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Bad Oldesloe

DaZ-Klasse besucht “Wortholder” Rainer Fehrmann

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Klassensprecherin Yara Tabseh aus Syrien dankt dem Bürgerworthalter Rainer Fehrmann mit einem Frühlings-Blumenstrauß. Foto: hfr

Bad Oldesloe – An der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe lernen Flüchtlinge in DaZ-Klassen („Deutsch als Zweitsprache“) Deutsch. Jetzt haben Schüler den Bürgerworthalter Rainer Fehrmann im Rathaus besucht und sich bei der Gelegenheit über Kommunalpolitik informiert.

Schüler Charanjeet Singh Roshan (17)  aus Afghanistan hat einen Artikel über das Treffen geschrieben, den wir an dieser Stelle veröffentlichen:

“Dass der Bürgerworthalter Rainer Fehrmann sein Wort halten würde und die Klasse ADI 7a am 14. März im Rathaus empfängt, war für so einen Ehrenmann, der über zehn Jahre dieses Ehrenamt hat, selbstverständlich.

Die Bedeutung der außergewöhnlichen Bezeichnung dieses Ehrenamtes wurde uns im Wirtschaft-Politik-Unterricht bereits von unserer Klassenlehrerin Dörte Steinert erklärt. Herr Fehrmann spaßte: „Ich bin einzigartig!“ Nur in Bad Oldesloe nannte man seit früheren Zeiten diesen Chef aller Politiker „Wortholder”. Das ist plattdeutsch und bedeutet „Sprecher”. Herr Fehrmann muss viel in seinem Amt sprechen, denn er leitet die Stadtverordneten-Versammlung und vertritt auch die Stadt, wenn es um Treffen zu besonderen Anlässen geht. Er trifft sich regelmäßig mit den Präsidenten anderer Städte, den Leuten aus den Partnerstädten und auch mit den Chefs von großen Betrieben in Bad Oldesloe.

Unser Schulleiter Kai Aagardt ist ihm daher gut bekannt. Herr Fehrmann freute sich, als bei den Schülermeinungen über unsere Berufsschule nur Gutes kam. Farhan Mohammad Abdulahi lobte: „Unser Schulleiter und alle Lehrer sind nett”.

Herr Fehrmann meinte, dass die Entwicklung der Beruflichen Schule des Kreises Stormarn sehr positiv sei. Weil Bad Oldesloe wächst und jetzt schon über 25.000 Einwohner hat (darunter sind zusammen mit unseren fünf Herkunftsländern 100 Nationen vertreten), braucht auch die Schule mehr Platz. Unsere Schule bekommt einen Anbau. Weil 25.000 Einwohner eine Grenze in der Wahlordnung sei, werden es demnächst 31 statt wie bisher 27 Stadtverordnete sein.

Die Stadtverordneten-Versammlungen sind öffentlich: jeder Bürger darf zuhören und am Anfang eine wichtige Frage stellen.

Die DaZ-Klasse im Stadthaus. Foto: hfr

In der Politik „mitmischen“ – das ist auch für Jugendliche wichtig und möglich. Der Kinder- und Jugend-Beirat in Bad Oldesloe hat schon viel erreicht, berichtete Herr Fehrmann. Dan’el Sokoli stellte mehrere Fragen und sagte, dass ihm das Jugendzentrum und die Sportplätze gut gefallen. Im Jugend-Treff darf man sogar legal Graffiti sprühen. Dass es keine Volleyball-Mannschaft in Bad Oldesloe gibt, findet Ahmad Hashimy schade. Er könnte sich als Trainer melden und das ändern. Farhan Mohammad Abdulahi möchte gerne im Kinder- und Jugend-Beirat mitarbeiten. Er fragte, wo er sich bewerben kann. Freiwillig kann jeder mithelfen und wenn man das Vertrauen hat, wird man vielleicht gewählt.

Gewählt wurde Herr Fehrmann für fünf Jahre; diese Zeit ist dann mit der nächsten Wahl am 6. Mai 2018 vorbei. Aber Herr Fehrmann darf am 4. Juni die neue Sitzung leiten, wenn alle neuen Stadtverordneten zum ersten Mal zusammen kommen.

Überrascht war Herr Fehrmann, wie gut wir nach nur 18 Monaten Deutsch sprechen können und sogar diskutieren. Das sei auffällig, meinte er. Da waren wir stolz.

Mit Stolz und Begeisterung zeigte uns im Anschluss die Stadtmitarbeiterin Frau Agnes Heesch das Rathaus und erklärte vor Ort die Struktur der Verwaltung. Die Ämter haben wir schon im Fach WiPo gelernt. Jetzt wissen wir, wo die Mitarbeiter des Rathauses den Bürgern bei ihren Anliegen helfen. Es arbeiten ungefähr 250 Verwaltungs-Leute für unsere Stadt. Dazu gehören auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sozialamtes. Sie und andere unterstützen uns Flüchtlinge sehr mit ihrer Arbeit. Dafür sind wir dankbar.”

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Umwelt und Klima

Zu wenig, zu spät: “Fridays For Future” kritisiert Stormarner Klimapolitik

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Immer neue Gewerbegebiete und Millionen Euro für Straßen statt für neue Radwege: Hunderte Klima-Aktivisten haben vor und im Stormarner Kreistag am Freitag eine radikalere Klimapolitik gefordert.

Klima-Demonstranten am Oldesloer Bahnhof. Foto: Fischer

“Der Kreis Stormarn leistet einen zu geringen Beitrag für den Klimaschutz!”

Dieser Ansicht ist Nils Bollenbach, Mitbegründer von “Fridays for Future” in Stormarn, der in diesem Jahr für die Grünen im Wahlkreis Stormarn-Mitte kandidiert.

“Wir haben verstanden”, hieß es vor zwei Jahren seitens der Kreispolitik, als die Klimaproteste von “Fridays for Future” immer größer wurden.

Nils Bollenbach: “Ich frage mich wirklich, was die Damen und Herren verstanden haben. Seitdem ist zu wenig passiert.” Deswegen müsse sich jetzt auch die Klimabewegung verändern:

“Wir müssen eventuell radikaler werden.”

Damit meint Bollenbach auch den “Sprung auf eine höhere Ebene”. In die Politik. Deswegen will der Bargteheider in den Bundestag, um aktiv etwas verändern zu können.

Die Klimabewegung ist der Meinung, dass der Kreis Stormarn trotz der Klimaschutzkonzept zu wenig leistet:

“In den letzten zwei Jahren hat der Kreis keinen einzigen neuen Radweg gebaut, stattdessen Millionen Euro in den Bau und die Sanierung von Straßen gesteckt”, kritisiert Fred Grosser (Die Linke).

Seit “Wir haben verstanden” hat sich Stormarn außerdem beim E-Ladesäulen-Ranking um 47 Plätze verschlechtert.

Im bundesweiten Vergleich der Landkreise ist Stormarn mit 93 Ladestationen auf Platz 237.

Landrat Henning Görtz (CDU) kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Wir haben schon viel erreicht.“ Der CO2-Verbrauch von Verwaltungsgebäuden sei um 55 Prozent reduziert worden.

ÖPNV und Radwege sollen attraktiver gemacht werden, Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge weiter ausgebaut werden und „für das IOKI-Modellprojekt etwa haben wir als Kreis Stormarn drei Millionen Euro in drei Jahren in die Hand genommen.“

Auch Gerold Rahmann (Die Grünen), Vorsitzender des Kreisumweltausschusses, gab im Kreistag nach der FFF-Kritik eine Erklärung ab. „Wir haben verstanden. Es ist unser Auftrag, das möglichste zu tun, wir müssen uns kümmern. Aber natürlich wollen einige es schneller als andere und das ist manchmal unbefriedigend.“ Er persönlich glaubt aber nicht daran, dass das 1,5-Grad-Ziel noch eingehalten werden kann.

Die Auswirkungen werden auch in Stormarn zu spüren sein.

Rahmann: „Schon jetzt haben wir hier Grundwasserprobleme. Ich bin überzeugt, dass der Kreis seinen Beitrag leisten wird, um die Krise zu bewältigen. Aber wir müssen schneller werden.“

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Umwelt und Klima

Endlich handeln! Heute ist Klimastreik – auch in Bargteheide und Bad Oldesloe

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Bad Oldesloe/Bargteheide – Seit 2018 wird in Stormarn für den Klimaschutz demonstriert. Nun soll am Freitag, 24. September, wieder eine große Demonstration stattfinden.

Foto: hfr

Die Demo beginnt um 15 Uhr vor dem Kreistagsgebäude in Bad Oldesloe. Bereits um 13:30 Uhr startet vom Bargteheider Utspann-Parkplatz aus eine Fahrraddemo nach Bad Oldesloe.

Der Druck der Fridays for Future-Bewegung führte dazu, dass der Kreis Stormarn sich 2019 auf das von den Aktivisten geforderte 1,5-Grad Ziel verständigt hat.

Jetzt muss der Kreis seinen nötigen Beitrag leisten, um die Erderhitzung auf 1,5-Grad zu beschränken.

Die Demonstranten kritisieren, dass für dieses Ziel noch lange nicht genug getan wird. Und das, nachdem auch das Bundesverfassungsgericht die Politik zum Handeln verpflichtet hat.

Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl sagt Josephine Strehmel, Sprecherin der FFF-Bewegung:

„Wir haben keine Zeit mehr, zu diskutieren. Die Politik kennt seit Jahren die Herausforderungen des Klimaschutzes. Das demonstrieren hat uns dahin gebracht, wo wir heute sind. Wenn dennoch nichts passiert, muss halt eine neue Politik her!“

Diesen Schritt versuchen aktuell Jakob Blasel, der in Rendsburg-Eckernförde für die Grünen kandidiert und mit Listenplatz 8 eine realistische Chance hat, in den nächsten Bundestag einzuziehen, und Nils Bollenbach, Direktkandidat für den Wahlkreis Segeberg – Stormarn-Mitte.

Bollenbach hat die FFF-Bewegung Stormarn 2018 gegründet und ist bis heute aktiv.

„Alle reden inzwischen über den Klimaschutz, aber keiner macht etwas. Unser Druckmittel war das Schulschwänzen, aber schon damals standen die Klassenzimmer nie wirklich leer. Diese Bundestagswahl ist so entscheidend. Fridays for Future braucht nach der Bundestagswahl eine Neuausrichtung, sollte es wieder zu einer Regierung kommen, die an völlig verspäteten Zielen festhält. Demonstrieren reicht dann nicht mehr aus. Entweder wird unsere Bewegung radikaler, um die Politik endlich zu mehr Klimaschutz zu bewegen, oder wir machen die nötige Politik selber, indem wir eine starke Kraft im Bundestag werden.“

Josephine Strehmel lacht und ergänzt dazu: „Eigentlich machen wir schon die ganze Zeit die Arbeit der Politiker. Sie hätten die Klimakrise längst ernstnehmen und bekämpfen sollen. Jahrelang ist nichts passiert. Da ist es kein Wunder, dass wir jetzt selbst aktiv werden.“

„Wie dringend es ist, jetzt zu handeln, sehen wir an den verheerenden Überschwemmungen im Ahrtal“, erklärt Bollenbach und führt weiter aus:

„In Kürze werden wir Kipppunkte erreichen und dann haben wir gar keine Chance mehr. Das hat der gerade veröffentlichte IPCC Bericht sehr deutlich gemacht. Die jetzt zu wählende Bundesregierung wird die letzte sein, die eine realistische Chance hat, etwas gegen die Klimakrise zu tun.“

Vom Meckern zum Mitbestimmen, das ist das neue Motto der Stormarner FFF-Bewegung.

Die Aktivisten begrüßen deshalb die Initiative „German Zero“, die gerade in Bargteheide einen Bürger*innenentscheid zum Klimaschutz anstrebt. Josephine Strehmel sagt dazu:

„Genau darum geht es. Man muss ja gar nicht in einer Partei aktiv werden. In unserer Demokratie haben wir als Bürger*innen genug Macht. Mit unserer Stimme bei der Wahl am Sonntag, aber auch, indem wir uns kontinuierlich in die Politik einmischen. Die Sitzungen der politischen Gremien sind ja alle öffentlich.“

Für den Kreis Stormarn geht es den Aktivisten vor allem um mehr Tempo beim Erreichen der Klimaneutralität und darum, die gemachten Versprechen zu halten. „Das 2019 beschlossene Ziel, im Kreis Stormarn die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, ist längst überholt!“, sagt Josephine Strehmel.

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Bad Oldesloe

Frontal-Crash in Bad Oldesloe: Frau muss von Feuerwehr aus Auto befreit werden

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Bad Oldesloe – Ein Autofahrer (52) ist in Bad Oldesloe mit seinem Opel Zafira in den Gegenverkehr geraten und mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen.

Feuerwehr im Einsatz Symbolfoto: SL

Der Crash ereignete sich am 21. September gegen14.20 Uhr in der Lorentzenstraße.

Nach aktuellem Erkenntnisstand befuhr der 52-jähriger Fahrer eines Opel Zafira die Lorentzenstraße in Richtung Hamburger Straße. In einer leichten Rechtskurve kam er aus noch unbekannter Ursache auf die linke Fahrspur und stieß mit einem entgegenkommenden Opel Corsa zusammen.

Die 65-jährige Fahrerin des Opel Corsa wurde durch den Unfall im Fahrzeug eingeklemmt und musste durch die Feuerwehr befreit werden.

Beide Unfallbeteiligten wurden leicht verletzt in Krankenhäuser gebracht. Der entstandene Sachschaden wird auf 15.000 Euro geschätzt.

Für die Dauer der Unfallaufnahme und der Bergungsmaßnahmen musste die Straße für über eine Stunde voll gesperrt werden.

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