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Bad Oldesloe

Kalb in Tralau gerissen: War es der Lütjenseer Wolf?

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Rinderzüchter Karl-Friedrich Wernecke auf der Koppel bei seinen Tieren. Foto: Fischer

Travenbrück – Der kürzlich in Lütjensee gesichtete Wolf hat jetzt in Tralau wahrscheinlich ein Kalb gerissen. Das zumindest legen am Tatort gefundene Spuren nahe. 

“Das war ein großer Schock für mich”, sagt Hobby-Landwirt Karl-Friedrich Wernecke. Am Montagmorgen entdeckte der Tralauer Rinderzüchter ein totes Kalb auf seiner Koppel nur einige hundert Meter von seinem Wohnhaus entfernt. Zunächst habe er den Verlust des Tieres gar nicht mit einem Wolf in Verbindung gebracht.

“Ich habe das Bild des Kadavers dann einem Bekannten gezeigt und der meinte sofort, dass es ein Wolf gewesen sein könnte”, so Wernecke. Daraufhin informierte er einen Wolfsbetreuer, der das tote Kalb untersuchte und Spuren sicherte. Die ließen auf den ersten Blick tatsächlich auf einen Wolf schließen. Um sicher zu gehen, wird der Kadaver jetzt im Landeslabor in Neumünster untersucht. Ein DNA-Nachweis könnte Gewissheit liefern. Die Ergebnisse liegen in drei Wochen vor.

26 Highlandrinder lässt Karl-Friedrich Wernecke auf verschiedenen Koppeln weiden. Einen mutmaßlichen Wolfsangriff gab es bislang noch nicht. Das Kalb muss noch in der Nacht seiner Geburt gerissen worden sein, wie der Tralauer vermutet.

Unterdessen hat der Tod des Kalbes ein weiteres Opfer gefordert: “Die Mutter habe ich gestern zum Schlachter gebracht”, sagt Wernecke. Bedauerlich. Aber sie war nicht ganz unschuldig an der Tragödie. “Normalerweise haben gerade Highlandrinder in Sachen Nachwuchs einen starken Beschützer-Instinkt”, sagt der Züchter. Der sei bei der Mutterkuh nicht sehr ausgeprägt gewesen und daher sei sie ungeeignet für die Viehzucht.

Normalerweise passen Highlandrinder aufeinander auf. Foto: Fischer

Den Wolf möchte Wernecke trotz des Zwischenfalls nicht verteufeln: “Solange hier hin und wieder mal einer durchwandert, habe ich kein Problem mit den Tieren”, sagt er. Eine größere Gefahr seien sie wohl für Schafe.

Kreisbauernverband bringt Abschuss ins Gespräch

Der Kreisbauernverband Stormarn ist durch den Vorfall alarmiert und beobachtet die Ausbreitung des Wolfs mit Unbehagen. “Das ist schon sehr bedenklich und es war zu erwarten, dass uns das auch irgendwann ereilt”, sagt Geschäftsführer Peter Koll. Seines Wissens nach habe es bislang noch keine Risse von Nutztieren in Stormarn gegeben.

Einen effektiven Schutz gegen Risse gibt es seiner Aussage nach nicht. Erfahrungen mit Schutzzäunen und Hirtenhunden aus anderen Bundesländern seien gleichermaßen desillusionierend: “Wenn er will, kommt der Wolf immer zum Ziel.”

Für Peter Koll wäre daher auch der Abschuss eine Option: “Bei verhaltensauffälligen Tieren sollte es auch die Möglichkeit der Entnahme geben.” Der in Lütjensee gesichtete Wolf sei für ihn so ein Fall: “Kein Wolf läuft am Tag über einen zugefrorenen See.”

Wolfsexperte: “In der Regel wissen die Tiere, dass das reißen von Haus- oder Nutztieren Ärger bedeuten kann” 

Der renommierte Hamburger Wolfsexperte Micha Dudek sieht das anders. Der Tierökologe kann an dem Verhalten nichts abnormales erkennen: “Dem Foto nach zu urteilen, handelt es sich um einen etwa zwei Jahre alten und sehr agilen Rüden”, sagt Micha Dudek. In dem Alter gehen die Tiere oft alleine auf Wanderschaft, um sich eine Partnerin zu suchen.

“Die Jungwölfe sind neugierig und die damit hin und wieder einhergehenden Begegnungen mit Menschen werden oft als Verhaltensauffälligkeit gedeutet”, sagt der Wolfsexperte. Dass der Riss in Tralau auf das Konto des Lütjenseer Wolfs gehen könnte, hält Dudek allerdings für möglich: “In der Regel wissen die Tiere, dass das reißen von Haus- oder Nutztieren Ärger bedeuten kann und sie haben Angst davor.” Bei dem Kalb in Tralau habe sich vermutlich einfach eine günstige Gelegenheit geboten.

Ob sich der Jungwolf weiterhin in Stormarn aufhalten oder weiterziehen wird, lässt sich auch für den Tierökologen schwer einschätzen: “Gut möglich, dass er mittlerweile bis nach Schleswig oder noch weiter gekommen ist.” Wölfe haben eine wesentlich bessere Kondition als die meisten Hunde. Sie können ohne weiteres 70 Kilometer am Tag zurücklegen.

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Bad Oldesloe

Konzert mit dem Frauenvokalensemble: „Die Syrinx“ im KuB

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Das Frauenvokalensemble „Die Syrinx“. Foto: hfr

Bad Oldesloe – Einen verschmitzt-heiteren, manchmal wehmütigen und dann wieder begeisterten Abschluss des Wochenendes bietet am kommenden Sonntag das Frauenvokalensemble

„Die Syrinx“. Die sieben Frauen aus Bad Oldesloe und Umgebung singen ein herbstfarbiges Programm aus englischen Madrigalen der elisabethanischen Zeit, Folk- und Popsongs, und sie lassen auch die Romantik nicht außen vor. Die Werke von Dowland, Gibbons, Mendelssohn und Beatles laden zu einem schwungvollen Start in die neue Woche ein.
Das von EvaMaria Siebert geleitete Ensemble hat sich besonders dem Geheimnis des gemeinsamen Klanges verschrieben. Stimmen, die ineinander fließen und dennoch ihre eigene Farbe mit einbringen, bieten einen besonderen musikalischen Abend, an dem auch das Geheimnis des Ensemblenamens gelüftet wird – versprochen.
Das Konzert findet am Sonntag, 28. Oktober im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe um 19 Uhr statt. Es kostet 10 Euro, Karten gibt es an der Abendkasse.

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Bad Oldesloe

Es „weihnachtet“ schon im BrAWO-Center Bad Oldesloe

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Thorsten Ehlers hat dieses Jahr eigens einen Novembertermin für den Adventsbasar gewählt, damit Besucher schon frühzeitig nach Schnäppchen suchen können. Foto: Kienitz/AWO BA

Bad Oldesloe – Ob Weihnachtsdeko oder Geschenke – im BrAWO-Center Bad Oldesloe hält das Weihnachtsgeschäft bereits Anfang November Einzug.

„Unsere Maßnahmeteilnehmer und Mitarbeiter haben mit viel Herzblut das Geschäft ein wenig umgeräumt, eingepackt und geschmückt. Schließlich haben auch bedürftige Familien das Recht auf ein besinnliches und fröhliches Fest“, erklärt Betriebsleiter Thorsten Ehlers.

Zum Start lädt das BrAWO-Center zu einem Adventsbasar am Freitag, 2. November, von 10 bis 14 Uhr ein.

Verbunden ist der Basar mit einem „Tag der offenen Tür“, bei der sich auch Spender oder andere interessierte Mitbürger über die Arbeit des Sozialkaufhauses informieren oder selbst auf Schnäppchenjagd gehen können. Außerdem gibt es eine große Tombola, und selbstgebackene Waffeln neben Kaffee oder Kakao.

Das Kaufhaus steht ansonsten allen Familien und Einzelpersonen mit wenig Geld offen. Sie können hier nach Herzenslust Einrichtungen, Kleidung, Spielzeug und Gegenstände des täglichen Lebens kaufen. Die Ware stammt aus Spenden aus der Region. Es handelt sich um gebrauchte, aber ansonsten völlig einwandfreie Gegenstände, die in Einzelfällen sogar noch original verpackt sind. „Wir hoffen auch in der Vorweihnachtszeit auf weitere Spenden, denn trotz der guten Konjunktur ist die Zahl der Bedürftigen und damit die Zahl unserer Kunden nicht gesunken“, erläutert Thorsten Ehlers.

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Rock am Schloss: Lions übergeben 18.000 Euro für Jugendprojekte

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Die Veranstalter von Rock am Schloss. Foto: SL

Bad Oldesloe – Nach dem „Rock am Schloss“-Benefizkonzert hat der Lions Club die durch die eingenommenen Spendengelder unterstützten Vereine und Organisationen bekannt gegeben.

Die Einnahmen des Traditionskonzertes auf Schloss Blumendorf bei Bad Oldesloe gehen an 21 Organisationen aus der Region. „Wir wollen damit jährlich Ehrenamtler unterstützen, die sozialbedürftige Kinder und Jugendliche erreichen und fördern“, sagt Rolf Rüdiger Reichardt vom Lions Club Stormarn. In diesem Jahr habe der Club mit dem Konzert 18.350 Euro eingenommen, die komplett ausgeschüttet worden seien. Mit der Summe ist der Club zufrieden. Allerdings kamen in diesem Jahr weniger Besucher, als erwartet. Reichardt: „Das auf das Wetter zu schieben, geht und nicht weit genug. Wir werden da etwas mehr in die Tiefe gehen.“

Beim diesjährigen Konzert in der Remise des Schlosses spielten die Oldesloer Bands Stone und Days of Northern Lights. „Beide Gruppen zeigten Höchstleistungen, der Verlauf war harmonisch und die Stimmung ausgezeichnet“, sagt Club-Präsident Dirk Möller. Weil die Kosten diesmal im Vergleich zum Vorjahr niedriger gewesen seien, habe trotz des Besucherrückgangs ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden können. „Beide Bands verzichteten auf ihre Gage zugunsten hilfebedürftiger Kinder und das hat einen wichtigen Beitrag geleistet“, sagt Möller.

Unter den mit einer Finanzspritze geförderten Ehrenamtlern ist etwa Hella Lorberg aus Bargteheide, die dort die „Bargteheider Stadtmusikanten“ aufgebaut hat: „Es ist uns gelungen, ein Netzwerk aufzubauen, das sich musikalischer Früherziehung von Kindern beschäftigt.“ Ziel sei es, auch für Kinder aus einkommensschwachen Familien eine dauerhafte Versorgung anbieten zu können. Denn „Musik ist für die Persönlichkeitsentwicklung von elementarer Bedeutung.“

Förderung erhielten auf die Theaterwerkstatt des Kleinen Theater (Bargteheide), der Volleyball Club (Bad Oldesloe), das DaZ-Zentrum der Theodor-Storm-Schule (Bad Oldesloe), Bunte Vielfalt (Bargteheide), der TSV und das Gemeinschaftszentrum Glinde, der Hort am Schloss (Ahrensburg), die Zeltlagerfreunde (Bad Oldesloe), die Beratungsstelle für Mädchen und Frauen (Ahrensburg), der Kinderschutzbund Stormarn, die Klaus-Groth-Schule (Bad Oldesloe), die Albert-Schweitzer-Schule (Bargteheide), der Verein zur Förderung der Erziehungs- und Lebensberatung (Bad Segeberg), die AWO, der Kreisjugendring Stormarn, die Stadtschule (Bad Oldesloe), „Pferde Stärken“-Reittherapie, Klasse 2000 und der Verein Musik und Bildung (Bargteheide).

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