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Bad Oldesloe

Digitalisierung: Die IHK rät Unternehmen zu Investitionen in die Zukunft

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IHK-Präses Friederike Kühn und Hauptgeschäftsführer Lars Schöning. Foto: Fischer

Lübeck – Die Konjunktur ist gut, im Kreis Stormarn herrscht annähernd Vollbeschäftigung. Die IHK zu Lübeck rät Unternehmen jetzt zu Investitionen in die Zukunft. Vor allem die Digitalisierung stellt die Wirtschaft vor tiefgreifende Veränderungen. Die schnelle technologische Entwicklung birgt viele Chancen, aber auch Gefahren.

“Wer jetzt den Anschluss verliert, könnte seine Wettbewerbsfährigkeit einbüßen”, sagte IHK-Präses Friederike Kühn auf der Jahrespressekonferenz in Lübeck und kündigte seitens der Industrie- und Handelskammer eine intensivere Unterstützung der Unternehmen in Sachen Digitalisierung an. Schon jetzt geht in vielen Firmen nichts mehr ohne stabile Breitbandinfrastruktur, die große Datenmengen verarbeiten kann, und aktuelle Hardware. Die Digitalisierung und die damit einhergehenden Gefahren wie Hackerangriffe lassen Themen wie IT-Sicherheit und Datenschutz immer weiter in den Fokus rücken. “Laufend gibt es neue Auflagen, die auch kleine Betriebe erfüllen müssen und davon sind alle Branchen betroffen.” Laut Kühn stehen Wirtschaft und Gesellschaft vor großen Veränderungen: “Um den Mittelstand darauf vorbereiten zu können, müssen wir uns besser und effizienter aufstellen.” Die IHK zu Lübeck hat Rücklagen in Höhe von einer Million Euro gebildet, die in den kommenden Jahren unter anderem in Hardware investiert werden sollen.

Das rät die Industrie- und Handelskammer auch Unternehmen. Der Zeitpunkt für Investitionen sei günstig, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning: “Die anhaltend gute Konjunktur ermöglicht den Unternehmen den Spielraum, in die Zukunft zu investieren.”

Die IHK zu Lübeck erfasst den Zustand der regionalen Wirtschaft im sogenannten Konjunkturklima-Index, der einen Wert zwischen null und 200 annehmen kann. Derzeit befindet sich der Index bei 125 Punkten. “Besonders die Unternehmen in der Industrie schätzen ihre Lage als sehr günstig ein”, sagte Lars Schöning. 52,3 Prozent der befragten Unternehmer im Einzugsgebiet der IHK zu Lübeck schätzen die gegenwärtige Lage als gut ein. 39,8 Prozent bewerteten die Situation als befriedigend, nur 7,9 Prozent der Unternehmen gaben ihre Lage als schlecht an.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung hängt auch mit dem Arbeitsmarkt zusammen. Im Kreis Stormarn liegt die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent. “Wir sprechen hier im Grunde von Vollbeschäftigung”, so Schöning. Profitiert habe die Wirtschaft außerdem von den Nachwirkungen der Umstellung von G9 auf G8. Durch die Schulreform kamen 2016 zwei Abiturjahrgänge gleichzeitig “auf den Markt.” Dadurch konnten ungewöhnlich viele Ausbildungsstellen besetzt werden. Schöning spricht jedoch von einem einmaligen Ereignis. Ohne Initiative der Ausbildungsbetriebe ist die Einstellungsquote von derzeit knapp 4.000 Auszubildenden nicht zu halten: “Wir beobachten weiterhin einen Trend zu höchstmöglichen Bildungsabschlüssen”, sagte der IHK-Geschäftsführer. Der beste Weg sei nicht immer und für jeden ein Studium. “Wir werben daher für die duale Ausbildung und bei Unternehmen dafür, auch Bewerbern ohne Einsen oder Zweien im Zeugnis eine Chance zu geben.” Im Kampf gegen den Fachkräftemangel gibt es neben den Berufseinsteigern noch ein weiteres großes, “ruhendes Potenzial”, das bislang nicht ausreichend ausgeschöpft wird. Das gut ausgebildeter Frauen, die sich meist aus familiären Gründen aus dem Arbeitsmarkt verabschiedet haben. Laut IHK hätten Frauen immer bessere Chancen, neu in den Arbeitsmarkt einzusteigen. “Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern inzwischen individuelle Arbeitszeitmodelle”, sagte Friederike Kühn. Von Teilzeitlösungen bis hin zum “Home Office”. Ein Modell, das durch die Digitalisierung möglich gemacht wird. Viele Arbeitsplätze müssen sich längst nicht mehr zwangsläufig in der Firma befinden.

Welche Chancen die Digitalisierung bietet, zeigt die IHK zu Lübeck am 7. Februar in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Informationstechnologie, Kommunikation und Digitalisierung auf der “IT for Business”, Norddeutschlands erster Kongressmesse für Digitalisierung. Von 10 bis 20 Uhr beschäftigen sich dort unterschiedliche Workshops mit Themen wie Online-Marketing, IT-Strategie und Datensicherheit. Infos auf www.it-for-business.info.

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Bad Oldesloe

Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe mit erster Turnierteilnahme

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Gut neun Monate nach Gründung der Fußball-Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe, in Kooperation mit den Stormarner Werkstätten und dem Kreissportverband Stormarn, nahm dieses Team erstmals an einem Turnier teil.

Christian Bauer (blaues Trikot) stoppt diesen Angriff mit vollem Einsatz. Fotos: VfL Oldesloe

Es ging zum „Kalle-Stawikowski-Cup“, der von der Vorwerker Diakonie ausgerichtet und an der Lübecker Lohmühle auf Kunstrasen ausgetragen wurde. Hier sollte man auf Kleinfeld auf andere Werkstätten, Förderschulen und soziale Einrichtungen treffen.

Die Aufregung war bei allen Spielern riesengroß. Für die meisten Kicker des Teams war es absolutes Neuland.

„Aufgrund von Corona konnten wir leider auch nicht so trainieren wie wir es uns gewünscht hätten, aber für mich war klar das wir diese Einladung gerne annehmen“, so Trainer Rainer Fischer. Schon vor dem Beginn war die Platzierung für den bekannten Oldesloer Coach Nebensache.

„Sie sollen das hier einfach genießen und auf sich wirken lassen. Der Spaß steht absolut im Vordergrund“, erklärte „Fischi“. So hatte der Veranstalter auch extra darauf hingewiesen das man keine Scheu haben sollte spielschwächere Akteure mitspielen zu lassen. Da immer ein Betreuer mit auf dem Platz stehen durfte, kickten Daniel Elten von den Stormarner Werkstätten und Pia Görrissen vom KSV Stormarn mit.

Für Görrissen, die selbst Fußball gespielt hat, und die Inklusionsmannschaft wie Elter bei jedem Training begleitet auch eine tolle Erfahrung.

Im ersten Spiel sah man allen die Aufregung und Nervosität an. Mit einer knappen 0:1 Niederlage verließ man den Platz.

Im zweiten Vorrundenspiel steigerte man sich schon ein wenig und spielte Remis, wobei Stephan Knorr für seinen bereits geschlagenen Keeper in höchster Not rettete. Nach der Vorrunde wurde in zwei leistungsgerechte Gruppen eingeteilt.

Im dritten Spiel konnte man gegen Marli II dann auch endlich jubeln. Das erste Tor war zudem wohl auch das Tor des gesamten Turnieres, denn Davor Peric hob den Ball gekonnt aus 30 Metern über den Torwart hinweg. „Der Jubel nach dem ersten eigenen Tor war unbeschreiblich“, beschrieb VfL-Pressewart Nico v. Hausen die Szenerie nach dem Treffer.

Nun hatte man Blut geleckt und gewann die Partie noch mit 3:0. Zwischen den Spielen bot der VfB Lübeck eine Stadionführung an.

Auch der VfL nahm dieses Angebot gerne an und ließ sich von dem Geschäftsstellenleiter Florian Möller das Innenleben der alterwürdigen Lohmühle zeigen.

Nach dem Mittagsessen gab es noch weitere Partien. Und die Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe wurde immer stärker, zeigte als Mannschaft sogar richtige Spielzüge. Auch der Leiter des Bildungszentrums der Stormarner Werkstätten, Jan Domeier, konnte sich davon überzeugen und staunte wie einige mitgereiste Eltern nicht schlecht. „Das sieht ja schon nach Fußball aus. Wie haben Sie das gemacht“, fragte ein Elternteil in Richtung Trainer Fischer.

Rainer Fischer grinste erfreut und war sichtbar stolz auf seine Schützlinge. Wobei gerade er einen großen Anteil daran hat.

„Rainer hat seine ganz eigene Art mit den Jungs umzugehen. Sie vertrauen ihm und das ist die halbe Miete. Wie er in dieser kurzen Zeit aus den Jungs eine richtige Einheit geformt hat ist schon eine ganz tolle Sache“, so von Hausen. Auch Werkstätten-Betreuer Daniel Elter ist voll des Lobes.

„Einige Jungs sind bei ihrer Arbeit oft allein oder kapseln sich ab. Hier blühen sie richtig auf. Einige reden jetzt wo sie früher kaum ein Wort gesprochen haben. Und vorallem, sie lachen. Das ist besonders schön!“ In der Tat genoss jeder Spieler diese für sie neuen Eindrücke und Erlebnisse auf diesem Turnier. Am Ende langte es sogar für Platz zwei in ihrer Leistungsgruppe, punktgleich und ungeschlagen.

Steven Burmeister freute sich als Sieger der Geschicklichkeitsübung über Eintrittskarten für ein Heimspiel des VfB Lübeck

Bei der Siegerehrung herrschte nochmal große Freude, denn neben Pokalen und Medaillen hatte die Vorwerker Diakonie auch einige Geschicklichkeitsübungen wie Fußballcurling oder Torwandschießen als Rahmenproramm vorbereitet. Und hier sahnte die Inklusionsmannschaft des VfL ab. Der 1. Platz ging an Steven Burmeister, der sich über zwei Karten für ein Heimspiel des VfB Lübeck freute. Auch Panuwatra Tangboon und Günter Timmann belegten vordere Plätze und bekamen Präsente.

„Wir bedanken uns bei der Vorwerker Diakonie für dieses tolle Turnier bei dem Toleranz und Fairplay im Vordergrund standen und auch beim VfB Lübeck für die Stadionführung. Die strahlenden Gesichter unserer Spieler sprachen Bände“, so VfL-Pressewart von Hausen abschließend.

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Betrunken durchs Parkhaus: Oldesloer Polizei nimmt Seat-Fahrer Führerschein ab

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Bad Oldesloe Am vergangenen Mittwoch (25.05.2022), gegen 19.25 Uhr fuhr ein 44-jähriger Bad Oldesloer mit einem Seat Ibiza im Parkhaus in der Lübecker Straße diverse “Schleifen”.

Alkoholtest (Symbolbild). Foto: polizei

Bei einer Kontrolle kam zutage, dass der Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol stand. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen vorläufigen Wert von 1,82 Promille.

Es folgte eine Entnahme einer Blutprobe, die Beschlagnahme seines Führerscheines und die Sicherstellung des Fahrzeugschlüssels.

Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.

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Musikstudierende bringen Händel-Oper „Radamisto“ ins KuB

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Bad Oldesloe An der Musikhochschule Lübeck (MHL) laufen zurzeit die Proben für das neue Opernprojekt „Radamisto“, das im Juni auch in Bad Oldesloe zu sehen sein wird.

Regisseur Christian Carsten und Dirigent Pieter-Jan Belder. Fotos: MHL

Am Freitag, 17. Juni um 20 Uhr feiert die selten zu hörende Händel-Oper unter musikalischer Leitung von Pieter-Jan Belder und der Regie von Christian Carsten Premiere im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe (KUB). Weitere Vorstellungen finden am 18. Juni um 20 Uhr und am 19. Juni um 17 Uhr.

Seit diesem Semester proben vierzehn Studierende der MHL-Gesangsklassen verschiedener Ausbildungsstufen mit dem Regisseur Christian Carsten, der seit Herbst 2021 eine Stelle für Regie an der MHL bekleidet und sich mit dieser Regiearbeit erstmals dem Publikum in Bad Oldesloe vorstellen wird. Die Handlung siedelt er im Heute an, die Bühnenausstattung ist bis zum Äußersten reduziert: Mit 15 Stühlen auf der Bühne und Lichteffekten inszeniert Carsten das Drama um Liebe und Krieg, das eine Dynastie beinahe zersprengt, dann aber doch noch zu einem guten Ende findet. Unter Leitung des MHL-Spezialisten für Alte Musik Pieter-Jan Belder, der ebenfalls erstmals im KUB zu Gast ist, stellt das MHL-Ensemble für Alte Musik Händels vor Klangfarben sprühende, expressive Musik vor. 

Die Handlung dreht sich um Zenobia, die Frau des gescheiterten Titelhelden Radamisto. Radamistos Bruder Tiridate begehrt seine Schwägerin und lässt nichts unversucht, um sie und gleich auch ihr Land zu erobern. In seiner Leidenschaft entpuppt Tiridate sich als Bösewicht, dem jedes Mittel Recht ist: Auf die Liebeswirren folgt ein Eroberungskrieg und schließlich ein Finale, in dem Tiridate Zenobia vor die Wahl stellt, sich ihm hinzugeben oder ihr Mann wird sterben. Am Ende zieht der Bösewicht dann den Kürzeren: Von seinen Soldaten verlassen, muss Tiridate schließlich aufgeben. Seine Frau Polissena verzeiht ihm und auch Radamisto will nichts von Rache wissen.

Regisseur Christian Carsten erläutert: „Die Handlung spielt im Krieg. Beim Proben haben wir gemerkt, wie anders wir aktuell über den Krieg denken als noch vor einem Jahr. In unserer Oper wird der Krieg beendet, einfach weil Radamisto beschließt, dass er nicht mehr kämpfen will. Die Figuren lösen so den Krieg selber auf“.

 „Die Handlung ist so verwickelt, dass es kaum jemand von uns schafft, sie fehlerfrei widergeben“, erzählt Carsten: „Die Emotionen und Affekte in den vielen Rezitativen und Arien sind jedoch total klar und ein gutes Übungsfeld für die Studierenden.“ Dem Wechsel der Stimmungen entspricht Händels klanglich kontrastreiche Partitur: Zwischen kriegerisch auftrumpfenden Trompetentönen und melancholischen Trauergesängen gibt es zahlreiche Schattierungen. Die Oper war zu Händels Zeiten überaus erfolgreich, verschwand dann aber in der Versenkung und wird auch heute selten in die Spielpläne gehoben. Sie wurde von Händel selber mehrmals überarbeitet, die MHL zeigt die Urfassung, die in ihrer Ursprünglichkeit und Direktheit am besten für die Inszenierung mit den Studierenden geeignet schien.

Termine: Freitag (17. Juni) 20 Uhr, Samstag (18. Juni) 20 Uhr und Sonntag (19. Juni) 17 Uhr im KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe, Beer-Yaacov-Weg 1, 23843 Bad Oldesloe. Tickets: Tel. 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de. Preise: VVK: 18,50 € / 12,50 € (erm.); AK: 20,50 € / 14,50 € (erm.)

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