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Bad Oldesloe

Brandstiftung in Oldesloe: Angeklagter bestreitet Mordversuch an Exfreundin

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Das Landgericht in Lübeck. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Es ist der 31. Mai 2017. Thomas W. geht vor dem Oldesloer Polizeirevier auf und ab, raucht eine Zigarette nach der anderen. „Bis mir schlecht wurde“, berichtet er später vor Gericht. Irgendwann kommt ein Beamter und bittet den 29-Jährigen in die Wache. Der Polizist hatte ihn bereits als Tatverdächtigen identifiziert.

Für Thomas W. (Name von der Redaktion geändert) könnte das für lange Zeit der letzte Tag in Freiheit gewesen sein. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt in Lübeck. Der Vorwurf: Einige Stunden vor seiner Festnahme soll der Segeberger den Wintergarten seiner Ex-Freundin angezündet haben, um sie und deren Sohn zu töten. Einen Abend zuvor gab es zwischen dem Paar einen heftigen Streit mit Drohungen und Beschimpfungen. Es endete mit der Trennung. Am nächsten Morgen sollte Z. seine Sachen abholen.

Doch statt den Bruch zu akzeptieren, fasste W. den Entschluss, den Brand im Wintergarten zu legen. So zumindest sieht es die Staatsanwaltschaft und hat Anklage wegen schwerer Brandstiftung und versuchten Mordes erhoben. Der Mordvorwurf stützt sich auf die Brandlegung als gemeingefährliches Mittel und Heimtücke. „Dem Angeklagten war bewusst, dass seine zu dem Zeitpunkt schwangere Ex-Freundin und deren siebenjähriger Sohn sich schlafend in dem Haus aufhielten“, heißt es in der Anklageschrift. Nur mit Glück konnten sich Mutter und Kind unverletzt aus dem brennenden Gebäude retten. Das Lübecker Landgericht sieht in der Tat einen versuchten Totschlag. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen dem Angeklagten in jedem Fall viele Jahre in Haft, vielleicht sogar lebenslänglich.

„Ich war das nicht, nie würde ich ihr oder meinem Sohn etwas antun.“

Es ist ein schwieriger Fall. Es gibt keine eindeutigen Beweise, dass Thomas W. das Feuer absichtlich gelegt hat. Er bestreitet die Tat: „Ich war das nicht, nie würde ich ihr oder meinem Sohn etwas antun.“ Es ist nicht sein leibliches Kind. Als dessen Vater sieht er sich trotzdem. Seine Unschuld beteuert der 29-Jährige Vater von zwei leiblichen Kindern am zweiten Verhandlungstag vor Richter Christian Singelmann immer wieder. Mehrmals bricht W. in Tränen aus, als er von den Ereignissen am Tag des Feuers erzählt. Alles nur ein Schauspiel? Wenn, dann ein gutes.

Bereits kurz nach dem Feuer sprach laut Polizei alles gegen einen technischen Defekt. Als einer der ersten Beamten war Polizeiobermeister Sebastian Strunk vor Ort, kurz nach den Kollegen vom Autobahnrevier: „Es war eine enorme Qualmentwicklung“, sagt der Polizist als Zeuge vor Gericht aus. Nachdem er und sein Partner die umliegenden Gebäude evakuiert hatten, nahm Strunk die Zeugenaussage der Bewohnerin auf. „Da ein Feuer in einem Wintergarten eher unüblich ist, haben wir gleich in Betracht gezogen, dass es eine Fremdeinwirkung gegeben haben könnte“, sagt der 33-Jährige. Bei der Vernehmung berichtete Karin D. dann von dem Streit am Vorabend und „bejahte sofort die Frage, ob sie ihrem Ex-Freund die Tat zutrauen würde.“

Angeklagter macht Aussage vor Gericht

Das Paar lernte sich im August 2015 kennen. Zu der Zeit lebte Thomas W. in einem Wohnwagen. Nur zwei Monate später zog er bei Karin D. ein – damals noch in einer anderen Wohnung. Ihren Sohn behandelte er wie seinen eigenen. Lange Zeit ging alles gut. Irgendwann nahmen die Streitereien zu. Das Paar zog für kurze Zeit in ein Haus in der Hamburger Straße, bis ihnen der Vermieter wegen ausstehender Zahlungen kündigte. Dann hätten beide, so sagt es der Angeklagte, noch zusammen nach einer Wohnung gesucht, wurden aber nicht fündig. Karin D. bezog daraufhin alleine das Haus im Pölitzer Weg, er in den Nachbarkreis. „Getrennt waren wir aber nicht“, sagt W. Nicht, wie es in dem Vernehmungsprotokoll der Polizei stehe. Der Angeklagte erhebt schwere Vorwürfe gegen die ermittelnden Kriminalbeamten. Er sei unter bei der Vernehmung auf der Polizei unter Druck gesetzt, Teile der Aussage seien ihm diktiert worden. Beide Kriminalbeamten werden noch vor Gericht gehört.

In seiner Aussage vor Gericht bestreitet Thomas W., das Feuer absichtlich gelegt zu haben. Mit seiner Exfreundin will er sich mittlerweile wieder versöhnt haben: „Sie glaubt an meine Unschuld und wartet auf mich.“ Er sieht sich zur falschen Zeit am falschen Ort. Wie er vor Gericht angibt, holte er – wie mit seiner Exfreundin verabredet – seine Sachen ab. Dabei drückte er eine Zigarette aus und entsorgte die Kippe im Wintergarten. Anschließend startete der Lastwagenfahrer seine Tour, legte gegen 8 Uhr eine Pause in Aumühle ein. Dann meldete sich sein Vorarbeiter, fragte, ob er von dem Feuer in Oldesloe gehört habe. „Ich habe online auf meinem Handy einen Artikel gefunden und die Fotos gesehen“, sagt W. und fängt an zu weinen. Sofort habe er Panik bekommen und sich gefragt: „Was, wenn sie mich verdächtigen?“ Dann machte er sich auf den Weg nach Bad Oldesloe, zur Polizei.

Die Verhandlung wird am Montag, 8. Januar, um 13.30 Uhr fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen gehört werden.

Bad Oldesloe

Horst Reiter: Seit 50 Jahren kassiert er die Zuschauer ab

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Horst Reiter neben seiner „Arbeitsstelle“, dem Kassenhäuschen im Travestadion. Foto: VfL Oldesloe

Bad Oldesloe – Zuschauer und Sportler, die den Weg zu den Spielen der I. Herren-Fußballer des VfL Oldesloe finden, kennen ihn und er kennt sie. Die Rede ist von Horst Reiter.

Er gehört eigentlich fast zum Inventar des VfL Oldesloe. Nun konnte er ein ganz besonderes Jubiläum feiern, denn seit 50 Jahren kassiert er zuverlässig und treu bei Heimspielen der Ligamannschaft die Zuschauer am Eingang ab.

Arbeit im Kassenhäuschen: „Ich könnte ein Buch schreiben“

Am Anfang stand das Kassieren gar nicht an erster Stelle, denn in den ersten Jahren mähte er sogar noch den Hang. Dort wo vor Jahren hunderte, gar tausende Zuschauer, standen. Mit der Hand wohlgemerkt. Nach 50 Jahren kann er natürlich etliche Geschichten erzählen.

„Ich könnte ein Buch schreiben“, sagt der Jubilar. Unzählige Vorsitzende, Abteilungsleiter und Trainer hat er kommen und gehen sehen. Die Anzahl der Spieler will man lieber gar nicht erst erfragen.

„Diese ehrenamtliche Arbeit kann man gar nicht genug würdigen“

„Wir sind stolz so eine Person in unseren Reihen zu haben“, sagt Pressewart Nico v. Hausen.

Beim letzten Heimspiel wurde Horst Reiter von Abteilungsleiter Jens „Speedy“ Schenk geehrt. Etwas schüchtern stand er da, denn er ist kein Lautsprecher, möchte lieber im Hintergrund bleiben.

„Das war uns aber ein Bedürfnis. Diese ehrenamtliche Arbeit kann man gar nicht genug würdigen“, so Jens Schenk über eine Person, die trotz fortgeschrittenen Alters bei Wind und Wetter für seinen Verein da war. Kaum war die Ehrung beendet schritt Horst Reiter zu seinem Kassenhäuschen. „Da kommen noch welche.“ Nach 50 Jahren hat er einfach ein Gespür für „seine Zuschauer“.

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Bad Oldesloe

Skateland-Erweiterung: Eröffnung noch in diesem Jahr

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Bauarbeiten am Skateland in Bad Oldesloe. Foto: Stormarnlive.de

Bad Oldesloe – Nach Jahren der Planung wird jetzt das neue Skateland auf dem Exer gebaut. Das Projekt stand lange Zeit auf der Kippe, weil es Probleme mit Fördergeldern gab. 

Seit Tagen graben sich Bagger durch das Gelände zwischen Berliner Ring und Exer-Parkplatz. Dort wird noch in diesem Jahr das neue Skateland eröffnet. Oldesloer Jugendliche hatten lange für die Sanierung gekämpft. 

Derzeit werden die Fundamente für die neuen Geräte gebaut. Wann die Arbeiten abgeschlossen sind, steht noch nicht fest. Parallel beginnen auch am Kunstrasenplatz die Arbeiten für den Bau des Street-Workout-Platzes. Der Projektförderer Holsteins Herz und das Land fördern das Projekt.

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Kinder- und Jugendhaus St. Josef lädt zum Sommerfest

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Das Kinder- und Jugendhaus St. Josef in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe – Am 30. Juni, ab 11 Uhr wird es auf dem großen Außengelände des Kinder- und Jugendhauses St. Josef, Wendum 4 in Bad Oldesloe, wieder ein großes Sommerfest: Viele Spielangebote laden Kinder und ihre Familien zum gemeinsamen Spielen ein.

„Bei Beachvolleyball und Wikingerschach, Tauziehen und Seilspringen sowie vielen weiteren Angeboten können Geschicklichkeit und Fitness unter Beweis gestellt werden. Es wird auch wieder eine Hüpfburg geben, Kinderschminken, ein Kinderkarussell und vieles mehr“, heißt es in der Einladung.

Auf einem Flohmarkt können Große und Kleine ihre Schätze verkaufen und neue erwerben. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein: Kaffee, Kuchen, Kaltgetränke und Grillwürstchen sind für den kleinen und großen Hunger da.

„Wir freuen uns auf viele Gäste, denn unser tolles Außengelände lädt einfach zum Feiern ein“, erklärt Birgit Brauer. „Und wir möchten einmal mehr zeigen, was sich alles entwickelt hat.“

Wer sich an dem Flohmarkt für Privatanbieter beteiligen möchte, kann sich auch sehr kurzfristig anmelden, gern telefonisch (04531-1735-0), per Fax (04531-7726) oder per E-Mail (leitung@haus-st-josef.de). Ab 9 Uhr kann am 30. Juni aufgebaut werden.

„Für Kinder, die auf dem Flohmarkt selbst etwas verkaufen möchten, wird ein eigener Bereich eingerichtet.Die Erwachsenen bitten wir um eine Kuchenspende als Standgebühr“, so Brauer.

 

Info St. Josef:

Das Kinder- und Jugendhaus St. Josef ist seit 1902 eine Einrichtung der stationären und ambulanten Jugendhilfe in der Kreisstadt Bad Oldesloe. Heute betreut die Einrichtung bis zu 200 Kinder und Jugendliche in insgesamt 15 Wohngruppen (davon vier Außenwohngruppen) und bietet darüber hinaus weitere ambulante Angebote und Förderprojekte im Rahmen der Erziehungshilfen an. Mit zur Zeit 170 Voll- und Teilzeitkräften ist die Jugendhilfeeinrichtung die größte Einrichtung dieser Art im Kreis Stormarn.

 

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