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Kiel

26.000 Fotos gescannt: Menschen mit Behinderungen unterstützen Kampfmittelräumdienst

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Foto: Polizei

Rendsburg – Menschen mit Behinderung scannten 26000 Fotos für den Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein

Um Grundstücke und Areale hinsichtlich ihrer Kampfmittelbelastung einschätzen zu können, ist die Auswertung historischer Luftbilder der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg für die Experten vom Kampfmittelräumdienst Schleswig-Holstein ein unverzichtbares Hilfsmittel. Neben der Erfahrung der Luftbildauswerter und weiteren Archivalien spielt dabei auch die Qualität der Bilder eine große Rolle. 26.000 dieser wertvollen Luftbilder sind jetzt im Auftrag des Landeskriminalamtes in einer Kooperation der Werkstätten Materialhof und den Werkstätten Rendsburg-Fockbek neu gescannt worden – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Die Luftbildauswerter des Kampfmittelräumdiensts wissen, wieviel Arbeit dahinter steckt. Denn die gesamte Datenbank musste aktualisiert und jedes Bild einzeln auf den Scanner gelegt werden. Positiver Nebeneffekt: Sie wissen jetzt genau, wo welches Bild zu finden ist. Und das ist auch mehr als 70 Jahre nach Kriegsende enorm wichtig: Rund 45.000 Tonnen Munition sind im Zweiten Weltkrieg über Schleswig-Holstein abgeworfen worden, allein 29.000 Tonnen über Kiel. Der Bildbestand umfasst insgesamt 74.518 Luftbilder, die jetzt alle in digitalisierter Form vorliegen. Nach Schätzungen haben die Alliierten ungefähr 150.000 Luftbilder von Schleswig-Holstein gemacht. Es gibt Vorher-/Nachher-Bilder der Luftangriffe, auf denen die Bombenabwürfe und ihre Wirkung genau dokumentiert sind.

Die Projektbeteiligten der Werkstätten Materialhof und Rendsburg-Fockbek haben die Luftbilder sortiert, geglättet, gescannt und in hochwertiger Qualität bei den Luftbildauswertern abgeliefert. Wo vorher nur unscharfe Konturen zu sehen waren, sind Bombenkrater und Verdachtspunkte für Blindgänger nun deutlich zu erkennen.

Kiel

Truck mit doppeltem Boden: Schmuggler mit 460.000 Zigaretten erwischt!

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Die Schmuggler versteckten die Zigaretten unter einem doppelten Boden im Laderaum des Lastwagens. Foto: Zoll

Kiel – Der Zoll hat in einem lettischen Lastwagen eine enorme Menge an illegalen Zigaretten entdeckt. Es ist bereits der dritte Fall dieser Größenordnung in diesem Jahr.

Im Kampf gegen den organisierten Zigarettenschmuggel ist den Zollbeamten des Hauptzollamts Kiel dank modernster Technik ein empfindlicher Schlag gelungen. Mehr als 460.000 Zigaretten fanden die Beamten am Kieler Ostuferhafen versteckt in einem präparierten Hohlraum eines Lastwagens.

Der lettische LKW war mit dem Fährschiff von Lettland kommend eingereist und wurde anschließend durch die vollmobile Röntgenanlage (VMR) des Zolls geröntgt.

Zigaretten waren in Hohlraum versteckt

Bei der Auswertung der Bilder bestand der Verdacht, dass sich an der Unterseite des Trailers ein Hohlraum befinden könnte. Dieser Verdacht bestätigte sich, nachdem die Zöllner im Bereich der hinteren Achse ein Loch gebohrt hatten. Beim Herausziehen des Bohrers rieselte den Beamten bereits Tabak und Zigarettenfilter entgegen.

Daraufhin wurden die Bodenplatten entfernt und es kamen insgesamt 459.180 Stück Zigaretten mit weißrussischen Steuerzeichen zum Vorschein.

 Pressesprecher Claus-Peter Minkwitz: “Das ist bereits der dritte Aufgriff in ähnlicher Größenordnung in diesem Jahr. Das Hauptzollamt Kiel wird weiterhin die Seehäfen im Blick behalten und die Kontrollen unvermindert fortführen.”

Die vollmobile Röntgenanlage (VMR) ist ein hochmodernes und flexibles Einsatzmittel, das der Zoll zur Schmuggelbekämpfung – insbesondere in den Bereichen Zigaretten, Waffen und Betäubungsmittel – einsetzt. Der Zoll verfügt derzeit über drei VMR, die im gesamten Bundesgebiet im Einsatz sind.

 

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Politik und Gesellschaft

Im Auto: Politik will Kinder vor rauchenden Eltern schützen

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RAucher gefährdet Kind im Auto. Foto: Shutterstock.com (Symbolbild)

Kiel – Die Landesregierung will Kinder vor Kippen schützen: Rauchen im Auto im Beisein von Minderjährigen soll künftig verboten sein.

Der Landtagsabgeordnete Tobias von Pein (SPD) sagt: “Kinder sollen gesund und ohne Einschränkungen aufwachsen können. Ich finde, die Gesundheit unserer Kinder muss uns mehr wert sein, als die Freiheit zur Rücksichtslosigkeit.“

Der Landtag hat in seiner Sitzung vom 14. Juni den Antrag der SPD zum Nichtraucherschutz für Kinder und Jugendliche angenommen. Darin geht es um die Einführung eines Rauchverbots im Auto, wenn Minderjährige mit an Bord sind.

Tobias von Pein (SPD): “Kinder sollen gesund und ohne Einschränkungen aufwachsen können.”

Gesundheitsminister Garg unterstützt Rauchverbot 

Tobias von Pein, der den Antrag formuliert hat, freut sich, dass die Landesregierung das Thema aufnimmt und Minister Garg (FDP) es auf der Gesundheitsministerkonferenz vergangene Woche erfolgreich eingebracht hat:

“Insbesondere Minderjährige benötigen entsprechend unsere Unterstützung, wenn es darum geht, ihre Gesundheit zu schützen und sie vor den Folgen des Passivrauchens in Kraftfahrzeugen zu bewahren”, sagt der Minister “Ich sage das auch ganz deutlich in Richtung derjenigen Eltern, die ihre Kinder erst in solch gesundheitsschädigende Situationen bringen. Es gibt kein Recht auf die Freiheit, seine Kinder rücksichtslos vollzuqualmen.”

Rauchverbot muss bundesweit umgesetzt werden

Die Umsetzung ist nur auf Bundesebene möglich, weshalb der Umweg über Bundesinitiativen aus Schleswig-Holstein nötig ist. Die Gesundheitsminister wollen das Thema nun aufgreifen.

Wenn im Auto geraucht wird, ist die Tabakkonzentration dort um das fünffache höher, als in einer Raucherkneipe. Kinder können durch den Passivrauch massiv geschädigt werden.

In anderen EU-Ländern gebe es längst eine entsprechende Regelung zum Kinderschutz mit empfindlichen Strafen von bis zu 1000 Euro.

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Kiel

Partizipationsgremien fordern Mitsprache beim neuen Integrationsgesetz

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Toska Jakob, Violetta Seelig-Kiss (beide Servicestelle), Janet Kaiser (FL), Shamsia Azarmehr (SE), Spyridon Aslanidis (HL), Innenstaatssekretär Torsten Geerdts, Thomas Wetterau (KI), Dursiye Aytekin (KI), Elisabeth Dannenmann (NMS), Natali Schnar (NMS), Nilgün Kiroglu (NMS), Rana Hafez (SE), Maryna Christiansen (FL). Foto: hfr

Kiel – Klare Vorstellungen von Integration und Teilhabe: Vertreter der schleswig-holsteinischen Partizipationsgremien haben am Dienstag ein Positionspapier an Innenstaatssekretär Torsten Geerdts übergeben .

Die Gremien formulierten auf 20 Seiten ihre Forderungen zum geplanten Integrations- und Teilhabegesetz. Unter anderem fordern die Verfasser Chancengleichheit und die Teilhabe aller Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Keinen Bereich des Lebens unbeachtet lassen

Von Kita bis Studium und Ausbildung, über Wirtschaft und Arbeitsmarkt, politisches Engagement, Wohnraumpolitik und Aktivitäten in Vereinen lassen die Gremien keinen Bereich des Lebens unbeachtet.

„Der für uns wichtigste Bereich ist natürlich die politische Partizipation. Wir brauchen dauerhafte Strukturen auf kommunaler und landesweiter Ebene”, sagt Dursiye Aytekin, Vorsitzende des Kieler Forums.

Insgesamt waren neben Kiel die Gremien aus Flensburg, Lübeck, Neumünster und Norderstedt gemeinsam mit der Servicestelle für Partizipationsgremien ein Jahr lang am Entstehungsprozess des Positionspapiers beteiligt. Das erst kürzlich konstituierte Forum des Kreises Segeberg entschied sich für die Mitunterzeichnung der Positionen.

Teilhabe leben und die Belange der migrantischen Bevölkerung in Schleswig-Holstein nicht der Politik allein zu überlassen, ist Ziel der Partizipationsgremien.

„Für uns nun Chefsache“

Torsten Geerdts hatte im Sommer 2017 einen offenen Prozess angekündigt, in dem nicht über sondern mit den Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holsteins gesprochen werden sollte:

„Ich bin sehr froh über ihre Ausarbeitungen und verspreche Ihnen, dass ich es sehr aufmerksam lesen werde und wo es nur geht versuchen möchte, es umzusetzen.“

Vor allem beim Thema der Interkulturellen Öffnung, welches für die Gremien einen hohen Stellenwert hat, sagte Geerdts, dass dieses Anliegen auch in der Landesregierung hoch angesehen ist und aus diesem Grund bereits in die Verantwortung der Staatskanzlei übergegangen sei. „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung und Institutionen ist für uns nun Chefsache“, versprach Geerdts.

Der Innenstaatssekretär möchte die Positionen der Partizipationsgremien nun auch in alle anderen relevanten Ressorts tragen, um die Anliegen der Gremien zu unterstützen.

Bei der Gestaltung des Entwurfs wollen die Partizipationsgremien weiterhin die Landesregierung genau beobachten und hoffen, viele der ihnen wichtigen Punkte im späteren Gesetz wiederzufinden. Toska Jakob von der Servicestelle lud Staatssekretär Geerdts dazu ein, die Kompetenz der Partizipationsgremien für das Gesetz zu nutzen: „Alle in dieser Runde sind jederzeit bereit, ihnen und der Landesregierung als Expertinnen und Experten im weiteren Prozess beratend zur Seite zu stehen.“

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