich. “Doch sie müssen in ein Gesamtkonzept eingebettet sein und die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen wie Anwohner und Gewerbetreibende im Blick behalten”, erklärt Meyer.

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Kreis Steinburg

Wenn Hundehalter komplett durchdrehen: Weidezäune der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein durchtrennt

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Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Itzehoe – Unglaublicher Vorfall südlich von Itzehoe. In Wäldern und in Naturschutzgebieten müssen in Schleswig-Holstein Hunde angeleint werden und dürfen sich nur auf den Wegen bewegen. Es besteht kein Recht auf freien Auslauf. Weil sich gewaltbereite, kriminelle Hundehalter offenbar darüber ärgern, dass eine Freilauffläche für ihre Hunde weggefallen ist, greift eine „IG Hundehalter Itzehoe“ zu Taten, die fassungslos machen.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist bestürzt, heißt es in einem Statement. Denn Unbekannte haben am Montag, 20. Januar, die Drähte des elektrischen Weidezaunes auf der Süderweide im Stiftungsland Nordoe südlich von Itzehoe zum wiederholten Mal zerschnitten.

„Die neue Dimension bei dieser Sachbeschädigung: In der Geschäftsstelle der Stiftung Naturschutz in Molfsee ging am darauffolgenden Tag ein Bekennerschreiben ein. Eine Interessengemeinschaft (IG Hundehalter Itzehoe) bekannte sich zur Tat und forderte die Verlegung der Zauntrasse. Besonders kriminell: Sollte das nicht bis zum Ende des Monats geschehen, würde die IG weitere Maßnahmen – bis hin zur Tötung von Weidetieren – ergreifen“, berichten die entsetzten Naturschützer.

„Ich bin erschüttert und zutiefst beunruhigt, dass sich eine Gruppe schriftlich zur Tat bekannt hat und unverhohlen mit einer weiteren Eskalation der Lage droht“, sagt Sandra Redmann, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und SPD-Landtagsabgeordnete. „Wir haben jetzt Strafanzeige gestellt. Die Kriminalpolizei Itzehoe ermittelt in alle Richtungen.“

Fest steh: Hundehalter  sind verpflichtet, in Naturschutzgebieten ihren Vierbeiner an der Leine zu führen. Ein Recht auf freie Bewegung im Gelände besteht auch in dem betroffenen Gebiet nicht, auch wenn das zu Zeiten, als hier die Bundeswehr noch Eigentümer des dortigen Geländes war, nach Aufgabe des Übungsbetriebes möglich war.

Die Stiftung Naturschutz hat sich bewusst im Sinne des Tierwohls der Rinder und Wildtiere für einen Elektrozaun entschieden. Hunde tragen bei der Berührung keinen Schaden davon, lernen aber schnell, dass sie sich nicht den Zäunen nähern sollten.

„Abgesehen vom materiellen Schaden in Höhe von 2.500 Euro und viel Arbeit habe ich natürlich Angst um meine Tiere, zumal der oder die Bekennerinnen mit der Vergiftung und dem Tod meiner Rinder und Ponys drohen“, sagt Tierhalter Dirk Andresen von Weidelandschaften e.V.. Durch die zerschnittenen Zäune könnten die Tiere zudem ungehindert die Weidelandschaften verlassen und auf angrenzende Straßen laufen. „Da kann es auch leicht zu Personenschäden kommen“

Zum Hintergrund: 2018 haben die Gemeinden die Hauptwege ausgeschildert und gekennzeichnet, um die Besucher auf die zulässigen Wanderrouten hinzuweisen.

Damit ist im Gebiet nun umgesetzt, was von Seiten der Gemeinden, der Unteren Naturschutzbehörde und der Stiftung Naturschutz, beschlossen wurde.

In diesem Zuge sperrte die Stiftung Naturschutz auch die Wege durch die auch unter europäischen Schutz stehenden Weideflächen, um bodenbrütende Vögel, wie Flussregenpfeifer und Heidelerche, und europaweit gefährdeten Amphibienarten zu schützen.

Denn immer wieder kam es zu Störungen durch Besucher, wurden Weidetiere durch hetzende Hunde gefährdet. Mehrfach gab es Risse der Burenziegen. Aber auch dem Hund drohen durch keilende Hufe der Ponies und lange Hörner der Highlands tödliche Gefahren.

Wer sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall hat, melde sich bitte bei der Polizeistelle Wellenkamp, Tel. 04821-6079020, oder der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Tel. 0431-21090101.

Zudem appelliert die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein an die Besucher des Naturschutzgebietes, auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde anzuleinen.

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